{"id":70985,"date":"2025-08-23T21:04:44","date_gmt":"2025-08-23T19:04:44","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/neue-arenen-alte-traditionen-oberschlesiens-fusballstadien-im-umbruch-teil-3-gleiwitz\/"},"modified":"2025-08-23T21:04:44","modified_gmt":"2025-08-23T19:04:44","slug":"neue-arenen-alte-traditionen-oberschlesiens-fusballstadien-im-umbruch-teil-3-gleiwitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/neue-arenen-alte-traditionen-oberschlesiens-fusballstadien-im-umbruch-teil-3-gleiwitz\/","title":{"rendered":"\u00a0Neue Arenen, alte Traditionen: Oberschlesiens Fu\u00dfballstadien im Umbruch \u2013 Teil 3: Gleiwitz"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Nach Paderborner Vorbild<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Es mag ein Zeichen der vielf\u00e4ltigen Ver\u00e4nderungen seit der Wende sein, dass seit 1989 nur ein oberschlesischer Verein polnischer Meister wurde. Dies war jedoch nicht einer der Traditionsvereine, sondern der lange zweitklassige Sportklub Piast Gliwice. Dem Klub gelang es auch, als erster in der Region ein modernes Stadion fertigzustellen. Dabei orientierte sich Gleiwitz an einem Vorbild aus Paderborn.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Langer Weg zum Erfolg<\/h2>\n<p>1945 markiert das Ende des deutschen Gleiwitz und den Beginn des polnischen Gliwice. Zeitgleich mit der Flucht und Vertreibung der deutschen Bev\u00f6lkerung wurden Polen aus den von der Sowjetunion annektierten Gebieten um Lemberg und Stanis\u0142aw\u00f3w angesiedelt. Diese gr\u00fcndeten am 18. Juni 1945 den Sportklub Piast Gliwice. Im Verein waren auch einheimische Oberschlesier aktiv, obwohl er stark galizisch gepr\u00e4gt war. In der Volksrepublik spielte Piast 35 Jahre in der zweiten Liga, schaffte den Aufstieg in die Ekstraklasa allerdings nie. Als Zweitligist erreichte der Klub 1978 und 1983 das Pokalfinale.<\/p>\n<div id=\"attachment_64816\" style=\"width: 548px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64816\" class=\" wp-image-64816\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Stadion-Innen-Gleiwitz\u2013-von-Nemo5576-\u2013-Eigenes-Werk-CC-BY-SA-3.0-wikipedia-1024x678.jpg\" alt=\"\" width=\"538\" height=\"356\" \/><p id=\"caption-attachment-64816\" class=\"wp-caption-text\">Gleiwitzer Stadion von Inne<br \/>Foto: Nemo5576 \u2013 Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 \/ wikipedia<\/p><\/div>\n<p>Die Wende brachte finanzielle Probleme mit sich, und die Fu\u00dfballsektion wurde 1993 aufgel\u00f6st. 1997 erfolgte die Neugr\u00fcndung. Aus der untersten B-Klasse stieg Piast 2008 erstmals in die Ekstraklasa auf und konnte sich dort, mit Ausnahme der Jahre 2010 bis 2012, etablieren. Die letzten 13 Jahre sind die erfolgreichsten der Vereinsgeschichte. Nach der Vizemeisterschaft 2016 wurde Piast 2019 unter dem ehemaligen Nationaltrainer Waldemar Fornalik erstmals polnischer Meister \u2013 der erste oberschlesische Klub mit diesem Titel seit 1989 (damals Ruch Chorz\u00f3w).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu den erfolgreichsten Piast-Fu\u00dfballern geh\u00f6rt Andrzej Buncol. Der geb\u00fcrtige Gleiwitzer Mittelfeldspieler (Spitzname \u201eKrupniok\u201c) begann seine Karriere in der Jugend von Piast, bevor er unter anderem f\u00fcr Ruch Chorz\u00f3w, Bayer 04 Leverkusen und Fortuna D\u00fcsseldorf aktiv war (184 Bundesligaspiele \/ 21 Tore). Der gr\u00f6\u00dfte Erfolg des polnischen WM-Teilnehmers von 1982 und 1986 war der Gewinn des UEFA-Pokals 1988 mit Bayer Leverkusen.<\/p>\n<h2>Erstes modernes Stadion in Oberschlesien<\/h2>\n<p>Das erste moderne Gleiwitzer Stadion entstand 1927. Das damalige Jahn-Stadion hatte eine Kapazit\u00e4t von 15.000 Pl\u00e4tzen. Bis 1945 war es die Heimat der Spielvereinigung Vorw\u00e4rts-Rasensport Gleiwitz. Der regional erfolgreiche Klub schaffte es in der Saison 1936 sogar bis ins Halbfinale der deutschen Meisterschaft. Nach 1945 spielte hier Piast, wobei das Stadion nach dem Aufstieg 2008 f\u00fcr die Ekstraklasa zu marode war. So musste der Verein seine Heimspiele im 50 km entfernten Loslau austragen.