{"id":70550,"date":"2025-09-28T15:00:35","date_gmt":"2025-09-28T13:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/eine-moderne-s-bahn-fur-oberschlesien\/"},"modified":"2025-09-28T15:00:35","modified_gmt":"2025-09-28T13:00:35","slug":"eine-moderne-s-bahn-fur-oberschlesien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/eine-moderne-s-bahn-fur-oberschlesien\/","title":{"rendered":"Eine moderne S-Bahn f\u00fcr Oberschlesien"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Teil 2<\/strong><\/h1>\n<p><strong>Nach dem historischen \u00dcberblick im ersten Teil, schauen wir nun auf die Entwicklungen der letzten Jahre. Dank verbesserte Zusammenarbeit der oberschlesischen St\u00e4dte nimmt der Bau der S-Bahn seit einigen Jahren Fahrt auf.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Neue Impulse dank EU und Metropolverband<\/strong><\/h2>\n<p>Der EU-Betritt Polens 2004 er\u00f6ffnete der Woiwodschaft Schlesien neue M\u00f6glichkeiten. Pl\u00e4ne f\u00fcr ein wahres S-Bahnsystem nahmen aber erst 2017 Fahrt auf. In diesem Jahr wurde die Oberschlesisch-Dombrowaer Metropole (G\u00f3rno\u015bl\u0105sko-Zag\u0142\u0119biowska Metropolia, GZM) gegr\u00fcndet, deren Hauptaufgabe unter anderem die Organisation des \u00f6ffentlichen Nachverkehrs im Metropolgebiet ist. Diese begann mit Planungsarbeiten f\u00fcr ein S-Bahnsystem und kleineren Ma\u00dfnahmen, den Nahverkehr attraktiver zu gestalten. Dazu geh\u00f6rt etwa die die punktuelle Tarifintegration von Bus und Tram mit regionalen Bahnverbindungen durch die Einf\u00fchrung eines Monatstickets im M\u00e4rz 2023. Dies war ein Zwischenschritt zu einem einheitlichen Tarifsystem. Die GZM bezuschusst auch Bahnverbindungen der K\u015a um eine hohe Taktung in der Region zu gew\u00e4hrleisten. Im Rahmen dessen wurde auch die Verbindung zwischen Beuthen und Gleiwitz nach 8 Jahren wiederaufgenommen. Mit nur 18 Minuten Fahrzeit ist die Bahn auf dieser Strecke deutlich schneller als der Expressbus der Linie M16 (60 Minuten) oder die Fahrt mit dem Auto (26 Minuten).<\/p>\n<h2><strong>Das Konzept der Metropolbahn <\/strong><\/h2>\n<p>Im Jahr 2018 erarbeite die Schlesische Technische Universit\u00e4t das Konzept f\u00fcr die GZM Metropolbahn (Kolej Metropolitalna GZM), welche vier, aufeinander aufbauende Varianten vorschl\u00e4gt. Die bescheidenste Variante W0 sieht zwei Haupttrassen im Rahmen des bestehenden Streckennetzes vor. Eine West-Ost-Achse von Gleiwitz \u00fcber Kattowitz nach D\u0105browa G\u00f3rnicza sowie eine Nord-S\u00fcd-Achse von Tarnowitz \u00fcber Kattowitz nach Tichau. Zus\u00e4tzlich sollen 33 Z\u00fcge bestellt werden. Die weiteren Varianten sehen unter anderem den Bau separater Gleisz\u00fcge, den Anschluss weiterer St\u00e4dte (beispielsweise Peiskretscham und Myslowitz) samt Modernisierung und Bau von Bahnstationen vor. Sogar den Bau einer direkten Monorailverbindung von Kattowitz zum Flughafen ist Teil dieser Pl\u00e4ne. Insgesamt ist der Bau von 400 km Einsbahntrassen und ca. 130 Bahnstationen vorgesehen. Die Autoren der Studie sch\u00e4tzten damals die Kosten f\u00fcr die Variante W0 auf 8,6 Milliarden PLN und f\u00fcr die teuerste W3 auf 16,2 Milliarden PLN. Diese sollen zu einem gro\u00dfen Teil von der Bahninfrastrukturgesellschaft PKP PLK, EU-Subventionen und dem Metropolverband getragen werden. Offen ist, ob eine eigene Gesellschaft die S-Bahn betreiben wird oder dies die woiwodschaftseigene K\u015a \u00fcbernimmt.