{"id":69655,"date":"2026-01-10T16:00:15","date_gmt":"2026-01-10T15:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/schlesierinnen-aus-dem-schatten-holen-2\/"},"modified":"2026-01-10T16:00:15","modified_gmt":"2026-01-10T15:00:15","slug":"schlesierinnen-aus-dem-schatten-holen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/schlesierinnen-aus-dem-schatten-holen-2\/","title":{"rendered":"Schlesierinnen aus dem Schatten holen"},"content":{"rendered":"<h1>Buchtipp<\/h1>\n<p><strong>Es ist ein Buch, das nicht nur durch die Farbe seines Umschlags auff\u00e4llt, sondern vor allem durch den Anspruch, eine L\u00fccke in der schlesischen Geschichtsschreibung zu schlie\u00dfen. Das im Verlag Editio Silesia in Lubowitz erschienene Werk \u201eFrauen in der Geschichte Schlesiens\u201c (Kobiece Autorytety w Kulturze \u015al\u0105ska) widmet sich auf \u00fcber 400 Seiten jenen Pers\u00f6nlichkeiten, die in der Historie oft nur die zweite Geige spielten: den Frauen.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Herausgegeben von Prof. Dr. hab. Joanna Rostropowicz und Dr. Manfred Kutyma, bietet der Band weit mehr als trockene Biografien \u2013 er ist eine Hommage an den weiblichen Geist Oberschlesiens.<\/p>\n<p>Hinter dem Projekt stehen zwei ausgewiesene Kenner der schlesischen Materie. Prof. Dr. hab. Joanna Rostropowicz, geboren 1943 in Deschowitz, ist als Professorin der Altertumswissenschaften an der Universit\u00e4t Oppeln und Herausgeberin der Reihe \u201eSchlesier von den fr\u00fchesten Zeiten bis zur Gegenwart\u201c eine Institution in der Region. Ihr zur Seite steht Dr. Manfred Kutyma. Der 1941 in Neu Schalkowitz geborene Historiker arbeitete von 1965 bis 1980 im Schlesischen Institut sowie an der P\u00e4dagogischen Hochschule in Oppeln. Seit \u00fcber vierzig Jahren lebt er in Frankfurt am Main, wo er unter anderem f\u00fcr die Fraport AG t\u00e4tig war und zahlreiche B\u00fccher zur Geschichte und Kultur Schlesiens verfasste.<\/p>\n<div id=\"attachment_68847\" style=\"width: 831px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-68847\" class=\"size-large wp-image-68847\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Frauen-Buch-821x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"821\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Frauen-Buch-821x1024.jpg 821w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Frauen-Buch-241x300.jpg 241w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Frauen-Buch-768x958.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Frauen-Buch.jpg 1015w\" sizes=\"auto, (max-width: 821px) 100vw, 821px\" \/><p id=\"caption-attachment-68847\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Mauro Oliveira<\/p><\/div>\n<p>\u201eDr. Kutyma hat mich \u00fcberzeugt, man k\u00f6nnte mal \u00fcber die schlesischen Frauen schreiben \u2013 aber breit, nicht so kurz, wie es in einem Lexikon \u00fcblich ist\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Rostropowicz die Genese des Werkes.<\/p>\n<h2>Aus der Dunkelheit ans Licht<\/h2>\n<p>Das Buch bricht bewusst mit der traditionellen \u201eHis-Story\u201c, der Geschichte der M\u00e4nner. In seinem Vorwort findet Dr. Kutyma deutliche Worte f\u00fcr dieses Ungleichgewicht: \u201eWir Frauen verlangen nicht Gnade, sondern Gerechtigkeit\u201c, zitiert er einen Appell der Breslauerin Lina Bauer-Morgenstern aus dem Jahr 1896. Kutyma schreibt in der Einleitung weiter: \u201eEs ist an der Zeit, die Biografien bedeutender Frauen aus dem \u201aSchattenreich des Vergessens\u2018 zu holen und ihre Leistungen f\u00fcr die schlesische Kultur und Gesellschaft ins rechte Licht zu r\u00fccken.