{"id":69969,"date":"2025-12-01T05:01:31","date_gmt":"2025-12-01T04:01:31","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/gutes-deutsch-korrektes-deutsch\/"},"modified":"2025-12-01T05:01:31","modified_gmt":"2025-12-01T04:01:31","slug":"gutes-deutsch-korrektes-deutsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/gutes-deutsch-korrektes-deutsch\/","title":{"rendered":"\u201eGutes Deutsch = Korrektes Deutsch\u201c"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler messen sich in Allenstein in deutscher Rechtschreibung<\/strong><\/h1>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Bereits zum zweiten Mal startete die Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit AGDM in ihrem Sitz im Kopernikushaus in der ulica Partzyant\u00f3w in Allenstein den Versuch, Sch\u00fclern der Mittelschulen in der Region die deutsche Rechtschreibung schmackhaft zu machen. Am 13. November offenbarten die Diktate ihres Wettbewerbs einen \u00fcberraschenden Sieger.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><strong>Allenstein. <\/strong>F\u00fcr eine Veranstaltung mit \u00fcber einem Dutzend Teilnehmern war es im Korridor vor dem Blauen Saal im ersten Stock des Kopernikushauses, in dem der Wettbewerb stattfand, beinahe unheimlich ruhig. Im angrenzenden Zimmer sa\u00dfen die Deutschlehrerinnen, die die Sch\u00fcler betreuten, und diskutierten lauter als die Wettk\u00e4mpfer. Der Wettbewerb ging langsam zu Ende, die letzten Worte fanden ihren Weg auf das geduldige Papier, und die Verleihung der Preise an die Besten und Erfolgreichsten kam langsam in Sicht.<\/p>\n<h2><strong>Von Jugendsprache und Sprachentwicklung<\/strong><\/h2>\n<p>Unter dem Titel \u201eGutes Deutsch = Korrektes Deutsch\u201c hatte Dawid Kaza\u0144ski im Namen der AGDM zum Wettbewerb eingeladen. Das Ziel ist eindeutig, so der langj\u00e4hrige Deutschlehrer: \u201eViele Menschen lernen heute Sprachen vor allem, um m\u00fcndlich kommunizieren zu k\u00f6nnen. Daher kommen auch im Schulunterricht die schriftlichen F\u00e4higkeiten zu kurz. In heutigen Zeiten wird \u2013 gerade unter dem Einfluss von k\u00fcnstlicher Intelligenz \u2013 zu wenig selbstst\u00e4ndig geschrieben. Dem wollen wir entgegenwirken.\u201c<\/p>\n<p>Die Betonung liegt auf \u201ewir\u201c, denn Professor Anna Dargiewicz vom Lehrstuhl f\u00fcr Germanistik an der Erml\u00e4ndisch-Masurischen Universit\u00e4t in Allenstein war pers\u00f6nlich gekommen, um die Diktate zu lesen. Zu Beginn der Veranstaltung referierte sie \u00fcber Jugendsprache im Deutschen und \u00fcber die Entwicklung der deutschen Sprache insbesondere unter dem Blick der Rechtschreibreform. Au\u00dferdem waren Edyta G\u0142adkowska vom Projekt Bilingua und Martyna Chrzanowska von der deutschen Bibliothek bei der Woiwodschaftsbibliothek in Allenstein anwesend, um sich ein Bild von den Schreibkenntnissen der Mittelsch\u00fcler der Region zu machen und f\u00fcr sich zu werben.<\/p>\n<div id=\"attachment_68007\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-68007\" class=\" wp-image-68007\" src=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/02-Gruppenphoto-mit-Lehrern-und-Organisatoren-mittig-hinten-Jakub-Prusik-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" \/><p id=\"caption-attachment-68007\" class=\"wp-caption-text\">Gruppenphoto mit Lehrern und Organisatoren, mittig hinten Jakub Prusik.<br \/>Foto: Uwe Hahnkamp<\/p><\/div>\n<p>Letzter im Bunde war Krzysztof \u015awi\u0105tek, der als Leiter der Regionalgruppe Ermland-Masuren normalerweise die Polnische Gesellschaft der Deutschlehrer repr\u00e4sentiert. Diesmal jedoch war er in anderer Weise dienstlich vor Ort: \u201eBeim Rechtschreibwettbewerb habe ich lediglich die Sch\u00fcler aus meiner Schule, dem IV. Allgemeinbildenden Lyzeum in Allenstein, begleitet.