{"id":71238,"date":"2026-02-08T07:30:00","date_gmt":"2026-02-08T06:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=71238"},"modified":"2026-03-25T20:14:06","modified_gmt":"2026-03-25T19:14:06","slug":"eine-stadt-von-immenser-bedeutung-fuer-schlesien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/eine-stadt-von-immenser-bedeutung-fuer-schlesien\/","title":{"rendered":"Eine Stadt von immenser Bedeutung f\u00fcr Schlesien"},"content":{"rendered":"<h1>Ich lade Sie nach Trentschin ein!<\/h1>\n<p><strong>Ich empfehle Ihnen keinen All-inclusive-Urlaub in der T\u00fcrkei, sondern eine Reise zu einem Ort von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr die schlesische Geschichte: Trentschin (Tren\u010d\u00edn). Die Stadt wird Europas Kulturhauptstadt sein und beginnt \u2013 wie in der Slowakei \u00fcblich \u2013 am 13. Februar mit einem Paukenschlag. Trentschin ist eine kleine Stadt an der Autobahn nach Ungarn, irgendwo zwischen Krakau, Wien und Pressburg (Bratislava). Eine kleine Stadt, aber von immenser Bedeutung f\u00fcr Schlesien.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nach der Schlacht bei Liegnitz im Jahr 1241 und dem Tod des schlesischen Herzogs Heinrich II<strong>. <\/strong>der Fromme, des Sohnes der heiligen Hedwig von Andechs (von Meranien), ereignete sich viel in Europa. Die Tataren kehrten fast bis nach Peking zur\u00fcck, und das verw\u00fcstete Schlesien erholte sich nur langsam. Angeblich lebten in der gesamten Region nur noch 15.000 Einwohner \u2013 eine sehr geringe Zahl, selbst f\u00fcr mittelalterliche Verh\u00e4ltnisse. Die schlesischen Herz\u00f6ge brauchten Steuern sowie talentierte und kreative Einwohner. Deshalb holten sie Fachkr\u00e4fte, Handwerker und Bauern aus den \u00fcberbev\u00f6lkerten deutschen F\u00fcrstent\u00fcmern.<\/p>\n<div id=\"attachment_71241\" style=\"width: 773px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-71241\" class=\" wp-image-71241\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_4597-225x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"763\" height=\"1017\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_4597-225x300.jpeg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_4597-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_4597-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_4597-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_4597-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 763px) 100vw, 763px\" \/><p id=\"caption-attachment-71241\" class=\"wp-caption-text\">Die Burg Trentschin stand \u00fcber viele Jahrhunderte hinweg an der nordwestlichen Grenze der ungarischen Krone und bewachte zugleich eine der beiden wichtigsten Stra\u00dfen, die von Ungarn nach Norden f\u00fchrten \u2013 jene, die das Waagtal nach Polen und in das Schlesien hinaufzog.<br \/>Foto: K. Wysdak<\/p><\/div>\n<p>Sie brachten die f\u00fcr Schlesien so wichtigen F\u00e4higkeiten und neue Formen der Gemeinschaftsorganisation mit. Diese urspr\u00fcnglich aus Deutschland stammenden Strukturen organisierten das Leben au\u00dferhalb der D\u00f6rfer und schufen ein Netz starker famili\u00e4rer und organisatorischer Bindungen. Dazu geh\u00f6rte das Magdeburger Stadtrecht, das den Einwohnern zahlreiche Rechte einr\u00e4umte und als erster Versuch einer Demokratie in Europa au\u00dferhalb des antiken Griechenlands gilt. Mit seinem schriftlich fixierten und geregelten Recht sowie einer Berufungsinstanz zur Beilegung von Streitigkeiten in Magdeburg entstand auch eine schlesische Form der Demokratie \u2013 das Neumarkter Recht. Eine weitere Neuerung waren die Z\u00fcnfte, die nicht nur das Monopol auf Dienstleistungen und die Produktion komplexerer G\u00fcter sicherten, sondern auch das Niveau der Berufsausbildung und die Qualit\u00e4t der gelieferten Waren gew\u00e4hrleisteten. Eine Produzentenorganisation, die sich um ihre Kunden k\u00fcmmerte. Damals.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Am 10. Januar 1289 kam es in Prag zu einem Ereignis, das das Machtgleichgewicht in Schlesien dauerhaft ver\u00e4nderte.