{"id":71706,"date":"2025-06-13T13:00:00","date_gmt":"2025-06-13T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/linsen-im-rampenlicht-eine-kulinarische-spurensuche\/"},"modified":"2025-06-13T13:00:00","modified_gmt":"2025-06-13T11:00:00","slug":"linsen-im-rampenlicht-eine-kulinarische-spurensuche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/linsen-im-rampenlicht-eine-kulinarische-spurensuche\/","title":{"rendered":"Linsen im Rampenlicht \u2013 eine kulinarische Spurensuche"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Die Linse in M\u00e4rchen und Geschichte<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Die Hauptrolle dieses schlesischen kulinarischen Streifzugs spielt heute die Linse. Es war genau diese H\u00fclsenfrucht, die Aschenputtel in manchen Versionen des M\u00e4rchens sorgsam aus der Asche las. Doch welche Bedeutung hatte die Linse einst in der schlesischen K\u00fcche? Eine gro\u00dfe \u2013 und das aus mehreren Gr\u00fcnden.<\/strong><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Linsensuppe bei den Olympischen Spielen 1936<\/strong><\/h2>\n<p>Im Jahr 1936 fanden die Olympischen Spiele in Berlin statt. Um die sportliche Begeisterung und den olympischen Geist auch p\u00e4dagogisch zu vermitteln, wurde in Hindenburg\/Zabrze von April bis Juni eine Sonderausstellung organisiert. Schulklassen konnten unter Anleitung von Lehrkr\u00e4ften mit Sonderz\u00fcgen anreisen. Da es sich um eine ganzt\u00e4gige Exkursion handelte, erg\u00e4nzten eine Filmvorf\u00fchrung und die Verpflegung (gegen Aufpreis) das Programm. Auf dem Speiseplan stand unter anderem: Linsensuppe mit Wursteinlage. Eine warme Mahlzeit \u2013 besonders an k\u00fchlen Tagen ein echter Volltreffer. Nahrhaft, vitaminreich und voller wertvoller Mineralstoffe \u2013 genau das, was junge Menschen brauchen.<\/p>\n<div id=\"attachment_62578\" style=\"width: 714px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-62578\" class=\" wp-image-62578\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zrodlo-Slaska-Biblioteka-Cyfrowa-Kattowitzer-Zeitung-1931-Jg.-63-nr-289.png\" alt=\"\" width=\"704\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zrodlo-Slaska-Biblioteka-Cyfrowa-Kattowitzer-Zeitung-1931-Jg.-63-nr-289.png 814w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zrodlo-Slaska-Biblioteka-Cyfrowa-Kattowitzer-Zeitung-1931-Jg.-63-nr-289-300x106.png 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zrodlo-Slaska-Biblioteka-Cyfrowa-Kattowitzer-Zeitung-1931-Jg.-63-nr-289-768x271.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 704px) 100vw, 704px\" \/><p id=\"caption-attachment-62578\" class=\"wp-caption-text\">Zeitungsausschnitte: Schlesische Digitalbibliothek<\/p><\/div>\n<h2><strong>Linsengerichte in der Alltagsk\u00fcche<\/strong><\/h2>\n<p>Ein Blick in schlesische Zeitungen jener Zeit best\u00e4tigt die Popularit\u00e4t der Linse: So ver\u00f6ffentlichte der <em>Oberschlesische Wanderer<\/em> im Jahr 1935 eine Werbung von Maggi, in der ein Rezept f\u00fcr eine schnelle Linsensuppe mit knusprigen Croutons vorgestellt wurde \u2013 ideal f\u00fcr die Hausfrau von damals und in weniger als einer Stunde auf dem Tisch.<\/p>\n<div id=\"attachment_62577\" style=\"width: 481px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-62577\" class=\" wp-image-62577\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zrodlo-Slaska-Biblioteka-Cyfrowa-Der-Oberschlesische-Wanderer-1931-Jg.-104-Nr.-285.png\" alt=\"\" width=\"471\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zrodlo-Slaska-Biblioteka-Cyfrowa-Der-Oberschlesische-Wanderer-1931-Jg.-104-Nr.-285.png 683w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zrodlo-Slaska-Biblioteka-Cyfrowa-Der-Oberschlesische-Wanderer-1931-Jg.-104-Nr.-285-300x223.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 471px) 100vw, 471px\" \/><p id=\"caption-attachment-62577\" class=\"wp-caption-text\">Zeitungsausschnitte: Schlesische Digitalbibliothek<\/p><\/div>\n<h2><strong>Von der Bedeutung zur Renaissance<\/strong><\/h2>\n<p>Die Linse, einst ein in Schlesien und Deutschland weit verbreitetes und angebautes Grundnahrungsmittel, verlor im Laufe des 20. Jahrhunderts an Bedeutung in der traditionellen K\u00fcche. Doch in den letzten Jahren erlebt sie eine Renaissance \u2013 zu Recht. Im Internet sto\u00dfen wir auf zahlreiche \u00fcberlieferte &#8222;Oma-Rezepte&#8220;, die zeigen: Es lohnt sich, zur Linse zu greifen. Rote Linsen etwa lassen sich besonders schnell garen. Sie sind reich an B-Vitaminen, Eisen, Kalium, Zink und Mangan. Sie wirken blutdrucksenkend und tragen zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei.<\/p>\n<div id=\"attachment_62575\" style=\"width: 458px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-62575\" class=\" wp-image-62575\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/IMG_20250425_143200-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"448\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/IMG_20250425_143200-scaled-1.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/IMG_20250425_143200-scaled-1-300x300.