{"id":69703,"date":"2026-01-01T05:20:12","date_gmt":"2026-01-01T04:20:12","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/neujahrsbrief-2026-2\/"},"modified":"2026-01-01T05:20:12","modified_gmt":"2026-01-01T04:20:12","slug":"neujahrsbrief-2026-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/neujahrsbrief-2026-2\/","title":{"rendered":"Neujahrsbrief 2026"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Liebe Mitglieder der deutschen Minderheit in Polen,<\/strong><\/h2>\n<p><strong>das Jahr 2025 ist zu Ende und wir schauen schon in die Richtung 2026. Hinter uns liegt ein Jahr mit vielen Ereignissen und viele davon waren f\u00fcr uns positiv. Unsere deutsche Gemeinschaft hat durch ihre Aktivit\u00e4t und Sichtbarkeit einen gro\u00dfen Beitrag zu diesen positiven Entwicklungen geleistet.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3><strong>Es war ein Jahr der Jubil\u00e4en:<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li><strong>80 Jahre der Trag\u00f6die der Deutschen im Osten, die in den s\u00fcdlichen Regionen Polens auch Oberschlesische Trag\u00f6die genannt wird. An diese Ereignisse haben wir nicht nur in Oberschlesien, sondern auch in Gdingen oder Potulitz erinnert.<\/strong><\/li>\n<li><strong>20 Jahre des Minderheitengesetzes mit einer Konferenz in Warschau sowie einem Kongress in Oppeln<\/strong><\/li>\n<li><strong>35 Jahre der gr\u00f6\u00dften Organisationen der deutschen Minderheit in Polen \u2013 der SKGD in der Woiwodschaft Schlesien sowie der SKGD in der Woiwodschaft Oppeln, sowie weiterer kleiner Organisationen.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>In der Bundesrepublik Deutschland gab es zu Beginn des Jahres vorgezogene Bundestagswahlen und es freut uns, dass die deutschen Minderheiten in dem neuen Koalitionsvertrag explizit erw\u00e4hnt wurden. Genauso freut es uns, dass es in Polen zu einer Novelle des Minderheitengesetzes kam und nachdem die in Polen lebenden Minderheiten keinen Abgeordneten mehr im Parlament stellen k\u00f6nnen, gibt es jetzt ein Minderheitensekretariat.<\/p>\n<div id=\"attachment_68825\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-68825\" class=\"size-full wp-image-68825\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/bartek-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"2387\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/bartek-scaled-1.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/bartek-scaled-1-300x280.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/bartek-scaled-1-1024x955.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/bartek-scaled-1-768x716.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/bartek-scaled-1-1536x1432.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/bartek-scaled-1-2048x1910.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-68825\" class=\"wp-caption-text\">Rafa\u0142 Bartek Foto: S. Golomb<\/p><\/div>\n<p>Wichtig war f\u00fcr uns auch die politische Pr\u00e4senz und so freuen wir uns \u00fcber die Einladungen zu Gespr\u00e4chen nach Warschau und nach Berlin, aber noch mehr freuen wir uns \u00fcber politische Besuche der Politiker in der Region, wo die Deutschen in Polen leben. So sind wir dankbar f\u00fcr den Besuch von Dr. Bernd Fabritius, dem Beauftragten der Bundesregierung f\u00fcr Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, sowie von Herrn Miguel Berger, dem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland im Oktober, in Oppeln und Gogolin.<\/p>\n<p>Bedanken m\u00f6chte ich mich auch bei Bernard Gaida, der dieses Jahr seine Funktionen als Vizepr\u00e4sident der FUEN und Sprecher der AGDM aufgegeben hat! Sein Engagement hat unsere Gemeinschaft in den letzten Jahren gepr\u00e4gt und so freue ich mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Bernard, denn seine Erfahrung ist f\u00fcr uns ein gro\u00dfer Schatz.<\/p>\n<p>Wir sind auch dankbar, dass es nach dem Ende der Diskriminierung der Kinder der deutschen Minderheit eine weitere Ver\u00e4nderung zugunsten des Deutschunterrichts als Minderheitensprache gab, indem den Kindern, die Deutsch als Minderheitensprache lernen, erm\u00f6glicht wurde, von der Pflicht der zweiten Fremdsprache in den Klassen 7 und 8 befreit zu werden. Nat\u00fcrlich erhofften wir uns weitergehende Ver\u00e4nderungen und dies tun wir auch nach wie vor, aber es freut uns, dass nach Jahren des Stillstandes bzw. nach den R\u00fcckschritten der letzten Jahre nun auch positive Signale in diesem Bereich gibt.<\/p>\n<p>Trotz des aufgrund der sp\u00e4ten Haushaltsentscheidungen schwierigen Projektjahres ist es uns auch gelungen, viele Projekte auf den Weg zu bringen. Es sind nicht nur die Sprachprojekte wie Samstagskurse, Deutsch AG, Kinderclubs, aber vor allem auch die Kinder- und Jugendprojekte, die uns ganz besonders freuen und uns immer wieder aufs Neue zeigen, dass die deutsche Kultur und Sprache nach wie vor Anziehungskraft hat.