{"id":69825,"date":"2025-12-24T16:33:47","date_gmt":"2025-12-24T15:33:47","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/heinrich-jaschik-macht-die-lichter-ein-letztes-mal-an-2\/"},"modified":"2025-12-24T16:33:47","modified_gmt":"2025-12-24T15:33:47","slug":"heinrich-jaschik-macht-die-lichter-ein-letztes-mal-an-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/heinrich-jaschik-macht-die-lichter-ein-letztes-mal-an-2\/","title":{"rendered":"Heinrich Jaschik macht die Lichter ein letztes Mal an"},"content":{"rendered":"<h1>Ein Haus, das Oberschlesien erleuchtete<\/h1>\n<p><strong>\u00dcber zwei Jahrzehnte lang war ein privater Hof in Krappitz ein \u00f6ffentlicher Ort der W\u00e4rme, des Lichts und der Begegnung. Heinrich und Eleonore Jaschik, Mitglieder der deutschen Minderheit, \u00f6ffneten ihr Zuhause jedes Jahr in der Weihnachtszeit f\u00fcr Tausende von Menschen. In diesem Winter endet diese besondere Tradition. Nicht aus Mangel an Ideen \u2013 sondern aus Ersch\u00f6pfung.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Es ist ein gew\u00f6hnliches Haus an einer Durchgangsstra\u00dfe in Krappitz. In der Chrobrystra\u00dfe 77 befindet sich seit Jahren wahrscheinlich der bekannteste weihnachtliche Treffpunkt der Oppelner Region. Kein Vereinshaus, kein Kulturzentrum, sondern ein privates Zuhause \u2013 offen f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>Heinrich und Eleonore Jaschik, fest verwurzelt in der deutschen Minderheit Oberschlesiens, haben aus ihrem privaten Zuhause einen offenen Ort der Begegnung gemacht. Ohne Eintritt, ohne Einladung, ohne Erwartung. Wer kam, war willkommen: Nachbarn, Familien, Kinder, Senioren, Menschen aus ganz Polen \u2013 und aus der ganzen Welt.<\/p>\n<h2>Tausend Lichter statt einer Idee<\/h2>\n<p>Begonnen hat alles im Jahr 2002. Heinrich Jaschik wollte \u201eeinfach nur, dass es zu Weihnachten sch\u00f6n aussieht\u201c. Ein Lichtschlauch, ein paar kleine Dekorationen \u2013 mehr nicht. Doch statt einer Lampe wurden es tausend. In den besten Jahren leuchteten rund 43.000 Lichter auf dem Grundst\u00fcck.<\/p>\n<div id=\"attachment_68687\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-68687\" class=\"size-large wp-image-68687\" src=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/na-zdjeciu-Podworko-Henryka-Jaschika-w-Krapkowicach-z-40-tysiacami-lampek-i-swiatecznymi-dekoracjami-ostatnia-iluminacja_Easy-Resize.com-1-1024x630.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"630\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/na-zdjeciu-Podworko-Henryka-Jaschika-w-Krapkowicach-z-40-tysiacami-lampek-i-swiatecznymi-dekoracjami-ostatnia-iluminacja_Easy-Resize.com-1-1024x630.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/na-zdjeciu-Podworko-Henryka-Jaschika-w-Krapkowicach-z-40-tysiacami-lampek-i-swiatecznymi-dekoracjami-ostatnia-iluminacja_Easy-Resize.com-1-300x184.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/na-zdjeciu-Podworko-Henryka-Jaschika-w-Krapkowicach-z-40-tysiacami-lampek-i-swiatecznymi-dekoracjami-ostatnia-iluminacja_Easy-Resize.com-1-768x472.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/na-zdjeciu-Podworko-Henryka-Jaschika-w-Krapkowicach-z-40-tysiacami-lampek-i-swiatecznymi-dekoracjami-ostatnia-iluminacja_Easy-Resize.com-1.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-68687\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Archiwum<\/p><\/div>\n<p>Dass daraus ein \u00fcberregional bekanntes Ph\u00e4nomen werden w\u00fcrde, habe er sich nie vorstellen k\u00f6nnen, sagt Jaschik heute. Schon bald berichteten Medien, Fernsehteams kamen, Wettbewerbe wurden gewonnen. 18 Urkunden h\u00e4ngen bis heute im Flur des Hauses \u2013 und Heinrich zeigt sie jedem Gast mit dem gleichen Stolz wie am ersten Tag.