{"id":70566,"date":"2025-09-26T11:00:10","date_gmt":"2025-09-26T09:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/die-bayern-in-schlesien-wofur-kampften-sie\/"},"modified":"2025-09-26T11:00:10","modified_gmt":"2025-09-26T09:00:10","slug":"die-bayern-in-schlesien-wofur-kampften-sie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/die-bayern-in-schlesien-wofur-kampften-sie\/","title":{"rendered":"Die Bayern in Schlesien \u2013 wof\u00fcr k\u00e4mpften sie?"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Kolumne: Aus der Mottenkiste der Geschichte<\/strong><\/h1>\n<p><strong>Wenn man mit dem Fahrrad auf dem Eisenbahnweg von Cosel nach Bauerwitz f\u00e4hrt, kommt man an der Bayerischen Kapelle vorbei, die an gefallene napoleonische \u2013 genauer gesagt bayerische \u2013 Soldaten erinnert. Da stellt sich die Frage, wieso die Bayern nach Wiegsch\u00fctz kamen und wof\u00fcr sie k\u00e4mpften.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Gehen wir also 220 Jahre zur\u00fcck. In Europa herrschte Krieg, ausgel\u00f6st durch Napoleon, der die Friedensbestimmungen mit dem Heiligen R\u00f6mischen Reich Deutscher Nation verletzt hatte. Das Reich bestand aus vielen Herzogt\u00fcmern und Kleinstaaten, wie dem Kurf\u00fcrstentum Bayern oder dem Kurf\u00fcrstentum Hannover. Die franz\u00f6sischen Truppen \u00fcberschritten die Grenze des letzteren, und das Kurf\u00fcrstentum Hannover wurde vom englischen K\u00f6nig regiert, sodass der englisch-franz\u00f6sische Krieg ausbrach, der schnell weitere Staaten erfasste. \u00d6sterreich trat am 9. August 1805 in den Krieg ein, da seine Interessen in Norditalien bedroht waren, wo Napoleon sich zum K\u00f6nig des von ihm neu gegr\u00fcndeten K\u00f6nigreichs Italien erkl\u00e4rt hatte. Der kleine Korporal, der es gleichzeitig mit England, \u00d6sterreich, Preu\u00dfen und Russland zu tun hatte, beschloss, neue Verb\u00fcndete im Ersten Reich zu gewinnen, und richtete seine Aufmerksamkeit auf das Kurf\u00fcrstentum Bayern.<\/p>\n<div id=\"attachment_65779\" style=\"width: 555px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65779\" class=\" wp-image-65779\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/napoleon-pod-kozlem-1-e1758708688615-300x168.webp\" alt=\"\" width=\"545\" height=\"305\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/napoleon-pod-kozlem-1-e1758708688615-300x168.webp 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/napoleon-pod-kozlem-1-e1758708688615.webp 680w\" sizes=\"auto, (max-width: 545px) 100vw, 545px\" \/><p id=\"caption-attachment-65779\" class=\"wp-caption-text\">Die Belagerung Cosels im Jahr 1807, gesehen von den H\u00fcgeln zwischen Wiegsch\u00fctz und Reinschdorf.<br \/>Bild: Wilhelm von Kobell<\/p><\/div>\n<h2><strong>Zwischen Hammer und Amboss<\/strong><\/h2>\n<p>Die Bayern befanden sich nun zwischen Hammer und Amboss. Auf der einen Seite stand Frankreich, auf der anderen \u00d6sterreich, England, Russland und Schweden. Der Kurf\u00fcrst und seine rechte Hand, Au\u00dfenminister Maximilian von Montgelas, waren sich bewusst, dass es in diesem Konflikt sehr schwierig sein w\u00fcrde, neutral zu bleiben. Montgelas war ein Pragmatiker. Nach der Niederlage der \u00f6sterreichisch-bayerischen Truppen in der Schlacht von Hohenlinden im Dezember 1800 rechnete er damit, dass ein B\u00fcndnis mit Napoleon Bayern politische und territoriale Vorteile garantieren k\u00f6nnte. Er dr\u00e4ngte den Kurf\u00fcrsten, Kaiser Franz II. Habsburg zu verraten und einen Pakt mit Bonaparte zu schlie\u00dfen, der Bayern das \u00dcberleben sichern sollte. Der Abschluss der geheimen Verhandlungen erfolgte im Schloss Montgelas in Bogenhausen (heute ein Stadtteil von M\u00fcnchen). Am 25.08.1805 unterzeichnete der kranke Minister den Geheimvertrag von Bogenhausen. Der zuk\u00fcnftige Kaiser der Franzosen ratifizierte das Dokument schnell, aber Kurf\u00fcrst Maximilian z\u00f6gerte mit seiner Unterschrift. Kaiser Franz II. erfuhr von den Verhandlungen und schickte Feldmarschall Karl Philipp Schwarzenberg nach M\u00fcnchen, der mit 200 Husaren das Schloss Nymphenburg \u00fcberfiel, um die Loyalit\u00e4t des bayerischen Kurf\u00fcrsten gegen\u00fcber dem Kaiser zu erzwingen. Maximilian gelang es jedoch, zu fliehen und sich in W\u00fcrzburg in Sicherheit zu bringen, wo er nach reiflicher \u00dcberlegung erst am 28.09.1805 den Vertrag ratifizierte.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>\u201eNach der Niederlage bei Hohenlinden rechnete Montgelas damit, dass ein B\u00fcndnis mit Napoleon Bayern politische und territoriale Vorteile sichern k\u00f6nnte.\u201d<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<h2><strong>Die Dankbarkeit Bonapartes<\/strong><\/h2>\n<p>Bayern stellte sich auf die Seite Napoleons, was zum Sieg der Franzosen bei Austerlitz beitrug. Bonaparte revanchierte sich, indem er das K\u00f6nigreich Bayern gr\u00fcndete, das unter anderem Franken und Teile von Tirol und Salzburg umfasste und bis zum Bodensee reichte. Der Kurf\u00fcrst von Bayern, Maximilian IV. Joseph, wurde der erste K\u00f6nig von Bayern und nahm den Namen Maximilian I. an. Die Bayern unterst\u00fctzten Napoleon im n\u00e4chsten Krieg, der 1806 ausbrach, und marschierten in Schlesien ein und beteiligten sich an der Belagerung der Festung Cosel, bei der viele Bayern ums Leben kamen, darunter der Artillerie-Kommandeur der 1. Bayerischen Division, Major von Sprety. Vom Schloss in Bogenhausen ist heute nichts mehr erhalten. An seiner Stelle steht das monumentale Geb\u00e4ude des Bundesfinanzhofs. In Wiegsch\u00fctz hingegen wird das Andenken an die Gefallenen und das Grab des bayerischen Majors gepflegt, was Anlass zur Freude ist. Ich empfehle das Buch von Karol Jonca \u201eWielka Armia Napoleona w kampanii 1807 roku pod Ko\u017alem\u201d und die Lekt\u00fcre der Werke des Historikers und Gemeindevorstehers von Reinschdorf, Tomasz H. Kandziora.<\/p>\n<p><strong>Kaj je tyn pierun&#8230;?<\/strong> Das ist die Frage der n\u00e4chsten Folge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kolumne: Aus der Mottenkiste der Geschichte Wenn man mit dem Fahrrad auf dem Eisenbahnweg von Cosel nach Bauerwitz f\u00e4hrt, kommt man an der Bayerischen Kapelle vorbei, die an gefallene napoleonische \u2013 genauer gesagt bayerische \u2013 Soldaten erinnert. 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