<\/p>\n<p><strong>Eine gro\u00dfe Ver\u00e4nderung haben wir in den Medien der deutschen Minderheit \u2013 aus dem Wochenblatt ist Neues Wochenblatt geworden, mit aktuellen News, die t\u00e4glich online erscheinen, und einer Papierausgabe, die einmal im Monat erscheint<\/strong>. Dazu kam mit dem Wochenblatt TV ein neues Fernsehformat sowie neue Radiosendungen \u2013 u. A. Podcasts dazu!<br \/>\nEs freut uns, dass die Fernsehsendung Schlesien Journal zum ersten Mal in der Geschichte direkt vom polnischen Fernsehen TVP 3 Opole produziert wird und gleich in vier Woiwodschaften regelm\u00e4\u00dfig ausgestrahlt wird \u2013 in den Woiwodschaften Oppeln, Schlesien, Niederschlesien und Ermland-Masuren. Hier m\u00f6chte ich mich bei allen Medienmenschen, die zu diesen Ver\u00e4nderungen beigetragen haben, herzlich bedanken.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong>Mit diesen vielen positiven Erfahrungen des Jahres 2025 gehen wir in das n\u00e4chste Jahr, wo uns auch wieder neue und alte Herausforderungen erwarten werden. Unser Hauptanliegen bleibt die Spracharbeit, denn wir wissen, wie schwierig es ist, das deutsche Erbe zu bewahren und zu pflegen, wenn man die Sprache nicht kennt. Deshalb wollen wir nicht nur die bisherigen Sprachprojekte und Formate beibehalten, sondern wir streben auch eine Sprachstrategie an, damit wir zuk\u00fcnftig noch zielorientierter in diesem Bereich arbeiten.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>2026 j\u00e4hrt sich auch zum 35. Mal der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag und vieles deutet darauf hin, dass sich nach sieben Jahren Pause auch der deutsch-polnische Tisch wieder treffen wird.<\/strong> Wir haben unsere Anliegen und Forderungen an beide Regierungen in den letzten Jahren immer wieder in Form von Positionspapieren formuliert. Jetzt wird es darum gehen, zu erfahren, inwieweit die Regierungen bereit sein werden, dies umzusetzen. Es ist umso wichtiger geworden, da das Bild der Deutschen in Polen nach wie vor unter der populistisch gesteuerten Politik vieler Parteien des rechten Spektrums in Polen zu leiden hat. Trotz der Bedrohung, die aus Russland kommt, wird am Bild des deutschen Feinds festgehalten. Die Vers\u00f6hnungsarbeit bleibt also aktuell, und da ist gerade auch die Rolle unserer deutschen Gesellschaften gefragt.<\/p>\n<p>Eine weitere Herausforderung bildet f\u00fcr uns die Tatsache, dass die F\u00f6rderung der deutschen Minderheit von der deutschen Seite ab nun nur noch durch den Beauftragten der Bundesregierung f\u00fcr Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten erfolgen wird. Dadurch \u00e4ndert sich bei uns u. A. die Rolle der Konsulate, die bisher auch \u00fcber F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten verf\u00fcgten. Die F\u00f6rderung wird zuk\u00fcnftig auch \u00fcber den VdG erfolgen.<\/p>\n<p>In unserem Dachverband \u2013 dem VdG \u2013 stehen auch wichtige Ereignisse bevor. Im Jahr 2026 feiern wir 35 Jahre der Gr\u00fcndung des VdG. Au\u00dferdem stehen uns Wahlen bevor. Ein neuer Vorstand wird im Mai gew\u00e4hlt und auch hier geht es darum, Menschen zu w\u00e4hlen, die sich wirklich mit Herz f\u00fcr die Sache engagieren wollen, denn wir sehen gerade an den vergangenen Jahren, wie viel wir selbst steuern und bewirken k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich sind wir als polnische B\u00fcrger von der polnischen Politik, aber auch von den deutsch-polnischen Beziehungen abh\u00e4ngig, aber es ist und bleibt wichtig, dass wir nicht nur warten und erwarten, sondern auch aktiv mit eigenen Vorschl\u00e4gen immer wieder aufs Neue uns darum bem\u00fchen, etwas zu ver\u00e4ndern. Stillstand ist n\u00e4mlich unser gr\u00f6\u00dfter Gegner, der uns auch die Garantie gibt, dass es nicht besser wird. Gerade das Jahr 2025 hat uns aufs Neue gezeigt, dass wir mit unserem Mut und unserer Aktivit\u00e4t es anders k\u00f6nnen, und diese Einstellung soll uns auch 2026 begleiten.<\/p>\n<p>Zum Schluss m\u00f6chte ich mich bei allen Mitgliedern der Organisationen der deutschen Minderheit in Polen f\u00fcr die ehrenamtliche Arbeit und f\u00fcr das Engagement bedanken.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr das neue Jahr w\u00fcnsche ich uns allen viel Mut und Freude an der Arbeit f\u00fcr und mit der deutschen Minderheit. Bleibt aktiv, denn die deutsche Sprache und Kultur ist eine Bereicherung f\u00fcr uns alle. Ich w\u00fcnsche Ihnen ein gutes neues Jahr!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rafa\u0142 Bartek<\/strong><\/p>\n<p><strong>VdG-Vorsitzender<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Mitglieder der deutschen Minderheit in Polen, das Jahr 2025 ist zu Ende und wir schauen schon in die Richtung 2026. 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