{"id":71061,"date":"2025-08-09T13:00:17","date_gmt":"2025-08-09T11:00:17","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/abkommen-zwischen-der-europaischen-union-und-den-usa\/"},"modified":"2025-08-09T13:00:17","modified_gmt":"2025-08-09T11:00:17","slug":"abkommen-zwischen-der-europaischen-union-und-den-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/abkommen-zwischen-der-europaischen-union-und-den-usa\/","title":{"rendered":"Abkommen zwischen der Europ\u00e4ischen Union und den USA"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Nicht alle sind zufrieden<\/strong><\/h2>\n<p><strong>\u201eDas ist das beste Abkommen, das wir erzielen konnten. Wir haben die Verhandlungen mit einer Obergrenze von 30 Prozent Z\u00f6llen begonnen und sind bei 15 Prozent gelandet\u201c, sagte EU-Handelskommissar Maro\u0161 \u0160ef\u010dovi\u010d nach dem Treffen zwischen der Europ\u00e4ischen Union und den Vereinigten Staaten in Schottland, wo das Handelsabkommen ausgehandelt wurde.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>\u201eKonkret bedeutet dies, dass f\u00fcr den Gro\u00dfteil der Exporte aus der Europ\u00e4ischen Union in die USA ein einheitlicher Zollsatz von 15 Prozent gelten wird. Au\u00dferdem sind 750 Milliarden Dollar f\u00fcr strategische Eink\u00e4ufe der EU in den USA und weitere 600 Milliarden Dollar f\u00fcr private Investitionen europ\u00e4ischer Unternehmen in die US-Wirtschaft vorgesehen\u201c, rechnete Maro\u0161 \u0160ef\u010dovi\u010d in Br\u00fcssel vor. Er wies auch darauf hin, dass europ\u00e4ische Unternehmen Br\u00fcssel \u201edeutlich gesagt\u201c h\u00e4tten, dass eine Eskalation des Konflikts vermieden und eine L\u00f6sung angestrebt werden m\u00fcsse, die schnelle Abhilfe schaffe. Der Kommissar betonte auch, dass ein Wirtschaftskrieg zwischen der EU und den USA den Handelsaustausch zum Erliegen bringen und Millionen von Arbeitspl\u00e4tzen gef\u00e4hrden w\u00fcrde.<\/p>\n<h2><strong>Wem scheint die Sonne?<\/strong><\/h2>\n<p>Deshalb spricht die Europ\u00e4ische Kommission von einem Durchbruch und der US-Pr\u00e4sident \u2013 in seiner typischen Art \u2013 von einem Sieg. Der Satz von 15 Prozent wird unter anderem f\u00fcr die Automobilbranche, Halbleiter und Pharmazeutika gelten, aber das Abkommen sieht auch die Abschaffung von Z\u00f6llen auf bestimmte Waren und eine Ausweitung des Handels vor, was im Interesse beider Seiten liegt. In dieser Situation k\u00f6nnen sich die Luftfahrtindustrie, die Hersteller von Chemikalien, Generika, bestimmten landwirtschaftlichen Erzeugnissen sowie kritischen Rohstoffen und nat\u00fcrlichen Ressourcen freuen. Die Liste dieser Produkte ist offen und kann sich \u00e4ndern.<\/p>\n<div id=\"attachment_64415\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64415\" class=\" wp-image-64415\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Meeting_between_Ursula_von_der_Leyen_President_of_the_EC_and_Donald_Trump_President_of_the_United_States_-_2025_2.jpg\" alt=\"\" width=\"540\" height=\"360\" \/><p id=\"caption-attachment-64415\" class=\"wp-caption-text\">Die Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommission, Ursula von der Leyen, und US-Pr\u00e4sident Donald Trump.<br \/>Foto: European Union \/ Wikipedia<\/p><\/div>\n<p>Kommissar Maro\u0161 \u0160ef\u010dovi\u010d erw\u00e4hnte auch die sogenannte Metallallianz \u2013 dabei handelt es sich um gemeinsame Ma\u00dfnahmen in den Bereichen Stahl, Aluminium, Kupfer und deren Derivate. Die Europ\u00e4ische Kommission unterstreicht in der mit den USA geschlossenen Vereinbarung, dass das Ziel der europ\u00e4isch-amerikanischen Zusammenarbeit darin besteht, eine Schutzbarriere um beide Volkswirtschaften zu schaffen. Es ist hervorzuheben, dass sich auch die europ\u00e4ischen Automobilhersteller in gewisser Weise freuen k\u00f6nnen: \u201eWir senken die Z\u00f6lle f\u00fcr Autos von 27,5 Prozent auf 15 Prozent. Dadurch k\u00f6nnen unsere Hersteller ihre Exporte in die USA ausweiten\u201c, betonte \u0160ef\u010dovi\u010d. Dar\u00fcber hinaus sieht das betreffende Abkommen auch strategische Energiek\u00e4ufe vor&#8230;<\/p>\n<h2><strong>Das Bed\u00fcrfnis nach Erfolg<\/strong><\/h2>\n<p>Wir