{"id":70705,"date":"2025-09-08T14:30:56","date_gmt":"2025-09-08T12:30:56","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/oppeln-wird-hauptstadt-fur-minderheitenangelegenheiten\/"},"modified":"2025-09-08T14:30:56","modified_gmt":"2025-09-08T12:30:56","slug":"oppeln-wird-hauptstadt-fur-minderheitenangelegenheiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/oppeln-wird-hauptstadt-fur-minderheitenangelegenheiten\/","title":{"rendered":"Oppeln wird Hauptstadt f\u00fcr Minderheitenangelegenheiten"},"content":{"rendered":"<h1>Es wird ein bahnbrechender Kongress<\/h1>\n<p><strong>Im September wird Oppeln zum Zentrum einer internationalen Debatte \u00fcber die Rechte und die Zukunft nationaler und ethnischer Minderheiten. Am 23. und 24. September 2025 findet hier der \u201eKongress \u00fcber Minderheiten\u201d statt, der als gr\u00f6\u00dfte Veranstaltung zu diesem Thema in Polen angek\u00fcndigt wird. Anlass f\u00fcr die Organisation ist der 20. Jahrestag der Verabschiedung des Minderheitengesetzes, und das Motto von Albert Camus steht dar\u00fcber: \u201eDemokratie ist nicht das Recht der Mehrheit, sondern der Schutz der Minderheit\u201d.<\/strong><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Die Idee des Kongresses: Reflexion \u00fcber 20 Jahre Gesetz<\/strong><\/h2>\n<p>Die Idee dieses Treffens entstand aus der Notwendigkeit heraus, tiefer \u00fcber zwei Jahrzehnte des Bestehens dieses f\u00fcr die polnische Demokratie so wichtigen Gesetzes nachzudenken. Wie Dr. Marek Mazurkiewicz von der Universit\u00e4t Oppeln, einer der Hauptorganisatoren des Kongresses, erkl\u00e4rte:<\/p>\n<p>\u201eWir k\u00f6nnen das 20-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um des Minderheitengesetzes feiern, und wir als Organisatoren, d.h. die Universit\u00e4t Oppeln, das Marschallamt, das Woiwodschaftsamt, das Schlesische Institut, das Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit sowie das Forschungszentrum der deutschen Minderheit, haben uns Gedanken gemacht und ein Konzept entwickelt, in dessen Rahmen wir \u00fcber Minderheiten sowie \u00fcber die Perspektiven f\u00fcr die Entwicklung der Minderheitenpolitik und der Gesetzgebung in Bezug auf Minderheiten sprechen wollen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bin der Meinung, dass dies die gr\u00f6\u00dfte Veranstaltung des Jahres sein wird, wenn es um Minderheitenfragen in Polen geht\u201d, f\u00fcgte Mazurkiewicz hinzu.<\/p>\n<div id=\"attachment_65176\" style=\"width: 461px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65176\" class=\" wp-image-65176\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/marek-mazurkiewicz_Easy-Resize.com_-e1757327749821.jpg\" alt=\"\" width=\"451\" height=\"678\" \/><p id=\"caption-attachment-65176\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Marek Mazurkiewicz<br \/>Foto: privat<\/p><\/div>\n<h2><strong>Internationales Forum zum Erfahrungsaustausch<\/strong><\/h2>\n<p>Rund 150 Referenten aus ganz Europa werden nach Oppeln kommen und eine einzigartige Plattform f\u00fcr den Gedankenaustausch schaffen. Wie Dr. Mazurkiewicz erkl\u00e4rt, lassen sich die Teilnehmer in drei Hauptgruppen einteilen: \u201eDie gr\u00f6\u00dfte Gruppe besteht aus Wissenschaftlern aus Polen, aber auch aus verschiedenen anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, beispielsweise Vertretern des EURAC-Netzwerks aus Bozen in Italien. An dem Kongress nehmen auch Wissenschaftler des Europ\u00e4ischen Zentrums f\u00fcr Minderheitenfragen in Flensburg sowie Wissenschaftler aus Albanien, Georgien, Wales und Ungarn teil.