{"id":69597,"date":"2026-01-18T16:40:47","date_gmt":"2026-01-18T15:40:47","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/die-geschichte-tarnowitz-entlang-einer-strase-entdecken\/"},"modified":"2026-01-18T16:40:47","modified_gmt":"2026-01-18T15:40:47","slug":"die-geschichte-tarnowitz-entlang-einer-strase-entdecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/die-geschichte-tarnowitz-entlang-einer-strase-entdecken\/","title":{"rendered":"Die Geschichte Tarnowitz entlang einer Stra\u00dfe entdecken"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Gleiwitzer Stra\u00dfe ist eine der \u00e4ltesten und bekanntesten Stra\u00dfen in Tarnowitz. Sie beginnt im Herzen der Stadt, an der s\u00fcdwestlichen Ecke des Marktplatzes, und f\u00fchrt bis zur Grenze nach Beuthen, wodurch sie das Zentrum mit dem Stadtteil Repten (Repty \u015al\u0105skie) verbindet. Schon ihr Name verweist auf die alten Handels- und Verkehrswege der Stadt. Seit dem 16. Jahrhundert verband die Stra\u00dfe Tarnowitz mit Gleiwitz und war ein wichtiger Weg f\u00fcr Kaufleute, Handwerker und Einwohner.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Urspr\u00fcnge und fr\u00fche Kirchengeschichte<\/h2>\n<p>Die Geschichte der Gleiwitzer Stra\u00dfe reicht bis zu den Anf\u00e4ngen von Tarnowitz zur\u00fcck. Sie entstand zusammen mit der Stadt im Jahr 1526 und diente von Anfang an als Hauptachse, die vom ersten Marktplatz, dem heutigen Platz der Bergarbeiter (Plac Gwark\u00f3w), zum Gleiwitzer Tor f\u00fchrte. In der N\u00e4he der \u00f6stlichen H\u00e4userreihe wurden die ersten Kirchen und Kapellen errichtet.<\/p>\n<div id=\"attachment_69163\" style=\"width: 692px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-69163\" class=\"wp-image-69163\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1b_Easy-Resize.com_-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"682\" height=\"454\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1b_Easy-Resize.com_-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1b_Easy-Resize.com_-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1b_Easy-Resize.com_-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1b_Easy-Resize.com_.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 682px) 100vw, 682px\" \/><p id=\"caption-attachment-69163\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Andrea Polanski<\/p><\/div>\n<p>Bereits 1529 bauten die Lutheraner eine h\u00f6lzerne Kirche, die nach einem Stadtbrand 1531 durch ein steinernes Gotteshaus ersetzt wurde, also die heutige Kirche St. Peter und Paul. Ihr Turm, zwischen 1560 und 1563 erbaut, ist nahezu unver\u00e4ndert erhalten und z\u00e4hlt bis heute zu den Wahrzeichen von Tarnowitz.<\/p>\n<h2>Die Renaissance-Laubenh\u00e4user und ihre Architektur<\/h2>\n<p>Rund um die Kirche entstand bald ein dichtes Stadtviertel, und die Gleiwitzer Stra\u00dfe f\u00fcllte sich mit H\u00e4usern. In der zweiten H\u00e4lfte des 16. Jahrhunderts entstanden entlang des vom Markt abzweigenden Abschnitts die ersten Laubenh\u00e4user, heute die Hausnummern 1, 3 und 5, die zum charakteristischen Bestandteil der Tarnowitzer Architektur wurden.<\/p>\n<div id=\"attachment_69164\" style=\"width: 656px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-69164\" class=\"wp-image-69164\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2_Easy-Resize.com_-682x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"646\" height=\"970\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2_Easy-Resize.com_-682x1024.jpg 682w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2_Easy-Resize.com_-200x300.jpg 200w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2_Easy-Resize.com_-768x1152.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2_Easy-Resize.com_.jpg 853w\" sizes=\"auto, (max-width: 646px) 100vw, 646px\" \/><p id=\"caption-attachment-69164\" class=\"wp-caption-text\">Zunftzeichen des Baumeisters. Foto: Andrea Polanski<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese H\u00e4user im Renaissance-Stil zeichnen sich durch offene Arkadeng\u00e4nge aus, die fr\u00fcher f\u00fcr Handel und Handwerk genutzt wurden und heute Besucher und Geschichtsinteressierte begeistern. In den Kellern haben sich die urspr\u00fcnglichen Tonnengew\u00f6lbe erhalten, und in der T\u00fcr des Hauses Nummer 3 ist das Zunftzeichen des Baumeisters noch zu erkennen. Das Eckhaus Nummer 5 mit klassizistischer Fassade und Dekorationen, die Hebe und Demeter darstellen, zeugt von den st\u00e4ndigen Umbauten und \u00e4sthetischen Ver\u00e4nderungen \u00fcber die Jahrhunderte.<\/p>\n<h2>Das \u201eGewerkhaus\u201c als Spiegel des Wandels<\/h2>\n<p>Nicht zu vergessen ist das \u201eGewerkhaus\u201c (Dom Gwarka) an der Hausnummer 2, das 1598 erbaut wurde und \u00fcber die Jahrhunderte unterschiedliche Funktionen erf\u00fcllte, von einer evangelischen Schule \u00fcber die Seifenfabrik von Joseph Lukaschik bis hin zum heutigen Hostel \u201eM\u0142otek i Perlik\u201c.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #ffcc00;\">Ein Spaziergang entlang der Gleiwitzer Stra\u00dfe ist eine Reise durch die Zeit.