{"id":70339,"date":"2025-10-15T17:00:19","date_gmt":"2025-10-15T15:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wir-feiern-jetzt-35-jahre-wiedergeburt-der-deutschen-in-dieser-region\/"},"modified":"2025-10-15T17:00:19","modified_gmt":"2025-10-15T15:00:19","slug":"wir-feiern-jetzt-35-jahre-wiedergeburt-der-deutschen-in-dieser-region","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wir-feiern-jetzt-35-jahre-wiedergeburt-der-deutschen-in-dieser-region\/","title":{"rendered":"\u201eWir feiern jetzt 35 Jahre Wiedergeburt der Deutschen in dieser Region.\u201c"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Wochenblatt-Interview mit Bernd Fabritius<\/strong><\/h1>\n<p><strong>Im Mai dieses Jahres wurde Bernd Fabritius erneut zum Beauftragten der Bundesregierung f\u00fcr Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten ernannt. In dieser Funktion ist er nicht nur f\u00fcr die Minderheiten in Deutschland, sondern auch f\u00fcr die deutschen Minderheiten im Ausland zust\u00e4ndig. Bis vor kurzem war Fabritius au\u00dferdem Pr\u00e4sident des Bundes der Vertriebenen (BdV). Mauro Oliveira sprach mit ihm \u00fcber seinen Abschied beim BdV und die Erweiterung seines Aufgabenbereichs als Beauftragter der Bundesregierung.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Herr Fabritius, Sie sind seit Mai wieder Beauftragter der Bundesregierung f\u00fcr Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Das Amt hatten Sie bereits von 2018 bis 2022 inne. Konnten Sie nahtlos an ihre erste Amtszeit ansetzen? Was hat sich seit 2022 ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Ich konnte zum einen nahtlos ansetzen, weil die Anliegen der Personenkreise, f\u00fcr die ich Verantwortung habe, \u00e4hnlich oder gleich geblieben sind. Es geht darum, dass autochthone Minderheiten in Staaten, die vorher zum sozialistischen, kommunistischen Machtbereich geh\u00f6rt haben, heute ihre Identit\u00e4t weiter pflegen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>In Polen<\/strong> selbst hat sich einiges ge\u00e4ndert. Ich kann mich an das Ende meiner vorherigen Mandatszeit erinnern. Damals hatten wir in Polen die Problematik der konkreten ethnischen Benachteiligung der deutschen Minderheit durch die Reduzierung des muttersprachlichen Unterrichtes. Das war ein Frontalangriff auf die Identit\u00e4t der Minderheit an sich, wenn man bedenkt, dass die Muttersprache vielleicht der Hauptbestandteil der kulturellen Identit\u00e4t ist. Ich bin sehr froh, dass die neue polnische Regierung dieses korrigiert hat.<\/p>\n<p>Der Unterschied, den ich jetzt wahrnehme, ist nat\u00fcrlich, dass die Minderheiten, auch das staatliche Schulsystem vor dem Problem stehen, dass sie ein strukturell besch\u00e4digtes System zur Festigung der Muttersprache wiederherstellen m\u00fcssen. Und wenn einmal Lehrkr\u00e4fte abwandern, sich neue Aufgaben suchen, weil der Staat ihre Aufgabe wegstreicht, dann ist es sehr, sehr schwer, dieses System wiederherzustellen.<\/p>\n<p>Ich sehe auch eine Minderheit, die diese Zwischenphase, diese negative Zwischenphase hervorragend gemeistert hat, aus eigener Kraft und mit Unterst\u00fctzung auch aus Deutschland. Ich sehe eine Minderheit, die viel geleistet hat und jetzt gerade dabei ist, sich auf dem Gebiet erneut zu konsolidieren. Das ist eine neue Aufgabe f\u00fcr mich oder eine neue Situation und ich freue mich, dass ich dort weitermachen kann.<\/p>\n<p><strong>Welche M\u00f6glichkeiten gibt es denn, dieses besch\u00e4digte System wieder aufzubauen? Was muss unternommen werden, damit das wiederhergestellt wird? <\/strong><\/p>\n<p>Das ist nat\u00fcrlich eine Frage, die sich an das polnische System richtet, weil es ja um den Unterricht im staatlichen Schulwesen geht. Dort muss aus meiner Sicht Polen alle Anstrengungen unternehmen, um den muttersprachlichen Unterricht in den staatlichen Schulen wiederherzustellen.