{"id":71074,"date":"2025-08-07T17:00:43","date_gmt":"2025-08-07T15:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/ein-freiwilliges-jahr-in-der-heimat-der-familie-2\/"},"modified":"2025-08-07T17:00:43","modified_gmt":"2025-08-07T15:00:43","slug":"ein-freiwilliges-jahr-in-der-heimat-der-familie-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/ein-freiwilliges-jahr-in-der-heimat-der-familie-2\/","title":{"rendered":"Ein Freiwilliges Jahr in der Heimat der Familie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der 20-j\u00e4hrige Jakob H\u00f6ning aus Rheinland-Pfalz hat sich nach seinem Abitur dazu entschlossen, einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) an der Grundschule in Raschau in Oberschlesien zu leisten. Zuf\u00e4lligerweise hat auch er schlesische Wurzeln. In einem Interview mit Arminius Ezer sprach er \u00fcber seine Beweggr\u00fcnde, Ziele und sch\u00f6ne Erlebnisse.<\/strong><!--more--><\/p>\n<h3><strong>Warum hast du dich f\u00fcr ein IJFD an der Grundschule in Raschau\/Raszowa entschieden?<\/strong><\/h3>\n<p>Dass es letztlich Raschau geworden ist, war eher ein Zufall. Ich wollte einfach einen Freiwilligendienst an einer Grundschule im Ausland machen, weil ich sp\u00e4ter Lehramt studieren m\u00f6chte. Die Grundschule in Raschau wurde mir von jemandem empfohlen, den ich kenne, und ich fand es interessant, dass dort nach der Montessori-P\u00e4dagogik unterrichtet wird und ich Erfahrungen mit Zweisprachigkeit sammeln kann. Spannend war auch, dass die Grundschule dort bis zur achten Klasse geht \u2013 in Deutschland ist ja in der Regel nach der vierten Klasse Schluss. Diese breitere Erfahrung ist f\u00fcr mich hilfreich, weil ich sp\u00e4ter auch an weiterf\u00fchrenden Schulen unterrichten m\u00f6chte.<\/p>\n<div id=\"attachment_64214\" style=\"width: 559px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64214\" class=\" wp-image-64214\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Jakob-Hoening-2_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"549\" height=\"566\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Jakob-Hoening-2_Easy-Resize.com_.jpg 1243w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Jakob-Hoening-2_Easy-Resize.com_-291x300.jpg 291w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Jakob-Hoening-2_Easy-Resize.com_-994x1024.jpg 994w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Jakob-Hoening-2_Easy-Resize.com_-768x791.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 549px) 100vw, 549px\" \/><p id=\"caption-attachment-64214\" class=\"wp-caption-text\">(r.) Jakob H\u00f6ning bei seiner T\u00e4tigkeit in der Grundschule<br \/>Foto: Pro Liberis Sielesiae<\/p><\/div>\n<p>Meine Polnischkenntnisse sind nicht besonders gut \u2013 ich spreche nur wenig Polnisch, da ich mit den Sch\u00fclern fast ausschlie\u00dflich Deutsch spreche.<\/p>\n<p>Ich bin haupts\u00e4chlich im Deutschunterricht eingebunden und helfe dort. Gerade dadurch habe ich aber auch erlebt, wie es ist, im Ausland zu leben \u2013 das ist eine sch\u00f6ne Erfahrung. Je nachdem, in welchem Land und in welcher Situation man ist, ist das nat\u00fcrlich unterschiedlich. Ich war hier haupts\u00e4chlich mit Menschen aus der deutschen Minderheit umgeben.<\/p>\n<h3><strong>Hast du Verwandtschaft aus der Region Oberschlesien?<\/strong><\/h3>\n<p>Ja, das stimmt. Meine Uroma Dorothea wurde 1928 in Schlesien geboren. Sie und ihre Familie sind 1957 nach Deutschland ausgewandert. Jetzt, nachdem ich ein ganzes Schuljahr hier gelebt habe, empfinde ich die Region als einen sehr sch\u00f6nen Ort zum Leben. Ich plane zwar nicht, langfristig hierher zur\u00fcckzukehren, aber f\u00fcr die Zeit meines Aufenthalts war es wirklich sch\u00f6n. Und ich wurde \u2013 auch wenn ich als \u201eAusl\u00e4nder\u201c hierhergekommen bin \u2013 sehr gut aufgenommen.<\/p>\n<p>Ich habe auch eine entfernte Verwandte in Steinau (\u015acinawa Ma\u0142a), zwischen Neustadt (Prudnik) und Nei\u00dfe (Nysa), besucht. Das war ebenfalls ein sch\u00f6nes Erlebnis. Sie ist wahrscheinlich eine der letzten wirklich in Schlesien geborenen Deutschen, die noch hier leben \u2013 also aus der Zeit, bevor das Gebiet polnisch wurde. Sie meinte einmal, dass sie wohl die letzte \u201edeutschgeborene\u201c Person dort sei.