{"id":70715,"date":"2025-09-07T12:33:13","date_gmt":"2025-09-07T10:33:13","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/oppelner-dankten-fur-die-seligsprechung-von-pater-eduard-profittlich-2\/"},"modified":"2025-09-07T12:33:13","modified_gmt":"2025-09-07T10:33:13","slug":"oppelner-dankten-fur-die-seligsprechung-von-pater-eduard-profittlich-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/oppelner-dankten-fur-die-seligsprechung-von-pater-eduard-profittlich-2\/","title":{"rendered":"Oppelner dankten f\u00fcr die Seligsprechung von Pater Eduard Profittlich"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der deutsche Priester wirkte in den Jahren 1925\u20131928 als Seelsorger in Oppeln. 1942 wurde er ein M\u00e4rtyrer des Kommunismus. Am Samstag, den 6. September, wurde er in Tallinn seliggesprochen. Der Dankgottesdienst in der Jesuitenkirche in Oppeln wurde am Samstagabend von Bischof Andrzej Czaja geleitet.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>An der Liturgie nahm die deutsche Minderheit teil, vertreten durch die Gesch\u00e4ftsleiterin des VdG-B\u00fcros Joanna Hassa, den VdG- und SKGD-Vorsitzenden Rafa\u0142 Bartek, sowie Waldemar Gielzok, den Vorsitzenden der Deutschen Bildungsgesellschaft (w\u00e4hrend der Messe las er die Lesung aus dem R\u00f6merbrief auf Deutsch). Die heilige Messe wurde von Priestern aus dem Oppelner Dekanat, der Theologischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Oppeln und dem Bischofsvikar f\u00fcr Minderheiten konzelebriert.<\/p>\n<div id=\"attachment_65161\" style=\"width: 845px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65161\" class=\" wp-image-65161\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/KWF1113_Easy-Resize.com_-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"835\" height=\"556\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/KWF1113_Easy-Resize.com_-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/KWF1113_Easy-Resize.com_-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/KWF1113_Easy-Resize.com_-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/KWF1113_Easy-Resize.com_.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 835px) 100vw, 835px\" \/><p id=\"caption-attachment-65161\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Stefani Koprek<\/p><\/div>\n<p>Die Predigt hielt der Provinzial der S\u00fcdprovinz der Gesellschaft Jesu, Pater Jaros\u0142aw Paszy\u0144ski. Er erinnerte an die deutsche Herkunft des neuen Seligen, sein Studium in den Niederlanden und in Krakau sowie an seine seelsorgerische Arbeit \u2013 auch f\u00fcr die Polen \u2013 in Oppeln und in Hamburg. Ebenso erinnerte er an seinen Dienst in Estland.<br \/>\n\u2013 \u201eWir dr\u00fccken unsere Dankbarkeit in der Jesuitenkirche aus\u201c, sagte er, \u201edenn hier kam im Jahr 1925 der heute zur Ehre der Alt\u00e4re erhobene Jesuit an und wirkte drei Jahre lang, indem er seinen Glauben und seinen Frieden teilte \u2013 sowohl mit Polen als auch mit Deutschen. (\u2026) Der heute seliggesprochene Eduard Profittlich lehrt uns eine tiefe Beziehung zu Christus. Er lehrt uns Respekt vor Menschen, die anderen Nationen angeh\u00f6ren und verschiedene Sprachen sprechen. Er lehrt uns eine innere Freiheit, die ganz im Willen Gottes verankert ist.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_65162\" style=\"width: 906px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65162\" class=\" wp-image-65162\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/KWF1035_Easy-Resize.com1_-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"896\" height=\"597\" \/><p id=\"caption-attachment-65162\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Stefani Koprek<\/p><\/div>\n<p>Am Ende der Liturgie sprach Bischof Czaja ein Friedensgebet durch die F\u00fcrsprache des neuen Seligen. \u2013 \u201eSeid Zeugen dieses Tages, dieses Ereignisses\u201c, f\u00fcgte er hinzu. \u201eSprecht dar\u00fcber. Man muss in unseren Gemeinschaften verk\u00fcnden, dass wir einen so wunderbaren neuen F\u00fcrsprecher beim Herrn haben.