sprechen hier nicht nur von Fl\u00fcssiggas, sondern auch von Erd\u00f6l und dem sowohl heute als auch in Zukunft dringend ben\u00f6tigten Kernbrennstoff f\u00fcr Kernkraftwerke in Europa. Zwei Mal wurde w\u00e4hrend der Konferenz eine Renaissance der Kernenergie in der Europ\u00e4ischen Union erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist auch, dass amerikanische Technologieunternehmen von den Eink\u00e4ufen der EU profitieren k\u00f6nnen. \u201eKI-Chips werden dazu beitragen, unsere KI-Gigafabriken mit Energie zu versorgen und den technologischen Vorsprung der USA zu sichern\u201c, hei\u00dft es in einer Erkl\u00e4rung der Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommission, Ursula von der Leyen.<\/p>\n<div id=\"attachment_64416\" style=\"width: 543px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64416\" class=\" wp-image-64416\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Donald_Trump_meets_the_President_of_the_European_Commission_Ursula_von_der_Leyen_in_Scotland_Friday_July_27_2025_cropped.jpg\" alt=\"\" width=\"533\" height=\"708\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Donald_Trump_meets_the_President_of_the_European_Commission_Ursula_von_der_Leyen_in_Scotland_Friday_July_27_2025_cropped.jpg 800w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Donald_Trump_meets_the_President_of_the_European_Commission_Ursula_von_der_Leyen_in_Scotland_Friday_July_27_2025_cropped-226x300.jpg 226w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Donald_Trump_meets_the_President_of_the_European_Commission_Ursula_von_der_Leyen_in_Scotland_Friday_July_27_2025_cropped-771x1024.jpg 771w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Donald_Trump_meets_the_President_of_the_European_Commission_Ursula_von_der_Leyen_in_Scotland_Friday_July_27_2025_cropped-768x1020.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 533px) 100vw, 533px\" \/><p id=\"caption-attachment-64416\" class=\"wp-caption-text\">Die Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommission, Ursula von der Leyen, und US-Pr\u00e4sident Donald Trump.<br \/>Foto: Daniel Torok<\/p><\/div>\n<p>Es sei hinzugef\u00fcgt, dass Ursula von der Leyen mit dem unterzeichneten Abkommen unter anderem deshalb zufrieden ist, weil sie dringend einen Erfolg brauchte \u2013 ihre Position war durch den schwierigen Start ihrer zweiten Amtszeit und dem Misstrauensvotum sowie dem Verfahren wegen ihrer Korrespondenz mit dem Chef von Pfizer stark angeschlagen.<\/p>\n<p>Es muss hinzugef\u00fcgt werden, dass die monatelangen Verhandlungen zwischen der EU und den USA, die durch wiederholte Ank\u00fcndigungen von Donald Trump, die Z\u00f6lle zu erh\u00f6hen, und Drohungen der EU mit Gegenma\u00dfnahmen unterbrochen wurden, zu einem bestimmten Zeitpunkt auf den Abschluss eines Abkommens hinauszulaufen schienen. Mitte Juli erh\u00f6hte der US-Pr\u00e4sident jedoch erneut den Einsatz \u2013 in einem Brief an Ursula von der Leyen drohte er mit einer Erh\u00f6hung der Z\u00f6lle auf 30 Prozent, sollte bis Ende des Monats keine Einigung erzielt werden.<\/p>\n<h2><strong>Was ist das Ergebnis?<\/strong><\/h2>\n<p>Um dies zu erreichen, reisten die Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommission und ihr Team nach Schottland, um sich mit Donald Trump zu treffen. Zu Beginn der Verhandlungen sch\u00e4tzten beide Seiten die Chancen auf eine Einigung auf 50 Prozent \u2013 und diese wurde auch erzielt. Der Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten verk\u00fcndet dies als seinen Erfolg, aber auch Br\u00fcssel stellt es \u00e4hnlich dar.<\/p>\n<p>Maro\u0161 \u0160ef\u010dovi\u010d betont, dass bei den Verhandlungen in Schottland 1,7 Billionen Dollar an Handelsvolumen zwischen den USA und der EU auf dem Spiel standen. Er f\u00fcgte hinzu, dass er in Zukunft auf den Abschluss eines noch umfassenderen Handels- und Investitionsabkommens hoffe. Gleichzeitig sprach er von einem \u201eDurchbruch\u201c und der \u00d6ffnung der T\u00fcren f\u00fcr eine strategische Zusammenarbeit und betonte, dass viel Zeit aufgewendet werden musste, um ein f\u00fcr Br\u00fcssel und Washington vorteilhaftes Verhandlungsergebnis zu erzielen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Ein Wirtschaftskrieg zwischen der EU und den USA w\u00fcrde den Handelsaustausch zum Erliegen bringen und Millionen von Arbeitspl\u00e4tzen gef\u00e4hrden.