{"id":69989,"date":"2025-11-28T16:00:39","date_gmt":"2025-11-28T15:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/niederschlesien-und-oppeln-seit-jahren-benachteiligt-bei-der-verteilung-von-mitteln-zum-denkmalschutz-2\/"},"modified":"2025-11-28T16:00:39","modified_gmt":"2025-11-28T15:00:39","slug":"niederschlesien-und-oppeln-seit-jahren-benachteiligt-bei-der-verteilung-von-mitteln-zum-denkmalschutz-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/niederschlesien-und-oppeln-seit-jahren-benachteiligt-bei-der-verteilung-von-mitteln-zum-denkmalschutz-2\/","title":{"rendered":"Niederschlesien und Oppeln seit Jahren benachteiligt bei der Verteilung von Mitteln zum Denkmalschutz"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Erbe am Abgrund<\/strong><\/h1>\n<p><strong>Neue Daten, die w\u00e4hrend der Sitzung des Senatsausschusses f\u00fcr Kultur und Medien vorgestellt wurden, best\u00e4tigten einmal mehr, worauf Niederschlesien und Oppeln seit vielen Jahren hinweisen: Die Verteilung der Mittel f\u00fcr den Denkmalschutz in Polen ist zutiefst ungerecht. Obwohl gerade in diesen beiden Regionen die gr\u00f6\u00dfte Anzahl an Denkm\u00e4lern des Landes \u00a0&#8211; darunter Objekte h\u00f6chster Klasse &#8211; liegt, erhalten sie am wenigsten Geld.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Aus den im Senat vorgelegten Berechnungen geht hervor, dass der Landesdenkmalpfleger in der Woiwodschaft Karpaten etwa 156 Z\u0142oty pro Denkmal j\u00e4hrlich zur Verf\u00fcgung hat, in Podlachien 312 Z\u0142oty und in Masowien sogar 620 Z\u0142oty. Zum Vergleich: Der Opoler Denkmalpfleger verf\u00fcgt \u00fcber 58 Z\u0142oty pro Denkmal, der Niederschlesische nur \u00fcber 42 Z\u0142oty, und in den Woiwodschaften Lebus und Gro\u00dfpolen sinkt dieser Betrag auf 38 Z\u0142oty.<\/p>\n<div id=\"attachment_67977\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-67977\" class=\" wp-image-67977\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Kosciol_ewangelicki_w_Zeliszowie-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Kosciol_ewangelicki_w_Zeliszowie-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Kosciol_ewangelicki_w_Zeliszowie-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Kosciol_ewangelicki_w_Zeliszowie-768x511.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Kosciol_ewangelicki_w_Zeliszowie.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-67977\" class=\"wp-caption-text\">Die einzigartige Kirche in Giersdorf.<br \/>Foto: Wikimedia Commons<\/p><\/div>\n<p>Diese Ungleichheiten werden seit Jahren von Vertretern von Organisationen, die sich mit dem Schutz des kulturellen Erbes besch\u00e4ftigen, hervorgehoben, darunter die <strong>deutsche Minderheit (DMi)<\/strong>. Gerade Abgeordnete und Kommunalpolitiker, die der DMi angeh\u00f6ren, waren unter den Ersten, die auf die Notwendigkeit einer \u00c4nderung des Verteilungsalgorithmus hinwiesen. Der damalige Abgeordnete der <strong>deutschen Minderheit, Ryszard Galla<\/strong>, der viele Legislaturperioden Oppeln im Sejm vertrat, intervenierte mehrfach in dieser Angelegenheit und wies darauf hin, dass die Woiwodschaft Oppeln seit Jahren Mittel erh\u00e4lt, die deutlich geringer sind als in Regionen wie Masowien oder Karpaten. Bereits 2019 wies er darauf hin, dass die Differenz im Haushaltsbudget des Woiwoden f\u00fcr Kultur und Denkmalschutz zwischen Oppeln und privilegierten Regionen 13 &#8211; 28 Millionen Z\u0142oty betrug.<\/p>\n<h2><strong>Wer ist f\u00fcr die Mittelverteilung verantwortlich?<\/strong><\/h2>\n<p>Die Sitzung des Senatsausschusses, einberufen auf Initiative der Senatorin Barbara Zdrojewska, sollte Antworten auf diese Frage liefern. Teilnahmenahmen Landesdenkmalpfleger, Vertreter der Kommunen sowie die Generaldenkmalpflegerin. Vertreter des Finanzministeriums und des Innenministeriums \u2013 Ministerien, die entscheidenden Einfluss auf H\u00f6he und Verteilung der den Woiwoden zugewiesenen Mittel haben \u2013 erschienen jedoch nicht. Gerade wegen fehlender Kompetenzklarheit bleibt das Problem der finanziellen Ungleichheit seit Jahren ungel\u00f6st.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong><em>Der Senatsbericht best\u00e4tigt nur, was die Selbstverwaltungen seit Jahren sagen: Niederschlesien und Oppeln bleiben weiterhin am Rande der Finanzierung des Denkmalschutzes.<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das Kulturministerium weist darauf hin, dass die Verantwortung f\u00fcr die Planung des Denkmalschutzbudgets bei den Woiwoden liegt. Gleichzeitig verweisen die Woiwoden Fragen an das Finanzministerium. Infolgedessen ergreift keine der Institutionen reale Korrekturma\u00dfnahmen.