<\/p>\n<div id=\"attachment_66423\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-66423\" class=\" wp-image-66423\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Fabritius-in-Oppeln-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Fabritius-in-Oppeln-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Fabritius-in-Oppeln-1-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Fabritius-in-Oppeln-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Fabritius-in-Oppeln-1.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-66423\" class=\"wp-caption-text\">Bei seinem Besuch in Oppeln traf Bernd Fabritius auch Vertreterinnen und Vertreter der Jugendorganisation BJDM.<br \/>Foto: Manuela Leibig<\/p><\/div>\n<p>Das ist sicher eine Herausforderung, die Polen \u00ad\u2013 aber gerne auch in Zusammenarbeit mit der Bundesrepublik Deutschland \u2013 l\u00f6sen kann. Wir werden nat\u00fcrlich auch beim Thema der Alternativm\u00f6glichkeiten, weiter am Ball bleiben.<\/p>\n<p>Ich denke, es ist eine gro\u00dfe Bandbreite an Ma\u00dfnahmen notwendig. Ich hoffe, dass wir bald an die positiven Situationen erneut ankn\u00fcpfen k\u00f6nnen, die es vor dieser staatlichen Diskriminierung gegeben hat.<\/p>\n<p><strong>Sie waren bis gestern noch Pr\u00e4sident des BdV, des Bundes der Vertriebenen. Nach fast elf Jahren haben Sie dieses Amt jetzt abgegeben. Mit welchen Gef\u00fchlen geben Sie dieses Amt ab?<\/strong><\/p>\n<p>Das ist eine komplizierte Frage.<\/p>\n<p>Ich gebe das Amt mit Dankbarkeit f\u00fcr das, was m\u00f6glich war, mit Hoffnung auf eine sehr gute konstruktive Fortsetzung und auch mit ein bisschen Wehmut ab. Also Dankbarkeit, Hoffnung, Zuversicht und Wehmut, das sind die vier Begriffe, mit denen ich es zusammenfassen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ich fange vielleicht mit dem letzten Begriff an, das ein bisschen zu konkretisieren. <strong>Wehmut<\/strong> deswegen, weil mir der Einsatz f\u00fcr die Themen wirklich ein Herzensanliegen war, ist und bleibt. Wehmut deswegen, weil ich mit dem BdV quasi gro\u00df geworden bin.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #ffcc00;\"><em>\u201eIch kann also sagen, dass ich fast \u00fcber mehrere Jahrzehnte in diese Arbeit hineingewachsen bin. Sie war und ist Teil meines Lebens.\u201c<\/em><\/span><\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Bereits zur Jahrhundertwende war ich im Bereich der Verb\u00e4nde der Siebenb\u00fcrger Sachsen engagiert. Ich bin dann relativ schnell im BdV-Landesverband in Bayern in ein Zusammenwirken f\u00fcr den gesamten Personenkreis der deutschen Heimatvertriebenen, der Aussiedler, der Sp\u00e4taussiedler und der deutschen Minderheiten in allen Staaten, wo die heute autochthon leben, hineingewachsen. Aus dem Landesverband bin ich dann auch relativ schnell ins Bundespr\u00e4sidium gew\u00e4hlt worden, zuerst als Beisitzer, zum Schluss als Vizepr\u00e4sident.<\/p>\n<p>Ich kann also sagen, dass ich fast \u00fcber mehrere Jahrzehnte in diese Arbeit hineingewachsen bin. Sie war und ist Teil meines Lebens. Und jetzt seit gestern zu wissen, dass eine Weitergabe der Stafette m\u00f6glich war, dass jetzt im BdV die Arbeit sicherlich genauso weitergef\u00fchrt wird wie bisher, aber ohne mich, das ist ein bisschen ein neues Gef\u00fchl. Das w\u00fcrde ich mit Wehmut beschreiben.