{"id":62941,"date":"2025-07-26T17:00:20","date_gmt":"2025-07-26T15:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/wochenblatt.pl\/?p=62941"},"modified":"2026-02-10T22:20:01","modified_gmt":"2026-02-10T21:20:01","slug":"zwischen-den-welten-mascha-kaleko-und-die-poesie-der-verlorenen-heimat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/zwischen-den-welten-mascha-kaleko-und-die-poesie-der-verlorenen-heimat\/","title":{"rendered":"Zwischen den Welten \u2013 Mascha Kal\u00e9ko und die Poesie der verlorenen Heimat"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eRichte dich ein. Und halte den Koffer bereit.\u201c<\/strong><\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Leben der j\u00fcdischen Dichterin Mascha Kal\u00e9ko war gepr\u00e4gt vom Ankommen im Vorl\u00e4ufigen \u2013 von Flucht, Verlust und einer ewigen Suche nach Heimat. In ihren Versen mischen sich scharfsinnige Satire, feine Ironie und tiefe Melancholie. Ihre Gedichte erz\u00e4hlen vom Exil, von der Liebe, vom Heimweh \u2013 und davon, wie man auf den Tr\u00fcmmern der Heimat Worte baut.<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/h2>\n<div id=\"attachment_62948\" style=\"width: 2510px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-62948\" class=\"size-full wp-image-62948\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-01.jpg\" alt=\"\" width=\"2500\" height=\"2500\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-01.jpg 2500w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-01-300x300.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-01-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-01-150x150.jpg 150w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-01-768x768.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-01-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-01-2048x2048.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2500px) 100vw, 2500px\" \/><p id=\"caption-attachment-62948\" class=\"wp-caption-text\">Die junge Mascha Kal\u00e9ko<br \/>Quelle: Deutsches Literaturarchiv Marbach<\/p><\/div>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein gemeinsamer Ursprung<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor etwa 12.000 Jahren wurden die Menschen sesshaft. Bis dahin lebten sie als Nomaden \u2013 in st\u00e4ndiger Bewegung, gepr\u00e4gt von Flucht, Vertreibung und dem st\u00e4ndigen Suchen nach neuen Lebensr\u00e4umen. Erst mit der Sesshaftigkeit, mit dem Ackerbau und festen Siedlungen, bekam die Erde einen festen Besitzer. Erst dann wurde Heimat zu etwas, das man verlieren konnte \u2013 und Heimatlosigkeit zur Bedrohung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Erfahrung \u2013 die Angst, die Heimat zu verlassen oder zu verlieren \u2013 markiert den Ursprung gleich dreier Weltreligionen: Judentum, Christentum und Islam gr\u00fcnden auf der Gottesbegegnung Abrahams. In der biblischen \u00dcberlieferung fordert Gott Abraham auf, seine Heimat zu verlassen und in ein unbekanntes Land aufzubrechen. Abraham folgt diesem Ruf \u2013 im Vertrauen darauf, dass Gott ihn zum Stammvater eines gro\u00dfen Volkes machen werde. Immer wieder wird sein Glaube auf die Probe gestellt, doch Abraham bleibt gehorsam. Schlie\u00dflich wird er \u2013 durch seine S\u00f6hne Isaak und Jakob \u2013 zum Ahnherrn des Volkes Israel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Judentum gilt Abraham als Urvater, im Christentum geh\u00f6rt er zu den sogenannten Erzv\u00e4tern, und im Islam wird er als Prophet verehrt. Dort gilt sein Sohn Ismael als Stammvater der arabischen V\u00f6lker und damit der Muslime. Abraham verbindet drei der f\u00fcnf gro\u00dfen Weltreligionen \u2013 und mit ihm eine fundamentale menschliche Erfahrung: die Angst, die Heimat zu verlieren. Man k\u00f6nnte auch sagen, er verk\u00f6rpert das uralte Trauma der Vertreibung und des Neuanfangs in der Fremde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Erfahrungen des Exils begleiteten Mascha Kal\u00e9ko ein Leben lang:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<em>Ich schn\u00fcre meinen B\u00fcndel zur Reise<\/em><br \/>\n<em>Nach uralter Vorv\u00e4ter Weise<\/em><br \/>\n<em>Sie sprechen von mir nur leise<\/em><br \/>\n<em>Ich bleibe der Fremde im Dorf<\/em>\u201c<br \/>\n(Gedicht: \u201e<em>Ich bleibe der Fremde im Dorf<\/em>\u201c)<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>Anf\u00e4nge in Berlin<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mascha Kal\u00e9ko wurde 1907 in Chrzan\u00f3w, im damaligen Galizien, geboren. Fr\u00fch musste sie mit ihrer Familie vor antisemitischen Pogromen fliehen: erst nach Frankfurt, dann nach Berlin. Dort wuchs sie im Scheunenviertel auf, einem Zentrum j\u00fcdischen Lebens \u2013 zwischen Armut, Intellekt und kulturellem Aufbruch. Bereits in den 1920er Jahren wurde sie zur Stimme einer neuen, urbanen Dichtung, deren leichtf\u00fc\u00dfige, zugleich nachdenkliche Lyrik die Gro\u00dfstadtatmosph\u00e4re der Weimarer Republik einfing: ironisch, alltagstauglich, pointiert.