{"id":71024,"date":"2025-08-16T05:00:55","date_gmt":"2025-08-16T03:00:55","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/schneller-auf-zwei-radern-durch-das-ballungsgebiet\/"},"modified":"2025-08-16T05:00:55","modified_gmt":"2025-08-16T03:00:55","slug":"schneller-auf-zwei-radern-durch-das-ballungsgebiet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/schneller-auf-zwei-radern-durch-das-ballungsgebiet\/","title":{"rendered":"Schneller auf zwei R\u00e4dern durch das Ballungsgebiet"},"content":{"rendered":"<p><strong>In Europa gelten besonders die Niederl\u00e4nder als Nation der Radfahrer. Das Fahrrad wird aber auch in anderen Staaten, besonders in europ\u00e4ischen Gro\u00dfst\u00e4dten, immer beliebter als erste Wahl f\u00fcr den Weg zur Arbeit. Dieser Trend kommt langsam in Oberschlesien an, wo im Osten der Region das erste Radschnellwegnetz der Region entsteht.<\/strong><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Eine Schnellstra\u00dfe f\u00fcr Radfahrer<\/strong><\/h2>\n<p>Wer an Schnellstra\u00dfen denkt, hat im ersten Moment eher den motorisierten Verkehr im Sinn. Doch diese gibt es auch f\u00fcr Radfahrer. Radschnellwege sind \u00e4hnlich wie Autobahnen und f\u00fcr die bequeme und schnelle Anreise von Pendlern gedacht, die den Radlern eine hohe Geschwindigkeit erm\u00f6glichen sollen. Das wird dadurch erreicht, dass sie nicht nur durch ihre Breite (mindestens vier Meter) das \u00dcberholen erleichtern und gut asphaltiert sind, sondern gezielt kreuzungsarm und getrennt vom normalen Stra\u00dfenverkehr gebaut werden. So wird das h\u00e4ufige Anhalten und erneute Beschleunigen an Ampeln deutlich reduziert, und die Radfahrer kommen schneller an ihr Ziel. Radschnellwege sollen insbesondere Umland, St\u00e4dte und Stadtteile miteinander verbinden. Im Zentrum der Planer stehen hierbei vor allem Menschen, die zur Arbeit, zur Schule oder zur Universit\u00e4t im Alltag Strecken von 5 km bis 30 km zur\u00fccklegen. Es geht also nicht um Infrastruktur f\u00fcr den gem\u00fctlichen Wochenendausflug, sondern f\u00fcr den Alltagsverkehr. Damit das ganzj\u00e4hrig funktioniert, geh\u00f6rt zum Radschnellweg auch eine entsprechende Beleuchtung und ein Winterdienst.<\/p>\n<div id=\"attachment_64650\" style=\"width: 551px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64650\" class=\" wp-image-64650\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Das-Geplante-Radschnellwegnetz-der-GZM.png\" alt=\"\" width=\"541\" height=\"374\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Das-Geplante-Radschnellwegnetz-der-GZM.png 1298w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Das-Geplante-Radschnellwegnetz-der-GZM-300x207.png 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Das-Geplante-Radschnellwegnetz-der-GZM-1024x707.png 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Das-Geplante-Radschnellwegnetz-der-GZM-768x530.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 541px) 100vw, 541px\" \/><p id=\"caption-attachment-64650\" class=\"wp-caption-text\">Das geplante Radschnellwegnetz der GZM<br \/>Quelle: https:\/\/metropoliagzm.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Mapa_Velostrada_GZM_140x100.pdf<\/p><\/div>\n<p>Das Konzept der Radschnellwege ist \u00fcberraschenderweise \u00e4lter als die Idee der Autobahn und wurde erstmals in den USA mit dem California Cycleway im Jahr 1900 ausprobiert. Vorreiter der modernen Radschnellwege sind die Niederlande und D\u00e4nemark, welche seit den 1980er Jahren Radschnellwegnetze gebaut haben. Diese gelten auch als Inspiration f\u00fcr Deutschland, wo seit den 2010er Jahren Radschnellwege gebaut werden. Der erste deutsche Radschnellweg wurde 2015 zwischen M\u00fclheim an der Ruhr und Essen er\u00f6ffnet. Bei Fertigstellung soll der Radschnellweg Ruhr (RS1) mit 115 km zu den l\u00e4ngsten in Europa geh\u00f6ren.<\/p>\n<h2><strong>Lage im oberschlesischen Ballungsraum<\/strong><\/h2>\n<p>Das oberschlesische Industriegebiet \u00e4hnelt in seiner Struktur dem Ruhrgebiet in Deutschland. Beide sind geografisch gepr\u00e4gt von einem komplexen Zusammenspiel aus urbanen Industriezentren, landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen und bewaldeten Bereichen. Mit seinen 2,1 Millionen Einwohnern ist das Gebiet der oberschlesisch-d\u0105browschen Metropole (G\u00f3rno\u015bl\u0105sko-Zag\u0142\u0119biowska Metropolia, GZM) heute der zweitgr\u00f6\u00dfte Ballungsraum Polens. Entsprechend gro\u00df ist der Berufsverkehr in und zwischen den St\u00e4dten der Region, in der weiterhin das Privatauto und der \u00f6ffentliche Nahverkehr dominieren. Entsprechend ist auch die Infrastruktur auf den motorisierten Verkehr ausgelegt. Im Gegensatz zu Deutschland sah man in Polen das Fahrrad lange Zeit vor allem als sportliches Freizeitangebot und nicht als Verkehrsmittel f\u00fcr den Alltag.