<\/p>\n<h2>Paderborner Inspiration in Gleiwitz<\/h2>\n<p>Der Stadtrat entschied sich 2009 f\u00fcr einen Neubau und orientierte sich dabei am Stadion in Paderborn. Auf diese Weise wurden Zeit und Geld gespart. Das Projekt der deutschen Firma Bremer AG sah zudem die M\u00f6glichkeit eines nachtr\u00e4glichen Ausbaus um 5.000 Pl\u00e4tze vor. Das Stadion wurde nach nur 14 Monaten Bauzeit im November 2011 fertiggestellt.<\/p>\n<p>Das neue st\u00e4dtische Stadion, das seit 2019 den Namen des ehemaligen Gleiwitzer Vize-Stadtpr\u00e4sidenten Piotr Wieczorek tr\u00e4gt, beherbergt die \u00fcbliche Infrastruktur sowie die Vereinsb\u00fcros. Trotz der \u00e4u\u00dferen \u00c4hnlichkeit zur Paderborner Arena gibt es auch Unterschiede: Die Kapazit\u00e4t des Stadions in Paderborn liegt mit 15.000 Pl\u00e4tzen deutlich h\u00f6her als in Gleiwitz (9.736 Pl\u00e4tze). Das liegt daran, dass die Piast-Heimat ausschlie\u00dflich Sitzpl\u00e4tze bietet, w\u00e4hrend Paderborn mit knapp 7.000 Stehpl\u00e4tzen mehr Fans aufnehmen kann. Mit 13 Millionen Euro kostete das Stadion in Gleiwitz und damit 12 Millionen weniger als das Original. Bei der Bauzeit hat Gleiwitz mit 14 Monaten im Vergleich zu 3 Jahren klar die Nase vorn.<\/p>\n<div id=\"attachment_64815\" style=\"width: 752px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64815\" class=\" wp-image-64815\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Stadion-Aussen-Gleiwitz-\u2013-von-Nemo5576-\u2013-Eigenes-Werk-CC-BY-SA-3.0-wikipedia-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"742\" height=\"494\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Stadion-Aussen-Gleiwitz-\u2013-von-Nemo5576-\u2013-Eigenes-Werk-CC-BY-SA-3.0-wikipedia-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Stadion-Aussen-Gleiwitz-\u2013-von-Nemo5576-\u2013-Eigenes-Werk-CC-BY-SA-3.0-wikipedia-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Stadion-Aussen-Gleiwitz-\u2013-von-Nemo5576-\u2013-Eigenes-Werk-CC-BY-SA-3.0-wikipedia-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Stadion-Aussen-Gleiwitz-\u2013-von-Nemo5576-\u2013-Eigenes-Werk-CC-BY-SA-3.0-wikipedia.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 742px) 100vw, 742px\" \/><p id=\"caption-attachment-64815\" class=\"wp-caption-text\">Stadion in Gleiwitz von Au\u00dfen<br \/>Foto: Nemo5576 \u2013 Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, \/ wikipedia<\/p><\/div>\n<p>In Gleiwitz konnten die Piast-Fans mehrfach international bei Qualifikationsspielen zu UEFA-Wettbewerben zu Hause spielen \u2013 davon kann der Paderborner SC, der seit 2021 in der 2. Bundesliga spielt, nur tr\u00e4umen. Daf\u00fcr ziehen die Paderborner mit einem Zuschauerschnitt von 14.117 (Auslastung 94\u202f%) deutlich mehr Fans an als Piast Gliwice mit 5.667 (58\u202f%). Beide Stadien geh\u00f6ren \u00fcbrigens zu den drittkleinsten Arenen ihrer jeweiligen Liga.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Ein Fu\u00dfballstadion ist wie der Verein ein wichtiger Teil lokaler Identit\u00e4t. Deshalb ist es eher selten, dass Stadien kopiert werden. Der Gleiwitzer Pragmatismus hat vielleicht nicht alle Fantr\u00e4ume erf\u00fcllt. Doch f\u00fcr einen moderaten Preis hat Gleiwitz ein solides Stadion erhalten, das der Stadt noch viele Jahre dienen wird.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Weitere Artikel der Serie:<\/h3>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/neue-arenen-alte-traditionen-teil-6-tichau\/\">Neue Arenen, alte Traditionen: Teil 6: Tichau<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/neue-arenen-alte-traditionen-oberschlesiens-fussballstadien-im-umbruch-2\/\">Neue Arenen, alte Traditionen: Teil 5 K\u00f6nigsh\u00fctte<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/neue-arenen-alte-traditionen-oberschlesiens-fussballstadien-im-umbruch-teil-4-kattowitz\/\">Neue Arenen, alte Traditionen: Teil 4: Kattowitz<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/geteilte-geschichte-geteilte-probleme\/\">Neue Arenen, alte Traditionen: Teil 2: Beuthen<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/neue-arenen-alte-traditionen-oberschlesiens-fussballstadien-im-umbruch\/\">Neue Arenen, alte Traditionen: Teil 1: Hindenburg<\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Paderborner Vorbild Es mag ein Zeichen der vielf\u00e4ltigen Ver\u00e4nderungen seit der Wende sein, dass seit 1989 nur ein oberschlesischer Verein polnischer Meister wurde. 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