{"id":70366,"date":"2025-10-11T12:00:12","date_gmt":"2025-10-11T10:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/von-reben-und-herbstlichem-genuss\/"},"modified":"2025-10-11T12:00:12","modified_gmt":"2025-10-11T10:00:12","slug":"von-reben-und-herbstlichem-genuss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/von-reben-und-herbstlichem-genuss\/","title":{"rendered":"Von Reben und herbstlichem Genuss"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Winzermahl mit N\u00fcssen und K\u00e4se<\/strong><\/h1>\n<p><strong>Der Weinbau in Niederschlesien blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zur\u00fcck. Bereits vor \u00fcber 800 Jahren erstreckten sich zwischen dem Bobertal und dem Oderwald ausgedehnte Weinberge, und Gr\u00fcnberg galt als wahre Weinhauptstadt. Das milde Klima beg\u00fcnstigte die Winzer, doch im Laufe der Jahrhunderte wurde die Region immer wieder von strengen Fr\u00f6sten, D\u00fcrreperioden und \u00dcberschwemmungen heimgesucht. Die durch Katastrophen zerst\u00f6rten Reben wurden dennoch stets neu angelegt \u2013 auch wenn die Trauben in schwachen Jahrg\u00e4ngen oft nur noch zur Essigherstellung taugten.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Unerm\u00fcdlich suchte man nach Rebsorten, die widerstandsf\u00e4hig gegen\u00fcber den Launen des Klimas waren. Die Wiederbelebung der Weinberge war ein m\u00fchsamer und kostspieliger Prozess, der Zeit und Geduld erforderte. Doch dank vieler Versuche \u2013 und mit einem Hauch franz\u00f6sischer Inspiration \u2013 gelang es schlie\u00dflich, Reben zu z\u00fcchten, aus denen in Gr\u00fcnberg ein Schaumwein entstand, der es mit den besten Champagnern Frankreichs und ganz Deutschlands aufnehmen konnte. In jener Zeit florierten in Gr\u00fcnberg zahlreiche Weing\u00fcter, und zu den \u00e4ltesten, die Schaumwein produzierten, z\u00e4hlte das renommierte Unternehmen <strong>\u201eGrempler &amp; Co.\u201c<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_66308\" style=\"width: 333px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-66308\" class=\" wp-image-66308\" src=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/SDB-Schlesische-Zeitung-1901-Nr.-418-196x300.png\" alt=\"\" width=\"323\" height=\"494\" \/><p id=\"caption-attachment-66308\" class=\"wp-caption-text\">Schlesische Zeitung 1901, Nr. 418<\/p><\/div>\n<p>Heute erlebt der Weinbau in Niederschlesien eine neue Bl\u00fcte. In Zobten (Sob\u00f3tka), Schweidnitz (\u015awidnica), Neumarkt in Schlesien (\u015aroda \u015al\u0105ska), Krakau bei Trebnitz (Krakowiany) oder Trebnitz (Trzebnica) reifen wieder Trauben auf sanften H\u00fcgeln. Auf der Suche nach Geschmack und Tradition haben wir einige der dortigen kleinen Weing\u00fcter besucht \u2013 Orte voller Leidenschaft, Ideenreichtum und Respekt vor dem edlen Tropfen. Der Weintourismus entlang der niederschlesischen Weinrouten erfreut sich zunehmender Beliebtheit \u2013 eine ideale Verbindung von Genuss, Kultur und Erholung.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #ffcc00;\">Heute erlebt der Weinbau in Niederschlesien eine neue Bl\u00fcte. In Zobten (Sob\u00f3tka), Schweidnitz (\u015awidnica), Neumarkt in Schlesien (\u015aroda \u015al\u0105ska), Krakau bei Trebnitz (Krakowiany) oder Trebnitz (Trzebnica) reifen wieder Trauben auf sanften H\u00fcgeln.<\/span><\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Unser Garten grenzt an die Wiesen eines alten Klosters. T\u00e4glich komme ich an den historischen Geb\u00e4uden vorbei, und immer wieder entdecke ich etwas Neues, das mir bisher entgangen war. So fiel mir neulich die restaurierte Westfassade auf, deren kunstvolle Reliefs mein Interesse weckten. Ein Motiv wiederholte sich, doch ein Detail unterschied sich von den anderen \u2013 Zufall oder Absicht des K\u00fcnstlers? Man wei\u00df es nicht. Auf dem Relief sind Fr\u00fcchte dargestellt, die einst auf den kl\u00f6sterlichen Feldern und G\u00e4rten wuchsen: \u00c4pfel, Birnen und Trauben.