{"id":71658,"date":"2025-06-23T14:00:06","date_gmt":"2025-06-23T12:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/gedenkort-fur-polen-1939-1945\/"},"modified":"2025-06-23T14:00:06","modified_gmt":"2025-06-23T12:00:06","slug":"gedenkort-fur-polen-1939-1945","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/gedenkort-fur-polen-1939-1945\/","title":{"rendered":"Gedenkort f\u00fcr Polen 1939\u20131945"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Endlich da, doch nur provisorisch<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Mitten im politischen Herzen Berlins wurde am Montagvormittag, dem 16. Juni, ein symboltr\u00e4chtiger Ort der Erinnerung enth\u00fcllt: der provisorische Gedenkort f\u00fcr Polen 1939\u20131945, gelegen direkt gegen\u00fcber dem Bundestag an der historischen Stelle der Krolloper, in der Hitler den \u00dcberfall auf Polen bekannt gab. <\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Der Gedenkort soll nicht nur ein Symbol f\u00fcr Verantwortung sein \u2013 sondern ein Anfang f\u00fcr mehr Wissen, mehr Begegnung und ein neues Kapitel in der gemeinsamen Erinnerungskultur Deutschlands und Polens.<\/p>\n<h2><strong>Eine Idee mit langer Geschichte<\/strong><\/h2>\n<p>Die Idee, im Zentrum Berlins einen Gedenkort zu schaffen, ist in den letzten zehn bis zwanzig Jahren gereift \u2013 ausgel\u00f6st 2013 durch einen Appell von W\u0142adys\u0142aw Bartoszewski, dem polnischen Widerstandsk\u00e4mpfer und fr\u00fcheren Au\u00dfenminister. Erst durch einen \u00f6ffentlichen Aufruf von 200 Pers\u00f6nlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft kam Bewegung in die Diskussion. In dem Appell forderten sie den Bundestag auf, ein \u201eDenkmal f\u00fcr die polnischen Opfer der deutschen Besatzung 1939\u20131945\u201c zu errichten. Zu den Initiatoren geh\u00f6rten die fr\u00fcheren Bundestagspr\u00e4sidenten Rita S\u00fcssmuth und Wolfgang Thierse, Andreas Nachama von der Gedenkst\u00e4tte \u201eTopografie des Terrors\u201c, Dieter Bingen vom Deutschen Polen-Institut sowie Florian Mausbach, ehemaliger Pr\u00e4sident des Bundesamts f\u00fcr Bauwesen und Raumordnung.<\/p>\n<div id=\"attachment_62837\" style=\"width: 672px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-62837\" class=\" wp-image-62837\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Gedenkort-in-Berlin-2.jpg\" alt=\"\" width=\"662\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Gedenkort-in-Berlin-2.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Gedenkort-in-Berlin-2-300x176.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Gedenkort-in-Berlin-2-1024x601.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Gedenkort-in-Berlin-2-768x451.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 662px) 100vw, 662px\" \/><p id=\"caption-attachment-62837\" class=\"wp-caption-text\">Die Enth\u00fcllung versammelte zahlreiche Pers\u00f6nlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.<br \/>Foto: Andrea Polanski<\/p><\/div>\n<h2><strong>Zivilgesellschaftlicher Impuls mit politischer Unterst\u00fctzung<\/strong><\/h2>\n<p>2020 folgte ein Bundestagsbeschluss zur Errichtung eines Gedenk- und Bildungsortes. Der jetzt er\u00f6ffnete Gedenkort ist eine zivilgesellschaftliche Initiative, getragen vom Deutschen Polen-Institut und unterst\u00fctzt vom Berliner Senat. Er ist ein vorl\u00e4ufiges Zeichen, ein Platzhalter, bis in den kommenden Jahren ein finaler Erinnerungsort entsteht.<\/p>\n<h2><strong>Das gro\u00dfe Ziel: ein Deutsch-Polnisches Haus<\/strong><\/h2>\n<p>Das langfristige Ziel ist ambitioniert: ein Deutsch-Polnisches Haus mit drei S\u00e4ulen:<br \/>\n<strong>\u201eGedenken, Verstehen, Begegnen.\u201c<\/strong> Es soll ein Denkmal entstehen, ein Zeichen der Entschuldigung und des Schuldeingest\u00e4ndnisses. Zugleich wird es eine Ausstellung zur deutsch-polnischen Geschichte geben \u2013 mit Fokus auf den Zweiten Weltkrieg \u2013 und R\u00e4ume f\u00fcr Austausch, etwa f\u00fcr Jugendbegegnungen.<br \/>\n<strong>\u201eEin lebendiger Ort der Begegnung und des Lernens\u201c, erkl\u00e4rt Peter Oliver Loew, Direktor des Deutschen Polen-Instituts.<\/strong><\/p>\n<h2><strong>Br\u00fccken zwischen Gemeinschaften<\/strong><\/h2>\n<p>Ein wichtiges Anliegen ist dabei auch die Einbindung der polnischen Community in Deutschland und der deutschen Minderheit in Polen.<br \/>\n\u201eMinderheiten sind besonders berufen, Br\u00fccken zu schlagen\u201c, so Loew.<br \/>\n\u201eIch rufe alle auf, sich in dieses Projekt einzubringen, Ideen zu liefern und die Vision eines vereinigenden Ortes weiterzutragen.\u201c<\/p>\n<h2><strong>Warum dieser Gedenkort so wichtig ist<\/strong><\/h2>\n<p>Der neu entstandene Gedenkort ist historisch notwendig.