{"id":69850,"date":"2025-12-21T04:55:26","date_gmt":"2025-12-21T03:55:26","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/hier-ist-es-fast-deutscher-als-in-deutschland-2\/"},"modified":"2025-12-21T04:55:26","modified_gmt":"2025-12-21T03:55:26","slug":"hier-ist-es-fast-deutscher-als-in-deutschland-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/hier-ist-es-fast-deutscher-als-in-deutschland-2\/","title":{"rendered":"\u201eHier ist es fast deutscher als in Deutschland\u201c"},"content":{"rendered":"<h1>Ein Praktikum, das Wurzeln st\u00e4rkt und Zukunftspl\u00e4ne \u00e4ndert<\/h1>\n<p><strong>Zuzanna Staniszewska (26) studiert im Hauptfach Slawistik und im Nebenfach Linguistik an der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t in Mainz. F\u00fcr drei Monate tauschte sie den H\u00f6rsaal gegen den Spielteppich im nicht-\u00f6ffentlichen katholischen Kindergarten \u201eOchronka\u201c in Chronstau (Chrz\u0105stowice). Was als akademisches Interesse an Zweisprachigkeit begann, wurde zu einer Reise zu den eigenen Wurzeln, einer Entdeckung der deutschen Minderheit in Polen und einer beruflichen Neuorientierung. Im Gespr\u00e4ch mit Manuela Leibig erz\u00e4hlt sie \u00fcber Mut, Sticker-Reisep\u00e4sse und lebendige Traditionen.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h4>Zuzanna, du kommst aus Mainz, studierst dort und bist jetzt f\u00fcr drei Monate in Chronstau bei Oppeln. Was hat dich dazu motiviert, ein Praktikum im Ausland zu machen und dann ausgerechnet hier?<\/h4>\n<p>Das kam durch die Uni. Ich habe mitbekommen, dass im Kindergarten in Chronstau jemand gesucht wird, der den Kindern spielerisch Deutsch beibringt und den Alltag unterst\u00fctzt. Das Konzept eines deutsch-polnischen, also bilingualen Kindergartens hat mich sofort interessiert. Ich wollte sehen, wie das in der Praxis funktioniert und umgesetzt wird. Da ich mein Pflichtpraktikum eigentlich schon in Warschau absolviert hatte, war das hier eine rein private, freiwillige Entscheidung. Die Kombination aus einer neuen Stadt, die ich vorher nicht kannte, und der Zweisprachigkeit waren die Schl\u00fcsselbegriffe f\u00fcr mich.<\/p>\n<h4>Du hast selbst polnische Wurzeln. War das auch ein Grund f\u00fcr die Entscheidung?<\/h4>\n<p>Absolut, das ist ein interessanter Punkt. Ich bin in Posen geboren, aber meine Familie stammt urspr\u00fcnglich aus Niederschlesien, aus der Gegend um Militsch \u2013 bekannt f\u00fcr die Karpfenteiche und das Naturschutzgebiet rund um das Bartschtal. Das ist nur etwa zwei Stunden mit dem Zug von Oppeln entfernt. Als ich f\u00fcnf Jahre alt war, sind wir nach Deutschland emigriert, genauer gesagt nach S\u00fcddeutschland an den Bodensee. Dort bin ich komplett deutsch sozialisiert worden: Kindergarten, Schule, Gymnasium, Studium. Aber die Wurzeln waren immer da.<\/p>\n<div id=\"attachment_68523\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-68523\" class=\"size-large wp-image-68523\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Zuzanna-Staniszewska-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"682\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Zuzanna-Staniszewska-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Zuzanna-Staniszewska-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Zuzanna-Staniszewska-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Zuzanna-Staniszewska.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-68523\" class=\"wp-caption-text\">Die Kinder wissen: Zuzanna spricht nur Deutsch. Sie begleitet den Alltag \u2013 beim Essen, beim Anziehen, beim H\u00e4ndewaschen.<br \/>Foto: Manuela Leibig<\/p><\/div>\n<h4>Hattest du vor der Abreise Bedenken? Immerhin studierst du Slavistik und Linguistik, keine P\u00e4dagogik.