{"id":70030,"date":"2025-11-23T13:00:37","date_gmt":"2025-11-23T12:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/die-vergessene-geschichte-von-wiese\/"},"modified":"2025-11-23T13:00:37","modified_gmt":"2025-11-23T12:00:37","slug":"die-vergessene-geschichte-von-wiese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/die-vergessene-geschichte-von-wiese\/","title":{"rendered":"Die vergessene Geschichte von Wiese"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Ein Leben f\u00fcr ein Kloster<\/strong><\/h1>\n<p><strong>\u00dcber 20 Jahre hat Prof. Ralf Wrobel geforscht, Tausende Dokumente gesichtet und ein 500-seitiges Werk geschaffen. Das Buch \u00fcber das Paulinerkloster in Wiese bei Oberglogau ist eine Reise durch Jahrhunderte schlesischer Geschichte.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Von der pers\u00f6nlichen Spurensuche zum Lebenswerk<\/strong><\/h2>\n<p>F\u00fcr Professor Ralf Wrobel, Vorsitzender der Historischen Kommission f\u00fcr den Kreis Neustadt in Oberschlesien, ist die Geschichte des Paulinerklosters Wiese eine Herzensangelegenheit. Seine Familie stammt aus Kerpen, das einst dem Kloster geh\u00f6rte. Was als Ahnenforschung begann, entwickelte sich zu einer Doktorarbeit im Fach Geschichte, die er 2019 an der P\u00e4dagogischen Universit\u00e4t Krakau mit Auszeichnung verteidigte. Nach der deutschen Ver\u00f6ffentlichung 2021 ist mit Hilfe &#8211; unter anderem der Erika-Simon-Stiftung &#8211; die \u00dcbersetzung ins Polnische gelungen; dank Bischof Jan Kopiec konnte die Druckversion der polnischen Ausgabe realisiert werden.<\/p>\n<h2><strong>Einzigartig in Schlesien: Gr\u00fcndung und Bl\u00fctezeit<\/strong><\/h2>\n<p>Das Kloster in Wiese, malerisch mit Blick auf Oberglogau gelegen, nimmt eine Sonderstellung ein: Es war das einzige Paulinerkloster in ganz Schlesien. Gegr\u00fcndet wurde es im 14. Jahrhundert von W\u0142adys\u0142aw II. von Oppeln, dem Herzog im Oppelner Herzogtum, der auch das ber\u00fchmte Kloster in Tschenstochau stiftete. W\u00e4hrend Tschenstochau vor allem geopolitische Zwecke erf\u00fcllte, war die Gr\u00fcndung in Wiese vermutlich eher pers\u00f6nlicher Natur: \u201eDer Herzog brauchte einen Ort, an dem M\u00f6nche f\u00fcr seine Untaten beten, damit er sp\u00e4ter in den Himmel kommen kann\u201c, so Wrobel. Die Pauliner, ein Eremitenorden, lebten von den L\u00e4ndereien, die der Herzog ihnen schenkte. Sie bewirtschafteten Felder, besa\u00dfen D\u00f6rfer und erzielten Eink\u00fcnfte aus Fischerei sowie dem Verkauf von Bier und Schnaps.<\/p>\n<h2><strong>Br\u00fcche und Neuanf\u00e4nge: Von der Aufl\u00f6sung bis heute<\/strong><\/h2>\n<p>Die lange Geschichte des Klosters endete abrupt im Jahr 1810. Im Zuge der S\u00e4kularisation l\u00f6ste der preu\u00dfische Staat alle Kl\u00f6ster auf, um nach der Niederlage gegen Napoleon die Staatskasse zu f\u00fcllen. \u201eDer Besitz wurde verstaatlicht und verkauft. Doch das geistliche Leben erlosch nicht vollst\u00e4ndig. In den 1840er-Jahren wurde die verwaiste Klosterkirche zur Pfarrkirche f\u00fcr die umliegenden D\u00f6rfer. Im 20. Jahrhundert betrieben Nonnen hier ein Lazarett und sp\u00e4ter ein Altenheim. Seit den 1990er-Jahren schlie\u00dft sich der Kreis: Der Paulinerorden ist nach Wiese zur\u00fcckgekehrt und betreibt das Kloster heute wieder als Tochterkloster von Tschenstochau\u201c, fasst Prof. Wrobel zusammen.<\/p>\n<h2><strong>Die Legende der Schwarzen Madonna<\/strong><\/h2>\n<p>Als der schwedische K\u00f6nig 1655 in Polen einfiel, floh der polnische K\u00f6nig Johann II. Kasimir nach Oberschlesien und brachte das Originalbild der Muttergottes von Tschenstochau zur sicheren Aufbewahrung nach Wiese mit. Die Legende besagt, dass nach dem Krieg nur die Kopie aus Wiese nach Tschenstochau zur\u00fcckgebracht wurde, w\u00e4hrend das Original in Schlesien verblieb. Professor Wrobel stellt klar: \u201eWissenschaftliche Untersuchungen haben bereits in den 1970er-Jahren best\u00e4tigt, dass sich das Original, das nach einer Zerst\u00f6rung durch die Hussiten um 1430 neu gemalt wurde, definitiv in Tschenstochau befindet.\u201c<\/p>\n<p>Die polnische und die deutsche Ausgabe des Buches sind in der Zentralen Josef-von-Eichendorff-Bibliothek in Oppeln zug\u00e4nglich.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"PwgoYT1tm7\"><p><a href=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/schlesien-aktuell-das-magazin-12-10-2025\/\">Schlesien Aktuell &#8211; das Magazin 12.10.2025<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Schlesien Aktuell &#8211; das Magazin 12.10.2025&#8220; &#8212; Wochenblatt - Gazeta Niemc\u00f3w w Rzeczypospolitej Polskiej\" src=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/schlesien-aktuell-das-magazin-12-10-2025\/embed\/#?secret=AidFsVTc0o#?secret=PwgoYT1tm7\" data-secret=\"PwgoYT1tm7\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Leben f\u00fcr ein Kloster \u00dcber 20 Jahre hat Prof. Ralf Wrobel geforscht, Tausende Dokumente gesichtet und ein 500-seitiges Werk geschaffen. Das Buch \u00fcber das Paulinerkloster in Wiese bei Oberglogau ist eine Reise durch Jahrhunderte schlesischer Geschichte.<\/p>\n","protected":false},"author":295,"featured_media":67774,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4224],"tags":[4904,4905,2502,4906,4907,2431,4908,4909,4910,4911,4912,4913],"redaktor":[],"class_list":["post-70030","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte-de","tag-centralna-biblioteka-josepha-von-eichendorffa","tag-erika-simon-stiftung","tag-geschichte","tag-historischen-kommission-fuer-den-kreis-neustadt-in-oberschlesien","tag-kloster-in-tschenstochau","tag-oberglogau","tag-paulinerkloster","tag-paulinerorden","tag-ralf-wrobel","tag-schwarze-madonna","tag-wiese-bei-oberglogau","tag-wladyslaw-ii-von-oppeln"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70030","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/295"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70030"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70030\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/67774"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70030"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70030"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70030"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=70030"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}