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Ist es jedoch aus Sicht der EU gerechtfertigt, das Abkommen mit den USA als Erfolg zu verk\u00fcnden? Zur Erinnerung: Die EU wollte Nullz\u00f6lle, w\u00e4hrend die USA eine Anhebung auf 30 Prozent forderten. Im Ergebnis bleiben die Z\u00f6lle bestehen! Zwar sind sie niedriger als urspr\u00fcnglich vorgesehen, was das Ziel des Wei\u00dfen Hauses war, doch letztlich blieb die EU nicht von Z\u00f6llen verschont. Deshalb \u00e4u\u00dfert sich die Presse in Europa zur\u00fcckhaltend zu dem geschlossenen Abkommen.<\/p>\n<h2><strong>Kanzler zufrieden<\/strong><\/h2>\n<p>Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz \u00e4u\u00dferte sich dennoch positiv zu der erzielten Einigung. Er ist der Ansicht, dass das Wichtigste erreicht wurde \u2013 ein Handelskonflikt, der die exportorientierte deutsche Wirtschaft hart getroffen h\u00e4tte, wurde vermieden.<\/p>\n<p>Der spanische Ministerpr\u00e4sident Pedro S\u00e1nchez w\u00fcrdigt die Bem\u00fchungen von Ursula von der Leyen und unterst\u00fctzt die Vereinbarung, w\u00e4hrend der franz\u00f6sische Au\u00dfenminister die Ausnahmen von den Z\u00f6llen in H\u00f6he von 15 Prozent lobte, die f\u00fcr die franz\u00f6sische Wirtschaft wichtig sind. Er betonte jedoch, dass die USA die Idee des Freihandels ablehnen und man daraus Konsequenzen ziehen m\u00fcsse.<\/p>\n<div id=\"attachment_64417\" style=\"width: 544px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64417\" class=\" wp-image-64417\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Meeting_between_Ursula_von_der_Leyen_President_of_the_EC_and_Donald_Trump_President_of_the_United_States_-_2025_3.jpg\" alt=\"\" width=\"534\" height=\"356\" \/><p id=\"caption-attachment-64417\" class=\"wp-caption-text\">Die Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommission, Ursula von der Leyen, und US-Pr\u00e4sident Donald Trump.<br \/>Bildquelle: European Union \/ Wikipedia<\/p><\/div>\n<p>Der rum\u00e4nische Ministerpr\u00e4sident Ilie Bolojan lobte seinerseits die Beseitigung der Unsicherheit in den transatlantischen Beziehungen, und der d\u00e4nische Au\u00dfenminister Lars L\u00f8kke Rasmussen erkl\u00e4rte, dass \u201edie Handelsbedingungen nicht mehr so gut sein werden wie zuvor\u201c, betonte jedoch, dass dies nicht die Entscheidung Europas sei.<\/p>\n<p>Emp\u00f6rt \u00fcber das unterzeichnete Abkommen zwischen der EU und den USA zeigte sich hingegen der ungarische Ministerpr\u00e4sident Viktor Orb\u00e1n, der es als nachteilig f\u00fcr die EU bezeichnete und Ursula von der Leyen daf\u00fcr verantwortlich machte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht alle sind zufrieden \u201eDas ist das beste Abkommen, das wir erzielen konnten. Wir haben die Verhandlungen mit einer Obergrenze von 30 Prozent Z\u00f6llen begonnen und sind bei 15 Prozent gelandet\u201c, sagte EU-Handelskommissar Maro\u0161 \u0160ef\u010dovi\u010d nach dem Treffen zwischen der Europ\u00e4ischen Union und den Vereinigten Staaten in Schottland, wo das Handelsabkommen ausgehandelt wurde.<\/p>\n","protected":false},"author":261,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4235],"tags":[6449,7028,5703,5704,5705,2156],"redaktor":[],"class_list":["post-71061","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wirtschaft-de","tag-donald-trump-de","tag-gospodarka-de","tag-handel","tag-umowa","tag-ursula-von-der-leyen","tag-wirtschaft"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71061","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/261"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71061"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71061\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71061"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71061"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71061"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=71061"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}