<\/h4>\n<p>Ja, definitiv. Am Anfang \u00fcberwog die Aufregung, aber kurz vor der Abreise hatte ich schon ein mulmiges Gef\u00fchl. Meine gr\u00f6\u00dfte Sorge galt den Kindern: Wie werden sie auf mich reagieren? Wollen sie \u00fcberhaupt mit mir spielen? Ich hatte ja keinerlei Praxiserfahrung im Spracherwerb oder in der P\u00e4dagogik. Beim Team war ich entspannter, aber ob ich den Zugang zu den Kleinen finde, das hat mich besch\u00e4ftigt. R\u00fcckblickend war das unbegr\u00fcndet. Jetzt, nach drei Monaten, sind das Team und die Kinder wie eine zweite Familie f\u00fcr mich geworden.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #ffcc00;\">\u201eErfahrung hier, das Eintauchen in eine andere Lebensrealit\u00e4t, ist so viel wertvoller als ein Semester im H\u00f6rsaal.\u201c<\/span><\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<h4>Wie wurdest du in Chronstau aufgenommen?<\/h4>\n<p>Es war unglaublich herzlich. Ich kam an einem Sonntag an und Frau Bartek, die Direktorin, hat mich mit ihrer ganzen Familie empfangen. Wir waren direkt essen, es war sehr famili\u00e4r. Ich sa\u00df also nicht alleine in meinem Zimmer, sondern war sofort integriert. Mein erster Eindruck von Chronstau war allerdings: \u201eOh, das ist aber klein.\u201c Mainz ist eine Studentenstadt, hier ist es d\u00f6rflich \u2013 aber klein und fein. Es gibt alles, was man braucht: Superm\u00e4rkte, Kirche und sch\u00f6ne Strecken zum Joggen. Ich habe mich hier, obwohl ich alleine im Obergeschoss des Hauses wohne, von Anfang an sehr sicher gef\u00fchlt.<\/p>\n<h4>Lass uns \u00fcber deine Arbeit sprechen. Was genau sind deine Aufgaben in \u201eOchronka\u201c?<\/h4>\n<p>Ich bin sozusagen die \u201edeutsche Stimme\u201c. Meine Aufgabe ist nicht strikt definiert, was mir viel kreativen Freiraum gelassen hat. Die Kinder wissen: Ich spreche nur Deutsch. Ich begleite den Alltag \u2013 beim Essen, beim Anziehen, beim H\u00e4ndewaschen. \u00dcberall versuche ich, die deutsche Sprache einzuflechten: \u201eWo ist dein Schal?\u201c, \u201eNimm den L\u00f6ffel\u201c.<\/p>\n<div id=\"attachment_68524\" style=\"width: 966px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-68524\" class=\" wp-image-68524\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/OCHRONKA-Chronstau-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"956\" height=\"637\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/OCHRONKA-Chronstau-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/OCHRONKA-Chronstau-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/OCHRONKA-Chronstau-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/OCHRONKA-Chronstau.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 956px) 100vw, 956px\" \/><p id=\"caption-attachment-68524\" class=\"wp-caption-text\">Nicht-\u00f6ffentlicher katholischer Kindergarten \u201eOchronka\u201c in Chronstau.<br \/>Foto: Manuela Leibig<\/p><\/div>\n<p>Ich musste mir \u00fcberlegen: Wie motiviere ich die Kinder, mit mir zu interagieren? Daraus sind eigene Projekte entstanden, auf die ich stolz bin. Zum Beispiel mein \u201eReisepass\u201c-Projekt. Ich habe f\u00fcr die Kinder P\u00e4sse gebastelt. Wenn sie sich trauen, mit mir auf Deutsch zu spielen oder W\u00f6rter zu wiederholen, bekommen sie Sticker f\u00fcr ihren Pass. Kinder lieben Sticker! Das hat das Eis gebrochen.<\/p>\n<h4>Du hast auch einen besonderen Adventskalender entworfen?<\/h4>\n<p>Ja, genau. Jedes T\u00fcrchen war eine kleine sprachliche Aufgabe, angepasst an das jeweilige Kind: \u201eNenne drei Farben\u201c, \u201eMache drei Kniebeugen\u201c. Als Belohnung gab es Gummib\u00e4rchen oder nat\u00fcrlich Sticker. Ich habe gemerkt, dass diese kleinen Erfolge nicht nur die Kinder motivieren, sondern auch mich. Wenn ein Kind strahlend auf mich zukommt, gibt mir das unglaublich viel Energie zur\u00fcck. Ich habe hier verstanden, dass mir das Lehren gro\u00dfe Freude bereitet. Das ist eine Erkenntnis, die vielleicht sogar meine berufliche Zukunft beeinflusst \u2013 ich denke jetzt ernsthaft dar\u00fcber nach, nach dem Master doch noch in Richtung P\u00e4dagogik zu gehen.