{"id":70756,"date":"2025-09-01T10:15:25","date_gmt":"2025-09-01T08:15:25","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wort-zum-beginn-des-schuljahres-von-bischofsvikar-dr-peter-tarlinski-2\/"},"modified":"2025-09-01T10:15:25","modified_gmt":"2025-09-01T08:15:25","slug":"wort-zum-beginn-des-schuljahres-von-bischofsvikar-dr-peter-tarlinski-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wort-zum-beginn-des-schuljahres-von-bischofsvikar-dr-peter-tarlinski-2\/","title":{"rendered":"Wort zum Beginn des Schuljahres von Bischofsvikar Dr. Peter Tarlinski"},"content":{"rendered":"<p><strong>22. Sonntag im Jahreskreis \u2013 C<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Lesung: Sir 3,\u00a017\u201318.20.28\u201329<\/strong><\/p>\n<p><strong>2. Lesung: Hebr 12,\u00a018\u201319.22\u201324a<\/strong><\/p>\n<p><strong>Evangelium: Lk 14,\u00a01.7\u201314<\/strong><!--more--><\/p>\n<h2><strong>An der Schwelle<\/strong><\/h2>\n<p>Erneut stehen wir in diesem Jahr an einer Schwelle. Es ist das Ende der Sommerferien und der Beginn eines neuen Schuljahres f\u00fcr Grundschulen, weiterf\u00fchrende Schulen und Gymnasien. An dieser Schwelle stehen wir mit dem, was hinter uns liegt. Es sind Erinnerungen an vergangene Tage. Wir schauen uns Fotos von Orten an, die wir besucht haben, Gesichter von Menschen, die wir neu kennengelernt haben, wir denken an atemberaubende Landschaften. In unserer R\u00fcckschau erreichen wir noch einmal die Erfahrungen, die uns gest\u00e4rkt haben, oder solche, die uns bis heute als Warnung dienen. An der Schwelle schlie\u00dfen wir einen Lebensabschnitt ab, n\u00e4mlich die schulfreien Wochen. An der Schwelle blicken wir jedoch vor allem in die Zukunft. Vor uns liegt ein neuer Lebensabschnitt, den wir beginnen m\u00fcssen (beginnen sollten). Das Schuljahr l\u00e4sst sich nicht umgehen. Weder Eltern noch Lehrer noch Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler k\u00f6nnen das tun. F\u00fcr viele ist dieser Blick in die Zukunft mit viel Hoffnung verbunden, dass es ein weiteres Jahr der guten Entwicklung f\u00fcr alle sein wird, insbesondere f\u00fcr Kinder und Jugendliche. Unsere Gedanken an die Zukunft werden jedoch auch von \u00c4ngsten begleitet. Was wird aus einer Generation werden, die nicht in die Welt der religi\u00f6sen und ethischen Werte eingef\u00fchrt wird? Wie wird eine Generation sein, die die grundlegenden Wahrheiten und Gesetze des Lebens, die f\u00fcr eine reife Menschlichkeit wichtig sind, nicht kennenlernt? Auf welcher Grundlage wird die Liebe in Ehe und Familie beruhen, wenn Egoismus allgegenw\u00e4rtig wird und intime Beziehungen auf egoistische Lustbefriedigung reduziert werden? Diese Bef\u00fcrchtungen sind berechtigt, denn die Manipulation des menschlichen Bewusstseins hat katastrophale soziale Auswirkungen. Das lehrt und die Geschichte.<\/p>\n<div id=\"attachment_64987\" style=\"width: 570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64987\" class=\" wp-image-64987\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Menschen-Schwelle-gehen_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"234\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Menschen-Schwelle-gehen_Easy-Resize.com_.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Menschen-Schwelle-gehen_Easy-Resize.com_-300x125.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Menschen-Schwelle-gehen_Easy-Resize.com_-1024x427.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Menschen-Schwelle-gehen_Easy-Resize.com_-768x320.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><p id=\"caption-attachment-64987\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Archiv DMNiEt. An der Schwelle \/ Na progu<\/p><\/div>\n<h2><strong>Ohne Einschr\u00e4nkungen und Hemmungen<\/strong><\/h2>\n<p>Die Propaganda der totalit\u00e4ren Systeme des 20. Jahrhunderts zeigt, welche tragischen Folgen die Manipulation des menschlichen Bewusstseins haben kann. Sowohl der sowjetische Kommunismus als auch der deutsche Nationalsozialismus schafften es, der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung, auf die sie Einfluss hatten, ihre verbrecherischen Ideologien aufzuzwingen. Es gab nur wenige Oppositionelle, und diese bezahlten ihren Widerstand und ihre Kritik oft mit dem Leben. An diese schrecklichen Zeiten erinnert der 1. September 1939. An den damaligen Krieg und an die Kriege der Gegenwart denken wir mit Unruhe und gro\u00dfer Besorgnis. Der deutsche Nationalsozialismus brach infolge der Kriegsniederlage zusammen. Es gelang mehr oder weniger, ihn zur