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Aus Tr\u00fcmmern gebaut: Kal\u00e9kos Verse gegen das Vergessen.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Anf\u00e4nge ihrer Karriere als Dichterin stellten zugleich ihren H\u00f6hepunkt dar. Ihr Deb\u00fctband \u201eDas lyrische Stenogrammheft\u201c wurde 1933 ein Bestseller \u2013 in manchen Jahren verkauften sich nur Goethes Gedichte besser.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>Exil und Entwurzelung<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten endete Kal\u00e9kos Karriere in Deutschland abrupt. 1938 emigrierte sie mit ihrem Mann und Sohn in die USA. In New York lebte sie als Deutschsprachige im Exil \u2013 isoliert von ihrer einstigen Heimat und ihrer Leserschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<em>Gewiss, es bleibt dasselbe,<\/em><br \/>\n<em>sag ich nun land statt Land,<\/em><br \/>\n<em>sag ich f\u00fcr Heimat homeland<\/em><br \/>\n<em>und poem f\u00fcr Gedicht.<\/em><br \/>\n<em>Gewiss, ich bin sehr happy:<\/em><br \/>\n<em>Doch gl\u00fccklich bin ich nicht.<\/em>\u201c<br \/>\n(Gedicht: \u201e<em>Der kleine Unterschied<\/em>\u201c)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sprache war ihr letztes Band zur Heimat, doch das Gef\u00fchl des Fremdseins blieb. Sie schrieb weiter, doch ihr Werk fand kaum Resonanz in der neuen Umgebung.<\/p>\n<div id=\"attachment_62949\" style=\"width: 1828px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-62949\" class=\"size-full wp-image-62949\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-02-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1818\" height=\"2560\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-02-scaled-1.jpg 1818w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-02-scaled-1-213x300.jpg 213w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-02-scaled-1-727x1024.jpg 727w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-02-scaled-1-768x1081.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-02-scaled-1-1091x1536.jpg 1091w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-02-scaled-1-1454x2048.jpg 1454w\" sizes=\"auto, (max-width: 1818px) 100vw, 1818px\" \/><p id=\"caption-attachment-62949\" class=\"wp-caption-text\">Mascha mit Ehemann und Sohn<br \/>Quelle: Deutsches Literaturarchiv Marbach<\/p><\/div>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>R\u00fcckkehr und Ern\u00fcchterung<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">1955 reiste Mascha Kal\u00e9ko nach vielen Jahren des Exils allein zur\u00fcck nach Europa. Der Moment der Wiederkehr ber\u00fchrte sie tief:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<em>Als ich Europa wiedersah<\/em><br \/>\n<em>\u2013 Nach jahrelangem Sehnen<\/em><br \/>\n<em>Da kamen mir die Tr\u00e4nen.<\/em>\u201c<br \/>\n(Gedicht: \u201e<em>Als ich Europa wiedersah\u2026<\/em>\u201c)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die R\u00fcckkehr war allerdings von Wehmut gepr\u00e4gt \u2013 das Berlin ihrer Jugend war nicht mehr wiederzuerkennen, die Freunde und Weggef\u00e4hrten verschwunden. Ihre Erinnerung an die Heimat blieb schmerzhaft lebendig, auch wenn das reale Berlin sie entt\u00e4uschte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<em>Manchmal, mitten in jenen N\u00e4chten [&#8230;]<\/em><br \/>\n<em>Denke ich an den Rhein und die Elbe,<\/em><br \/>\n<em>Und kleiner, aber meiner, die Spree.<\/em><br \/>\n<em>Und immer wieder ist es dasselbe:<\/em><br \/>\n<em>Das Denken tut verteufelt weh.<\/em>\u201c<br \/>\n(Gedicht: \u201e<em>Sozusagen ein Mailied<\/em>\u201c)<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine Geschichte, die viele teilen<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mascha Kal\u00e9kos Schicksal steht exemplarisch f\u00fcr die Erfahrung von Millionen. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebte in Polen die gr\u00f6\u00dfte j\u00fcdische Gemeinde der Welt. Der Holocaust vernichtete rund sechs Millionen j\u00fcdische Leben. Hunderttausende fl\u00fcchteten \u2013 viele fanden keinen sicheren Hafen. Auch nach dem Krieg waren viele Millionen Menschen von Flucht und Vertreibung betroffen \u2013 darunter rund 14 Millionen Deutsche aus den ehemaligen Ostgebieten wie Schlesien, Ostpreu\u00dfen und Pommern. Sie verloren ihre Heimat und mussten oft unter schweren Bedingungen neu anfangen. Diese Fluchtbewegung geh\u00f6rt zu den gr\u00f6\u00dften Vertreibungen der Geschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<em>Es h\u00f6rte ihn keiner weinen,<\/em><br \/>\n<em>Er zog in die W\u00fcste hinaus.