{"id":69945,"date":"2025-12-05T13:19:19","date_gmt":"2025-12-05T12:19:19","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/uber-winteraromen-lebkuchen-und-geschichten-die-in-mir-leben\/"},"modified":"2025-12-05T13:19:19","modified_gmt":"2025-12-05T12:19:19","slug":"uber-winteraromen-lebkuchen-und-geschichten-die-in-mir-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/uber-winteraromen-lebkuchen-und-geschichten-die-in-mir-leben\/","title":{"rendered":"\u00dcber Winteraromen, Lebkuchen und Geschichten, die in mir leben"},"content":{"rendered":"<p><strong>In der vergangenen Woche geschahen in meinem ohnehin schon etwas verr\u00fcckten Alltag einige wunderbare Dinge. Am Sonntagabend erfuhr ich, dass zwei Tage sp\u00e4ter eine Bekannte nach Breslau kommen w\u00fcrde \u2013 ihre Familie stammt aus Niederschlesien. Also stellte ich meinen Kalender spontan um, und es gelang uns, ein wenig Zeit miteinander zu verbringen. Nat\u00fcrlich begannen wir auf dem Breslauer Weihnachtsmarkt, doch auch ein Kaffee in der stimmungsvollen <em>Caf\u00e9 Angelus<\/em>, unweit der Kaiserbr\u00fccke, durfte nicht fehlen.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag war dann meine Heimatstadt an der Reihe \u2013 zugleich auch der Geburtsort der Gro\u00dfmutter von Eli. Vom Bahnhof in Trebnitz in Schlesien spazierten wir in Richtung des alten Kurviertels, wo ich ihr die sch\u00f6nen und ungew\u00f6hnlichen Kurh\u00e4user zeigte. Hier und dort lag noch etwas Schnee, der Buchenwald war in Raureif und feuchte Nebelschleier geh\u00fcllt, und die Teiche trugen eine feine Eisdecke \u2013 eine m\u00e4rchenhafte Landschaft. Ja, dieses Jahr hat selbst mich das niederschlesische Winterkleid positiv \u00fcberrascht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-68123\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/SDB-Fuehrer-durch-Stadt-und-Bad-Trebnitz-i.-Schl.-1926.png\" alt=\"\" width=\"760\" height=\"528\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/SDB-Fuehrer-durch-Stadt-und-Bad-Trebnitz-i.-Schl.-1926.png 760w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/SDB-Fuehrer-durch-Stadt-und-Bad-Trebnitz-i.-Schl.-1926-300x208.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 760px) 100vw, 760px\" \/><\/p>\n<h3><strong>Kochbuch voller Sch\u00e4tze<\/strong><\/h3>\n<p>Der n\u00e4chste Punkt unserer kleinen Route f\u00fchrte uns zum alten, heute verlassenen Sanatorium \u2013 wir beide bedauerten sehr den baulichen Zustand dieses au\u00dfergew\u00f6hnlichen Geb\u00e4udes. Ich erz\u00e4hlte Eli von der Geschichte des Hauses, der fr\u00fcheren Haushaltungs- und Kochschule f\u00fcr M\u00e4dchen und von einem Kochbuch, von dessen Existenz ich seit Langem wei\u00df, dass ich jedoch weder im Internet noch in Antiquariaten je finden konnte. Ein mehrfach aufgelegtes Lehrbuch voller Rezepte, wie sie damals im Unterricht verwendet wurden.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>So brachte die erste Adventswoche eine wahre Welle positiver Gef\u00fchle mit sich, schenkte mir neue Energie und machte Lust darauf, die niederschlesischen Puzzleteile weiter zusammenzuf\u00fcgen.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Danach f\u00fchrte ich Eli durch den zug\u00e4nglichen Bereich des Klosters \u2013 schlie\u00dflich wurde auch ich hier geboren, im Krankenhaus, das bis 1993 in Betrieb war. Etwas durchgefroren steuerten wir die Klostercafeteria an. Bei Kaffee und Kuchen erz\u00e4hlte ich weiter von der alten Zeit in Trebnitz.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-68122\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG155021-Kochbuch.jpg\" alt=\"\" width=\"2016\" height=\"1662\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG155021-Kochbuch.jpg 2016w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG155021-Kochbuch-300x247.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG155021-Kochbuch-1024x844.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG155021-Kochbuch-768x633.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG155021-Kochbuch-1536x1266.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 2016px) 100vw, 2016px\" \/><\/p>\n<p>Wir wollten gerade gehen, als uns eine F\u00fchrung durch das Museum angeboten wurde. Eli war sofort begeistert \u2013 und mich muss man zu solchen Dingen wahrlich nicht \u00fcberreden. Wir folgten der liebensw\u00fcrdigen Museumsf\u00fchrerin nach oben und bewunderten die au\u00dfergew\u00f6hnlichen Klosterr\u00e4ume.