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_50794\" style=\"width: 526px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-50794\" class=\"size-full wp-image-50794\" src=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Bueste-2-2.jpg\" alt=\"\" width=\"516\" height=\"558\" \/><p id=\"caption-attachment-50794\" class=\"wp-caption-text\">Professorin Joanna Rostropowicz, Vorsitzende der Stiftung f\u00fcr Wissenschaft und Kultur in Schlesien<br \/>Foto: Manuela Leibig<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Genau das leistet der Band. Anstatt kurzer Abrisse erh\u00e4lt jede der vorgestellten Pers\u00f6nlichkeiten eine ausf\u00fchrliche W\u00fcrdigung von f\u00fcnf bis zehn Seiten, was es dem Leser erlaubt, tief in die Lebenswelten einzutauchen.<\/p>\n<h2>Von Astronominnen und M\u00e4rchentanten<\/h2>\n<p>Prof. Rostropowicz selbst hat sich unter anderem der Astronomin Maria Cunitz gewidmet. \u201eIch muss sagen, ich habe sehr schwer gearbeitet, weil ihr Werk zweisprachig geschrieben ist: Latein und Deutsch. Da muss man sich etwas mehr anstrengen\u201c, berichtet die Professorin \u00fcber die Recherchearbeit an der \u201eSchlesischen Pallas\u201c, die im 17. Jahrhundert bahnbrechende astronomische Tabellen ver\u00f6ffentlichte.<\/p>\n<div id=\"attachment_68849\" style=\"width: 778px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-68849\" class=\"size-large wp-image-68849\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Buch-Frauen-Klappe-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Buch-Frauen-Klappe-768x1024.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Buch-Frauen-Klappe-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Buch-Frauen-Klappe-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Buch-Frauen-Klappe.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><p id=\"caption-attachment-68849\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Manuela Leibig<\/p><\/div>\n<p>Ein weiteres Herzst\u00fcck des Buches ist die Darstellung der Schriftstellerin Valeska von Bethusy-Huc. \u201eDas ist meine geliebte Autorin, sie hat so wundersch\u00f6n \u00fcber Schlesien geschrieben. Sie selbst hat immer betont: \u201aIch bin Schlesierin.\u2018\u201c Auch Elisabeth Grabowski, bekannt als die schlesische \u201eM\u00e4rchentante\u201c, die sich unerm\u00fcdlich f\u00fcr die Volkskultur einsetzte, findet ihren Platz in der Sammlung.<\/p>\n<h2>Wissenschaft f\u00fcr jedermann<\/h2>\n<p>Trotz des akademischen Hintergrunds der Herausgeber und Autoren \u2013 zu denen u.\u202fa. Bischof Prof. Dr. Jan Kopiec mit einem Essay \u00fcber Edith Stein geh\u00f6rt \u2013 ist das Buch keine schwer verdauliche Kost, was Prof. Rostropowicz ein pers\u00f6nliches Anliegen war. Es richtet sich an alle, die verstehen wollen, wie weiblich die schlesische Geschichte tats\u00e4chlich ist. Ob es um die heilige Hedwig, Nobelpreistr\u00e4gerinnen oder Vork\u00e4mpferinnen der Frauenrechte geht \u2013 die Texte sind fundiert, aber zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Das vor kurzem erschienene Buch ist ab sofort \u00fcber das<strong><em><span style=\"color: #3366ff;\"><a style=\"color: #3366ff;\" href=\"https:\/\/eichendorff.pl\/kontakt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Eichendorff-Zentrum<\/a><\/span><\/em><\/strong> in Lubowitz erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchtipp Es ist ein Buch, das nicht nur durch die Farbe seines Umschlags auff\u00e4llt, sondern vor allem durch den Anspruch, eine L\u00fccke in der schlesischen Geschichtsschreibung zu schlie\u00dfen. 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