<\/p>\n<p>Wenn ich <strong>Dankbarkeit<\/strong> als ersten Punkt angesprochen habe, dann ist es Dankbarkeit daf\u00fcr, dass ich mich die ganzen vielen, langen Jahre \u2013 nicht nur die elf Jahre, in denen ich Pr\u00e4sident war, sondern auch die Jahre davor, als Vizepr\u00e4sident \u2013 immer darauf verlassen konnte, dass ich den heterogenen Personenkreis der Vertriebenen, Aussiedler, Sp\u00e4taussiedler und der deutschen Minderheiten immer als Familie empfinden durfte. Wenn Sie sich das vorstellen, alle Vertriebenen, Aussiedler, Sp\u00e4taussiedler und die deutschen Minderheiten, sind genauso heterogen wie ihre Herkunftsgebiete. Und man kann Polen nicht mit Siebenb\u00fcrgen vergleichen und man kann Siebenb\u00fcrgen nicht mit Kasachstan oder mit Sibirien vergleichen.<\/p>\n<p>Und deswegen Dankbarkeit daf\u00fcr, zu wissen, dass der gesamte Personenkreis sich auf der Grundlage der Charta [der deutschen Heimatvertriebenen] als ihr Grundgesetz immer in dem Sinne engagiert hat, wie ich das auch empfunden habe, also pro-europ\u00e4isch, f\u00fcr Br\u00fcckenbau, f\u00fcr Verst\u00e4ndigung und aufgrund der Perspektive, dass die Heimatvertriebenen \u2013 dort z\u00e4hle ich die Aussiedler, Sp\u00e4taussiedler mit \u2013 und die Heimatverbliebenen, also unsere Landsleute, die auch in Polen nach wie vor zu Hause sind, dass das eigentlich eine Gemeinschaft ist.<\/p>\n<p>Es sind zwei Seiten einer Medaille. Beide Seiten tragen ein Kriegsfolgeschicksal, sowohl die Vertriebenen als auch die vereinsamt, als Minderheit Zur\u00fcckgebliebenen. Das alles zu verbinden, das ist eine Herausforderung, wo man diesen Familiengedanken braucht: daf\u00fcr Dankbarkeit.<\/p>\n<div id=\"attachment_66424\" style=\"width: 593px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-66424\" class=\" wp-image-66424\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/558696382_1284063033521258_85964018240146852_n-e1761120288982-300x223.jpg\" alt=\"\" width=\"583\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/558696382_1284063033521258_85964018240146852_n-e1761120288982-300x223.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/558696382_1284063033521258_85964018240146852_n-e1761120288982-768x572.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/558696382_1284063033521258_85964018240146852_n-e1761120288982.jpg 940w\" sizes=\"auto, (max-width: 583px) 100vw, 583px\" \/><p id=\"caption-attachment-66424\" class=\"wp-caption-text\">Bei seinem Besuch in Oppeln traf Bernd Fabritius auch Vertreterinnen und Vertreter der Jugendorganisation BJDM.<br \/>Foto: VdG<\/p><\/div>\n<p><strong>Zuversicht<\/strong> ist dahingehend zu verstehen, dass diese Arbeit auch k\u00fcnftig in dem gleichen Gedanken und mit der gleichen Akzeptanz, sowohl in der bundesdeutschen Gesellschaft als auch in den Herkunftsgebieten, weitergef\u00fchrt werden kann.<\/p>\n<p>Ich kann mich erinnern an einen Kommentar in Polen, den die polnische Presse transportiert hat, unmittelbar in den Wochen, nachdem ich gew\u00e4hlt worden bin. Da hie\u00df es, \u201eFabritius eignet sich nicht zum Feindbild\u201c. Das war vielleicht eine Abgrenzung zu meiner Vorg\u00e4ngerin, die als Feindbild instrumentalisiert worden ist.<\/p>\n<p>Ich war sehr froh \u2013 und es ist auch ein St\u00fcck weit Zuversicht \u2013 dass sowohl das Thema der Heimatvertriebenen als auch das Thema der Heimatverbliebenen k\u00fcnftig nicht mehr f\u00fcr eine innenpolitische Instrumentalisierung in allen L\u00e4ndern missbraucht werden. Ich hoffe, dass die Zuversicht sich bewahrheitet.<\/p>\n<p><strong>Es gibt nun diesen Organisationserlass des Bundeskanzlers, mit dem Sie als Beauftragter zus\u00e4tzliche Aufgaben und Kompetenzen erhalten. Sie sind neu auch f\u00fcr \u201eKultur und Geschichte der Deutschen im \u00f6stlichen Europa einschlie\u00dflich der Stiftung Flucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung sowie die Kulturf\u00f6rderung autochthoner Minderheiten\u201c \u00a0und f\u00fcr \u201eKultur-, Gesellschafts- und Medienbeziehungen in Bezug auf deutsche Minderheiten im Ausland\u201c zust\u00e4ndig. Welche konkreten Aufgaben und T\u00e4tigkeiten sind damit verbunden?