<\/p>\n<div id=\"attachment_65902\" style=\"width: 661px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65902\" class=\" wp-image-65902\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/4-Kolej-Plus-Foerderung-in-der-GZM-metropoliagzm.pl_-300x212.png\" alt=\"\" width=\"651\" height=\"460\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/4-Kolej-Plus-Foerderung-in-der-GZM-metropoliagzm.pl_-300x212.png 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/4-Kolej-Plus-Foerderung-in-der-GZM-metropoliagzm.pl_-1024x723.png 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/4-Kolej-Plus-Foerderung-in-der-GZM-metropoliagzm.pl_-768x542.png 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/4-Kolej-Plus-Foerderung-in-der-GZM-metropoliagzm.pl_-1536x1084.png 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/4-Kolej-Plus-Foerderung-in-der-GZM-metropoliagzm.pl_.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 651px) 100vw, 651px\" \/><p id=\"caption-attachment-65902\" class=\"wp-caption-text\">Kolej Plus F\u00f6rderung in der GZM.<\/p><\/div>\n<h2><strong>Es wird flei\u00dfig gebaut<\/strong><\/h2>\n<p>Ein Herzst\u00fcck der Infrastrukturinvestitionen f\u00fcr die S-Bahn ist der Umbau des Kattowitzer Eisenbahnknotens. Als eines der gr\u00f6\u00dften Bahnprojekte in Polen umfasst es unter anderem den Austausch von etwa 130 km Gleisen f\u00fcr die Trennung des Fern- vom Metropolverkehr, den Umbau von \u00fcber 150 Br\u00fccken sowie den Bau mehrerer S-Bahnhaltestellen in Kattowitz. Die Fertigstellung ist f\u00fcr das Jahr 2028 geplant und von der EU mitfinanziert.<\/p>\n<p>Die GZM nutzt auch Zusch\u00fcsse aus dem polnischen Bahninfrastrukturprogramm \u201cKolej Plus\u201d. F\u00fcr insgesamt sechs Projekte im Metropolverband \u00fcbernimmt die Zentralregierung zwischen 75 und 85% der Gesamtbaukosten. Darunter f\u00e4llt etwa der Bau eines zweiten Gleises zwischen Kattowitz-Ligota und Orzesche samt zus\u00e4tzlicher Haltestellen in Nikolai oder die Modernisierung bzw. Reaktivierung der Bahnstrecken Nr. 189 und 132 zwischen Beuthen-Bobrek Ost und Ruda-Morgenroth samt neuer Haltepunkte. Diese Investitionen sollen bis Ende 2028 realisiert werden.<\/p>\n<p>Zu den zahlreichen aktuell umgesetzten Vorhaben geh\u00f6rt wie erw\u00e4hnt auch der Bau von S-Bahnstationen. Diese sollen einen bequemen Umstieg auf Bus, Stra\u00dfenbahn und Fahrrad erm\u00f6glichen und behindertengerecht sein. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist die Station Beuthen-Strossek. Die alte Station Beuthen-Nord wurde hierf\u00fcr an die Strzelc\u00f3w-Bytomskich-Stra\u00dfe verlegt.<\/p>\n<p>Der Bau eines leistungsf\u00e4higen S-Bahnsystems ist eine Mammutaufgabe, die Zeit und Geld braucht. F\u00fcr den Moment scheint es, dass der dritte Anlauf f\u00fcr die oberschlesische S-Bahn endlich erfolgreich sein wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teil 2 Nach dem historischen \u00dcberblick im ersten Teil, schauen wir nun auf die Entwicklungen der letzten Jahre. 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