<\/span><\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Hier trifft Geschichte auf das allt\u00e4gliche Leben der Einwohner, und die Geb\u00e4ude der Gleiwitzer Stra\u00dfe erz\u00e4hlen von den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ver\u00e4nderungen der Stadt.<\/p>\n<h2>Religi\u00f6se Vielfalt und historische Gedenkst\u00e4tten<\/h2>\n<p>Die Gleiwitzer Stra\u00dfe war auch Zeugin der religi\u00f6sen und kulturellen Entwicklung Tarnowitz\u2019. Auf der westlichen Seite, au\u00dferhalb des Gleiwitzer Tores, entstand 1559 ein neuer Friedhof, und in den folgenden Jahrhunderten wurde die Kirche St. Anna mit dem dazugeh\u00f6rigen Friedhof errichtet.<\/p>\n<div id=\"attachment_69165\" style=\"width: 583px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-69165\" class=\"wp-image-69165\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/3a_Easy-Resize.com_-682x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"573\" height=\"860\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/3a_Easy-Resize.com_-682x1024.jpg 682w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/3a_Easy-Resize.com_-200x300.jpg 200w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/3a_Easy-Resize.com_-768x1152.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/3a_Easy-Resize.com_.jpg 853w\" sizes=\"auto, (max-width: 573px) 100vw, 573px\" \/><p id=\"caption-attachment-69165\" class=\"wp-caption-text\">Renaissance-Grabplatte des Georg Schomann von 1614, die in die Fassade des Hauses Nummer 27 eingebaut ist. Foto: Andrea Polanski<\/p><\/div>\n<p>Im 19. Jahrhundert wurde ein j\u00fcdischer Friedhof angelegt, einschlie\u00dflich eines Leichenhauses. Aus dieser vielf\u00e4ltigen religi\u00f6sen und sozialen Struktur der Stadt sind bis heute wertvolle Zeugnisse erhalten, darunter die Renaissance-Grabplatte des Georg Schomann von 1614, die in die Fassade des Hauses Nummer 27 eingebaut ist. Sie zeigt ein Kind in langem Kleid mit einem Strau\u00df Blumen auf der Brust. Obwohl sie zuf\u00e4llig bei einem Neubau entdeckt wurde, erinnert sie heute an die fr\u00fcheren Bewohner der Stadt und ihre Schicksale.<\/p>\n<h2>Bergbautradition und \u00f6ffentliches Leben<\/h2>\n<p>Neben den Laubenh\u00e4usern f\u00fcllen andere historische Geb\u00e4ude die Gleiwitzer Stra\u00dfe und pr\u00e4gen das Stadtbild. Das Haus Florczak an der Hausnummer 6 soll nach \u00dcberlieferung an der Stelle stehen, an der erstmals Silbererz gefunden wurde, was die Stra\u00dfe symbolisch mit der Bergbautradition Tarnowitz\u2019 verbindet. Weitere Denkm\u00e4ler, st\u00e4dtische Villen, ehemalige Schulen, Pfarrh\u00e4user oder das staatliche Archiv, zeigen die Rolle der Stra\u00dfe als Achse des \u00f6ffentlichen und kulturellen Lebens. Das historische Kopfsteinpflaster aus dem 19. Jahrhundert verst\u00e4rkt den historischen Charakter des Weges.<\/p>\n<h2>Die Stra\u00dfe als lebendiger Begegnungsort<\/h2>\n<p>Die Gleiwitzer Stra\u00dfe ist nicht nur Vergangenheit, sondern auch ein lebendiger Teil der Stadt. Nach Modernisierungen wie dem Austausch der Stra\u00dfenbeleuchtung im Rahmen des Projekts \u201eSilberstra\u00dfe\u201c im Jahr 2018 ist sie ein Ort f\u00fcr Spazierg\u00e4nge, kulturelle Veranstaltungen und Begegnungen der Bewohner geworden. Vor den Lauben am Marktplatz wurde die Skulptur eines Bergarbeiters von Norbert Jastalski aufgestellt, und die historischen H\u00e4user laden noch immer dazu ein, die Geheimnisse der Vergangenheit zu entdecken. Jedes Geb\u00e4ude, jeder Pflasterstein und jede Kapelle erz\u00e4hlen ihre eigene Geschichte und schaffen ein lebendiges Zeugnis von Tarnowitz\u2019 reicher Geschichte als Bergbau-, Handels- und Kulturstadt.<\/p>\n<div id=\"attachment_69166\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-69166\" class=\"size-large wp-image-69166\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1a_Easy-Resize.com_-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"682\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1a_Easy-Resize.com_-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1a_Easy-Resize.com_-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1a_Easy-Resize.com_-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1a_Easy-Resize.com_.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-69166\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Andrea Polanski<\/p><\/div>\n<p>Ein Spaziergang entlang der Gleiwitzer Stra\u00dfe ist eine Reise durch die Zeit, von den Lauben des 16. Jahrhunderts \u00fcber barocke und klassizistische Umbauten bis hin zu Spuren der Moderne. Die Stra\u00dfe hat Br\u00e4nde, Kriege und gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen \u00fcberdauert und erz\u00e4hlt bis heute die Geschichte Tarnowitz\u2019, nicht nur in Museen, sondern in den Mauern, Steinen und dem Alltag der Stadt, f\u00fcr jeden, der bereit ist, ihren Geschichten zu lauschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gleiwitzer Stra\u00dfe ist eine der \u00e4ltesten und bekanntesten Stra\u00dfen in Tarnowitz. Sie beginnt im Herzen der Stadt, an der s\u00fcdwestlichen Ecke des Marktplatzes, und f\u00fchrt bis zur Grenze nach Beuthen, wodurch sie das Zentrum mit dem Stadtteil Repten (Repty \u015al\u0105skie) verbindet. Schon ihr Name verweist auf die alten Handels- und Verkehrswege der Stadt. 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