<\/p>\n<h3><strong>Wunderbare \u00dcberraschung<\/strong><\/h3>\n<p>Und dann geschah in dem letzten Raum etwas, wovon ich kaum zu tr\u00e4umen gewagt h\u00e4tte. Das Museum kannte ich sehr gut, doch nun gab es neue Exponate: eine Sammlung von N\u00e4hmaschinen aus der erw\u00e4hnten Schule. Gro\u00dfartig! Auf einer dieser Maschinen lag ein Kochbuch von 1930 \u2013 genau <em>dieses<\/em> \u2013 die achte Ausgabe von <em>Kochbuch f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen in Koch- und Haushaltsschulen herausgegeben von der Haushaltungsschule in Kloster Trebnitz<\/em>. Daneben ruhte, unscheinbar und bescheiden, ein handgeschriebenes Rezeptheft \u2013 in einer wundervollen, klaren Handschrift. Die Rezepte waren sorgf\u00e4ltig ausgearbeitet, und am Ende des Heftes befand sich sogar ein Inhaltsverzeichnis mit Seitenangaben. Ein kleines \u201eGeschenk vom Himmel\u201c \u2013 schon am 3. Dezember! Noch immer kreisen die Gedanken wie verr\u00fcckt in meinem Kopf, und dennoch teile ich heute voller Freude zwei Rezepte \u2013 eines f\u00fcr die Lebkuchen, die Eli besonders geschmeckt haben, und eines f\u00fcr den Guss, dessen Zusammensetzung auch f\u00fcr mich eine \u00dcberraschung war.<\/p>\n<h3><strong>Positive Gef\u00fchle<\/strong><\/h3>\n<p>So brachte die erste Adventswoche eine wahre Welle positiver Gef\u00fchle mit sich, schenkte mir neue Energie und machte Lust darauf, die niederschlesischen Puzzleteile weiter zusammenzuf\u00fcgen \u2013 rund um Geschichte, Menschen und Kulinarik. Eine aufregende und au\u00dfergew\u00f6hnliche Zeitreise.<\/p>\n<h3><strong>Eli-Pfefferkuchen mit N\u00fcssen<\/strong><\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-68124\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_20251126_125445-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1940\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_20251126_125445-scaled-1.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_20251126_125445-scaled-1-300x227.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_20251126_125445-scaled-1-1024x776.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_20251126_125445-scaled-1-768x582.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_20251126_125445-scaled-1-1536x1164.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_20251126_125445-scaled-1-2048x1552.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/p>\n<p>300 g Weizenmehl<br \/>\n100 g Roggenmehl<br \/>\n100 g frisch gemahlene N\u00fcsse (Haseln\u00fcsse oder Waln\u00fcsse)<br \/>\n125 g Butter<br \/>\n\u00be Glas Zucker<br \/>\n250 g Honig<br \/>\n30 g Lebkuchengew\u00fcrz<br \/>\n1 EL Kakao<br \/>\n1 Prise Salz<br \/>\nje 1 TL abgeriebene Zitronen- und Orangenschale<br \/>\n1 \u00bd TL Natron (in etwas Milch aufgel\u00f6st)<br \/>\n1 Ei + 1 Eigelb<br \/>\n1\u20133 EL saure Sahne<\/p>\n<h3>Zubereitung:<\/h3>\n<ol>\n<li>Butter, Honig und Zucker in einem Topf schmelzen. Gew\u00fcrze, Kakao und gemahlene N\u00fcsse einr\u00fchren. Die Masse abk\u00fchlen lassen (lauwarm ist auch in Ordnung). Das Natron in Milch l\u00f6sen und zusammen mit Ei und Eigelb unter die s\u00fc\u00dfe Masse r\u00fchren.<\/li>\n<li>Beide Mehlsorten in eine Sch\u00fcssel sieben und mit der Pfefferkuchenmasse verbinden. Den Teig kr\u00e4ftig von Hand oder mit der Maschine kneten. Ist er zu fest, portionsweise saure Sahne zugeben.<\/li>\n<li>Den fertigen Teig in eine Keramik- oder Glassch\u00fcssel legen und 1\u20132 Tage k\u00fchl ruhen lassen.<\/li>\n<li>Danach den Teig erneut durchkneten und 3 mm dick ausrollen. Verschiedene Formen ausstechen, auf ein gebuttertes Blech legen und etwa 10\u201312 Minuten bei 175 \u00b0C backen.<\/li>\n<li>Die Pfefferkuchen ruhen lassen und am n\u00e4chsten Tag vollst\u00e4ndig glasieren.<\/li>\n<\/ol>\n<h3>Guss zu Pfefferkuchen<\/h3>\n<p>2 Eiwei\u00df<br \/>\n125 g Puderzucker<br \/>\n1 EL Kartoffelst\u00e4rke<br \/>\n1 EL Essig (oder Zitronensaft)<\/p>\n<p>Die Eiwei\u00dfe steif schlagen, dann nach und nach Puderzucker, St\u00e4rke und Essig zugeben. Alles zu einer glatten, gl\u00e4nzenden Masse aufschlagen. Die erkalteten Pfefferkuchen mit dem Guss bestreichen und im lauwarmen Ofen trocknen lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der vergangenen Woche geschahen in meinem ohnehin schon etwas verr\u00fcckten Alltag einige wunderbare Dinge. Am Sonntagabend erfuhr ich, dass zwei Tage sp\u00e4ter eine Bekannte nach Breslau kommen w\u00fcrde \u2013 ihre Familie stammt aus Niederschlesien. 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