{"id":70419,"date":"2025-10-03T12:19:24","date_gmt":"2025-10-03T10:19:24","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/oktober-ist-die-zeit-fuer-gemeinsame-waermende-abendessen\/"},"modified":"2025-10-03T12:19:24","modified_gmt":"2025-10-03T10:19:24","slug":"oktober-ist-die-zeit-fuer-gemeinsame-waermende-abendessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/oktober-ist-die-zeit-fuer-gemeinsame-waermende-abendessen\/","title":{"rendered":"Oktober ist die Zeit f\u00fcr gemeinsame, w\u00e4rmende Abendessen"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Von Diamanten und G\u00e4nsem\u00e4gen<\/strong><\/h1>\n<p><strong>Der Oktober hat bei uns f\u00fcr gew\u00f6hnlich seinen festen Rhythmus: den Garten auf den Winter vorbereiten, Namenstage feiern, die Garderobe gegen w\u00e4rmere Kleidung austauschen, den Teig f\u00fcr das Lebkuchenreifen ansetzen. Einige Feste fallen in diesen Monat \u2013 darunter auch mein eigenes. Ein Monat also, intensiv ausgef\u00fcllt, der wie im Flug vergeht, uns aber vielleicht die Gelegenheit schenkt, das Tempo zu drosseln: f\u00fcr abendliche Gespr\u00e4che und gemeinsame Abendessen. Kr\u00e4ftig und w\u00e4rmend sollten diese sein \u2013 darum beginne ich mit k\u00f6stlichen G\u00e4nsem\u00e4gen in Rotwein.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Innereien sind ein schwieriges, zugleich aber auch dankbares Thema, das manchmal sogar \u00dcberraschungen bereith\u00e4lt. So stie\u00df ich in der Oktober-Ausgabe der <em>Ostdeutsche Morgenpost<\/em> (1937) auf eine bemerkenswerte Meldung: In einem G\u00e4nsemagen war ein Ring mit einem stattlichen Diamanten gefunden worden. Entdeckt hatte ihn die Ehefrau eines Postbeamten, als sie eine auf dem Markt gekaufte Gans f\u00fcr den Ofen vorbereitete. Am n\u00e4chsten Tag meldete sie den Fund bei der Polizei, die sofort mit der Suche nach der rechtm\u00e4\u00dfigen Besitzerin begann \u2013 mit Erfolg. Der Ring geh\u00f6rte der Gutsbesitzerin, die ihn beim Futtermischen verloren hatte. Als Dank erhielt die ehrliche Finderin drei pr\u00e4chtige G\u00e4nse.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Der Oktober vergeht schnell, doch sein Geschmack bleibt lange.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In meinen G\u00e4nsem\u00e4gen fand ich freilich keinen Schatz. Aber wer w\u00fcrde heute noch mit einem Diamantring am Finger im Stall arbeiten? Dennoch gilt auch in der K\u00fcche: Vorsicht ist besser als ein unliebsamer \u201eZusatz\u201c im Essen.<\/p>\n<div id=\"attachment_66083\" style=\"width: 396px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-66083\" class=\" wp-image-66083\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/SDB-Oberschlesische-Volksstimme-1897-Nr.-278-300x265.png\" alt=\"\" width=\"386\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/SDB-Oberschlesische-Volksstimme-1897-Nr.-278-300x265.png 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/SDB-Oberschlesische-Volksstimme-1897-Nr.-278.png 360w\" sizes=\"auto, (max-width: 386px) 100vw, 386px\" \/><p id=\"caption-attachment-66083\" class=\"wp-caption-text\">Oberschlesische Volksstimme 1897, Nr. 278.<\/p><\/div>\n<p>G\u00e4nsefleisch konnte man einst nicht nur auf dem Markt, sondern auch in Fachgesch\u00e4ften erwerben. Manche L\u00e4den hatten sich sogar auf Gefl\u00fcgel spezialisiert. Ein Blick in alte Anzeigen der Lokalzeitungen zeigt, welch reichhaltiges Sortiment damals geboten wurde. Besonders reizvoll fand ich ein Inserat in der Gleiwitzer Ausgabe der <em>Oberschlesische Volksstimme<\/em> (1897): Das Restaurant \u201eDanziger\u201c bot seinen G\u00e4sten von morgens bis abends G\u00e4nsespeisen an. Wie sch\u00f6n w\u00e4re es, sich in die Zeit zur\u00fcckzuversetzen, an einem der Tische Platz zu nehmen und das abendliche Gans-Spezial zu bestellen!