{"id":70958,"date":"2025-08-28T12:30:41","date_gmt":"2025-08-28T10:30:41","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/ein-halbes-jahrhundert-lieder-und-eine-prise-humor-2\/"},"modified":"2025-08-28T12:30:41","modified_gmt":"2025-08-28T10:30:41","slug":"ein-halbes-jahrhundert-lieder-und-eine-prise-humor-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/ein-halbes-jahrhundert-lieder-und-eine-prise-humor-2\/","title":{"rendered":"Ein halbes Jahrhundert Lieder und eine Prise Humor"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sie haben auf Feldern gearbeitet, Kinder gro\u00dfgezogen und H\u00e4user gebaut \u2013 und trotzdem blieb immer Zeit f\u00fcrs Singen. Die Gesangsgruppe \u201eWalczanki\u201c aus Walzen feierte jetzt ihr 50-j\u00e4hriges Bestehen. Ein Jubil\u00e4um voller Musik, Erinnerungen und Geschichten, die zeigen: Tradition lebt im Alltag.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Samstag den 23. August in Walzen. In der Pfarrkirche erklang Dank, im Gemeindezentrum sp\u00e4ter Gel\u00e4chter und Gesang. Die \u201eWalczanki\u201c feierten \u2013 und mit ihnen das halbe Dorf. 50 Jahre lang sind sie auf B\u00fchnen gestanden, haben Preise gewonnen, aber vor allem eines getan: gesungen, weil es ihnen Freude macht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_64919\" style=\"width: 596px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64919\" class=\" wp-image-64919\" src=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_0665_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"586\" height=\"439\" \/><p id=\"caption-attachment-64919\" class=\"wp-caption-text\">Die Gesangsgruppe Walczanki im Jahre 1979<br \/>Foto: Dominika Bassek<\/p><\/div>\n<p>\u201eSo eine Gesangsgruppe ist ein Schatz\u201c, sagt B\u00fcrgermeister Rafa\u0142 Miczka. \u201eSie waren auf B\u00fchnen in Polen und im Ausland, und man darf mit Stolz sagen: Das ist unser Exportgut. Man kann sich das kulturelle Leben hier ohne sie kaum vorstellen.\u201c<\/p>\n<h2><strong>Zwischen Feld und B\u00fchne<\/strong><\/h2>\n<p>Maria \u017bmija-Glombik, seit Jahrzehnten Leiterin des Ensembles, erinnert sich an die Anf\u00e4nge. \u201eBevor man zur Probe ging, musste das Feld bestellt, das Abendessen vorbereitet und der Haushalt erledigt sein. Dann erst kam die Zeit zum Singen.\u201c Was heute wie eine Anekdote klingt, war Alltag: Musik war Teil des Lebens, nicht Luxus.<\/p>\n<div id=\"attachment_64917\" style=\"width: 560px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64917\" class=\" wp-image-64917\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_0703_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"412\" \/><p id=\"caption-attachment-64917\" class=\"wp-caption-text\">Auch zum Juil\u00e4um standen die Walczanki wieder auf der B\u00fchne<br \/>Foto: Dominika Bassek<\/p><\/div>\n<p>Die Anf\u00e4nge reichen zur\u00fcck ins Jahr 1975. Damals war der Chor zun\u00e4chst eine Gesangsgruppe des Landfrauenvereins, gegr\u00fcndet auf Initiative der Lehrerin Maria Nadolska. Unter der ersten Leiterin, El\u017cbieta Kozubek, und mit Unterst\u00fctzung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft erhielten die Frauen ihre ersten Trachten \u2013 sorgf\u00e4ltig gen\u00e4ht nach alten Mustern der Region. Der Musikwissenschaftler Dr. Piotr \u015awierc aus Gogolin formte daraus ein Ensemble mit Profil. \u201eEr kam mit dem Bus zu uns und hat uns umsonst geleitet, weil er an uns glaubte\u201c, erz\u00e4hlt \u017bmija-Glombik.<\/p>\n<h2><strong>Preise, Pannen und Puder<\/strong><\/h2>\n<p>An Auszeichnungen gibt es viele \u2013 von der Ehrennadel f\u00fcr die Oppelner Region bis zu unz\u00e4hligen Pokalen. Doch die S\u00e4ngerinnen erz\u00e4hlen lieber Geschichten: Wie sie im Senat auftraten, wie sie in Branitz statt in Walzen angek\u00fcndigt wurden oder wie eine S\u00e4ngerin sich w\u00e4hrend der Radfahrt in die Tracht zw\u00e4ngte.<\/p>\n<div id=\"attachment_64916\" style=\"width: 572px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64916\" class=\" wp-image-64916\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_0769_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"562\" height=\"421\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_0769_Easy-Resize.com_.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_0769_Easy-Resize.com_-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_0769_Easy-Resize.com_-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_0769_Easy-Resize.com_-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 562px) 100vw, 562px\" \/><p id=\"caption-attachment-64916\" class=\"wp-caption-text\">Die Gesangsgruppe wurde zum 50. Jubil\u00e4um geehrt<br \/>Foto: Dominika Bassek<\/p><\/div>\n<p>Auch am Jubil\u00e4um fehlte der Humor nicht. Als die S\u00e4ngerinnen z\u00f6gerten, auf die B\u00fchne zu treten, rief ihre Leiterin: \u201eWalczanki, los geht\u2019s \u2013 keine Ausreden! Sie pudern sich nur noch schnell.