{"id":70635,"date":"2025-09-16T17:00:37","date_gmt":"2025-09-16T15:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/glatzer-mundart-trifft-polnische-ubersetzung\/"},"modified":"2025-09-16T17:00:37","modified_gmt":"2025-09-16T15:00:37","slug":"glatzer-mundart-trifft-polnische-ubersetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/glatzer-mundart-trifft-polnische-ubersetzung\/","title":{"rendered":"Glatzer Mundart trifft polnische \u00dcbersetzung"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Mittelwalde: Erstes Treffen von interessierten Polen und Deutschen zur Glatzer Mundart<\/strong><\/h1>\n<p><strong>Am 30. August 2025 fand im Ballsaal des Schlosses in Mittelwalde eine besondere Buchvorstellung statt. Dank der Deutschlehrerin Joanna Kraczkowska entstanden die ersten polnischen \u00dcbersetzungen von Gedichten aus unserer schlesischen Mundart. Das Interesse der heutigen Bewohner des Glatzer Landes an der Zeit vor 1945 und an der Lebensweise der Deutschen ist bemerkenswert.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Wiederbelebung des \u201ePauersch\u201c<\/strong><\/h2>\n<p>Dies war wohl auch der Anlass, unser \u201ePauersch\u201c nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. F\u00fcr mich kam es fast wie ein Wunder vor, denn aus Deutschland gab es bislang leider wenig Interesse und keinerlei Initiative in dieser Richtung.<\/p>\n<p>Mit Unterst\u00fctzung der Stadt Bad Altheide, der Gemeinde Mi\u0119dzylesie, der Stiftung f\u00fcr deutsch-polnische Zusammenarbeit und des DFK Glatz entstand ein sehr sch\u00f6nes Buch mit Gedichten von Erhard Gertler, Hermann G\u00fcnzel, Ernst Schenke, Franz Sch\u00f6nig und anderen, erg\u00e4nzt durch die polnische \u00dcbersetzung zum besseren Verst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p>In der Planungsphase besuchte uns der Herausgeber des Buches, Herr Franczuskowski, in Schwenz mit der Bitte um finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Projekt. Solche Anfragen bringen uns, wie schon erw\u00e4hnt, immer wieder in Verlegenheit. Nat\u00fcrlich ist eine Unterst\u00fctzung wichtig, wie auch in diesem Fall, doch die finanziellen Mittel sind wie immer knapp. Dennoch hatte ich die Abnahme der fertigen B\u00fccher in H\u00f6he von 1500 PLN zugesagt.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Bei der Vorstellung des Buches sprach Horst Ulbrich auch \u00fcber seine eigene Familiengeschichte. Seine Gro\u00dfeltern zogen 1953 nach Herford, und er selbst lernte als Kind das Glatzer Platt \u2013 eine Sprache, die bis heute lebendig geblieben ist<\/strong>: <strong>\u201eJa, trotz der langen Zeit ist die Sprache der Heimat immer noch lebendig.\u201c<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Nun versuche ich, die B\u00fccher zum Preis von 20 \u20ac in unserer Gesch\u00e4ftsstelle in Glatz oder f\u00fcr 25 \u20ac inklusive Versand zu verkaufen.<br \/>\nUnd wer h\u00e4tte das gedacht \u2013 ein sehr sch\u00f6nes Buch ist entstanden. Die Vorstellung fand im neuen Ballsaal des Schlosses statt und zog viele interessierte Zuh\u00f6rer an.<\/p>\n<h2><strong>Glatzer Platt: Familiengeschichte und kulturelle Br\u00fccke<\/strong><\/h2>\n<p>Zu einer Podiumsdiskussion und einem Vortrag in unserer Mundart wurde ich eingeladen, und die vorgetragenen Gedichte in unserem Dialekt erhielten viel Applaus. Auch die Geschichte meines Gro\u00dfvaters, der nur schlesisches Platt sprach, aber kein Hochdeutsch, trug zur Erheiterung bei. Meine Gro\u00dfeltern zogen 1953 zu uns nach Herford, und so habe ich mit f\u00fcnf Jahren zwangsl\u00e4ufig unser Glatzer Platt gelernt. Ja, trotz der langen Zeit ist die Sprache der Heimat immer noch lebendig.<\/p>\n<h2><strong>Dialog zwischen V\u00f6lkern: Akzeptanz und Verst\u00e4ndnis im Glatzer Land<\/strong><\/h2>\n<p>Auch der Vorschlag des Vorsitzenden der \u00f6rtlichen Reiseleiter, mehrere Deutsche, die die Muttersprache noch beherrschen, mit interessierten Polen in unserer Gesch\u00e4ftsstelle in Glatz zusammenzubringen, wurde positiv aufgenommen. Ein sch\u00f6nes Beispiel f\u00fcr gegenseitige Akzeptanz und das Interesse an der jeweils anderen Volksgruppe.<\/p>\n<div id=\"attachment_65501\" style=\"width: 619px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65501\" class=\" wp-image-65501\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Glatzer-Mundart_KW38_1-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"609\" height=\"343\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Glatzer-Mundart_KW38_1-300x169.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Glatzer-Mundart_KW38_1-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Glatzer-Mundart_KW38_1-768x432.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Glatzer-Mundart_KW38_1.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 609px) 100vw, 609px\" \/><p id=\"caption-attachment-65501\" class=\"wp-caption-text\">Die Buchvorstellung und Podiumsdiskussion in Glatzer Mundart stie\u00dfen auf gro\u00dfes Interesse.<br \/>Foto: DFK Glatz<\/p><\/div>\n<p>Auch Dr. Jan Pacholski von der Universit\u00e4t Breslau wird das Thema mit seinen Studenten behandeln. Interessant war zu h\u00f6ren, dass er den Begriff \u201eVertreibung der Deutschen\u201c verwendete \u2013 ein Ausdruck, der im Polnischen un\u00fcblich ist. Und der B\u00fcrgermeister von Bad Altheide f\u00fcgte hinzu, dass viele Schl\u00f6sser erst in polnischer Zeit so verw\u00fcstet wurden und deshalb in einem so schlechten Zustand sind. Ja, im gegenseitigen Verst\u00e4ndnis der V\u00f6lker hat sich in den letzten Jahren sehr viel bewegt.<\/p>\n<p>Auch aus dem Publikum kamen Beitr\u00e4ge zu den heutigen Besitzverh\u00e4ltnissen und den Diskussionen, die es dar\u00fcber mit den Betroffenen gegeben hat. Auch Karina Fuglinska war dabei und konnte die Probleme ihrer Mutter aus jener Zeit schildern.<\/p>\n<p>Also schauen wir mit Zuversicht in die Zukunft \u2013 mit der Hoffnung, dass unsere Bem\u00fchungen unterst\u00fctzt werden und wir weiterhin in unserer Heimat aktiv bleiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Horst Ulbrich<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Einzelheiten zum Buch:<\/strong><\/h3>\n<p><strong>Deutscher Freundschaftskreis<\/strong><br \/>\nDeutsche sozial-kulturelle Gesellschaft Kreisverband Glatz e.V.<br \/>\nNiemieckie Towarzystwo Spo\u0142eczno-Kulturalne w K\u0142odzku<br \/>\n57-300 K\u0142odzko, ul. \u0141ukasi\u0144skiego 11<\/p>\n<p>E-Mail: <strong>hulbrich75@gmail.com<\/strong><br \/>\nMobil: <strong>+49 152 376 856 49<\/strong> oder <strong>+48 502 908 533<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittelwalde: Erstes Treffen von interessierten Polen und Deutschen zur Glatzer Mundart Am 30. 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