<\/p>\n<h2><strong>Die meisten Denkm\u00e4ler &#8211; das wenigste Geld<\/strong><\/h2>\n<p>Die f\u00fcr den Ausschuss erstellten \u00dcbersichten zeigen deutlich, dass Niederschlesien und Oppeln nach dem Krieg die gr\u00f6\u00dfte Last beim Schutz historischer Objekte getragen haben. In Niederschlesien befinden sich \u00fcber 52.000 Denkm\u00e4ler, darunter 93 Schl\u00f6sser und Pal\u00e4ste sowie 15 Denkm\u00e4ler der Geschichte \u2013 die meisten in Polen. Oppeln kann mit einer au\u00dfergew\u00f6hnlich gro\u00dfen Anzahl von Architektur- und Kunstdenkm\u00e4lern aufwarten, die mit der historischen Kulturgemarkung verbunden sind.<\/p>\n<p>Dennoch erhielt der niederschlesische Denkmalpfleger in den letzten zehn Jahren insgesamt 26 Mio. Z\u0142oty, w\u00e4hrend der masowische 153 Mio. Z\u0142oty erhielt.<\/p>\n<h2><strong>Ungleicher Zugang zu staatlichen Zusch\u00fcssen<\/strong><\/h2>\n<p>Ungleichheiten zeigen sich auch bei der Verteilung der j\u00e4hrlichen Zusch\u00fcsse aus dem Ministeriumsprogramm. Die h\u00f6chste staatliche Unterst\u00fctzung, die \u00fcber eine Million Z\u0142oty \u00fcberstieg, floss u.a. in die Sicherung der Burgruine in Tenczyn, die Renovierung der Kathedrale in Cammin in Pommern, Denkm\u00e4ler in Frauenburg, Danzig und Zakopane. Unter den Beg\u00fcnstigten befanden sich auch bedeutende Objekte in Niederschlesien \u2013 Jahrhunderthalle, Wang-Kirche, Festung in Silberberg \u2013 doch der Bedarf der Region ist weitaus gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p>Zur gleichen Zeit soll Niederschlesien im Jahr 2026 lediglich 2,2 Mio. Z\u0142oty erhalten, also fast zehnmal weniger als Masowien. Der Denkmalpfleger Daniel Gibski sch\u00e4tzt, dass der tats\u00e4chliche Bedarf seines Amtes j\u00e4hrlich 40\u201350 Millionen Z\u0142oty betr\u00e4gt.<\/p>\n<h2><strong>Ank\u00fcndigung von Ver\u00e4nderungen \u2013 realistisch?<\/strong><\/h2>\n<p>W\u00e4hrend der Ausschusssitzung teilte die Generaldenkmalpflegerin Bo\u017cena \u017belazowska mit, dass an einem neuen Algorithmus zur Mittelverteilung gearbeitet wird, basierend auf der Anzahl der Denkm\u00e4ler in der Region. Vorl\u00e4ufige Berechnungen zeigen, dass, wenn jedem Woiwodschaft etwa 200\u2013250 Z\u0142oty pro Denkmal zustehen w\u00fcrden, Niederschlesien \u00fcber 13 Mio. Z\u0142oty und Oppeln fast 3 Mio. Z\u0142oty erhalten sollte \u2013 also vielfach mehr als derzeit.<\/p>\n<div id=\"attachment_67976\" style=\"width: 633px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-67976\" class=\" wp-image-67976\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2025_Palac_w_Bozkowie_10-300x213.jpg\" alt=\"\" width=\"623\" height=\"442\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2025_Palac_w_Bozkowie_10-300x213.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2025_Palac_w_Bozkowie_10-1024x727.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2025_Palac_w_Bozkowie_10-768x545.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2025_Palac_w_Bozkowie_10.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 623px) 100vw, 623px\" \/><p id=\"caption-attachment-67976\" class=\"wp-caption-text\">Das Schloss in Eckersdorf ist eines der sch\u00f6nsten Objekte dieser Art in Polen.<br \/>Foto: Wikimedia Commons<\/p><\/div>\n<p>Die <strong>DMi<\/strong> setzt sich seit Jahren f\u00fcr eine \u00c4nderung des Systems ein und weist darauf hin, dass Regionen wie Oppeln das kulturelle Erbe nicht effektiv sch\u00fctzen k\u00f6nnen, ohne eine Finanzierung proportional zur Anzahl und zum Wert der Denkm\u00e4ler sicherzustellen.<\/p>\n<h2><strong>Wie weiter?<\/strong><\/h2>\n<p>Trotz Ank\u00fcndigungen ist die Reform nicht beschlossen, da sie die Zusammenarbeit des Finanzministeriums, des Innenministeriums und des Kulturministeriums erfordert. Ohne klare Kompetenzregelungen und ein transparentes Finanzierungssystem m\u00fcssen Denkmalpfleger weiterhin zwischen dringenden Renovierungen und der grundlegenden Erhaltung von Denkm\u00e4lern w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Eines ist sicher: Wenn der Algorithmus nicht ge\u00e4ndert wird, bleiben Niederschlesien und Oppeln die am st\u00e4rksten benachteiligten Regionen, obwohl genau dort das Herz des materiellen Erbes Polens liegt. Die <strong>deutsche Minderheit <\/strong>und ihre Vertreter erinnern seit Jahren daran, dass ohne systemische Korrekturen die Ungleichheiten zunehmen und viele wertvolle Objekte schlicht keine Zukunft haben werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erbe am Abgrund Neue Daten, die w\u00e4hrend der Sitzung des Senatsausschusses f\u00fcr Kultur und Medien vorgestellt wurden, best\u00e4tigten einmal mehr, worauf Niederschlesien und Oppeln seit vielen Jahren hinweisen: Die Verteilung der Mittel f\u00fcr den Denkmalschutz in Polen ist zutiefst ungerecht. 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