{"id":71488,"date":"2025-07-21T17:00:06","date_gmt":"2025-07-21T15:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/eine-personliche-reise-zwischen-herkunft-identitat-und-engagement\/"},"modified":"2025-07-21T17:00:06","modified_gmt":"2025-07-21T15:00:06","slug":"eine-personliche-reise-zwischen-herkunft-identitat-und-engagement","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/eine-personliche-reise-zwischen-herkunft-identitat-und-engagement\/","title":{"rendered":"Eine pers\u00f6nliche Reise zwischen Herkunft, Identit\u00e4t und Engagement"},"content":{"rendered":"<h2><strong>\u00dcber Schlesien auf Social Media reden \u2013 f\u00fcr Alexandra Neumann mehr als ein Hobby<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Alexandra Neumann, auf Instagram unter @diese_neumannka bekannt, spricht auf ihrem Account offen \u00fcber ihre schlesische Identit\u00e4t, das Leben als Schlesierin in Deutschland und \u00fcber die deutsche Geschichte der Region. Andrea Polanski sprach mit ihr \u00fcber ihre Herkunft, ihren Weg nach Deutschland, ihre Identit\u00e4t zwischen Oberschlesien und Deutschland \u2013 und dar\u00fcber, warum sie das Thema Schlesien in die sozialen Medien tr\u00e4gt.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><strong>Du erz\u00e4hlst auf deinem Account viel \u00fcber Schlesien. Woher kommst du urspr\u00fcnglich?<\/strong><\/p>\n<p>Ich komme aus Oberschlesien, aus dem Industriegebiet. Hindenburg und Beuthen sind meine Heimatst\u00e4dte \u2013 Mikultsch\u00fctz war fr\u00fcher ein eigener Ort, heute ist es ein Stadtteil von Hindenburg. Meine Familie ist mit Mikultsch\u00fctz mindestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts verbunden. Als ich etwa drei Monate alt war, sind meine Eltern nach Beuthen gezogen. Dort bin ich dann aufgewachsen.<\/p>\n<div id=\"attachment_63893\" style=\"width: 434px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-63893\" class=\" wp-image-63893\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_6353.jpg\" alt=\"\" width=\"424\" height=\"565\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_6353.jpg 960w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_6353-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_6353-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 424px) 100vw, 424px\" \/><p id=\"caption-attachment-63893\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Privat<\/p><\/div>\n<p><strong>Wie kam es dazu, dass du nach Deutschland gegangen bist? Wohin bist du damals gezogen?<\/strong><\/p>\n<p>Als ich 30 war, habe ich jemanden kennengelernt. Kurz danach habe ich mich entschieden, nach Deutschland zu ziehen. Aber eigentlich war das schon immer mein Traum \u2013 ich wollte mein ganzes Leben nach Deutschland, war fasziniert, wenn meine Gro\u00dfeltern Deutsch sprachen. Ein gro\u00dfer Teil meiner Familie lebte dort. Ich f\u00fchlte mich mit Deutschland verbunden, bevor mir bewusst war, dass ich Deutsche bin. Nach meinem Studium war das Thema erstmal weg, weil mein damaliger Partner nicht auswandern wollte. Aber als ich wieder Single war, kam der Wunsch zur\u00fcck. Dann habe ich Thomas kennengelernt \u2013 er kommt auch aus Oberschlesien, lebte aber schon lange in D\u00fcsseldorf. Das hat die Entscheidung beschleunigt. Nach zwei Jahren sind wir aus D\u00fcsseldorf nach Duisburg gezogen und jetzt wohnen wir in Ratingen bei D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p><strong>Verstehst du dich heute als Deutsche, als Oberschlesierin \u2013 oder beides?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe fr\u00fch gemerkt, dass ich mich nicht polnisch f\u00fchle, auch wenn ich in Polen geboren bin und mit der Sprache gro\u00df geworden bin. Die deutsche Geschichte meiner Familie war immer sehr stark pr\u00e4sent. Ich f\u00fchlte mich nie als Polin, sondern immer mehr als Deutsche. Oberschlesierin ist f\u00fcr mich die regionale Identit\u00e4t, Deutsche das gro\u00dfe Ganze \u2013 ich trenne das nicht. Im Ausweis kann man Oberschlesierin ja nicht angeben, aber so f\u00fchle ich mich.<\/p>\n<p><strong>Und wo f\u00fchlst du dich heute mehr zu Hause \u2013 in Deutschland oder in Oberschlesien?<\/strong><\/p>\n<p>Oberschlesien wird immer meine Heimat bleiben. Ich liebe es und fahre gerne dort hin. Aber nach zehn Tagen vermisse ich mein Zuhause in Deutschland. Ich f\u00fchle mich hier sehr wohl. Ich habe mein ganzes Leben davon getr\u00e4umt, in Deutschland zu leben \u2013 und bin nicht entt\u00e4uscht worden.<\/p>\n<p><strong>Wie bist du darauf gekommen, auf Instagram \u00fcber deine schlesische Herkunft zu sprechen? Das ist ja eher eine Nische.<\/strong><\/p>\n<p>Das war ein langer Prozess. Ich hatte schon vor Jahren das Bed\u00fcrfnis, dar\u00fcber zu schreiben \u2013 erst auf einem Blog, aber da ging es eher um Lifestyle. Das Thema Schlesien oder deutsche Identit\u00e4t habe ich da nie behandelt. Auf einem Kongress in Polen habe ich mit Freundinnen dar\u00fcber gesprochen. Die eine sagte: \u201eDu musst dar\u00fcber erz\u00e4hlen \u2013 ich wei\u00df gar nichts \u00fcber Schlesien.