\u201d Die zweite Gruppe bilden Praktiker. \u201eIch meine damit die Beauftragten f\u00fcr Minderheitenangelegenheiten auf Woiwodschaftsebene. Wir werden ein Forum f\u00fcr Vertreter der Woiwodschafts\u00e4mter aus ganz Polen organisieren\u201c, z\u00e4hlt Dr. Mazurkiewicz auf. Die dritte Gruppe bilden die Vertreter der Minderheiten selbst. \u201eUnter anderem Vertreter der Gemeinsamen Kommission der Regierung und der nationalen und ethnischen Minderheiten, da im Rahmen des Kongresses eine Sitzung der Kommission stattfinden wird\u201d, betont Mazurkiewicz.<\/p>\n<h2><strong>Sondersitzung der Gemeinsamen Kommission<\/strong><\/h2>\n<p>Die f\u00fcr den ersten Tag des Kongresses geplante Sondersitzung der Gemeinsamen Kommission ist einer der H\u00f6hepunkte der Veranstaltung: \u201eIm Rahmen des Kongresses k\u00f6nnen die Teilnehmer oder G\u00e4ste als Zuh\u00f6rer an der Sitzung der Gemeinsamen Kommission teilnehmen. Das ist ungew\u00f6hnlich, da die Gemeinsame Kommission normalerweise in Warschau im Ministerium f\u00fcr Inneres und Verwaltung tagt, aber f\u00fcr unseren Kongress ist dies eine Ausnahme, und es wird ein \u00f6ffentlicheres Treffen der Minderheit mit Zuh\u00f6rern sowie Wissenschaftlern und Experten aus verschiedenen L\u00e4ndern sein\u201d, so der Organisator.<\/p>\n<h2><strong>Der Kongress blickt in die Zukunft<\/strong><\/h2>\n<p>Obwohl ein polnischer Jubil\u00e4umstag den Hintergrund bildet, reichen die Ambitionen des Kongresses weit dar\u00fcber hinaus. Es geht nicht nur darum, die letzten zwei Jahrzehnte zusammenzufassen. \u201eWir wollen nicht nur \u00fcber die Auswirkungen des Gesetzes sprechen, sondern auch \u00fcber die Perspektiven f\u00fcr Minderheiten, nicht nur in Polen, nicht nur in unserer Region. Dank der Vertreter aus vielen L\u00e4ndern und vielen Universit\u00e4ten wollen wir auch die Situation oder Beispiele aus vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern vergleichen und auf dieser Grundlage einen Entwurf f\u00fcr die Zukunft erstellen und diskutieren, wie Europa und die europ\u00e4ischen L\u00e4nder Minderheiten weiter unterst\u00fctzen und diesen Gruppen helfen k\u00f6nnen, ihre Identit\u00e4t, ihre sprachliche Identit\u00e4t, ihre Kultur und ihre Traditionen weiterzuentwickeln und zu bewahren\u201d, so Dr. Mazurkiewicz.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>\u201eIch bin der Meinung, dass dies die gr\u00f6\u00dfte Veranstaltung des Jahres sein wird, wenn es um Minderheitenfragen in Polen geht\u201d, urteilt Marek Mazurkiewicz.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<h2><strong>Die deutsche Minderheit im Mittelpunkt<\/strong><\/h2>\n<p>Aufgrund der Besonderheiten der Region nimmt das Thema deutsche Minderheit einen besonderen Platz im Programm des Kongresses ein. Ihre Stimme wird in zahlreichen Podiumsdiskussionen zu h\u00f6ren sein. Auf dem Programm steht eine spezielle Podiumsdiskussion in deutscher Sprache, bei der Wissenschaftler aus Ungarn, Deutschland und Polen unter anderem \u00fcber den Status der deutschen Sprache als Minderheitensprache und die Aktivit\u00e4ten der Kulturstiftung der Vertriebenen f\u00fcr Wissenschaft und Forschung diskutieren werden.<\/p>\n<p>Das Thema Deutschland wird auch in anderen Sektionen behandelt. Robert Pawlita von der Universit\u00e4t Oppeln analysiert das Bild der deutschen Minderheit im polnischen Parlamentsdiskurs des letzten Jahrzehnts, und Irena Machura (UO) untersucht die Rolle der deutschen Sprache in Identit\u00e4tsnarrativen in Oppeln. Norbert Honka (UO) wird die Frage des deutschen Kulturerbes und dessen Bedeutung f\u00fcr die Organisation von Minderheiten ansprechen. Wichtig ist, dass sich auch die junge Generation an der Diskussion beteiligt: Oskar Zgonina, Vertreter des Bundes der Jugend der deutschen Minderheit in Polen, wird als Co-Autor einen Vortrag \u00fcber den Schutz der Minderheitenrechte im Privatrecht halten. Die Abschlussdiskussion des Kongresses wird unter anderem durch die Anwesenheit von Ryszard Galla, Berater des Sejm-Marschalls, und der Vizemarschallin Zuzanna Donath-Kasiura bereichert.