{"id":71542,"date":"2025-07-12T05:00:51","date_gmt":"2025-07-12T03:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/als-schlesien-europa-lehrte-2\/"},"modified":"2025-07-12T05:00:51","modified_gmt":"2025-07-12T03:00:51","slug":"als-schlesien-europa-lehrte-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/als-schlesien-europa-lehrte-2\/","title":{"rendered":"Als Schlesien Europa lehrte"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Oberschlesiens erste Universit\u00e4t<\/strong><\/h2>\n<p>Die erste Universit\u00e4t in Schlesien wurde in Breslau gegr\u00fcndet \u2013 es war die Academia Leopoldina, und die wundersch\u00f6ne Barockhalle der heutigen Universit\u00e4t zeugt noch heute von ihrer Bedeutung. Doch wie war es in Oberschlesien?<!--more--><\/p>\n<p>Der preu\u00dfische K\u00f6nig sah es ganz pragmatisch: Er brauchte eine Armee, eine Industrie, um sie auszur\u00fcsten, sowie gesunde Rekruten und Arbeiter. Au\u00dferdem waren hochwertige Nahrungsmittel f\u00fcr seine Untertanen n\u00f6tig, und daf\u00fcr schienen 120 Hektar Land unweit der Oder ideal. In der N\u00e4he befanden sich auch W\u00e4lder, in denen Schweine weiden konnten (ja, ja \u2013 Schweine weideten fr\u00fcher in W\u00e4ldern, wie heute in Spanien). Folglich gab es spezifische und pr\u00e4zise Empfehlungen f\u00fcr die \u00f6rtlichen Landbesitzer \u2013 und mehr. Das Ergebnis?<\/p>\n<h2><strong>Unter den Besten<\/strong><\/h2>\n<p>1847 wurde die K\u00f6nigliche Landwirtschaftsakademie in Proskau in einem Schloss gegr\u00fcndet, das nach den Zerst\u00f6rungen des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges wieder aufgebaut worden war. Sie war eine der besten landwirtschaftlichen Hochschulen Europas!<\/p>\n<div id=\"attachment_63579\" style=\"width: 540px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-63579\" class=\" wp-image-63579\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Landw._Akademie_Proskau-1.jpg\" alt=\"\" width=\"530\" height=\"397\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Landw._Akademie_Proskau-1.jpg 800w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Landw._Akademie_Proskau-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Landw._Akademie_Proskau-1-768x575.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 530px) 100vw, 530px\" \/><p id=\"caption-attachment-63579\" class=\"wp-caption-text\">Geb\u00e4ude der K\u00f6niglichen Landwirtschaftsakademie in Proskau<\/p><\/div>\n<p>Ihr erster Direktor war Ernst Heinrich \u2013 ein Jurist, Teilnehmer an den Befreiungskriegen von 1813\u20131815 und P\u00e4chter landwirtschaftlicher G\u00fcter. Ihm \u00fcbertrug der Innenminister die Aufgabe, auf den k\u00f6niglichen L\u00e4ndereien eine Schule und ein Forschungsinstitut einzurichten. Heinrich leitete die Akademie von 1847 bis zu seinem Tod im Jahr 1863.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger wurde sein Stellvertreter aus der Gr\u00fcndungszeit der Akademie, der Tierzuchtspezialist Hermann Settegast. Seine Interessen beschr\u00e4nkten sich nicht nur auf die praktische Landwirtschaft; er widmete sich auch intensiv der theoretischen landwirtschaftlichen Bildung. In den Jahren 1863 und 1874 ver\u00f6ffentlichte er bedeutende Studien auf diesem Gebiet. Im Jahr 1868 erschien sein Werk Die Thierzucht, das f\u00fcr die Entwicklung der Landwirtschaft von grundlegender Bedeutung war. Bis 1888 wurden f\u00fcnf Auflagen ver\u00f6ffentlicht \u2013 die letzte sogar im Jahr 2011!<\/p>\n<p>W\u00e4hrend seiner Amtszeit stieg die Zahl der Studenten stetig an: von 62 im ersten Jahr auf 72 und bis 1865 bereits auf 105.<\/p>\n<h2><strong>Unter Settegast und Stoll<\/strong><\/h2>\n<p>Im Jahr 1881 wurde die Landwirtschaftliche Akademie aufgel\u00f6st. Ihr wissenschaftliches Personal und ein Gro\u00dfteil ihrer Ausstattung wurden an die Universit\u00e4t Breslau sowie an die neu gegr\u00fcndete K\u00f6nigliche Landwirtschaftliche Akademie in Berlin verlegt, deren Rektor Hermann Settegast wurde.<\/p>\n<p>Eine weitere bedeutende Pers\u00f6nlichkeit sollte jedoch nicht unerw\u00e4hnt bleiben: Gustav Stoll, ein G\u00e4rtner aus Gro\u00dfpolen. Er lernte sein Handwerk in den k\u00f6niglichen G\u00e4rten in Charlottenburg, sammelte aber auch Erfahrungen in Frankreich und Italien. 1866 kehrte er in seine Heimat zur\u00fcck und wurde zwei Jahre sp\u00e4ter Direktor des neu gegr\u00fcndeten K\u00f6niglichen Pomologischen Instituts in Proskau.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>1847 wurde in Proskau die K\u00f6nigliche Landwirtschaftsakademie gegr\u00fcndet \u2013 eine der besten landwirtschaftlichen Hochschulen Europas!<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Zu seinen Aufgaben geh\u00f6rten die Akklimatisierung und Erforschung verschiedener Obstarten \u2013 von Beeren bis zu Obstb\u00e4umen. Stoll befasste sich auch mit der Entwicklung neuer Sorten, ihrer Lagerung und Verarbeitung. Zudem gr\u00fcndete er einen botanischen Garten mit wissenschaftlichem Charakter, in dem viele der damals gepflanzten B\u00e4ume noch heute \u2013 nach mehr als 150 Jahren \u2013 bewundert werden k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>Das Institut stand in engem wissenschaftlichen und publizistischen Austausch mit f\u00fchrenden Zentren in Europa und den USA.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Krzysztof Wysdak<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oberschlesiens erste Universit\u00e4t Die erste Universit\u00e4t in Schlesien wurde in Breslau gegr\u00fcndet \u2013 es war die Academia Leopoldina, und die wundersch\u00f6ne Barockhalle der heutigen Universit\u00e4t zeugt noch heute von ihrer Bedeutung. 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