{"id":69977,"date":"2025-11-30T17:00:40","date_gmt":"2025-11-30T16:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/schloss-bitschin-eine-barocke-perle-die-noch-auf-neues-leben-wartet-2\/"},"modified":"2025-11-30T17:00:40","modified_gmt":"2025-11-30T16:00:40","slug":"schloss-bitschin-eine-barocke-perle-die-noch-auf-neues-leben-wartet-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/schloss-bitschin-eine-barocke-perle-die-noch-auf-neues-leben-wartet-2\/","title":{"rendered":"Schloss Bitschin \u2013 eine barocke Perle, die noch auf neues Leben wartet"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Vergessenes Erbe<\/strong><\/h1>\n<p><strong>Bitschin ist ein Dorf im Kreis Gleiwitz, gelegen zwischen Peiskretscham und Plawniowitz in der Gemeinde Rudzinitz. Die Umgebung geh\u00f6rt zu den sch\u00f6nsten der Region. In der N\u00e4he liegen die Seen Sersno Klein, Sersno Gro\u00df und der beliebte Plawniowitzer See, die gern f\u00fcr Wochenendausfl\u00fcge besucht werden. Im Zentrum des Dorfes, etwas abseits der Hauptstra\u00dfe, steht ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Geb\u00e4ude, dessen Geschichte \u00fcber drei Jahrhunderte zur\u00fcckreicht \u2013 das Schloss Bitschin.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Von den Tenczy\u0144skis zu Hohenlohe \u2013 Anf\u00e4nge und wechselvolle Geschichte der Residenz<\/strong><\/h2>\n<p>Die fr\u00fchesten Erw\u00e4hnungen des Dorfes stammen aus dem sp\u00e4ten 13. Jahrhundert, doch die Geschichte des Schlosses beginnt deutlich sp\u00e4ter. Im Jahr 1685, obwohl einige Quellen 1670 angeben, erwarb die Familie Tenczy\u0144ski mit dem Wappen Top\u00f3r die G\u00fcter von Bitschin. Ihre Vertreter entschieden sich f\u00fcr den Bau einer pr\u00e4chtigen Residenz, die schlie\u00dflich 1700 fertiggestellt wurde.<\/p>\n<p>In der ersten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts wurde dem bestehenden Bauk\u00f6rper die Heilig-Dreifaltigkeits-Kapelle hinzugef\u00fcgt. Ihre Decke wurde 1730 mit einer sp\u00e4tbarocken Polychromie geschm\u00fcckt, die unter anderem die Aufnahme der Heiligen Maria in den Himmel zeigt. Trotz zahlreicher Sch\u00e4den am Schloss hat sich die Polychromie erstaunlich gut erhalten.<\/p>\n<div id=\"attachment_67998\" style=\"width: 597px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-67998\" class=\"wp-image-67998\" src=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Tomasz-Gorny-Wikipedia-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"587\" height=\"587\" \/><p id=\"caption-attachment-67998\" class=\"wp-caption-text\">Schloss Bitschin.<br \/>Foto: Tomasz Tomasz G\u00f3rny\/Wikimedia Commons<\/p><\/div>\n<p>Im 18. Jahrhundert wechselten die Besitzer h\u00e4ufig. 1778 erwarb Johann Gustav von Strachwitz aus Kaminietz das Anwesen, neun Jahre sp\u00e4ter ging es an die Familie von Seherr-Thoss aus Weigelsdorf \u00fcber. 1838 wurde F\u00fcrst Friedrich August Carl zu Hohenlohe-\u00d6hringen, Besitzer von Slawentzitz und Ujest, Eigent\u00fcmer, und ab 1845 geh\u00f6rte das Anwesen der Linie zu Hohenlohe-Oehringen-Ingelfingen. Dies war die letzte adlige Familie, der Bitschin geh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Das Schloss erlitt mehrfach Feuersch\u00e4den und wurde 1867 umgebaut. Dabei verzichtete man auf den urspr\u00fcnglichen Turm, dessen Aussehen heute unbekannt ist. Einzig die nahegelegene Kapelle mit dem Heiligen Florian, der ein brennendes Schloss l\u00f6scht, deutet darauf hin, dass der Turm einst existierte. In den 1930er Jahren verkaufte man die G\u00fcter an eine Berliner Gesellschaft, die den Gutshof unter den umliegenden Bauern aufteilte.<\/p>\n<h2><strong>Schloss als Wohnhaus und Kirche. Der langsame Niedergang<\/strong><\/h2>\n<p>Nach 1945 beschlossen die neuen Beh\u00f6rden, das Schloss als Wohngeb\u00e4ude zu nutzen. Die Bewohner konnten auch an Gottesdiensten in der Schlosskapelle teilnehmen, die bis 1993 als \u00f6rtliche Kirche diente. Im Laufe der Jahre wurde die Residenz zunehmend verlassen, fehlende fachgerechte Instandhaltung f\u00fchrte zu weiterem Verfall, und nach dem Ende der Volksrepublik Polen war das Schloss bereits weitgehend ruin\u00f6s.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Derzeit ist das Schloss teilweise von Ger\u00fcsten umgeben. Der \u00f6stliche Teil des Geb\u00e4udes und der Abschnitt \u00fcber der Kapelle, der die L-Form bildet, hat bereits ein neues Dach. Die restliche Dachfl\u00e4che wird noch saniert.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In den 1990er Jahren wurde das Schloss privatisiert. Die wechselnden Investoren erkl\u00e4rten ihre Absicht, das Geb\u00e4ude zu retten, doch keine der Versuche war erfolgreich. 