{"id":70115,"date":"2025-11-12T04:53:26","date_gmt":"2025-11-12T03:53:26","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/statt-wow-ein-groses-nichts\/"},"modified":"2025-11-12T04:53:26","modified_gmt":"2025-11-12T03:53:26","slug":"statt-wow-ein-groses-nichts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/statt-wow-ein-groses-nichts\/","title":{"rendered":"Statt Wow \u2013 ein gro\u00dfes Nichts"},"content":{"rendered":"<p><strong>Politik ist \u2013 wie Sie sicher schon bemerkt haben \u2013 ein wichtiger Bestandteil vom Neues Wochenblatt.pl. Deshalb widmen wir ihr in jeder Ausgabe viel Platz und kommentieren die politische Realit\u00e4t rund um die deutsche Minderheit und Deutschland. Dieses Mal m\u00f6chte ich mich in einigen S\u00e4tzen auf das konzentrieren, was mich in den vergangenen Wochen am meisten emp\u00f6rt hat.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Rede ist vom September-Besuch des polnischen Pr\u00e4sidenten Karol Nawrocki in Berlin, wo er f\u00fcr Polen ein gro\u00dfes \u201eWow\u201c erzielen wollte! Herausgekommen ist jedoch ein gro\u00dfes Nichts. Aber der Reihe nach\u2026 Bei seinem ersten offiziellen Besuch in Berlin forderte Karol Nawrocki \u2013 ohne sich lange mit diplomatischen Gepflogenheiten aufzuhalten \u2013 gleich einen Scheck \u00fcber 1,3 Billionen Euro! Gemeint sind astronomisch hohe Forderungen nach deutschen Reparationen, wor\u00fcber wir in dieser Ausgabe unseres Magazins auf den Seiten 6 und 7 berichten. Der polnische Pr\u00e4sident tat dies, obwohl es sein erstes Treffen auf h\u00f6chster Ebene in Deutschland war. Und er wei\u00df sicherlich, wie auch seine politischen Mitstreiter, dass die Chancen auf Erf\u00fcllung dieser Forderung illusorisch sind.<\/p>\n<div id=\"attachment_65150\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65150\" class=\"size-full wp-image-65150\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/02025_0400_Nawrocki_in_Sanok.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/02025_0400_Nawrocki_in_Sanok.jpg 800w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/02025_0400_Nawrocki_in_Sanok-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/02025_0400_Nawrocki_in_Sanok-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><p id=\"caption-attachment-65150\" class=\"wp-caption-text\">Prezydent RP Karol Nawrocki<br \/>Foto: Marsilar \/ wikipedia<\/p><\/div>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sind Reparationsforderungen an Deutschland acht Jahrzehnte nach Kriegsende nicht nur l\u00e4cherlich, sondern vor allem gef\u00e4hrlich. Politiker der polnischen Rechten \u2013 ebenso wie der Pr\u00e4sident \u2013 sind stark auf nationale Interessen fixiert, sollten aber die strategischen Konsequenzen ihres Handelns bedenken. Ist es wirklich im Interesse Polens, die Beziehungen zu Deutschland immer wieder mit dem Thema Reparationen zu belasten? Hinzu kommt, dass das demokratische Deutschland sich seiner Schuld gegen\u00fcber Polen bewusst ist und seit Jahrzehnten bem\u00fcht ist, die bilateralen Beziehungen zu verbessern. Gleichzeitig bleibt es ein Schl\u00fcsselpartner Polens in der EU und NATO. Statt also in der Vergangenheit zu graben, sollte Warschau nach vorne blicken und auf Entsch\u00e4digungsforderungen, die auf einer verdrehten Logik beruhen, verzichten. Und die extreme polnische Rechte sollte endlich aufh\u00f6ren, st\u00e4ndig den Antigermanismus zu trommeln. In dieser Hinsicht sehe ich jedoch kein Licht am Ende des Tunnels.<\/p>\n<p>Hinzu kommt: Einige polnische Medien kommentierten den Berlin-Besuch Nawrockis mit den Worten, er habe uns \u201eein gro\u00dfes Nichts\u201c eingebracht. Ich finde, es ist noch schlimmer \u2013 er hat die Beziehungen zu Berlin negativ versch\u00e4rft, denn nach dem Treffen mit dem Bundespr\u00e4sidenten und dem Kanzler gab es keine gemeinsame Pressekonferenz. Eine solche Situation ist \u00e4u\u00dferst ungew\u00f6hnlich. Zudem erkl\u00e4rte Karol Nawrocki noch vor seiner R\u00fcckkehr nach Polen in einem Interview mit der Bild-Zeitung, dass die Frage der deutschen Kriegsreparationen rechtlich nicht gekl\u00e4rt sei. Ganz anderer Meinung ist Donald Tusk, der keine Rechtsgrundlage f\u00fcr solche Forderungen sieht, aber in der Vergangenheit eine deutliche Geste von deutscher Seite eingefordert hatte. Konkret wies er im Februar 2024 bei einem Besuch in Berlin darauf hin, dass eine materielle und moralische Wiedergutmachung nie erfolgt sei.<\/p>\n<p>Das Ergebnis? Die damalige deutsche Regierung unter Kanzler Olaf Scholz nahm Verhandlungen auf, die drei Elemente der Wiedergutmachung vorsahen: ein Denkmal f\u00fcr die polnischen Opfer des Nationalsozialismus und ein Deutsch-Polnisches Haus in Berlin, finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr die \u00fcberlebenden Opfer des NS-Regimes sowie einen deutschen Beitrag zur Verteidigungsf\u00e4higkeit Polens. Hat der polnische Pr\u00e4sident diese Elemente mit seinem Berlin-Besuch zunichtegemacht?<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich hinzuf\u00fcgen, dass Karol Nawrocki sich selbst als politischen Verb\u00fcndeten des US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump sieht und sich gegen das ausspricht, was er f\u00fcr eine zu weit gehende europ\u00e4ische Integration h\u00e4lt. Gleichzeitig st\u00f6rt es ihn und seine politischen Mitstreiter jedoch nicht, mit vollen H\u00e4nden EU-Gelder anzunehmen. EU-Gelder \u2013 nicht amerikanische\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik ist \u2013 wie Sie sicher schon bemerkt haben \u2013 ein wichtiger Bestandteil vom Neues Wochenblatt.pl. Deshalb widmen wir ihr in jeder Ausgabe viel Platz und kommentieren die politische Realit\u00e4t rund um die deutsche Minderheit und Deutschland. 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