<\/em><br \/>\n<em>Sie warfen nach ihm mit Steinen.<\/em><br \/>\n<em>Er baute aus ihnen sein Haus.<\/em>\u201c<br \/>\n(Gedicht: \u201e<em>Der Eremit<\/em>\u201c)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Zeilen dr\u00fccken aus, was viele erlebt haben: Schmerz, Ablehnung, Verlust \u2013 und dennoch die Kraft, aus den Tr\u00fcmmern etwas Neues aufzubauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete 2023 die Geschichte Deutschlands im vergangenen Jahrhundert als \u201eeine Geschichte des Exils\u201c. Und auch heute sind Flucht und Vertreibung globale Realit\u00e4ten \u2013 vom Ukraine-Krieg bis zu Konflikten in Nahost und Afrika.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inmitten dieser geteilten Erfahrungen von Verlust und Entwurzelung dr\u00fcckt Mascha Kal\u00e9ko mit poetischer Kraft das Verbindende aus \u2013 jenseits von Herkunft, Hautfarbe und Geschichte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<em>Immer m\u00f6chte ich dich leise fragen:<\/em><br \/>\n<em>Wei\u00dft du, dass wir heimlich Schwestern sind?<\/em><br \/>\n<em>Du, des Kongo dunkelbraune Tochter,<\/em><br \/>\n<em>Ich, Europas blasses Judenkind.<\/em>\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_62950\" style=\"width: 1915px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-62950\" class=\"size-full wp-image-62950\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-03-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1905\" height=\"2560\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-03-scaled-1.jpg 1905w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-03-scaled-1-223x300.jpg 223w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-03-scaled-1-762x1024.jpg 762w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-03-scaled-1-768x1032.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-03-scaled-1-1143x1536.jpg 1143w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Mascha-Kaleko-03-scaled-1-1524x2048.jpg 1524w\" sizes=\"auto, (max-width: 1905px) 100vw, 1905px\" \/><p id=\"caption-attachment-62950\" class=\"wp-caption-text\">Mascha Kal\u00e9kos Leben war gezeichnet von Erfahrungen des Exils.<br \/>Quelle: Deutsches Literaturarchiv Marbach<\/p><\/div>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>Heimat als Erinnerung, Liebe und Sprache<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">In ihren Gedichten f\u00e4ngt Mascha Kal\u00e9ko das Verlorene und zugleich das Bleibende ein \u2013 das, was Heimat ausmacht, wenn \u00e4u\u00dfere Orte zerbrechen: Erinnerung, Sprache, Liebe. Sie beschreibt das Gef\u00fchl, zwischen Welten zu leben, und findet ein \u201eZuhause\u201c, das oft nur in der Sprache existiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<em>Ich a\u00df die gr\u00fcnenden Fr\u00fcchte der Sehnsucht,<\/em><br \/>\n<em>Trank von dem Wasser, das d\u00fcrsten macht.<\/em><br \/>\n<em>Ein Fremdling, stumm vor unerschlossenen Zonen,<\/em><br \/>\n<em>Fror ich mich durch die finsteren Jahre.<\/em><br \/>\n<em>Zur Heimat erkor ich mir die Liebe.<\/em>\u201c<br \/>\n(Gedicht: \u201e<em>Die fr\u00fchen Jahre<\/em>\u201c)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Worte spiegeln die Ambivalenz von Verlust und Trost wider. Kal\u00e9ko wusste um die H\u00e4rte des Lebens und den Schmerz des Abschieds, doch sie fand darin auch eine tiefe Menschlichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<em>Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,<\/em><br \/>\n<em>Doch mit dem Tod der andern muss man leben.<\/em>\u201c<br \/>\n(Gedicht: \u201e<em>Memento<\/em>\u201c)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Verlust ihres Mannes und ihres Sohnes starb Mascha Kal\u00e9ko 1975 in Z\u00fcrich. Ihre letzte Ruhest\u00e4tte liegt fern von Berlin \u2013 doch ihre Worte leben weiter. Sie sind eine Stimme f\u00fcr alle, die unterwegs sind, und ein poetischer Zufluchtsort f\u00fcr alle, die nach Heimat suchen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>In der \u00d6sterreich-Bibliothek in Oppeln kann der Band \u201eIn meinen Tr\u00e4umen l\u00e4utet es Sturm: Gedichte und Epigramme aus dem Nachlass\u201c von Mascha Kal\u00e9ko entliehen werden:<\/em><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.opole-wbp.sowa.pl\/index.php?KatID=0&amp;typ=record&amp;001=Op2006094501\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>SOWA OPAC: Katalog centralny WBP w Opolu \u2013 In meinen Tr\u00e4umen l\u00e4utet es Sturm: Gedichte und Epigramme aus dem Nachlass<\/em><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eRichte dich ein. Und halte den Koffer bereit.\u201c Das Leben der j\u00fcdischen Dichterin Mascha Kal\u00e9ko war gepr\u00e4gt vom Ankommen im Vorl\u00e4ufigen \u2013 von Flucht, Verlust und einer ewigen Suche nach Heimat. 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