2001 f\u00fchrte ein Eigent\u00fcmer symbolische Arbeiten an einer Wand durch, weitere Ma\u00dfnahmen mussten aufgrund fehlender Mittel abgebrochen werden. Sp\u00e4ter plante die deutsche Gesellschaft Monument Investment Poland ein Schulungs- und Hotelzentrum, doch auch dieses Projekt wurde nicht umgesetzt.<\/p>\n<h2><strong>Neuer Eigent\u00fcmer und vorsichtige Hoffnung<\/strong><\/h2>\n<p>Die Wende kam 2019, als das Schloss vom Denkmalpfleger Aleksander Harkawy aus Schlesien erworben wurde. Laut \u201eDziennik Zachodni\u201c zahlte er daf\u00fcr symbolische 10.000 Zloty. Harkawy erkl\u00e4rte, sein Hauptziel sei der Erhalt des Denkmals, sp\u00e4ter solle eine Ausstellungsfl\u00e4che entstehen, erg\u00e4nzt durch ein Hotel oder ein Restaurant, um den Betrieb des Objekts zu sichern. Er betont, dass kein derartiges Denkmal in Privatbesitz ausschlie\u00dflich als Museum betrieben werden kann. Die Revitalisierung muss funktional sein, ein kommerzieller Teil ist notwendig, wenn das Schloss \u00fcberleben soll.<\/p>\n<h2><strong>Architektur \u2013 Barockanlage mit erhaltener Kapelle<\/strong><\/h2>\n<p>Das Schloss wurde auf den Mauern eines fr\u00fcheren Geb\u00e4udes errichtet. Es hat drei Stockwerke und einen L-f\u00f6rmigen Grundriss. Fr\u00fcher zierten Kreuzg\u00e4nge den Innenhof, die heute nicht mehr existieren. Der Eingang wurde durch ein sp\u00e4tbarockes Portal mit dem Wappen Top\u00f3r \u2013 Symbol der Tenczy\u0144skis \u2013 betont, das jedoch in der ersten H\u00e4lfte des letzten Jahrzehnts zerfiel. Im Wappen des Ortes Bitschin ist das Symbol Top\u00f3r bis heute pr\u00e4sent.<\/p>\n<div id=\"attachment_68001\" style=\"width: 548px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-68001\" class=\" wp-image-68001\" src=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Kapele-mit-wertvollen-Polychromien-Fot-Agata-Krzystanek-Wikipedia-217x300.jpg\" alt=\"\" width=\"538\" height=\"744\" \/><p id=\"caption-attachment-68001\" class=\"wp-caption-text\">Kapelle mit wertvollen Polychromien.<br \/>Foto: Agata Krzystanek\/Wikimedia Commons<\/p><\/div>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Schatz bleibt die Heilig-Dreifaltigkeits-Kapelle mit der Polychromie von 1730. Das Innere hat seine urspr\u00fcnglichen Farben erstaunlich gut bewahrt, trotz jahrzehntelanger Vernachl\u00e4ssigung und fehlender Heizung.<\/p>\n<h2><strong>Aktuelle Lage \u2013 Sicherungsarbeiten statt umfassender Restaurierung<\/strong><\/h2>\n<p>Derzeit ist das Schloss teilweise von Ger\u00fcsten umgeben. Der \u00f6stliche Teil des Geb\u00e4udes und der Abschnitt \u00fcber der Kapelle, der die L-Form bildet, hat bereits ein neues Dach. Die restliche Dachfl\u00e4che wird noch saniert, und einige Fenster sind bereits verglast, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu reduzieren. Die Arbeiten dienen dem Erhalt und sind notwendig, um die wertvollsten Elemente, insbesondere die Kapelle, zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<div id=\"attachment_68002\" style=\"width: 621px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-68002\" class=\" wp-image-68002\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/schloss-neuester-stand-Fotos-FB-Dorf-Bycina-300x226.jpg\" alt=\"\" width=\"611\" height=\"460\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/schloss-neuester-stand-Fotos-FB-Dorf-Bycina-300x226.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/schloss-neuester-stand-Fotos-FB-Dorf-Bycina-1024x771.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/schloss-neuester-stand-Fotos-FB-Dorf-Bycina-768x578.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/schloss-neuester-stand-Fotos-FB-Dorf-Bycina-1536x1157.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/schloss-neuester-stand-Fotos-FB-Dorf-Bycina.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 611px) 100vw, 611px\" \/><p id=\"caption-attachment-68002\" class=\"wp-caption-text\">Schloss Bitschin, neuester Stand.<br \/>Foto: Facebook\/Dorf Bycina<\/p><\/div>\n<p>Obwohl die vollst\u00e4ndige Restaurierung noch in weiter Ferne liegt, besteht in Bitschin eine reale Chance, eine der wertvollsten Residenzen der Region zu retten. Der Eigent\u00fcmer betont, dass der Schutz des Geb\u00e4udes ein langwieriger Prozess ist, Geduld erfordert, aber das Schloss nicht aufgegeben wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vergessenes Erbe Bitschin ist ein Dorf im Kreis Gleiwitz, gelegen zwischen Peiskretscham und Plawniowitz in der Gemeinde Rudzinitz. Die Umgebung geh\u00f6rt zu den sch\u00f6nsten der Region. In der N\u00e4he liegen die Seen Sersno Klein, Sersno Gro\u00df und der beliebte Plawniowitzer See, die gern f\u00fcr Wochenendausfl\u00fcge besucht werden. 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