<\/p>\n<h2><strong>Vorbereitungen und Offenheit des Kongresses<\/strong><\/h2>\n<p>Die Vorbereitungen f\u00fcr den Kongress laufen bereits seit einem Jahr. Die Organisatoren sorgen f\u00fcr eine Simultan\u00fcbersetzung ins Polnische, Deutsche und Englische und betonen, dass der Kongress nicht nur ein Treffen in einem geschlossenen Kreis von Fachleuten ist. Die Beratungen sind offen, jeder, der sich f\u00fcr dieses Thema interessiert, kann daran teilnehmen. Der Kongress findet an mehreren Orten in Oppeln statt: im Sejmik der Woiwodschaft Oppeln, in Ostrowek, im Collegium Civitas der Fakult\u00e4t f\u00fcr Politik- und Kommunikationswissenschaften der Universit\u00e4t Oppeln in der ul. Katowicka 89 sowie im Studentischen Kulturzentrum der Universit\u00e4t Oppeln in der ul. Katowicka 95. Die Ergebnisse dieses Treffens sollen \u00fcber Jahre hinweg genutzt werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-65177\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/logo-kongres-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"557\" height=\"315\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-65178\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/STOPKA-V1@3x-1-Kopie-scaled-1.png\" alt=\"\" width=\"558\" height=\"52\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/STOPKA-V1@3x-1-Kopie-scaled-1.png 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/STOPKA-V1@3x-1-Kopie-scaled-1-300x28.png 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/STOPKA-V1@3x-1-Kopie-scaled-1-1024x95.png 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/STOPKA-V1@3x-1-Kopie-scaled-1-768x71.png 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/STOPKA-V1@3x-1-Kopie-scaled-1-1536x143.png 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/STOPKA-V1@3x-1-Kopie-scaled-1-2048x190.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 558px) 100vw, 558px\" \/><\/p>\n<p>\u201eEines der Ziele des Kongresses ist es, Vortr\u00e4ge und Artikel zu sammeln und die Ergebnisse der Diskussionen in Form einer Publikation zu ver\u00f6ffentlichen\u201d, k\u00fcndigt Mazurkiewicz an. Er f\u00fcgt hinzu, dass das vielf\u00e4ltige Programm einer der gr\u00f6\u00dften Vorteile der Veranstaltung ist, die ein wichtiges Signal senden soll:<\/p>\n<p>\u201eWir hoffen, dass Oppeln und die Universit\u00e4t Oppeln sowie wir als Region in der wissenschaftlichen Gemeinschaft in Polen und auch in ganz Europa ein Zeichen setzen, dass wir auch hier viel f\u00fcr Minderheiten tun und auch als wissenschaftliche Einrichtung aktiv sind.\u201d<\/p>\n<p>Ausf\u00fchrliche Informationen zum Kongress finden Sie unter <span style=\"color: #3366ff;\"><strong><a style=\"color: #3366ff;\" href=\"https:\/\/inopia.uni.opole.pl\/kongres-mniejszosci\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/inopia.uni.opole.pl\/kongres-mniejszosci\/<\/a><\/strong><\/span>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Ewa Wieszo\u0142ek-Stolz<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es wird ein bahnbrechender Kongress Im September wird Oppeln zum Zentrum einer internationalen Debatte \u00fcber die Rechte und die Zukunft nationaler und ethnischer Minderheiten. 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