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/IMG_20250425_143200-scaled-1-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/IMG_20250425_143200-scaled-1-150x150.jpg 150w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/IMG_20250425_143200-scaled-1-768x768.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/IMG_20250425_143200-scaled-1-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/IMG_20250425_143200-scaled-1-2048x2048.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 448px) 100vw, 448px\" \/><p id=\"caption-attachment-62575\" class=\"wp-caption-text\">Tolle Suppe f\u00fcr k\u00fchle Juniabende<br \/>Foto: Ma\u0142gorzata Janik<\/p><\/div>\n<h2><strong>Ein Hauch Luxus: Linsensuppe bei Kempinski<\/strong><\/h2>\n<p>Und zum Schluss noch ein kulinarischer Ausflug in die Geschichte der Linse \u2013 verbunden mit einem ber\u00fchmten Namen: Kempinski. Die heute international bekannte Marke nahm ihren Anfang in Breslau. 1862 er\u00f6ffneten die aus Gro\u00dfpolen stammenden Br\u00fcder Berthold und Moritz Kempinski am Markt, Haus Nr. 56, ihr erstes Lokal. Weinhandel verband sich dort mit einer Fr\u00fchst\u00fccksstube \u2013 ein geschicktes Konzept, das den Ausschank von Wein zu jeder Tageszeit erm\u00f6glichte. Ziel war jedoch auch eine gehobene K\u00fcche. Ihr Marketingkonzept \u201eLuxus f\u00fcr alle\u201c spiegelte sich in der Idee wider: eine halbe Portion f\u00fcr den halben Preis. Der <em>Oberschlesische Wanderer<\/em> ver\u00f6ffentlichte 1931 eine Kempinski-Anzeige mit einer umfangreichen Speisekarte \u2013 darunter: Linsensuppe mit Fasan!<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Das Geb\u00e4ude in der Ohlauerstra\u00dfe 79 existiert heute nicht mehr, und im Haus am Ring 56 befindet sich nun das Caf\u00e9 \u201eLiteratka\u201c. Doch die Erinnerung an eine edle \u2013 und doch einfach zuzubereitende \u2013 Linsensuppe lebt weiter.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<h2><strong>Herzhafte Linsensuppe mit Speck \u2013 w\u00e4rmend, w\u00fcrzig, wunderbar<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Zutaten:<\/strong><\/p>\n<p>1 Tasse rote Linsen \/ 1 EL \u00d6l \/ 1 Zwiebel \/ 1 M\u00f6hre \/ ein St\u00fcck Sellerie \/ 2 Kartoffeln \/ 1,5 Liter Wasser \/ 100\u202fg Speck \/ 1 EL Wei\u00dfweinessig \/ 1 Lorbeerblatt \/ ein paar Pimentk\u00f6rner \/ Petersilie \/ Salz, Pfeffer \/ 1 Prise Zucker \/ edels\u00fc\u00dfes Paprikapulver<\/p>\n<div id=\"attachment_62576\" style=\"width: 495px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-62576\" class=\" wp-image-62576\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/IMG_20250425_143236-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"485\" height=\"485\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/IMG_20250425_143236-scaled-1.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/IMG_20250425_143236-scaled-1-300x300.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/IMG_20250425_143236-scaled-1-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/IMG_20250425_143236-scaled-1-150x150.jpg 150w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/IMG_20250425_143236-scaled-1-768x768.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/IMG_20250425_143236-scaled-1-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/IMG_20250425_143236-scaled-1-2048x2048.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 485px) 100vw, 485px\" \/><p id=\"caption-attachment-62576\" class=\"wp-caption-text\">Mit Speck, M\u00f6hren und Petersilie verfeinert<br \/>Foto: Ma\u0142gorzata Janik<\/p><\/div>\n<p><strong>Zubereitung:<\/strong><\/p>\n<p>Die roten Linsen unter flie\u00dfendem Wasser gr\u00fcndlich absp\u00fclen. In einem gro\u00dfen Topf das \u00d6l erhitzen und den Speck darin anbraten, bis er leicht Farbe annimmt. Nun die fein gew\u00fcrfelte Zwiebel hinzuf\u00fcgen und glasig d\u00fcnsten. Nach etwa 2\u20133 Minuten kommen die gew\u00fcrfelte M\u00f6hre, Sellerie, Kartoffeln, das Lorbeerblatt und die Pimentk\u00f6rner dazu. Alles gemeinsam etwa 5 Minuten anschwitzen. Dann die Linsen einr\u00fchren, gut vermengen und mit dem Wasser aufgie\u00dfen. Zum Kochen bringen, anschlie\u00dfend bei geschlossenem Deckel etwa 15 Minuten k\u00f6cheln lassen. Lorbeerblatt und Piment entfernen. Mit Salz, Pfeffer, Paprika und einer Prise Zucker abschmecken. Ganz zum Schluss den Essig einr\u00fchren \u2013 er hebt den Geschmack und sorgt f\u00fcr eine feine S\u00e4ure.<br \/>\nDie Suppe hei\u00df servieren und mit frischer Petersilie bestreuen.<\/p>\n<p><strong>Tipp:<\/strong> Wer es cremiger mag, kann die Suppe mit einem Schuss Sahne verfeinern \u2013 ganz nach pers\u00f6nlichem Geschmack.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Linse in M\u00e4rchen und Geschichte Die Hauptrolle dieses schlesischen kulinarischen Streifzugs spielt heute die Linse. Es war genau diese H\u00fclsenfrucht, die Aschenputtel in manchen Versionen des M\u00e4rchens sorgsam aus der Asche las. Doch welche Bedeutung hatte die Linse einst in der schlesischen K\u00fcche? 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