<\/p>\n<h4>Wie reagieren die Kinder auf die Zweisprachigkeit?<\/h4>\n<p>Es ist ein Gewinn f\u00fcr sie. Ihre K\u00f6pfe sind wie Schw\u00e4mme. Sie h\u00f6ren die Phonetik, sie speichern W\u00f6rter ab. Anfangs waren sie \u00fcberrascht, dass ich scheinbar kein Polnisch verstehe. Das hat dazu gef\u00fchrt, dass sie angefangen haben, mir Polnisch beizubringen. Wir haben daraus ein Spiel gemacht. Ich frage: \u201eWie hei\u00dft das auf Polnisch?\u201c und spreche es dann absichtlich lustig oder falsch aus, damit sie mich korrigieren k\u00f6nnen. Dieser Rollentausch macht ihnen riesigen Spa\u00df. Mittlerweile l\u00e4uft die Kommunikation flie\u00dfend, mal auf Deutsch, mal mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen, aber immer mit viel Lachen.<\/p>\n<div id=\"attachment_68525\" style=\"width: 647px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-68525\" class=\" wp-image-68525\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Adventskalender-682x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"637\" height=\"956\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Adventskalender-682x1024.jpg 682w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Adventskalender-200x300.jpg 200w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Adventskalender-768x1152.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Adventskalender.jpg 853w\" sizes=\"auto, (max-width: 637px) 100vw, 637px\" \/><p id=\"caption-attachment-68525\" class=\"wp-caption-text\">Zuzanna Staniszewska hat auch den Adventskalender f\u00fcr die Kinder gebastelt. Jedes T\u00fcrchen war eine kleine sprachliche Aufgabe, angepasst an das jeweilige Kind: \u201eNenne drei Farben\u201c, oder \u201eMache drei Kniebeugen\u201c.<br \/>Foto: Manuela Leibig<\/p><\/div>\n<h4>Du bist in eine Region gekommen, in der die deutsche Minderheit sehr aktiv ist. Wusstest du vorher davon?<\/h4>\n<p>Ich wusste theoretisch, dass es die gr\u00f6\u00dfte Minderheit in Polen ist. Aber ich hatte keinen blassen Schimmer, wie lebendig das hier wirklich ist. Das hat mich am meisten \u00fcberrascht: Dieser Stolz. Man h\u00f6rt hier S\u00e4tze wie \u201eWir sind Deutsche\u201c, und das wird ganz selbstverst\u00e4ndlich gelebt. In Deutschland selbst erlebt man diesen unbefangenen Stolz auf Traditionen oft gar nicht mehr so stark. Hier werden Traditionen gepflegt, die ich teilweise gar nicht kannte.<\/p>\n<h4>Welche Traditionen waren das zum Beispiel?<\/h4>\n<p>Ich war bei einer Veranstaltung in der \u00d6sterreich-Bibliothek zum Thema schlesische Br\u00e4uche. Da habe ich zum ersten Mal vom \u201eFedernschlei\u00dfen\u201c (Szkubanie pierza) geh\u00f6rt. Auch die spezifischen Weihnachtsgerichte waren neu f\u00fcr mich. Durch meine Arbeitskollegin, die letztes Jahr geheiratet hat, habe ich viel \u00fcber die Hochzeitsbr\u00e4uche hier erfahren. Der Polterabend ist hier ein riesiges Event, viel intensiver als ich es aus Deutschland kenne. Auch das Austeilen des Hochzeitskuchens an die ganze Nachbarschaft vor dem Fest \u2013 das ist eine wundersch\u00f6ne Geste, die Gemeinschaft stiftet.<\/p>\n<h4>Du hast auch Veranstaltungen der Minderheit besucht, wie die Jugendgala oder Weihnachtstreffen. Wie nimmst du die junge Generation hier wahr?<\/h4>\n<p>Sehr engagiert und voller Energie. Ich habe die M\u00e4dels rund um die Familie der Direktorin erlebt, wie viel Herzblut sie in die Vorbereitungen stecken, sei es f\u00fcr die Gala in Gogolin oder die Bastelstube im Kindergarten. Es ist beeindruckend zu sehen, dass Jugendliche ihre Freizeit opfern, um Kultur zu pflegen. Besonders der Auftritt von zwei Schwestern, Zosia und Maja, bei der Gala zum 35. Bestehensjubil\u00e4um der SKGD hat mich ber\u00fchrt \u2013 ich hatte G\u00e4nsehaut. Die Deutsche Minderheit ist hier definitiv kein \u201eAlte-Leute-Verein\u201c, sondern f\u00fcr junge Menschen sehr attraktiv. Es gibt Tanz, Gesang, Wettbewerbe \u2013 ein buntes Programm.