<\/p>\n<p>Inspiration holten sich die Jaschiks aus der Region, aber auch aus deutschen Fernsehsendungen, die Weihnachtsbeleuchtungen \u201eim Westen\u201c zeigten. F\u00fcr Eleonore Jaschik ist klar: \u201eFr\u00fcher haben viel mehr Menschen ihre H\u00e4user geschm\u00fcckt. Heute ist das seltener geworden.\u201c<\/p>\n<h2>Eine Werkstatt, die nie schl\u00e4ft<\/h2>\n<p>Die Vorbereitung auf die Adventszeit begann nicht im Dezember \u2013 sondern im Sommer. Jede einzelne Lampe wurde \u00fcberpr\u00fcft, repariert und neu verkabelt. Dazu kamen Dutzende handgefertigte Holzdekorationen: Pyramiden, Krippen, Figuren \u2013 und sogar eine detailgetreue Miniatur der Kirche von Ottmuth.<\/p>\n<div id=\"attachment_68690\" style=\"width: 822px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-68690\" class=\" wp-image-68690\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/jasik-ramka-_Easy-Resize.com-1-1024x680.jpg\" alt=\"\" width=\"812\" height=\"539\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/jasik-ramka-_Easy-Resize.com-1-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/jasik-ramka-_Easy-Resize.com-1-300x199.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/jasik-ramka-_Easy-Resize.com-1-768x510.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/jasik-ramka-_Easy-Resize.com-1.jpg 1275w\" sizes=\"auto, (max-width: 812px) 100vw, 812px\" \/><p id=\"caption-attachment-68690\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Archiwum<\/p><\/div>\n<p>Heinrich arbeitete von fr\u00fch bis sp\u00e4t. \u201eNonstop\u201c, wie er sagt. Seine Frau erg\u00e4nzt trocken, man habe ihn manchmal regelrecht zum Mittagessen ins Haus holen m\u00fcssen. Sein Lieblingsplatz war die verglaste Laube am Eingang \u2013 von dort aus konnte er alles \u00fcberblicken. Dort schlug das Herz der Illumination.<\/p>\n<h2>Wenn die Polizei den Verkehr regelt<\/h2>\n<p>Der Moment, in dem ihm klar wurde, dass aus der privaten Idee etwas Gr\u00f6\u00dferes geworden war, kam \u00fcberraschend: Besucher erz\u00e4hlten ihm, dass an der Kreuzung \u2013 heute ein Kreisverkehr \u2013 die Polizei den Verkehr regelte. So viele Autos standen an.<\/p>\n<p>Anfangs blieben die Menschen scheu am Zaun stehen. Fotos nur von vorne. \u201eDabei war die ganze Magie im Inneren\u201c, sagt Jaschik. Also \u00f6ffneten sie das Tor, f\u00fchrten die G\u00e4ste herum, erz\u00e4hlten Geschichten, verteilten S\u00fc\u00dfigkeiten an Kinder. L\u00e4rm, Trubel, Kameras \u2013 all das war nie zu viel. M\u00fcdigkeit ja, aber die Freude war gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<h2>Die Welt zu Gast im Hinterhof<\/h2>\n<p>\u201eIch glaube, ganz Europa war hier\u201c, lacht Eleonore. Heinrich z\u00e4hlt weiter auf: Madagaskar, Dubai, Jerusalem, die USA, Australien. Norwegisches Fernsehen berichtete, Besucher filmten die Lichter, um sie der Familie in S\u00fcdafrika zu zeigen.<\/p>\n<div id=\"attachment_68689\" style=\"width: 963px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-68689\" class=\" wp-image-68689\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/JASCHIK-archiwum_Easy-Resize.com-1-1024x707.jpg\" alt=\"\" width=\"953\" height=\"658\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/JASCHIK-archiwum_Easy-Resize.com-1-1024x707.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/JASCHIK-archiwum_Easy-Resize.com-1-300x207.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/JASCHIK-archiwum_Easy-Resize.com-1-768x530.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/JASCHIK-archiwum_Easy-Resize.com-1.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 953px) 100vw, 953px\" \/><p id=\"caption-attachment-68689\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Archiwum<\/p><\/div>\n<p>Immer wieder wurden sie gefragt, woher sie die Kraft n\u00e4hmen. Heute sagen beide offen: Diese Kraft l\u00e4sst nach. Heinrich ist 86, Eleonore 77 Jahre alt. Ein Sturz, eine gebrochene H\u00fcfte, Gehhilfen \u2013 der K\u00f6rper setzt Grenzen. Dieses Mal half Eleonore beim Heraustragen der Dekorationen. \u201eDas ist das letzte Mal\u201c, sagte sie bestimmt. Heinrich wirkt weniger entschlossen. Vielleicht ein paar Lichter weniger, vielleicht etwas Kleines \u2013 \u201edamit es nicht ganz dunkel ist\u201c.