\u201c Das hat mir Mut gemacht. Trotzdem hat es zwei Jahre gedauert, bis ich den ersten Beitrag gepostet habe. Ich musste mir erst selbst einige Fragen beantworten und mich innerlich wappnen gegen Vorw\u00fcrfe oder Hasskommentare. In meinem Umfeld hat sich daf\u00fcr niemand interessiert \u2013 au\u00dfer meinem Mann. Auf Instagram habe ich dann gemerkt: Es gibt viele Menschen, die sich angesprochen f\u00fchlen. Die Resonanz war gro\u00df \u2013 viel positiv, aber auch negativ.<\/p>\n<p><strong>Wie ist es heute \u2013 \u00fcberwiegen positive oder negative Reaktionen?<\/strong><\/p>\n<p>Definitiv mehr positive \u2013 vor allem auf Instagram. Ich w\u00fcrde sch\u00e4tzen: 80 bis 90 Prozent positiv. Auf Facebook ist es etwas gemischter, da ist die Social-Media-Kultur auch anders.<\/p>\n<div id=\"attachment_63892\" style=\"width: 429px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-63892\" class=\" wp-image-63892\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_6293-e1753086485475-1.jpg\" alt=\"\" width=\"419\" height=\"559\" \/><p id=\"caption-attachment-63892\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Privat<\/p><\/div>\n<p><strong>Erreichst du eher Menschen aus Polen oder aus Deutschland?<\/strong><\/p>\n<p>Etwa 50-50. Viele meiner Follower aus Deutschland sind selbst Polen oder Schlesier, die schon lange hier leben. Ich bekomme auch oft Nachrichten wie: \u201eMeine Oma kam aus Schlesien \u2013 sch\u00f6n, dass du dar\u00fcber erz\u00e4hlst.\u201c<\/p>\n<p><strong>Hast du Kontakte zu anderen Schlesiern?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, ich bin regelm\u00e4\u00dfig im Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen, das ist ganz in der N\u00e4he. Ich unterst\u00fctze das Museum, teile ihre Beitr\u00e4ge und weise auf Workshops hin. Das ist mein kleines schlesisches Zuhause hier.<\/p>\n<p><strong>Hast du auch Kontakt zur deutschen Minderheit in Polen oder hattest du Kontakt, als du noch in Beuthen gelebt hast?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, genau. Als ich noch in Beuthen gelebt habe, hatte ich Kontakt zur deutschen Minderheit. Ich war Mitglied beim DFK in Hindenburg, beziehungsweise in Mikultsch\u00fctz, weil meine Oma Adelheid Sklepinski dort Vorsitzende war. Sie war von Anfang an sehr engagiert \u2013 eine Frau der ersten Stunde, wie man so sagt. Ich bin dadurch da hineingewachsen: Ich habe Deutsch gelernt und bei verschiedenen Veranstaltungen deutsche Lieder gesungen, als ich noch Teenager war. Das ging so bis ich zum Studium nach Tschenstochau umgezogen bin. Jetzt, wo ich in Deutschland lebe, bin ich nicht mehr aktiv als Mitglied. Aber ich unterst\u00fctze die deutsche Minderheit weiterhin, zum Beispiel indem ich ihre Auftritte auf Instagram like oder Beitr\u00e4ge weiterteile, damit mehr Leute sehen, was die deutsche Minderheit macht. Ich lese auch das Wochenblatt, schaue das Schlesien Journal und h\u00f6re inzwischen gerne ihre Podcasts.<\/p>\n<p><strong>Abschlie\u00dfend, wenn du an Schlesien denkst: Was ist f\u00fcr dich das Sch\u00f6nste oder Wichtigste, das du an die n\u00e4chste Generation weitergeben m\u00f6chtest?<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist das Sch\u00f6nste an Schlesien die Landschaft und die historischen St\u00e4dte, auch die Menschen mit ihrer Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Und nat\u00fcrlich das Essen: Ich liebe die schlesische K\u00fcche.<br \/>\nAber das Wichtigste, was ich weitergeben m\u00f6chte, ist das kulturelle Erbe.<br \/>\nVor allem das deutsche Kulturerbe in Schlesien darf nicht in Vergessenheit geraten.<br \/>\nEs geh\u00f6rt genauso zu unserer Geschichte wie das Polnische. Die Vergangenheit war kompliziert \u2013 aber gerade deshalb ist es so wichtig, sie zu verstehen, zu bewahren und zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-63894\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/QR-Code-Inluenza.jpeg\" alt=\"\" width=\"327\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/QR-Code-Inluenza.jpeg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/QR-Code-Inluenza-300x300.jpeg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/QR-Code-Inluenza-150x150.jpeg 150w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/QR-Code-Inluenza-768x768.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 327px) 100vw, 327px\" \/><\/p>\n<p>Der Instagram-Account von Alexandra Neumann: @diese_neumannka<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber Schlesien auf Social Media reden \u2013 f\u00fcr Alexandra Neumann mehr als ein Hobby Alexandra Neumann, auf Instagram unter @diese_neumannka bekannt, spricht auf ihrem Account offen \u00fcber ihre schlesische Identit\u00e4t, das Leben als Schlesierin in Deutschland und \u00fcber die deutsche Geschichte der Region. 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