{"id":70343,"date":"2025-10-15T05:00:06","date_gmt":"2025-10-15T03:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/von-gartengruppe-zur-starken-gemeinschaft\/"},"modified":"2025-10-15T05:00:06","modified_gmt":"2025-10-15T03:00:06","slug":"von-gartengruppe-zur-starken-gemeinschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/von-gartengruppe-zur-starken-gemeinschaft\/","title":{"rendered":"Von Gartengruppe zur starken Gemeinschaft"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Jubil\u00e4um der DFK-Ortsgruppe Kattowitz<\/strong><\/h1>\n<p><strong>Seit \u00fcber drei Jahrzehnten pflegt die Deutsche Minderheit in der Woiwodschaft Schlesien die Tradition, Sprache und Identit\u00e4t ihrer Vorfahren. Es ist die Geschichte von Menschen, die ein gemeinsames Erbe verbindet \u2013 und der Wunsch, Br\u00fccken zwischen Kulturen zu bauen. Das 35-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um der DFK-Ortsgruppe Kattowitz bot eine Gelegenheit, auf die Anf\u00e4nge dieser T\u00e4tigkeit zur\u00fcckzublicken, der Mitwirkenden zu gedenken und daran zu erinnern, wie wichtig Gemeinschaft in einer sich wandelnden Welt ist.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Anf\u00e4nge und Entwicklung der Organisation<\/strong><\/h2>\n<p>Die Anf\u00e4nge reichen mehr als 35 Jahre zur\u00fcck \u2013 an die Wende der 1980er und 1990er Jahre.<br \/>\n\u201eEs entstanden damals sogenannte <em>Gartengruppen<\/em>, in denen sich die Einheimischen trafen, um Deutsch zu sprechen und gemeinsam zu handeln. Genau dort entstand die Idee, dass die schlesischen Deutschen ihren eigenen Verein gr\u00fcnden sollten, um ihre Pr\u00e4senz in Schlesien sichtbar zu machen\u201c, erinnert sich der Vorsitzende der Ortsgruppe, <strong>Eugeniusz Nagel<\/strong>.<br \/>\n\u201eIn der Region lebten damals sehr viele Menschen deutscher Herkunft, deshalb fand die Idee schnell Anh\u00e4nger. Aus diesen Gartengruppen entwickelte sich bald die Initiative zur Gr\u00fcndung eines formellen Vereins.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_66408\" style=\"width: 602px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-66408\" class=\" wp-image-66408\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2-300x251.jpg\" alt=\"\" width=\"592\" height=\"495\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2-300x251.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2-768x644.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2.jpg 940w\" sizes=\"auto, (max-width: 592px) 100vw, 592px\" \/><p id=\"caption-attachment-66408\" class=\"wp-caption-text\">Die DFK-Ortsgruppe Kattowitz feiert ihr 35-j\u00e4hriges Bestehen.<br \/>Foto: Andrea Polanski<\/p><\/div>\n<p>Die Mitglieder trafen sich unter anderem in Gogolin bei Herrn <strong>Johann Kroll<\/strong>, wo der erste Keim der Organisation entstand. Sie trug zun\u00e4chst den Namen <em>Gesellschaft f\u00fcr Soziale und Kulturelle Belange der Bev\u00f6lkerung Deutscher Herkunft<\/em>, was ihren Charakter und ihre Identit\u00e4t deutlich betonte. Die ersten Strukturen entstanden in Kattowitz und umfassten das damalige Gebiet der Woiwodschaft Kattowitz. Mit der Zeit bildeten sich weitere Regionalverb\u00e4nde, und am <strong>16. Januar 1990<\/strong> wurde die Vereinigung offiziell registriert.<\/p>\n<p>Nagel betont, dass sein eigenes Engagement f\u00fcr die Deutsche Minderheit eine nat\u00fcrliche Fortsetzung der Familientradition war:<br \/>\n\u201eMeine ganze Familie v\u00e4terlicherseits engagierte sich \u2013 drei Br\u00fcder, zwei Schwestern, alle traten dem Verein bei. Das Interesse an der neuen Bewegung war enorm. Ich erinnere mich, dass sich vor dem B\u00fcro in K\u00f6nigh\u00fctte, das sich im ersten Stock am Plac Jana befand, lange Schlangen bildeten \u2013 die Menschen standen auf dem Gehweg, wie fr\u00fcher beim Fernseherkauf. Allein in K\u00f6nigsh\u00fctte waren \u00fcber zweitausend Personen registriert \u2013 und das in zwei Gruppen\u201c, erinnert er sich.<\/p>\n<h2><strong>Jugendaktivit\u00e4t und sich wandelnde Realit\u00e4t<\/strong><\/h2>\n<p>Auch unter der Jugend war das Interesse an der Deutschen Minderheit gro\u00df. Bereits 1990 begannen sich sogenannte <em>Jugendgruppen<\/em> zu bilden, die sp\u00e4ter in den <em>Bund der Jugend der Deutschen Minderheit (BJDM)<\/em> \u00fcbergingen. Damals z\u00e4hlten sie Tausende junger Menschen. Wie Nagel berichtet, hatten diese Gruppen in jeder gr\u00f6\u00dferen Stadt \u00fcber zweitausend Mitglieder. Heute geh\u00f6rt das in der Kattowitzer Ortsgruppe der Vergangenheit an.