{"id":70987,"date":"2025-08-23T05:00:59","date_gmt":"2025-08-23T03:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/kolumne-der-friedensvertrag-von-breslau-im-jahr-1742-2\/"},"modified":"2025-08-23T05:00:59","modified_gmt":"2025-08-23T03:00:59","slug":"kolumne-der-friedensvertrag-von-breslau-im-jahr-1742-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/kolumne-der-friedensvertrag-von-breslau-im-jahr-1742-2\/","title":{"rendered":"Kolumne:\u00a0Der Friedensvertrag von Breslau im Jahr 1742"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Das Ende des ersten Schlesischen Krieges<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Schlesien war gem\u00e4\u00df dem Vertrag von Trentschin aus dem Jahr 1335 Teil des K\u00f6nigreichs B\u00f6hmen und des Heiligen R\u00f6mischen Reiches. Das blieb 400 Jahre lang so. Im Jahr 1740 bestiegen in Berlin und Wien neue Herrscher den Thron: Friedrich II., damals noch nicht als der Gro\u00dfe bezeichnet, und Maria Theresia, deren reibungslose Macht\u00fcbernahme ihr Vater durch Verhandlungen mit allen Nachbarn sicherstellte.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Preu\u00dfen, damals ein relativ armes Land, suchte nach einer M\u00f6glichkeit, sich zu entwickeln und an Bedeutung in Europa zu gewinnen. Nicht weit entfernt lag eine Region, die reich an Rohstoffen war und \u00fcber fruchtbare und gepflegte B\u00f6den verf\u00fcgte \u2013 Schlesien. Friedrich II. hatte seine Informanten und Spione. Unter ihnen befand sich m\u00f6glicherweise auch der ber\u00fchmte Kartograf und Zeichner F.B. Werner, Sch\u00f6pfer der Veduten schlesischer St\u00e4dte und wichtiger D\u00f6rfer.<\/p>\n<p>Trotz der Zustimmung seines Vaters Friedrich Wilhelm I. zur Thronbesteigung Maria Theresias kam der junge Herrscher Preu\u00dfens, Friedrich II., zu dem Schluss, dass die schwangere Kaiserin nicht in der Lage sein w\u00fcrde, Kriegshandlungen erfolgreich zu f\u00fchren. Deshalb beschloss er, selbst in Schlesien einzumarschieren. Das Ergebnis?<\/p>\n<div id=\"attachment_64795\" style=\"width: 644px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64795\" class=\" wp-image-64795\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Carl_Josef_Alois_Bourdet_Rathaus_in_Breslau_vor_18001_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"634\" height=\"513\" \/><p id=\"caption-attachment-64795\" class=\"wp-caption-text\">Das Rathaus von Breslau vor dem Ausbau, wie es zur Zeit der Schlesischen Kriege ausgesehen haben k\u00f6nnte.<br \/>Foto: Archiv<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Eine der wichtigsten Schlachten der Geschichte<\/strong><\/h2>\n<p>Mitte Dezember, genauer gesagt am 14. Dezember 1740, tauchten preu\u00dfische Truppen in Breslau auf und zettelten einen Aufstand gegen \u00d6sterreich an. Am 16. Dezember marschierte die preu\u00dfische Armee offiziell in Schlesien ein, und so begann der Krieg. Am 3. Januar 1741 erkl\u00e4rte Breslau seine Neutralit\u00e4t, am 9. M\u00e4rz wurde Glogau eingenommen, und am 10. April kam es zu einer der 20 wichtigsten Schlachten der Geschichte, die an Milit\u00e4rakademien gelehrt werden: die Schlacht bei Mollwitz, heute Ma\u0142ujowice, unweit von Brieg.<\/p>\n<p>In der Folge erkl\u00e4rte sich Friedrich II. nach Verhandlungen bereit, die Kriegshandlungen einzustellen, wenn ihm Niederschlesien und das Bistum Neisse zugesprochen w\u00fcrden. Da er jedoch so erfolgreich war, setzte er die Kriegshandlungen in Oberschlesien fort, obwohl er dieses Gebiet f\u00fcr wenig wertvoll und uninteressant hielt.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Am 10. April 1741 fand eine der 20 wichtigsten Schlachten der Geschichte statt, die an Milit\u00e4rakademien gelehrt werden.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Infolgedessen wurde am 9. Oktober 1741 in Klein Schnellendorf, unweit von Friedland, ein habsburgisch-preu\u00dfischer Waffenstillstand geschlossen: Maria Theresia erkl\u00e4rte sich im Gegenzug f\u00fcr die Neutralit\u00e4t Preu\u00dfens bereit, Niederschlesien bei Preu\u00dfen zu belassen und die vor\u00fcbergehende Besetzung Oberschlesiens zu akzeptieren.<\/p>\n<h2><strong>Von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr Preu\u00dfen<\/strong><\/h2>\n<p>Am 11. Juni 1742 wurde in Breslau ein Friedensvertrag unterzeichnet, der am 28. Juli in Berlin best\u00e4tigt wurde. Am 14. August 1743 verzichteten die St\u00e4nde der b\u00f6hmischen Krone in Wien auf alle Rechte an Schlesien, und die Archive wurden an die preu\u00dfische Seite \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Es kam zur formellen Eingliederung der Provinz in Preu\u00dfen, wodurch sich dessen Bev\u00f6lkerungspotenzial um 50 Prozent und sein Territorium um fast ein Drittel vergr\u00f6\u00dferte. \u00d6sterreich fand sich mit dem Verlust dieser wichtigen Region nicht ab, was sich in weiteren Schlesischen Kriegen zeigte. Im Wesentlichen blieb jedoch der im Friedensvertrag von Breslau festgelegte Grenzverlauf unver\u00e4ndert.<\/p>\n<div id=\"attachment_64796\" style=\"width: 570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64796\" class=\" wp-image-64796\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Map_for_the_Silesian_and_Seven_Years_Wars_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"415\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Map_for_the_Silesian_and_Seven_Years_Wars_Easy-Resize.com_.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Map_for_the_Silesian_and_Seven_Years_Wars_Easy-Resize.com_-300x222.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Map_for_the_Silesian_and_Seven_Years_Wars_Easy-Resize.com_-1024x758.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Map_for_the_Silesian_and_Seven_Years_Wars_Easy-Resize.com_-768x569.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><p id=\"caption-attachment-64796\" class=\"wp-caption-text\">Karte aus einem Schulatlas von 1905, die die Schlesischen Kriege zeigt.<br \/>Foto: Archiv<\/p><\/div>\n<p>Preu\u00dfen \u00fcbernahm praktisch ganz Schlesien und die Grafschaft Glatz. Bei \u00d6sterreich blieben das Herzogtum J\u00e4gerndorf, das Herzogtum Troppau und die Umgebung von Teschen.<\/p>\n<p>Wie wichtig die \u00dcbernahme dieser Gebiete f\u00fcr Preu\u00dfen war, zeigt die Tatsache, dass der K\u00f6nig zu den Hauptst\u00e4dten Berlin und K\u00f6nigsberg auch Breslau hinzuf\u00fcgte, das eine gro\u00dfe Rolle in der Geschichte Preu\u00dfens und sp\u00e4ter des vereinigten Deutschlands spielen sollte. Diese Grenzen blieben bis 1945 praktisch unver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Krzysztof Wysdak<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Ende des ersten Schlesischen Krieges Schlesien war gem\u00e4\u00df dem Vertrag von Trentschin aus dem Jahr 1335 Teil des K\u00f6nigreichs B\u00f6hmen und des Heiligen R\u00f6mischen Reiches. Das blieb 400 Jahre lang so. 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