<\/p>\n<div id=\"attachment_66312\" style=\"width: 347px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-66312\" class=\" wp-image-66312\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/IMG_20251003_175422-300x287.jpg\" alt=\"\" width=\"337\" height=\"322\" \/><p id=\"caption-attachment-66312\" class=\"wp-caption-text\">Foto: M. Janik<\/p><\/div>\n<p>Auch in unserem kleinen gr\u00fcnen Paradies gedeihen heute Rebsorten wie Riesling, Chardonnay und Blauburgunder \u2013 und gerade die letzten Beeren fanden ihren Weg in die K\u00fcche. Sie rundeten den Geschmack eines herbstlichen Fladenbrots ab, das durchaus das Zeug h\u00e4tte, im Oktober als regionale Spezialit\u00e4t zu gl\u00e4nzen \u2013 eine Verbindung zwischen alter Weinbaukunst und moderner K\u00fcche.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich war es ja hier, in Trebnitz (Trzebnica), wo bereits im Jahr 1203 eine besondere Winzerverordnung erlassen wurde. Die Zisterzienser galten in vielerlei Hinsicht als fortschrittlich \u2013 und sie wussten, dass guter Wein klare Regeln braucht.<\/p>\n<h2><strong>Winzermahl mit N\u00fcssen und K\u00e4se \u2013 ein herbstlicher Gru\u00df aus dem Weinland Niederschlesien<\/strong><\/h2>\n<div id=\"attachment_66302\" style=\"width: 412px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-66302\" class=\" wp-image-66302\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/AAD_1136-294x300.jpg\" alt=\"\" width=\"402\" height=\"410\" \/><p id=\"caption-attachment-66302\" class=\"wp-caption-text\">Winzermahl mit N\u00fcssen und K\u00e4se.<br \/>Foto: M. Janik<\/p><\/div>\n<h3><strong>Das brauchen Sie:<\/strong><\/h3>\n<h4><strong>F\u00fcr den Teig:<\/strong><\/h4>\n<ul>\n<li>275 g Weizenmehl + Mehl zum Bearbeiten<\/li>\n<li>275 g Roggenmehl<\/li>\n<li>25 g frische Hefe<\/li>\n<li>330 ml lauwarmes Wasser<\/li>\n<li>60 ml lauwarme Milch<\/li>\n<li>1 EL Leinsamen<\/li>\n<li>1 TL Salz<\/li>\n<li>1 EL Oliven\u00f6l<\/li>\n<\/ul>\n<h3><strong>F\u00fcr den Belag:<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li>500 g wei\u00dfe und blaue Trauben<\/li>\n<li>100 g Walnusskerne<\/li>\n<li>250 g Ziegenfrischk\u00e4se<\/li>\n<li>150 g Kefir<\/li>\n<li>150 g saure Sahne<\/li>\n<li>Salz, Pfeffer<\/li>\n<li>Oliven\u00f6l<\/li>\n<\/ul>\n<h3><strong>Und so geht\u2019s:<\/strong><\/h3>\n<ol>\n<li>Milch, Wasser, beide Mehlsorten, Leinsamen, Hefe und Salz in einer Sch\u00fcssel mischen und zu einem Teig verkneten. Zum Schluss das Oliven\u00f6l zugeben und etwa 3 Minuten weiterkneten. Den Teig mit einem Leinentuch abdecken und an einem warmen Ort ca. 45 Minuten gehen lassen.<\/li>\n<li>Den Teig in 6 Portionen teilen, zu d\u00fcnnen Fladen ausrollen, auf Backpapier legen und mit der Kefir-Sahne-Mischung bestreichen. Mit Salz und Pfeffer w\u00fcrzen. Trauben und N\u00fcsse darauf verteilen, den Ziegenk\u00e4se dar\u00fcber zerbr\u00f6ckeln. Den Fladen mit etwas Traubensaft betr\u00e4ufeln und im auf 250 \u00b0C (Ober-\/Unterhitze) vorgeheizten Ofen auf einem Brotbackstein 12\u201315 Minuten goldbraun und knusprig backen.<\/li>\n<li>Den Winzerfladen in Streifen schneiden, mit Oliven\u00f6l betr\u00e4ufeln und warm servieren.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Kuriosit\u00e4t:<\/strong><br \/>\nIm M\u00e4rz 1928 fand in der Jahrhunderthalle eine Ausstellung unter dem Titel <em>\u201eDer Wein in Kunst und Geschichte. Technik und Handel\u201c<\/em> statt \u2013 ein Ereignis, das zugleich zu einer Fr\u00fchlingsattraktion Breslaus wurde. Der Verband der Schlesischen Winzer organisierte zudem etwas bis dahin Einzigartiges: eine zweit\u00e4gige Verkostung schlesischer Weine, bei der 28 verschiedene Sorten kostenlos als Kostproben ausgeschenkt wurden. Der Eintritt betrug hingegen 2 Mark. Die stilvolle Atmosph\u00e4re w\u00e4hrend der Weinprobe wurde durch ein Live-Opernkonzert untermalt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Winzermahl mit N\u00fcssen und K\u00e4se Der Weinbau in Niederschlesien blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zur\u00fcck. Bereits vor \u00fcber 800 Jahren erstreckten sich zwischen dem Bobertal und dem Oderwald ausgedehnte Weinberge, und Gr\u00fcnberg galt als wahre Weinhauptstadt. 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