<\/p>\n<h4>Du hast vorhin gesagt, du f\u00fchlst dich hier fast \u201edeutscher als in Deutschland\u201c. Wie meinst du das?<\/h4>\n<p>In Deutschland sind wir mittlerweile sehr multikulturell, was auch gut ist. Aber dieses konzentrierte Pflegen von deutschen Volksliedern, von Dialekt, von religi\u00f6sen Traditionen auf Deutsch \u2013 das ist hier in Chronstau fast intensiver. Es ist wie ein Spiegelbild. Ich selbst komme aus einem polnisch-italienischen Haushalt in Deutschland. Mein Vater ist Italiener, meine Mutter Polin. Wir pflegen in Deutschland auch unsere polnischen Traditionen \u2013 ich tanze zum Beispiel in Darmstadt in einer polnischen Folkloregruppe \u201eKrakowiak\u201c. Hier in Oppeln ist es genau andersherum: Die Menschen pflegen das Deutsche in einer polnischen Umgebung. Das hat mir gezeigt, wie wichtig Wurzeln sind.<\/p>\n<div id=\"attachment_68526\" style=\"width: 692px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-68526\" class=\"wp-image-68526 size-large\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Zuzanna-Staniszewska-3-682x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"682\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Zuzanna-Staniszewska-3-682x1024.jpg 682w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Zuzanna-Staniszewska-3-200x300.jpg 200w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Zuzanna-Staniszewska-3-768x1152.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Zuzanna-Staniszewska-3.jpg 853w\" sizes=\"auto, (max-width: 682px) 100vw, 682px\" \/><p id=\"caption-attachment-68526\" class=\"wp-caption-text\">F\u00fcr drei Monate tauschte Zuzanna Staniszewska den H\u00f6rsaal gegen den Spielteppich im nicht-\u00f6ffentlichen katholischen Kindergarten \u201eOchronka\u201c in Chronstau (Chrz\u0105stowice). Foto: Manuela Leibig<\/p><\/div>\n<h4>Wie hat sich dein Blick auf Polen durch diese drei Monate ver\u00e4ndert?<\/h4>\n<p>Ich kannte Polen vorher haupts\u00e4chlich aus Familienbesuchen und dem Praktikum in Warschau. Aber hier habe ich eine Region kennengelernt, die ihre Geschichte nicht nur im Museum bewahrt, sondern im Alltag lebt. Die Zweisprachigkeit auf der Stra\u00dfe, im Laden \u2013 das ist etwas Besonderes. Sogar in der Kirche gibt es eine deutschsprachige Heilige Messe! Ich habe mich hier nie fremd gef\u00fchlt.<\/p>\n<h4>Was w\u00fcrdest du anderen jungen Menschen raten, die \u00fcberlegen, ein Praktikum in der Region zu machen?<\/h4>\n<p>Einfach machen! Nur Mut. Viele haben Angst, Zeit im Studium zu verlieren oder w\u00e4hrend so eines Auslandaufenthaltes etwas zu verpassen. Aber diese Erfahrung hier, das Eintauchen in eine andere Lebensrealit\u00e4t, ist so viel wertvoller als ein Semester im H\u00f6rsaal. Man w\u00e4chst \u00fcber sich hinaus. Die erste Woche war hart, das gebe ich zu. Aber danach wurde es zu einer der besten Zeiten meines Lebens. Ich habe hier nicht nur beruflich eine neue Richtung f\u00fcr mich entdeckt, sondern auch emotional viel mitgenommen.<\/p>\n<h4>Wirst du wiederkommen?<\/h4>\n<p>Definitiv. Sie werden mich hier nicht so schnell los, und ich sie auch nicht. Ich habe in Chronstau keine Arbeitskollegen zur\u00fcckgelassen, sondern Freunde. Ich nehme einen Koffer voller Erinnerungen mit \u2013 an die Kinder, die mir sagten: \u201eDu warst fantastisch\u201c, an die Kl\u00f6\u00dfe mit Rouladen in Oppeln und an das Gef\u00fchl, willkommen zu sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Praktikum, das Wurzeln st\u00e4rkt und Zukunftspl\u00e4ne \u00e4ndert Zuzanna Staniszewska (26) studiert im Hauptfach Slawistik und im Nebenfach Linguistik an der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t in Mainz. F\u00fcr drei Monate tauschte sie den H\u00f6rsaal gegen den Spielteppich im nicht-\u00f6ffentlichen katholischen Kindergarten \u201eOchronka\u201c in Chronstau (Chrz\u0105stowice). 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