\u201c<\/p>\n<h2><strong>\u201eOhne den Chor w\u00e4re eine Leere\u201c<\/strong><\/h2>\n<p>Eine der Gr\u00fcndungsmitgliederinnen, Barbara \u017bak, dachte schon ans Aufh\u00f6ren. \u201eAber ohne die Walczanki w\u00fcrde etwas fehlen. Da bliebe eine Leere.\u201c Ein Satz, der vieles erkl\u00e4rt: Hier geht es nicht um Folklore als Folklore, sondern um ein St\u00fcck Alltag, das nicht wegzudenken ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_64915\" style=\"width: 580px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64915\" class=\" wp-image-64915\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_0797_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"570\" height=\"427\" \/><p id=\"caption-attachment-64915\" class=\"wp-caption-text\">Nat\u00fcrlich durfte auch eine gro\u00dfe Torte zu diesem Jubil\u00e4um nicht fehlen<br \/>Foto: Dominika Bassek<\/p><\/div>\n<h2><strong>Ein Fest, das mehr war als ein Jubil\u00e4um<\/strong><\/h2>\n<p>Als die ersten T\u00f6ne von \u201eSto lat\u201c erklangen, war klar: Dies war kein offizieller Festakt, sondern ein Moment, in dem Saal und B\u00fchne eins wurden. Auf der B\u00fchne standen nicht nur die Jubilarinnen selbst, sondern auch G\u00e4ste, die die Bedeutung der Walczanki in Worte fassten: Zuzanna Donath-Kasiura, stellvertretende Marschallin der Woiwodschaft Oppeln, B\u00fcrgermeister von Walzen Rafa\u0142 Miczka, Gemeindesekret\u00e4rin Maria Wac\u0142aw und Pfarrer Waldemar Klose. Unterst\u00fctzung kam auch vom Brosci Chorus. Alle Redner betonten dasselbe: Dass dieser Chor mehr ist als Musik \u2013 er ist ein St\u00fcck kulturelles Ged\u00e4chtnis, das Oberschlesien bis heute lebendig h\u00e4lt.<\/p>\n<div id=\"attachment_64918\" style=\"width: 561px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64918\" class=\" wp-image-64918\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_0672_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"551\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_0672_Easy-Resize.com_.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_0672_Easy-Resize.com_-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_0672_Easy-Resize.com_-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_0672_Easy-Resize.com_-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 551px) 100vw, 551px\" \/><p id=\"caption-attachment-64918\" class=\"wp-caption-text\">Die Walczanki sind auch nach 50 Jahren noch immer so gesangsstark wie fr\u00fcher<br \/>Foto: Dominika Bassek<\/p><\/div>\n<p>Zuzanna Donath-Kasiura, die stellvertretende Marschallin der Woiwodschaft Oppeln, nannte die Walczanki \u201egoldene Botschafterinnen der schlesischen Kultur und des Gesangs\u201c und betonte, dass sie zugleich ein lebendiger Beweis f\u00fcr den kulturellen Reichtum dieser Region seien.<\/p>\n<p>Blumen, Gratulationen, G\u00e4ste aus Politik und Kirche \u2013 all das gab es nat\u00fcrlich. Doch wichtiger waren die Gesichter im Saal: Frauen, die seit Jahrzehnten zusammenstehen, und ein Publikum, das mitsingt und miterinnert. Am Ende stand ein einfaches Gef\u00fchl: Die Walczanki sind Teil der Geschichte von Walzen \u2013 und sie schreiben diese Geschichte weiter, Lied f\u00fcr Lied.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie haben auf Feldern gearbeitet, Kinder gro\u00dfgezogen und H\u00e4user gebaut \u2013 und trotzdem blieb immer Zeit f\u00fcrs Singen. Die Gesangsgruppe \u201eWalczanki\u201c aus Walzen feierte jetzt ihr 50-j\u00e4hriges Bestehen. Ein Jubil\u00e4um voller Musik, Erinnerungen und Geschichten, die zeigen: Tradition lebt im Alltag.<\/p>\n","protected":false},"author":261,"featured_media":64916,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[6045,5625,4229],"tags":[5841,1952,5842,4253,5419,1971],"redaktor":[],"class_list":["post-70958","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bildung","category-kultur-de","category-kulturbildung-de","tag-50-jubilaeum","tag-chor","tag-gesangsgruppe","tag-jubilaeum","tag-walczanki","tag-walzen"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70958","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/261"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70958"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70958\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/64916"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70958"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70958"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70958"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=70958"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}