<\/p>\n<p>Die Perspektive auf das Fahrrad \u00e4ndert sich bei den Stadtplanern im oberschlesischen Industriegebiet. So wurden die ersten Konzepte f\u00fcr ein Radschnellwegnetz im oberschlesischen Industriegebiet schon in zwei Studien in den Jahren 2013 und 2016 erarbeitet. Ein wichtiger Impuls war die Gr\u00fcndung des Metropolverbands GZM 2017, welcher die Stadtordnung und Raumplanung sowie die generelle Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedskommunen st\u00e4rken sollte. Dies war im Bereich der Fahrradinfrastruktur n\u00f6tig. Selbst wenn z. B. eine Stadt Fahrradwege zur Nachbargemeinde baut, die Nachbarn aber nicht, bleibt der Radverkehr begrenzt. Entsprechend entwickelte der Metropolverband ein Metropolfahrradwegenetz, das die Fahrradwege der 41 Mitgliedsgemeinden aufeinander abstimmt und gemeinsame Standards einf\u00fchrt. Die bauliche Umsetzung begann 2020.<\/p>\n<div id=\"attachment_64651\" style=\"width: 564px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64651\" class=\" wp-image-64651\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/free-unsplash-radfahren_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"554\" height=\"369\" \/><p id=\"caption-attachment-64651\" class=\"wp-caption-text\">Foto: unsplash<\/p><\/div>\n<p>Das Herzst\u00fcck des Fahrradverkehrs der Region soll aber ein Netz aus Radschnellwegen werden. Auf dieses haben sich der Metropolverband GZM und elf seiner Gemeinden 2022 geeinigt. Dieses sieht insgesamt elf Strecken mit einer Gesamtl\u00e4nge von 120 km vor. Geplant sind u. a. Verbindungen von Kattowitz nach Sosnowiec (Velostrada 1), von Kattowitz \u00fcber Laurah\u00fctte, K\u00f6nigsh\u00fctte, Beuthen nach Piekar (Velostrada 2) oder zwischen Beuthen und Tarnowitz (Velostrada 5). Der erste Abschnitt des Streckennetzes von 4,4 km wurde im Fr\u00fchjahr 2024 zwischen den Kattowitzer Stadtteilen Bryn\u00f3w und Gieschewald er\u00f6ffnet. Als Teil der Velostrada 6 soll sie bis Myslowitz f\u00fchren.<\/p>\n<h2><strong>Fahrrad statt Eisenbahn<\/strong><\/h2>\n<p>F\u00fcr den Bau der Radschnellwege sollen insbesondere stillgelegte Eisenbahntrassen genutzt werden. Dies hat den Vorteil, dass sie wegen der Vornutzung flach sind und keine zu scharfen Kurven in ihrem Verlauf haben. Sie sind auch kreuzungsarm und gut vom Autoverkehr getrennt. Im besonderen Fokus stehen dabei die ehemaligen Sandbahnen, welche fr\u00fcher Bergwerke belieferten. Eine Herausforderung bleibt die Sicherstellung der ehemaligen Bahntrassen f\u00fcr den Radschnellwegebau. Dies zeigt ein Konflikt im Kattowitzer Stadtteil Burowiec, wo ein Investor eine Wohnsiedlung auf der Trasse der geplanten Velostrada 1 bauen wollte. Dies war einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr die Proteste von Anwohnern und von Umweltverb\u00e4nden. Der Konflikt ging durch alle gerichtlichen Instanzen, welche letztendlich zu Gunsten der Einwohner entschieden.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>\u201eFahrradfahren ist gesund. Es st\u00e4rkt das Herz-Kreislaufsystem, reduziert Stress und dank der verbesserten Durchblutung des Gehirns erh\u00f6ht es auch die intellektuelle Leistungsf\u00e4higkeit. Dass es das Budget und die Umwelt schont, kommt als Bonus hinzu.\u201c<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<h2><strong>Fazit<\/strong><\/h2>\n<p>Fahrradfahren ist gesund. Es st\u00e4rkt das Herz-Kreislaufsystem, reduziert Stress und dank der verbesserten Durchblutung des Gehirns erh\u00f6ht es auch die intellektuelle Leistungsf\u00e4higkeit. Dass es das Budget und die Umwelt schont, kommt als Bonus hinzu. Damit mehr Menschen in den Genuss von diesen Vorteilen kommen, ist eine entsprechende Infrastruktur n\u00f6tig. Dass diese nun entsteht, ist auch von Vorteil f\u00fcr Autofahrer. Denn jeder, der schon den Berliner Verkehr kennengelernt hat, wei\u00df, dass die r\u00e4umliche Trennung von Fu\u00dfg\u00e4nger-, Auto- und Radverkehr schlicht sicherer ist \u2013 f\u00fcr alle Beteiligten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Europa gelten besonders die Niederl\u00e4nder als Nation der Radfahrer. Das Fahrrad wird aber auch in anderen Staaten, besonders in europ\u00e4ischen Gro\u00dfst\u00e4dten, immer beliebter als erste Wahl f\u00fcr den Weg zur Arbeit. Dieser Trend kommt langsam in Oberschlesien an, wo im Osten der Region das erste Radschnellwegnetz der Region entsteht.<\/p>\n","protected":false},"author":261,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[6045,5625,4229],"tags":[5942,2619,1948,1951,5750,5751,5752],"redaktor":[],"class_list":["post-71024","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildung","category-kultur-de","category-kulturbildung-de","tag-fahrrad-de","tag-fahrrad","tag-gorny-slask","tag-oberschlesien","tag-radschnellweg","tag-rower","tag-superautostrad-rowerowych"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71024","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/261"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71024"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71024\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71024"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71024"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71024"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=71024"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}