\u201c<\/p>\n<p>Nach der Messe setzte sich die Feier auf dem Platz vor der Kirche fort. Jeder konnte estnisches Zimts\u00fc\u00dfgeb\u00e4ck probieren, einen Apfel mit einem F\u00e4hnchen mit den Worten \u201eGlaube und Frieden\u201c mitnehmen (als Seminarist bat Pater Eduard seine Mutter in einem Brief um ein paar \u00c4pfel) und Kaffee oder Tee trinken. Au\u00dferdem gab es Bilder und Faltbl\u00e4tter mit dem Bild des neuen Seligen und einem Gebet um seine F\u00fcrsprache zum Mitnehmen. Schlie\u00dflich auch eine Karte und einen Bleistift mit seinem Namen \u2013 ein Geschenk, das an den Rat von Pater Eduard erinnert, wertvolle Gedanken, die Gott uns eingibt, sofort aufzuschreiben.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\">\u201eDer heute seliggesprochene Eduard Profittlich lehrt uns eine tiefe Beziehung zu Christus. Er lehrt uns Respekt vor Menschen, die anderen Nationen angeh\u00f6ren und verschiedene Sprachen sprechen.\u201d<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>\u2013 \u201eFast genau vor hundert Jahren, im August 1925, trat Pater Eduard Profittlich in das Oppelner Jesuitenkolleg ein\u201c, sagte Waldemar Gielzok. \u201eHier arbeitete er bis 1928, betreute die Seelsorge und betrieb missionarische Arbeit, auch unter der polnischsprachigen Bev\u00f6lkerung der Stadt. 1930 schickten ihn die Oberen nach Hamburg. Dort k\u00fcmmerte er sich ebenfalls um die Polen, und am 2. Februar 1930 legte er seine ewigen Gel\u00fcbde ab. Aber der Aufenthalt in Oppeln pr\u00e4gte sein ganzes Leben.\u201c<\/p>\n<p>Er wurde am 11. September 1890 in Birresdorf im Kreis Ahrweiler im heutigen Rheinland-Pfalz geboren. Er war das achte von zehn Kindern von Dorothea, geborene Seiwert, und Markus Profittlich. 1912 legte er das Abitur ab. Ein Jahr sp\u00e4ter trat er in den Jesuitenorden ein. W\u00e4hrend des Krieges arbeitete er in einem Krankenhaus als Krankenpfleger und chirurgischer Assistent. Er tr\u00e4umte davon, nach Russland zu gehen und sich der Christianisierung dieses Landes zu widmen \u2013 dem Beispiel seines Bruders folgend, der als Missionar in Brasilien t\u00e4tig war und dort starb.<\/p>\n<div id=\"attachment_65163\" style=\"width: 837px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65163\" class=\" wp-image-65163\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/KWF1057_Easy-Resize.com_-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"827\" height=\"551\" \/><p id=\"caption-attachment-65163\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Stefani Koprek<\/p><\/div>\n<p>1922 wurde er zum Priester geweiht. Danach setzte er seine Studien am P\u00e4pstlichen Orientalischen Institut in Rom fort. Zur Vorbereitung auf die Missionsarbeit in Russland wurde er nach Krakau entsandt. Er hatte ein gro\u00dfes Talent f\u00fcr Sprachen. Er lernte Polnisch so gut, dass er auf Polnisch zwei Dissertationen am Jesuitenkolleg in Krakau schrieb und verteidigte \u2013 1923 in Philosophie und ein Jahr sp\u00e4ter in Theologie.<\/p>\n<p>1930 wurde er nach Estland geschickt. Er \u00fcbernahm die Pfarrei St. Apostel Petrus und Paulus in Tallinn. Viele seiner Gemeindemitglieder waren Polen oder hatten polnische Wurzeln sowie Litauer.<\/p>\n<p>Am 11. Mai 1931 ernannte Papst Pius XI. Pater Eduard zum Apostolischen Administrator f\u00fcr Estland. Er st\u00fcrzte sich in die Arbeit, sorgte f\u00fcr die Herausgabe der ersten kirchlichen Wochenzeitung in Estland. Diese wurde vor allem von der \u00f6rtlichen Intelligenz gelesen. Zu seinen Predigten kamen nicht nur Katholiken. Die Zahl der Gl\u00e4ubigen wuchs schnell, und der Administrator gr\u00fcndete neue Pfarreien. 1934 wurden sie bereits von zehn Priestern sowie aus Polen und Tschechien stammenden Ordensschwestern betreut. Der katholische Religionsunterricht fand in vier Schulen in sieben Sprachen statt.<\/p>\n<div id=\"attachment_65166\" style=\"width: 813px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65166\" class=\"wp-image-65166 \" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/KWF1416_Easy-Resize.com_-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"803\" height=\"535\" \/><p id=\"caption-attachment-65166\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Stefani Koprek<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Dezember 1936 wurde Eduard Profittlich zum Bischof geweiht und zum Erzbischof ernannt. Als im Juni 1940 die Sowjetunion Estland besetzte, schrieb der Bischof nach Rom und fragte, ob er in Estland bleiben oder nach Deutschland zur\u00fcckkehren solle. Der Papst \u00fcberlie\u00df ihm die Entscheidung. Er beschloss zu bleiben und informierte seine Verwandten in Deutschland \u00fcber diesen Entschluss.