{"id":71660,"date":"2025-06-23T12:00:49","date_gmt":"2025-06-23T10:00:49","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/gedenken-das-verbindet-2\/"},"modified":"2025-06-23T12:00:49","modified_gmt":"2025-06-23T10:00:49","slug":"gedenken-das-verbindet-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/gedenken-das-verbindet-2\/","title":{"rendered":"Gedenken, das verbindet"},"content":{"rendered":"<h2><strong>30 Jahre Erinnerung an die Opfer des Nachkriegslagers Zgoda in Schwientochlowitz<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Die deutsche Minderheit in der Woiwodschaft Schlesien gilt als eine der ersten Gemeinschaften, die das Gedenken an die Opfer der sogenannten \u201eOberschlesischen Trag\u00f6die\u201c \u00f6ffentlich gemacht hat. Seit nunmehr 30 Jahren wird in Schwientochlowitz derer gedacht, die im ber\u00fcchtigten Nachkriegslager Zgoda gelitten haben und ums Leben kamen.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Die ersten Gedenkfeiern fanden in den fr\u00fchen 1990er-Jahren noch ohne Genehmigung statt \u2013 beim symbolischen Kreuz auf dem Friedhof in Friedensh\u00fctte, nahe einer Massengrabst\u00e4tte der Lageropfer. Auf Initiative der Angeh\u00f6rigen und mit Unterst\u00fctzung des SKGD der Woiwodschaft Schlesien wurde dort ein Gedenkstein errichtet. Die feierliche Enth\u00fcllung dieses Denkmals erfolgte am 17. Juni 1995 \u2013 ein bedeutender Moment, der den Beginn der offiziellen Gedenkkultur markierte.<\/p>\n<div id=\"attachment_62831\" style=\"width: 553px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-62831\" class=\" wp-image-62831\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Zgoda-1.jpg\" alt=\"\" width=\"543\" height=\"362\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Zgoda-1.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Zgoda-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Zgoda-1-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Zgoda-1-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 543px) 100vw, 543px\" \/><p id=\"caption-attachment-62831\" class=\"wp-caption-text\">Archivfotos der ehemaligen Zgoda-Inhaftierten. Oben, von links: Gerhard Gruschka, Eric van Calstener, Gruppenfoto mit Blasius Hanczuch und J\u00f3zef Ma\u0142ek. Unten von links: Gilbert Cierpiol und Dorota Boreczek.<\/p><\/div>\n<h2><strong>Ein Ort der Trauer und der Mahnung<\/strong><\/h2>\n<p>Auch in diesem Jahr, am 15. Juni 2025, versammelten sich zahlreiche Menschen zu den nunmehr 30. Gedenkfeierlichkeiten. Den Auftakt bildete ein \u00f6kumenischer Gottesdienst in der evangelischen Johanneskirche in Schwientochlowitz \u2013 Ausdruck des interreligi\u00f6sen Charakters der Opfergruppen. Im Anschluss fand die zentrale Zeremonie an der Gedenkst\u00e4tte \u201eTor des Lagers Zgoda\u201c statt. Kr\u00e4nze, Blumen und Kerzen wurden niedergelegt. Neben Mitgliedern der deutschen Minderheit nahmen Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Kirche teil \u2013 viele davon seit Jahren eng mit dem Gedenken verbunden.<\/p>\n<div id=\"attachment_62832\" style=\"width: 662px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-62832\" class=\" wp-image-62832\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Zgoda-2.jpg\" alt=\"\" width=\"652\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Zgoda-2.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Zgoda-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Zgoda-2-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Zgoda-2-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 652px) 100vw, 652px\" \/><p id=\"caption-attachment-62832\" class=\"wp-caption-text\">Von links: SKGD-Vorstandmitglied Waldemar \u015awierczek, SKGD-Vorsitzender Martin Lippa und Piotr Daniel, SKGD-Vorstandsmitglied.