<\/p>\n<p>Mein herzhafter Gulasch aus G\u00e4nsem\u00e4gen tr\u00e4gt eine pers\u00f6nliche Note: junger, selbst gekelterter Apfelbeerenwein. Eigentlich wartet er noch auf die Weihnachtszeit, doch hin und wieder lohnt sich eine Kostprobe, um zu pr\u00fcfen, wie er sich entwickelt. Nat\u00fcrlich eignet sich jeder trockene Rotwein f\u00fcr die Sauce.<\/p>\n<div id=\"attachment_66088\" style=\"width: 643px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-66088\" class=\" wp-image-66088\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Rezept-Gaenseleber-in-Rotwein_3-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"633\" height=\"475\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Rezept-Gaenseleber-in-Rotwein_3-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Rezept-Gaenseleber-in-Rotwein_3-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Rezept-Gaenseleber-in-Rotwein_3-768x576.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Rezept-Gaenseleber-in-Rotwein_3.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 633px) 100vw, 633px\" \/><p id=\"caption-attachment-66088\" class=\"wp-caption-text\">G\u00e4nsem\u00e4gen in Rotwein.<br \/>Foto: privat<\/p><\/div>\n<h3><strong>G\u00e4nsem\u00e4gen in Rotwein<\/strong><\/h3>\n<h4><strong>Zutaten:<\/strong><\/h4>\n<p>500 g G\u00e4nsem\u00e4gen<br \/>\n1 Paprika (in Streifen geschnitten)<br \/>\n1\/2 Glas Rotwein<br \/>\n1 Glas Gem\u00fcsebr\u00fche<br \/>\n1 Zwiebel<br \/>\n2 Knoblauchzehen<br \/>\n2 EL G\u00e4nseschmalz<br \/>\n1 Lorbeerblatt, einige Pimentk\u00f6rner, Majoran, Rosmarin, Bohnenkraut<br \/>\n1 TL ger\u00e4uchertes scharfes Paprikapulver<br \/>\nSalz und Pfeffer nach Geschmack<br \/>\nPetersilie, Schnittlauch, Rosmarin zum Garnieren<\/p>\n<h4><strong>Zubereitung:<\/strong><\/h4>\n<p>Die M\u00e4gen gr\u00fcndlich s\u00e4ubern, waschen und in einem Sieb abtropfen lassen. Zwiebel in Streifen, Knoblauch in Scheiben schneiden. In einem Schmortopf das G\u00e4nseschmalz erhitzen, die M\u00e4gen hineingeben und bei starker Hitze rundum anbraten. Temperatur reduzieren, mit Gem\u00fcsebr\u00fche abl\u00f6schen und Lorbeer, Piment, Zwiebel, Knoblauch, Paprikapulver sowie etwas Salz und Pfeffer hinzuf\u00fcgen. Zugedeckt bei kleiner Hitze ca. 45 Minuten schmoren. Anschlie\u00dfend die Paprikastreifen zugeben, mit Rotwein auff\u00fcllen und so lange garen, bis die M\u00e4gen zart sind (etwa eine Stunde). Die Sauce eventuell noch mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Petersilie bestreuen.<\/p>\n<p>Dazu passen Semmelkn\u00f6del oder Buchweizengr\u00fctze.<\/p>\n<p><strong>Mein Tipp:<\/strong> G\u00e4nsem\u00e4gen schmecken auch k\u00f6stlich auf einer in Knoblauchbutter anger\u00f6steten Scheibe Semmelkn\u00f6del \u2013 ein ungew\u00f6hnliches H\u00e4ppchen, perfekt zu einem Glas Wein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Diamanten und G\u00e4nsem\u00e4gen Der Oktober hat bei uns f\u00fcr gew\u00f6hnlich seinen festen Rhythmus: den Garten auf den Winter vorbereiten, Namenstage feiern, die Garderobe gegen w\u00e4rmere Kleidung austauschen, den Teig f\u00fcr das Lebkuchenreifen ansetzen. Einige Feste fallen in diesen Monat \u2013 darunter auch mein eigenes. Ein Monat also, intensiv ausgef\u00fcllt, der wie im Flug vergeht, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":295,"featured_media":66087,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4224],"tags":[5064,5065],"redaktor":[],"class_list":["post-70419","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte-de","tag-gaensemagen-in-rotwein","tag-oktober"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70419","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/295"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70419"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70419\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/66087"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70419"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70419"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70419"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=70419"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}