<\/p>\n<h2>F\u00fcr die Menschen<\/h2>\n<p>Warum das alles? Heinrich antwortet ohne Z\u00f6gern: \u201eF\u00fcr die Menschen.\u201c F\u00fcr die leuchtenden Kinderaugen, f\u00fcr das Staunen derer, die zum ersten Mal kommen. Sie haben nie gez\u00e4hlt, wie viele Besucher es waren. Auch w\u00e4hrend der Pandemie blieb das Tor offen \u2013 mit Masken, ohne Gedr\u00e4nge, aber mit Herz.<\/p>\n<h2>Musik in der Garage und Gemeinschaft statt Einsamkeit<\/h2>\n<p>Vor zehn Jahren entstand eine weitere Tradition: Die Oder Blass Band spielte ein Konzert in der Garage \u2013 als Dankesch\u00f6n. Seitdem geh\u00f6rte Musik genauso dazu wie Licht. Das Konzert der Oder Blass Band findet in diesem Jahr am Samstag, dem 27. Dezember, gegen 16.30 Uhr in der Garage des Hauses statt \u2013 wie in den vergangenen Jahren offen f\u00fcr alle Besucher.<\/p>\n<div id=\"attachment_68691\" style=\"width: 902px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-68691\" class=\" wp-image-68691\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Ostatni-blask-Jaschik-2_Easy-Resize.com-1-1024x640.jpg\" alt=\"\" width=\"892\" height=\"557\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Ostatni-blask-Jaschik-2_Easy-Resize.com-1-1024x640.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Ostatni-blask-Jaschik-2_Easy-Resize.com-1-300x187.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Ostatni-blask-Jaschik-2_Easy-Resize.com-1-768x480.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Ostatni-blask-Jaschik-2_Easy-Resize.com-1.jpg 1276w\" sizes=\"auto, (max-width: 892px) 100vw, 892px\" \/><p id=\"caption-attachment-68691\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Archiwum<\/p><\/div>\n<p>Die Weihnachtsillumination in ihrer bisherigen, beeindruckenden Form wird letztmalig am 6. Januar, am Fest der Heiligen Drei K\u00f6nige, eingeschaltet. Danach wird das Licht in Krappitz endg\u00fcltig erl\u00f6schen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Begonnen hat alles im Jahr 2002. Heinrich Jaschik wollte \u201eeinfach nur, dass es zu Weihnachten sch\u00f6n aussieht\u201c. Ein Lichtschlauch, ein paar kleine Dekorationen \u2013 mehr nicht. Doch statt einer Lampe wurden es tausend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Haus, das Oberschlesien erleuchtete \u00dcber zwei Jahrzehnte lang war ein privater Hof in Krappitz ein \u00f6ffentlicher Ort der W\u00e4rme, des Lichts und der Begegnung. Heinrich und Eleonore Jaschik, Mitglieder der deutschen Minderheit, \u00f6ffneten ihr Zuhause jedes Jahr in der Weihnachtszeit f\u00fcr Tausende von Menschen. In diesem Winter endet diese besondere Tradition. Nicht aus Mangel [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":68690,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[6045,5625,4229],"tags":[4500,3880,3882,1951,5943,4000],"redaktor":[],"class_list":["post-69825","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bildung","category-kultur-de","category-kulturbildung-de","tag-adventskonzert-der-erinnerungen","tag-heinrich-jaschik","tag-krappitz","tag-oberschlesien","tag-oberschlesien-de","tag-weihnachten"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69825","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69825"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69825\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68690"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69825"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69825"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69825"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=69825"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}