<br \/>Foto: Mittendrin<\/p><\/div>\n<h2><strong>\u201eViele dieser Opfer haben das Kriegsende erlebt \u2013 aber keinen Frieden\u201c<\/strong><\/h2>\n<p>Bernard Gaida, Vorstandsmitglied des VdG und Pressesprecher der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM), hob in seiner Ansprache die Bedeutung transnationaler Erinnerung hervor:<\/p>\n<p>\u201eIn der AGDM haben wir eine Wanderausstellung \u00fcber alle 25 deutschen Minderheiten in Europa organisiert. Dort sieht man, dass das Schicksal der deutschen Bev\u00f6lkerung im und nach dem Jahr 1945 in Mitteleuropa \u00e4hnlich war: Vertreibungen, Arbeitslager, in Polen sind schon Autoren, die sich gewagt haben zu sagen, dass es Konzentrationslager f\u00fcr Deutsche waren \u2013 Deportationen in die UdSSR, Vergewaltigungen, Leid und Tod. [\u2026] Die meisten St\u00e4tten unseres Gedenkens haben bis heute keine Tafeln. Hier, an einem von den wenigen, im Vergleich mit dem Ausma\u00df des Nachkriegsterrors, rufe ich auf, an alle Opfer der Sieger zu gedenken, weil diese oft in der Geschichte verschwiegen wurden.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_62833\" style=\"width: 607px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-62833\" class=\" wp-image-62833\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Zgoda-3.jpg\" alt=\"\" width=\"597\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Zgoda-3.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Zgoda-3-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Zgoda-3-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Zgoda-3-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 597px) 100vw, 597px\" \/><p id=\"caption-attachment-62833\" class=\"wp-caption-text\">Von links: Martin Lippa, SKGD-Vorsitzender in der Woiwodschaft Schlesien, Agnieszka D\u0142ocik und Eugeniusz Nagel, die Vizevorsitzenden der Gesellschaft.<br \/>Foto: Mittendrin<\/p><\/div>\n<p>Gaida betonte auch die christliche Verpflichtung zur Vers\u00f6hnung: \u201eUnser Christentum verlangt, dass wir f\u00fcr alle beten und die Gedenkstunde zum Werkzeug des Friedens und der Eintracht und nicht der Spaltung machen.\u201c<\/p>\n<h2><strong>Ein Verm\u00e4chtnis f\u00fcr die n\u00e4chsten Generationen<\/strong><\/h2>\n<p>Auch Eugeniusz Nagel, stellvertretender Vorsitzender des SKGD in der Woiwodschaft Schlesien, sprach eindrucksvolle Worte zur Bedeutung dieses Erinnerungsortes: \u201eDieses furchtbare Lager hat \u00fcber 2.500 Menschenleben gefordert. Es waren Menschen verschiedenster Herkunft, Glaubensrichtungen und Nationalit\u00e4ten \u2013 doch vor allem einheimische Evangelische und Katholiken. Aus Anlass des 80. Jahrestags der Oberschlesischen Trag\u00f6die entstand daher die Idee, ein gemeinsames \u00f6kumenisches Gedenken zu veranstalten.\u201c<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Die diesj\u00e4hrigen Gedenkfeiern waren mehr als eine Wiederholung \u2013 sie waren ein kraftvolles Zeichen daf\u00fcr, dass das Erinnern lebt.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Nagel erinnerte daran, wie schnell die Zeit vergeht \u2013 und wie wichtig es ist, das Gedenken weiterzutragen: \u201e80 Jahre sind seit den tragischen Ereignissen vergangen \u2013 das ist eine lange Zeit. Nur noch wenige erinnern sich pers\u00f6nlich daran. Viele sind nicht mehr unter uns. Wir sind die Erben dieses Ged\u00e4chtnisses. Deshalb ist es unsere Pflicht, diese Erinnerung an die n\u00e4chsten Generationen weiterzugeben. Das sind wir den Opfern dieser Trag\u00f6die schuldig.\u201c<\/p>\n<h2><strong>Ein gemeinsames Gedenken \u2013 gegen das Vergessen<\/strong><\/h2>\n<p>Die diesj\u00e4hrigen Gedenkfeiern waren mehr als eine Wiederholung \u2013 sie waren ein kraftvolles Zeichen daf\u00fcr, dass das Erinnern lebt. In einer Zeit, in der die Zeitzeugen verschwinden und historische Narrative neu verhandelt werden, bleibt der Einsatz der deutschen Minderheit in Oberschlesien ein Beispiel f\u00fcr historisches Bewusstsein, das verbindet \u2013 \u00fcber Religionen, Sprachen und Grenzen hinweg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>30 Jahre Erinnerung an die Opfer des Nachkriegslagers Zgoda in Schwientochlowitz Die deutsche Minderheit in der Woiwodschaft Schlesien gilt als eine der ersten Gemeinschaften, die das Gedenken an die Opfer der sogenannten \u201eOberschlesischen Trag\u00f6die\u201c \u00f6ffentlich gemacht hat. 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