<\/strong><\/p>\n<p>Das kann ich zwar nicht schnell, aber ich kann das gut beantworten, weil es auch der BdV gewesen ist, der sich f\u00fcr diese \u00c4nderungen in der Organisation der Bundesregierung eingesetzt hat.<\/p>\n<p>Die <strong>neue Aufgabe<\/strong> beinhaltet schwerpunktm\u00e4\u00dfig die Umsetzung der staatlichen Aufgaben aus \u00a7 96 BVFG [Gesetz \u00fcber die Angelegenheiten der Vertriebenen und Fl\u00fcchtlinge], sprich: Kultur und Geschichte der deutschen Heimatvertriebenen, einschlie\u00dflich der deutschen Minderheiten, die in den Heimatgebieten verblieben sind, zu vertreten. Und wenn ich \u201ezu vertreten\u201c sage, dann muss ich eigentlich drei Bereiche nennen. Wenn man sich den \u00a7 96 zu Gem\u00fcte f\u00fchrt, \u2013 das sollte man einmal im Monat machen, damit man wei\u00df, was da alles an Inhalt drin steht \u2013 dann wei\u00df man, dass man Kultur und Geschichte der Vertriebenen, aber auch der Heimatgebiete im [1.] Bewusstsein des Personenkreises selbst, also im Bewusstsein der Vertriebenen und auch der Heimatverbliebenen, n\u00e4chster Schritt [2.]: im Bewusstsein der gesamtdeutschen Gesellschaft und der dritte Schritt [3.]: in den Herkunftsgebieten selbst, verankert, f\u00f6rdert, st\u00e4rkt und in die Zukunft tr\u00e4gt. Man sieht, wie breit dieses Portfolio ist. Es gibt in Deutschland knapp 20 wissenschaftliche Institute bundesweit, die sich darum befassen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>\u201eEs sind zwei Seiten einer Medaille. Beide Seiten tragen ein Kriegsfolgeschicksal, sowohl die Vertriebenen als auch die vereinsamt, als Minderheit Zur\u00fcckgebliebenen.\u201c<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Aber es gibt auch die Kulturarbeit der Selbstorganisationen, die [der] Kulturtr\u00e4ger \u2013 die Kultur, \u00fcber die wir sprechen, ist ja nicht tot, sondern es gibt Tr\u00e4ger dieser Kultur, die ist noch da. Das alles muss gef\u00f6rdert und weiterentwickelt werden.<\/p>\n<p>Die <strong>Kulturf\u00f6rderung<\/strong> ist aus meiner Sicht der wichtigste Hebel dabei, dem Personenkreis zu signalisieren: Erstens, ihr geh\u00f6rt nat\u00fcrlich zu uns, zweitens, eure Kultur, euer Sein ist Teil des gesamtdeutschen kulturellen Erbes und geh\u00f6rt weitergetragen. Und [drittens] ihr geh\u00f6rt nat\u00fcrlich dazu in Europa, und zwar in dem Europa, das man auch auf den Grundideen der Charta aufgebaut hat, im Sinne eines Miteinanders, eines Zusammenwachsens und der Beibehaltung der eigenen kulturellen Identit\u00e4t. Auch dort muss das verankert werden.<\/p>\n<p>Und genau zum gleichen Kontext geh\u00f6rt die <strong>Zusammenf\u00fchrung mit den Zust\u00e4ndigkeiten aus dem Ausw\u00e4rtigen Amt<\/strong>, die Sie auch zitiert haben, wo die F\u00f6rderung der deutschen Minderheiten in Medienbeziehungen verankert war.<\/p>\n<p>Das alles geh\u00f6rt eigentlich zusammen. Es geh\u00f6rt koordiniert vertreten, weil es zusammenwirkt. Und genau deswegen ist das erstens wichtig gewesen und zweitens ist das der Grund gewesen, dass ich mich auch dazu entschieden habe, <strong>das<\/strong> <strong>Amt des BdV-Pr\u00e4sidenten aufzugeben<\/strong>: Weil dieses neue, umfassendere Portfolio des Beauftragten keinen Nebenjob erlaubt.<\/p>\n<div id=\"attachment_66422\" style=\"width: 861px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-66422\" class=\" wp-image-66422\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Fabritius-in-Oppeln_2-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"851\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Fabritius-in-Oppeln_2-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Fabritius-in-Oppeln_2-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Fabritius-in-Oppeln_2-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Fabritius-in-Oppeln_2.