<\/p>\n<p>Ich habe nun einen st\u00e4rkeren Bezug zur Region Schlesien, weil ich hier gelebt habe. Gleichzeitig bin ich aber nat\u00fcrlich kein Pole. Ich merke schon, dass ich ein Ausl\u00e4nder bin. Dennoch habe ich durch meine schlesischen Wurzeln \u2013 ich bin ja auch irgendwie Schlesier \u2013 eine Verbindung zur Region.<\/p>\n<h3><strong>Was gef\u00e4llt dir am meisten an der Region?<\/strong><\/h3>\n<p>Das ist vielleicht nicht nur in Schlesien so, aber ich finde, die St\u00e4dte hier sind sch\u00f6ner als in Deutschland. Wenn ich Oppeln mit Kaiserslautern vergleiche, sieht Oppeln mit seinem alten Baustil einfach sch\u00f6ner aus. Nat\u00fcrlich gibt es solche Orte auch in Deutschland, aber in Polen ist dieser Stil in den St\u00e4dten h\u00e4ufiger erhalten geblieben.<\/p>\n<div id=\"attachment_64213\" style=\"width: 720px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64213\" class=\" wp-image-64213\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Jakob-Hoening-1_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"710\" height=\"532\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Jakob-Hoening-1_Easy-Resize.com_.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Jakob-Hoening-1_Easy-Resize.com_-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Jakob-Hoening-1_Easy-Resize.com_-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Jakob-Hoening-1_Easy-Resize.com_-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px\" \/><p id=\"caption-attachment-64213\" class=\"wp-caption-text\">Jakob H\u00f6ning (letzte Reihe links) mit einer Klasse der Grundschule Raschau<br \/>Foto: Pro Liberis Sielesiae<\/p><\/div>\n<p>Ich finde auch die Geschichte spannend \u2013 sie betrifft mich ja pers\u00f6nlich, weil meine Familie aus dieser Region stammt und vertrieben wurde. Es ist sch\u00f6n zu sehen, dass die deutsche Minderheit heute wieder im Einklang mit der polnischen Gesellschaft leben kann.<\/p>\n<h3><strong>Wie gef\u00e4llt dir deine Arbeit an der Grundschule Raschau?<\/strong><\/h3>\n<p>Sie gef\u00e4llt mir sehr gut! Ich bin gerne im Deutschunterricht dabei und unterst\u00fctze die Sch\u00fcler bei ihren Aufgaben \u2013 auch in anderen F\u00e4chern. In Informatik habe ich zum Beispiel hin und wieder Unterricht gehalten, ebenso in Englisch.<\/p>\n<p>Gerade in Informatik war es spannend, einmal eine Stunde \u00fcber Webentwicklung, Spieleentwicklung oder Programmierung zu gestalten. Auch im Fach Geschichte hatten wir einige interessante Stunden \u00fcber die schlesische Geschichte und die Familiengeschichten der deutschen Minderheit. Einmal hat der Gro\u00dfvater einer Sch\u00fclerin erz\u00e4hlt, warum ihre Familie deutsch-schlesisch ist und weshalb sie geblieben sind.<\/p>\n<h3><strong>Was hast du nach deinem FSJ vor?<\/strong><\/h3>\n<p>Ich plane, Lehramt zu studieren. Da mir der Deutschunterricht hier sehr gefallen hat, m\u00f6chte ich in Deutschland Lehrer werden, am liebsten im Fremdsprachenbereich. Deshalb werde ich Englisch und als zweites Fach Informatik w\u00e4hlen. Ich sch\u00e4tze, das ist keine ganz gew\u00f6hnliche Kombination \u2013 obwohl es gut w\u00e4re, wenn sich mehr Leute daf\u00fcr entscheiden w\u00fcrden, da Informatik in Deutschland jetzt Pflichtfach wird.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich war dieses Jahr ein wertvoller Einblick \u2013 auch, um mehr \u00fcber die Region zu erfahren, aus der ein Teil meiner Familie, insbesondere meine Oma und meine Uroma, stammt. Aber da meine ganze Familie heute in Deutschland lebt, ist das f\u00fcr mich mein Zuhause \u2013 meine Heimat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 20-j\u00e4hrige Jakob H\u00f6ning aus Rheinland-Pfalz hat sich nach seinem Abitur dazu entschlossen, einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) an der Grundschule in Raschau in Oberschlesien zu leisten. Zuf\u00e4lligerweise hat auch er schlesische Wurzeln. 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