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>So war es beim einfachen Volk \u2013 und wie sah es oben aus? Boleslaus III. der Schiefmund teilte das damalige Polen unter seinen S\u00f6hnen auf, die es sp\u00e4ter wiederum unter ihren Nachkommen aufteilten. Zwar ernannte er den Herzog von Krakau zum Senior, doch wie so oft weigerten sich seine Br\u00fcder, auf ihn zu h\u00f6ren. Und sie hatten S\u00f6hne, denen sie jeweils einen Teil ihres Herrschaftsgebiets zusprachen. Die Folge war eine zunehmende Kleinstaaterei.<\/p>\n<p>Irgendwann beschloss K\u00f6nig Wenzel II. von B\u00f6hmen, die instabile Lage in den polnischen Gebieten auszunutzen, und erschien mit einem starken Heer in Polen, um die Kontrolle zu erlangen. Am 1. September 1291 gew\u00e4hrte Wenzel II. dem kleinpolnischen Adel ein Privileg, das darauf abzielte, alte und bew\u00e4hrte Gesetze, Gebr\u00e4uche und Freiheiten zu bewahren. Er garantierte unter anderem, dass die Ritter nach altem Brauch bezahlt w\u00fcrden und keine neuen Steuern erhoben w\u00fcrden. Dies war das erste Privileg dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung im Land und erm\u00f6glichte die Kr\u00f6nung Wenzels II. zum K\u00f6nig von Polen. Er bekleidete dieses Amt von 1300 bis 1305.<\/p>\n<div id=\"attachment_71244\" style=\"width: 632px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-71244\" class=\" wp-image-71244\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_4595-1-225x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"622\" height=\"829\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_4595-1-225x300.jpeg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_4595-1-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_4595-1-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_4595-1-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_4595-1-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 622px) 100vw, 622px\" \/><p id=\"caption-attachment-71244\" class=\"wp-caption-text\">Trentschin (Tren\u010d\u00edn) wird 2026 Europas Kulturhauptstadt sein.<br \/>Foto: K. Wysdak<\/p><\/div>\n<p>Zuvor, am 10. Januar 1289, kam es in Prag zu einem Ereignis, das das Machtgleichgewicht in Schlesien nachhaltig ver\u00e4nderte. Kasimir II., Herzog von Beuthen, war der erste aus dem Geschlecht der schlesischen Piasten, der Wenzel II. huldigte. Diese Geste, formal feudal, aber mit weitreichenden politischen Folgen, er\u00f6ffnete ein neues Kapitel in den Beziehungen Schlesiens zur B\u00f6hmischen Krone. In der Folge erkannten auch die Herz\u00f6ge von Oppeln, Ratibor und Teschen ihre Lehnsabh\u00e4ngigkeit von Prag an. So gingen die einzelnen schlesischen Herzogt\u00fcmer nacheinander in die H\u00e4nde des b\u00f6hmischen K\u00f6nigs \u00fcber.<\/p>\n<p>1327 erkannte der gr\u00f6\u00dfte Teil Schlesiens, unter Beibehaltung seiner inneren Struktur und Autorit\u00e4t, den b\u00f6hmischen K\u00f6nig als seinen Oberherrn an. Und so gelangen wir nach Trentschin in der heutigen Slowakei, damals in Oberungarn, wo 1335 im Schloss des ungarischen K\u00f6nigs Karl Robert ein Abkommen zwischen den Vertretern des polnischen K\u00f6nigs Kasimir des Gro\u00dfen und des b\u00f6hmischen K\u00f6nigs Johann von Luxemburg sowie dessen Sohn Karl ausgehandelt wurde. In diesem Abkommen verzichtete der b\u00f6hmische K\u00f6nig auf den Titel des K\u00f6nigs von Polen, w\u00e4hrend der polnische K\u00f6nig Schlesien abtrat, das bereits seit Jahren de facto unter b\u00f6hmischer Herrschaft stand, da die schlesischen Herz\u00f6ge ohne Kriege die Autorit\u00e4t des b\u00f6hmischen K\u00f6nigs anerkannt hatten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich lade Sie nach Trentschin ein! Ich empfehle Ihnen keinen All-inclusive-Urlaub in der T\u00fcrkei, sondern eine Reise zu einem Ort von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr die schlesische Geschichte: Trentschin (Tren\u010d\u00edn). 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