Rechenschaft zu ziehen und rechtlich aus dem \u00f6ffentlichen Raum zu entfernen. Der sowjetische Kommunismus brach aufgrund seiner eigenen Schw\u00e4chen zusammen. Die Verbrechen dieses Systems konnten nicht wirksam aufgekl\u00e4rt werden. Die angewandte \u201eVers\u00f6hnung durch Vergessen\u201d f\u00fchrte dazu, dass die kommunistisch-sozialistische Ideologie vor unseren Augen erneut auflebt und den \u00f6ffentlichen Raum besetzt. Diese Prozesse sind in der Profilierung des Schulwesens sichtbar. Dies \u00e4u\u00dfert sich u.a. in der Einschr\u00e4nkung des Einflusses von Mutter und Vater (Eltern) auf die Erziehung ihrer Kindern (und Jugendlichen) und der eindeutigen Ausgrenzung von spirituellen Werten, f\u00fcr die das Christentum steht. Das ist beunruhigend. Es ersch\u00fcttert unsere Hoffnung auf eine humane Zukunft. Diese sollte dem Menschen als psychophysischem und zugleich spirituellem Wesen zuteilwerden. Das materialistische und liberale (im Sinne von totaler Freiheit ohne Grenzen) Verst\u00e4ndnis des Menschen ist frei von existentieller, lebensnaher Realit\u00e4t.<\/p>\n<div id=\"attachment_64988\" style=\"width: 557px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-64988\" class=\" wp-image-64988\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Menschen-Porta-Santa-2_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"547\" height=\"269\" \/><p id=\"caption-attachment-64988\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Vatican News. \u00dcber die Schwelle der Heiligen Pforte \/ Przej\u015bcie przez pr\u00f3g Drzwi \u015bwi\u0119tych<\/p><\/div>\n<h2><strong>Die Schwelle der Hoffnung \u00fcberschreiten<\/strong><\/h2>\n<p>Wenn wir vor neuen Lebensabschnitten stehen, befinden wir uns vor verschiedenen Schwellen. Das k\u00f6nnen Schwellen zum gemeinsamen Leben zu zweit sein, Schwellen zum Erfolg, zur beruflichen oder wissenschaftlichen Karriere, zum materiellen Wohlstand. Oft sind es Schwellen, die wir \u00fcberschreiten, wenn \u00c4rzte uns aus einer Krankheit herausf\u00fchren, wenn wir unsere \u00c4ngste und Bef\u00fcrchtungen \u00fcberwinden. \u00dcber die Schwellen zur Freiheit gehen wir, wenn wir jegliche S\u00fcchte und \u00a0Abh\u00e4ngigkeiten hinter uns lassen. Im religi\u00f6sen Leben stehen wir vor der Schwelle oder an der Schwelle der Hoffnung. Wenn wir sie \u00fcberschreiten, betreten wir den Raum des spirituellen Lebens. Sein Wesen ist die Verbindung mit Gott und die Beziehung zum anderen Menschen auf der Grundlage der Weisheit, die von Gott kommt. Es gibt viele Getaufte, die drau\u00dfen stehen, vor der Schwelle der Hoffnung, vor dem Gotteshaus, welches sie nicht betreten, und vor der Weisheit, der sie sich nicht n\u00e4hern. Die Hoffnung des Menschen ist Gott, insbesondere Jesus Christus, der allen nahe ist. Das \u00dcberschreiten der Schwelle der \u00c4ngste, Unsicherheiten und Zweifel mit neuer Hoffnung in Richtung des Lehrers, Meisters und Erl\u00f6sers ist der Beginn der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen. Deshalb betont der Brief an die Hebr\u00e4er: \u201eIhr aber seid zum Berg Zion gekommen, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu einer unz\u00e4hlbaren Schar von Engeln, zu einer feierlichen Versammlung, zur Kirche der Erstgeborenen, die im Himmel eingeschrieben sind, zu Gott, der alle richtet, zu den Geistern der Gerechten, die bereits ihr Ziel erreicht haben, zum Mittler des Neuen Testaments \u2013 Jesus.\u201c Papst Johannes Paul II. sagte zu Beginn seines Pontifikats: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht! Christus wei\u00df, \u201ewas im Menschen ist\u201c. Nur er wei\u00df es. F\u00fcrchtet euch nicht vor dem, was ihr selbst geschaffen habt, f\u00fcrchtet euch nicht vor der Welt all dieser menschlichen Erzeugnisse, die f\u00fcr den Menschen immer mehr zu einer Bedrohung werden! F\u00fcrchtet euch schlie\u00dflich nicht vor euch selbst! Es ist also sehr wichtig, die Schwelle der Hoffnung zu \u00fcberschreiten, nicht davor stehen zu bleiben, sondern sich von Christus in der Gemeinschaft der Gl\u00e4ubigen leiten zu lassen. Wir m\u00fcssen unserer Welt ins Gesicht sehen, ihre Werte und Probleme, ihre \u00c4ngste und Hoffnungen, ihre Erfolge und Misserfolge betrachten\u201c und ihre Geschichte im Geiste des Evangeliums gestalten. Wir sind dazu in der Lage, uns auf derartige Hoffnung einzulassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>22. Sonntag im Jahreskreis \u2013 C 1. Lesung: Sir 3,\u00a017\u201318.20.28\u201329 2. 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