<br \/>\n\u201eDie Geschichte beginnt im Zweiten Weltkrieg mit dem deutschen \u00dcberfall auf Polen und der deutschen Besatzung. Es hat in den Jahrzehnten daran gemangelt, daran zu erinnern, was f\u00fcr ein Leid der Krieg f\u00fcr die polnische Bev\u00f6lkerung dargestellt hat\u201c, stellt Loew fest.<\/p>\n<div id=\"attachment_62836\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-62836\" class=\" wp-image-62836\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Gedenkort-in-Berlin-1.jpg\" alt=\"\" width=\"490\" height=\"653\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Gedenkort-in-Berlin-1.jpg 960w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Gedenkort-in-Berlin-1-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Gedenkort-in-Berlin-1-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 490px) 100vw, 490px\" \/><p id=\"caption-attachment-62836\" class=\"wp-caption-text\">Der Gedenkort f\u00fcr Polen 1939\u20131945 befindet sich direkt neben dem Kanzleramt und gegen\u00fcber dem Bundestag.<br \/>Foto: Andrea Polanski<\/p><\/div>\n<h2><strong>Ein schlichter Ort mit gro\u00dfer Symbolkraft<\/strong><\/h2>\n<p>Am 16. Juni wurde der Gedenkort \u2013 ein schlichter Findling unter einem Wildapfelbaum mit einer bronzenen Erkl\u00e4rtafel \u2013 enth\u00fcllt. Bei der Veranstaltung waren zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft anwesend. Neben der polnischen Kulturministerin Hanna Wr\u00f3blewska und Kulturstaatsminister <strong>Wolfram Weimer<\/strong> nahmen auch Berlins Regierender B\u00fcrgermeister Kai Wegner und die Initiatoren des Projekts teil. Wr\u00f3blewska sprach von einem \u201eguten Zeichen\u201c in den deutsch-polnischen Beziehungen und deutete in ihrer Rede auf das Datum hin. Obwohl zuf\u00e4llig gew\u00e4hlt, war es der Vortag der Unterzeichnung des Vertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen \u00fcber gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>\u201eDie Geschichte beginnt im Zweiten Weltkrieg mit dem deutschen \u00dcberfall auf Polen und der deutschen Besatzung. Es hat in den Jahrzehnten daran gemangelt, daran zu erinnern, was f\u00fcr ein Leid der Krieg f\u00fcr die polnische Bev\u00f6lkerung dargestellt hat.\u201c<\/strong><\/span><br \/>\n<strong><span style=\"color: #ffcc00;\">\u2013 <em>Peter Oliver Loew, Direktor des Deutschen Polen-Instituts<\/em><\/span><\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<h2><strong>Kritik aus Polen \u2013 und die Antwort darauf<\/strong><\/h2>\n<p>Trotz der gehobenen Veranstaltung trifft die Initiative auf Kritik, vor allem aus Polen \u2013 \u201ees sei doch nur ein Stein\u201c, hei\u00dft es. Peter Oliver Loew begegnet der Kritik mit Verst\u00e4ndnis, aber auch mit klarer Perspektive:<\/p>\n<p>\u201eAlle Vertreter der deutschen Regierung haben betont, dass es einen finalen Gedenkort geben wird. Dazu braucht es jetzt politischen Mut, Initiative \u2013 und Geld.\u201c<\/p>\n<p>Er macht auch deutlich:<\/p>\n<p><strong>\u201eWenn das nicht bald entsteht, h\u00e4tten wir ein echtes Problem in den deutsch-polnischen Beziehungen. Deutschland muss sich seiner Verantwortung stellen.\u201c<\/strong><\/p>\n<h2><strong>Erinnern, Lernen, Verst\u00e4ndigen \u2013 und wie es weitergeht<\/strong><\/h2>\n<p>Wie es weitergeht, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass der Ort in Zukunft nicht nur an schwierige Kapitel der Geschichte erinnern, sondern auch Raum f\u00fcr Dialog und Verst\u00e4ndigung bieten soll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich da, doch nur provisorisch Mitten im politischen Herzen Berlins wurde am Montagvormittag, dem 16. Juni, ein symboltr\u00e4chtiger Ort der Erinnerung enth\u00fcllt: der provisorische Gedenkort f\u00fcr Polen 1939\u20131945, gelegen direkt gegen\u00fcber dem Bundestag an der historischen Stelle der Krolloper, in der Hitler den \u00dcberfall auf Polen bekannt gab.<\/p>\n","protected":false},"author":261,"featured_media":62837,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4232],"tags":[2221,2140,2384,2385,2386,2309],"redaktor":[],"class_list":["post-71658","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politik-de","tag-berlin","tag-bundesrepublik-deutschland","tag-deutsches-polen-institut","tag-gedenkort","tag-miejsce-pamieci","tag-zweiter-weltkrieg"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71658","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/261"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71658"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71658\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/62837"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71658"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71658"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71658"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=71658"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}