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>\u201eIn der Gemeinschaft liegt die St\u00e4rke \u2013 dank ihr k\u00f6nnen wir unsere Identit\u00e4t bewahren und an die n\u00e4chsten Generationen weitergeben.\u201c<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>\u00a0<\/strong><em>Eugeniusz Nagel, Vorsitzender der DFK-Ortsgruppe Kattowitz<\/em><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Trotz des gesellschaftlichen Wandels bleibt die Ortsgruppe Kattowitz weiterhin aktiv \u2013 wenn auch in kleinerem Umfang. Sie pflegt die deutsche Identit\u00e4t, organisiert Treffen, kulturelle Veranstaltungen und Feierlichkeiten, die an wichtige Momente in der Geschichte der Minderheit erinnern. F\u00fcr viele Mitglieder ist dies nicht nur gesellschaftliches Engagement, sondern vor allem ein Weg, Familientraditionen, Sprache und Bindungen zu bewahren, die Generationen von Oberschlesiern verbinden.<\/p>\n<h2><strong>Das Fest der Gemeinschaft in Nikolai<\/strong><\/h2>\n<p>Am <strong>Samstag, den 11. Oktober<\/strong>, trafen sich die Mitglieder der Deutschen Minderheit der Ortsgruppe Kattowitz in <strong>Nikolai<\/strong>, um gemeinsam das 35-j\u00e4hrige Bestehen zu feiern. Es war ein Nachmittag voller Erinnerungen, Gespr\u00e4che und Freude \u00fcber das, was in all den Jahren erreicht wurde.<\/p>\n<div id=\"attachment_66409\" style=\"width: 643px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-66409\" class=\" wp-image-66409\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/12-300x251.jpg\" alt=\"\" width=\"633\" height=\"530\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/12-300x251.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/12-768x644.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/12.jpg 940w\" sizes=\"auto, (max-width: 633px) 100vw, 633px\" \/><p id=\"caption-attachment-66409\" class=\"wp-caption-text\">Die DFK-Ortsgruppe Kattowitz feiert ihr 35-j\u00e4hriges Bestehen.<br \/>Foto: Andrea Polanski<\/p><\/div>\n<p>Die Feier er\u00f6ffnete der Vorsitzende <strong>Eugeniusz Nagel<\/strong>, der alle Anwesenden herzlich begr\u00fc\u00dfte \u2013 darunter zahlreiche Ehreng\u00e4ste: den Vorsitzenden der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen der Woiwodschaft Schlesien <strong>Martin Lippa<\/strong>, den <strong>Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland in <\/strong>Gleiwitz <strong>Marcin Tyslik<\/strong>, den <strong>stellvertretenden Woiwoden von Schlesien<\/strong> <strong>Micha\u0142 Kopa\u0144ski<\/strong>, den Vorsitzenden des <strong>Oberschlesischen Verbandes<\/strong> <strong>Grzegorz Franki<\/strong>, den Regionalforscher und ehemaligen stellvertretenden Marschall der Woiwodschaft Schlesien <strong>Henryk Mercik<\/strong>, die <strong>stellvertretende B\u00fcrgermeisterin von Nikolai<\/strong> <strong>Aneta Esnekier<\/strong> sowie <strong>Magdalena Loch<\/strong> vom Landratsamt, die ein Gl\u00fcckwunschschreiben des Landrats <strong>Miros\u0142aw D\u0142ugi<\/strong> verlas.<\/p>\n<p>In ihren Ansprachen teilten die G\u00e4ste pers\u00f6nliche Erinnerungen an die Deutsche Minderheit und \u00fcberbrachten dem DFK ihre besten W\u00fcnsche f\u00fcr die Zukunft. R\u00fcckblicke auf die vergangenen Jahre verbanden sich mit warmen Worten der Anerkennung f\u00fcr all jene, die \u00fcber Jahrzehnte hinweg die Arbeit der Ortsgruppe aufgebaut und weiterentwickelt haben.<\/p>\n<p>Nach dem offiziellen Teil folgten Gesang und fr\u00f6hliches Beisammensein. Der <strong>K\u00f6nigsh\u00fctter Chor<\/strong> \u2013 der DFK-Chor aus K\u00f6nigsh\u00fctte \u2013 er\u00f6ffnete das musikalische Programm mit dem feierlichen Singen des <em>Oberschlesierliedes<\/em>, der Hymne Oberschlesiens, und lud anschlie\u00dfend alle zum Mitsingen von Volksliedern und beliebten Schlagern ein. Die Melodien klangen lange nach und schufen eine Atmosph\u00e4re der N\u00e4he und Gemeinschaft.<\/p>\n<p>Das Jubil\u00e4um endete bei Kaffee und Kuchen \u2013 im Kreis von Menschen, die eine gemeinsame Geschichte und die Leidenschaft verbindet, das schlesische und deutsche Erbe zu pflegen. Es war ein Tag, der daran erinnerte, wie wichtig Gemeinschaft ist \u2013 und wie viel erreicht werden kann, wenn man sie mit Herz \u00fcber 35 Jahre hinweg bewahrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jubil\u00e4um der DFK-Ortsgruppe Kattowitz Seit \u00fcber drei Jahrzehnten pflegt die Deutsche Minderheit in der Woiwodschaft Schlesien die Tradition, Sprache und Identit\u00e4t ihrer Vorfahren. Es ist die Geschichte von Menschen, die ein gemeinsames Erbe verbindet \u2013 und der Wunsch, Br\u00fccken zwischen Kulturen zu bauen. 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