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 851px) 100vw, 851px\" \/><p id=\"caption-attachment-66422\" class=\"wp-caption-text\">Bernd Fabritius besuchte in Oppeln unter anderem die Gala zur Feier des 35-j\u00e4hrigen Bestehens der SKGD im Oppelner Schlesien. Er besichtigte au\u00dferdem die Ausstellung im Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen.<br \/>Foto: Manuela Leibig<\/p><\/div>\n<p>Und weder das Amt des BdV-Pr\u00e4sidenten ist ein Nebenjob, noch das Amt des Beauftragten kann ein Nebenjob sein, sondern beide \u00c4mter fordern eigentlich 150 Prozent Einsatz. Und meine Absicht ist, dass ich die Aufgaben des Bundesbeauftragten mit 150 Prozent Einsatz fortf\u00fchre.<\/p>\n<p><strong>Zum Abschluss m\u00f6chte ich die Perspektive vielleicht noch ein bisschen weiten. Aber Sie haben das teilweise auch schon vorweggenommen. Wir feiern ja dieses Jahr das 35-j\u00e4hrige Bestehen der SKGD im Oppelner Schlesien \u2013 und morgen gibt es aus diesem Anlass die Gala in Gogolin. Gleichzeitig sind auch seit der deutschen Wiedervereinigung 35 Jahre vergangen. Und in diesen 35 Jahren ist die Integration Europas stark vorangeschritten. Wie geht es denn deutschen Minderheiten in Europa? Was gibt es, vielleicht auch auf europ\u00e4ischer Ebene, noch tun?<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin unglaublich froh, dass es mit dem Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs und mit einer geschichtlichen und politischen \u00d6ffnung auch der Heimatstaaten, der Herkunftsregionen der deutschen Minderheiten m\u00f6glich geworden ist, dass diese Minderheiten ihr eigenes Minderheitendasein oder ihre kulturelle Identit\u00e4t pflegen. Wenn man sich \u00fcberlegt, dass auch in der Region hier bis zur Wende die Verwendung der deutschen Sprache verboten gewesen ist. Es war nicht m\u00f6glich, Schlesische Kultur in Schlesien zu leben.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>\u201eWir feiern eigentlich, wenn wir jetzt 35 Jahre SKGD in Oppeln feiern, den Geburtstag der Minderheit in ihrer akzeptierten Form.\u201c<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Und die <strong>Negierung der Existenz der Minderheit<\/strong>, die ist auch nach 1991 oder nach 1990 erst langsam aufgegeben worden. Und wenn ich an die Messe in Kreisau [am 12. November 1989] und diesen Auftritt des Bundeskanzlers Helmut Kohl zur\u00fcckdenke, das ist ein Startschuss gewesen, der die deutsche Minderheit in Polen wieder mit einem eigenen Selbstbewusstsein und mit einem eigenen Existenzrecht als Minderheit versehen hat.<\/p>\n<p>Das ist eine Herausforderung die erst nach und nach bew\u00e4ltigt worden ist. Und wir feiern eigentlich, wenn wir jetzt 35 Jahre SKGD in Oppeln feiern, den Geburtstag der Minderheit in ihrer akzeptierten Form. Ich muss das extra so sagen, weil es nat\u00fcrlich keine neue Minderheit oder eine neue Gemeinschaft ist. Die Schlesier hier in der Region sind eine autochthone Minderheit, die leben schon immer hier. Und wir feiern jetzt 35 Jahre Wiedergeburt, wenn Sie so wollen, der Deutschen in dieser Region.<\/p>\n<p><strong>Der Text ist eine gek\u00fcrzte Fassung des Interviews.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wochenblatt-Interview mit Bernd Fabritius Im Mai dieses Jahres wurde Bernd Fabritius erneut zum Beauftragten der Bundesregierung f\u00fcr Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten ernannt. In dieser Funktion ist er nicht nur f\u00fcr die Minderheiten in Deutschland, sondern auch f\u00fcr die deutschen Minderheiten im Ausland zust\u00e4ndig. 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