<br \/>\n\u201eAuch wenn die Zukunft aus menschlicher Sicht nicht rosig aussieht, habe ich beschlossen zu bleiben\u201c, schrieb er. \u201eEs ist n\u00e4mlich recht und billig, dass der Hirte bei seiner Herde ist und ihre Freuden und Leiden teilt. Ich muss sagen, dass ich, obwohl die Entscheidung einige Wochen brauchte, sie nicht aus Angst oder Sorge getroffen habe, sondern mit gro\u00dfer Freude. Und als schlie\u00dflich klar wurde, dass ich bleiben sollte, war meine Freude so gro\u00df, dass ich mit Dankbarkeit und Freude das Te Deum betete. (\u2026) Ich wei\u00df, dass Gott mit mir ist. Und dann wird alles gut. Mein Leben und \u2013 falls n\u00f6tig \u2013 mein Tod werden Leben und Tod in Christus sein.\u201c<\/p>\n<p>Die Lage der Kirche und des Bischofs in Tallinn verschlechterte sich dramatisch nach dem deutschen Angriff auf die UdSSR. Die in der Sowjetunion lebenden Deutschen wurden Opfer einer Verfolgungswelle.<\/p>\n<div id=\"attachment_65164\" style=\"width: 692px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65164\" class=\"size-large wp-image-65164\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/KWF1248_Easy-Resize.com_-682x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"682\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/KWF1248_Easy-Resize.com_-682x1024.jpg 682w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/KWF1248_Easy-Resize.com_-200x300.jpg 200w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/KWF1248_Easy-Resize.com_-768x1152.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/KWF1248_Easy-Resize.com_.jpg 853w\" sizes=\"auto, (max-width: 682px) 100vw, 682px\" \/><p id=\"caption-attachment-65164\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Stefani Koprek<\/p><\/div>\n<p>In der Nacht des 27. Juni durchsuchten acht NKWD-Beamte das Bischofshaus. Sie beschlagnahmten einen Teil der Einrichtung, die Korrespondenz und das Pfarrarchiv. Der Bischof wurde der Spionage f\u00fcr Deutschland beschuldigt und verhaftet. Er bat die Beamten um die M\u00f6glichkeit, kurz in die Kirche zu gehen und zu beten \u2013 und erhielt die Erlaubnis.<\/p>\n<p>Er wurde nach Kirow, 800 km von Moskau entfernt, gebracht. Ihm wurde antisowjetische Agitation durch die Nutzung religi\u00f6ser Gef\u00fchle vorgeworfen, ebenso das S\u00e4en von Hass gegen die UdSSR und die kommunistische Partei. Seine Besuche in der deutschen Botschaft f\u00fchrten zum Vorwurf der Spionage.<\/p>\n<p>Am 25. Oktober 1941 begann sein Prozess. Der Bischof wurde f\u00fcr schuldig befunden und verurteilt. Er legte Berufung beim Obersten Gerichtshof ein, doch sein Antrag wurde abgelehnt. Mit einem Todesurteil vom 21. November 1941 kam er in ein Arbeitslager in Kirow, wo er am 22. Februar 1942 starb.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Krzysztof Ogiolda<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Der deutsche Priester wirkte in den Jahren 1925\u20131928 als Seelsorger in Oppeln. 1942 wurde er ein M\u00e4rtyrer des Kommunismus. Am Samstag, den 6. September, wurde er in Tallinn seliggesprochen. Der Dankgottesdienst in der Jesuitenkirche in Oppeln wurde am Samstagabend von Bischof Andrzej Czaja geleitet.<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":65160,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4225],"tags":[5383,5420],"redaktor":[],"class_list":["post-70715","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kirche-de","tag-eduard-profittich","tag-jezuita"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70715","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70715"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70715\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/65160"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70715"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70715"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70715"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=70715"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}