\u201c<\/p>\n<h2><strong>Sieger ohne Schwerpunkt Deutsch<\/strong><\/h2>\n<p>Mehr als zwanzig Kandidatinnen und Kandidaten stellten sich in der ulica Partyzant\u00f3w einer Aufgabe, die viele Sch\u00fcler in Polen und in Deutschland sehr schwierig finden: dem Diktat. Bereits in der Muttersprache ist es oft nicht einfach, wie gerade in Polen der landesweite \u201eWettbewerb des richtigen Polnisch\u201c und kurze Sendungen zu typischen Problemen bei der Rechtschreibung im Fernsehen beweisen. Wie sieht es dann erst in einer Fremdsprache aus, die man im besten Fall einige Jahre an der Schule erworben hat? Nach den Angaben der Jury vor der Verleihung der einzelnen Preise waren die Leistungen durchaus beachtlich.<\/p>\n<p>Der Wettbewerb war in zwei Stufen aufgebaut, nach dem ersten Diktat kamen die Besten in die Endrunde zum zweiten Text, und sowohl bei der Qualifikation als auch beim Endergebnis wurde es manchmal sehr knapp. Doch was auch immer den Teilnehmern abgefordert wurde, f\u00fcr eine Person war das stets \u201esehr leicht\u201c. Die Rede ist vom Sieger des Wettbewerbs Jakub Prusik, der \u00fcber seine Methode beim Diktat kurz sagte: \u201eDie Dame vorne hat vorgelesen, ich habe geh\u00f6rt, geschrieben und das war`s.\u201c Das klingt sehr einfach, nach einem direkten Informationsfluss und einem musikalischen Geh\u00f6r, das die Aufgabe eines Diktats gewaltig erleichtert. F\u00fcr das Geh\u00f6r spricht auch, dass der junge Mann selbstst\u00e4ndig angefangen hat, sich D\u00e4nisch beizubringen, weil ihm, wie er sagte, \u201edie Sprache gefallen hat und man sagt, dass die D\u00e4nen das gl\u00fccklichste Volk der Welt sind.\u201c Wegen der schwierigeren Aussprache des D\u00e4nischen wechselte er danach auf Deutsch, was die Jury und im Alltag Lehrer und Journalisten in den Genuss seiner ebenfalls hervorragenden Artikulation und Sprachmelodie brachte.<\/p>\n<p>Dabei lernt Jakub Prusik gar nicht Deutsch als Hauptfach. \u201eSeine Schwerpunkte sind Mathematik, Physik und Informatik\u201c, sagt Krzysztof \u015awi\u0105tek \u00fcber den Sch\u00fcler seines Lyzeums. \u201eIch unterrichte ihn nicht, diese Ehre geb\u00fchrt meiner Kollegin Lidia Smolec. Aber ich bin stolz auf ihn und auf seine Kollegin, die den dritten Platz erreicht hat.\u201c Mit seinen Kandidaten war auch Dawid Kaza\u0144ski zufrieden, vor allem aber mit dem Wettbewerb als Ganzes: \u201eMeine Sch\u00fcler sind nicht ganz vorne gelandet, aber sie haben es \u2013 Kompliment \u2013 in die zweite Runde geschafft. Insgesamt war die Veranstaltung rundum gelungen, und ein weiterer Rechtschreibwettbewerb sollte im n\u00e4chsten Jahr wieder im Terminplan der Sch\u00fcler und Lehrer auftauchen.\u201c Ob dann der Sieger dabei sein wird, oder ob er noch eine weitere Sprache in Angriff nimmt, steht aber noch in den Sternen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Veranstalter und Teilnehmer des Rechtschreibwettbewerbs \u201eGutes Deutsch = Korrektes Deutsch\u201c bedanken sich f\u00fcr die finanzielle Unterst\u00fctzung beim Bundesministeriums des Inneren und f\u00fcr Heimat der Bundesrepublik Deutschland unter Vermittlung des Verbands der deutschen sozialkulturellen Gesellschaften in Polen. Die weiteren Geldmittel stammen aus Eigenmitteln der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler messen sich in Allenstein in deutscher Rechtschreibung \u00a0Bereits zum zweiten Mal startete die Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit AGDM in ihrem Sitz im Kopernikushaus in der ulica Partzyant\u00f3w in Allenstein den Versuch, Sch\u00fclern der Mittelschulen in der Region die deutsche Rechtschreibung schmackhaft zu machen. Am 13. 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