{"id":61842,"date":"2025-06-01T17:00:44","date_gmt":"2025-06-01T15:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/wochenblatt.pl\/?p=61842"},"modified":"2026-02-10T22:36:40","modified_gmt":"2026-02-10T21:36:40","slug":"zwischen-doerfern-und-dialogen-kulturarbeit-in-nordostpolen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/zwischen-doerfern-und-dialogen-kulturarbeit-in-nordostpolen\/","title":{"rendered":"Zwischen D\u00f6rfern und Dialogen \u2013 Kulturarbeit in Nordostpolen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Entsendeprogramm des Instituts f\u00fcr Auslandsbeziehungen (ifa) unterst\u00fctzt Organisationen der deutschen Minderheiten in Osteuropa und Zentralasien durch den Einsatz von Kulturmanager:innen und Redakteur:innen. Mit ihrem Fachwissen helfen sie nicht nur bei Projekten, sondern auch dabei, ein modernes Deutschland- und Europabild zu vermitteln und die kulturelle Vermittlerrolle der Organisationen zu st\u00e4rken. Wir sprechen mit den Entsandten \u00fcber ihre Aufgaben, Ziele und Beweggr\u00fcnde f\u00fcr diese interkulturelle T\u00e4tigkeit. Mit Chantal Stannik sprach Victoria Matuschek.<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><!--more--><br \/>\n<strong>Wie bist du zum ifa-Entsendeprogramm gekommen und was hat dich motiviert, als Kulturmanagerin beim Verband der Deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren zu arbeiten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bevor ich vom ifa-Programm erfuhr, war ich beim Goethe-Institut als Sprachassistenz in Kasachstan t\u00e4tig. Mein Vorg\u00e4nger als Sprachassistent beim Goethe-Institut wechselte zum ifa-Entsendeprogramm und arbeitete beim Wochenblatt, was mich auf das Entsendeprogramm aufmerksam machte. Ich wollte weiterhin mit der deutschen Minderheit arbeiten, insbesondere in Polen, in der Region Allenstein, da meine Familie v\u00e4terlicherseits aus R\u00f6\u00dfel\/Reszel stammt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Das hei\u00dft, du hast einen pers\u00f6nlichen Bezug zur Region \u2013 auch zu Polen allgemein?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau, durch meinen Vater habe ich einen Bezug zur Region, auch wenn ich als Kind nur einmal dort war und mich kaum erinnere. Die polnische Sprache kenne ich durch meine Mutter, die Polin ist. Zudem habe ich noch Gro\u00dfeltern in der N\u00e4he von Radom in Polen.<\/p>\n<div id=\"attachment_61843\" style=\"width: 1378px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61843\" class=\"size-full wp-image-61843\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-01.jpg\" alt=\"\" width=\"1368\" height=\"1824\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-01.jpg 1368w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-01-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-01-768x1024.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-01-1152x1536.jpg 1152w\" sizes=\"auto, (max-width: 1368px) 100vw, 1368px\" \/><p id=\"caption-attachment-61843\" class=\"wp-caption-text\">Chantal Stannik (rechts) gemeinsam mit Daryna Obloh aus der Ukraine bei der Stiftung Kunst der Freiheit w\u00e4hrend der Interviewreihe \u201eAm Rande der EU oder mittendrin?\u201c<br \/>Quelle: Chantal Stannik<\/p><\/div>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Bist du auch zweisprachig aufgewachsen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin m\u00fcndlich zweisprachig aufgewachsen, habe jedoch nie zu Hause das Schreiben oder Lesen auf Polnisch gelernt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Wie gestaltet sich dein Arbeitsalltag als Kulturmanagerin beim Verband der Deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen typischen Alltag gibt es kaum, da der Verband 17 deutsche Gesellschaften in der gesamten Woiwodschaft vertritt, die weit verstreut sind. Meine Arbeit umfasst die Organisation und Begleitung von Projekten, Besuche bei Veranstaltungen der Gesellschaften sowie umfangreiche B\u00fcroarbeit, darunter das Schreiben von E-Mails und Projektantr\u00e4gen. Aktuell arbeite ich intensiv am Kulturschiff-Projekt, das am 25.05. begann.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Dann bist du auch viel in der Region unterwegs, oder?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, da die Gesellschaften \u00fcber die gesamte Region verteilt sind \u2013 im Norden, S\u00fcden, Osten und Westen, etwa in Osterode\/Ostr\u00f3da \u2013 bin ich h\u00e4ufig unterwegs, um die verschiedenen Orte zu besuchen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Du bist bereits im 2. Entsendejahr. Gibt es ein Projekt, auf das du besonders stolz bist oder das dich gepr\u00e4gt hat?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Kulturschiff in Osterode ist ein bedeutendes Projekt, bei dem sechs Minderheiten oder Gruppen ihre Kultur pr\u00e4sentieren und sich in Gespr\u00e4chsrunden austauschen. Besonders bereichernd war auch eine Interviewreihe in Hirschberg\/Idzbark, einem Dorf nahe Osterode, zum 20-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der EU-Osterweiterung. Dort interviewten Jugendliche aus verschiedenen Minderheiten, darunter deutsche, ukrainische und polnische Mehrheitsgesellschaft Zeitzeugen aus dem Dorf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><strong>Das klingt nach spannenden Projekten. Wie bist du auf die Idee f\u00fcr das Kulturschiff gekommen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inspiriert durch den Kulturzug von Berlin nach Breslau, der erst seit Kurzem auch nach Warschau, aber nicht nach Ermland-Masuren f\u00e4hrt, dachte ich mir: Was k\u00f6nnten wir Vergleichbares anbieten? Hier haben wir nicht so viele Z\u00fcge, aber daf\u00fcr viele Seen. Deswegen kam mir die Idee eines Kulturschiffs. Ich arbeite mit Olga \u017bmijewska zusammen, die ohnehin ein Projekt mit der Stadt Osterode machen wollte, die uns das Schiff netterweise zur Verf\u00fcgung stellt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit anderen Minderheiten in der Region?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kooperation mit anderen Minderheiten, insbesondere der ukrainischen, besteht seit \u00fcber 20 Jahren und ist sehr gut. Die Allensteiner Gesellschaft organisiert beispielsweise den Tag der Minderheiten, an dem auch belarussische und litauische Gruppen teilnehmen. Die Kontakte zu den Minderheiten pflegt der VdGEM bereits seit Jahrzehnten, und sie sind gut etabliert.<\/p>\n<div id=\"attachment_61844\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61844\" class=\"size-full wp-image-61844\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-02_11zon-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-02_11zon-scaled-1.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-02_11zon-scaled-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-02_11zon-scaled-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-02_11zon-scaled-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-02_11zon-scaled-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-02_11zon-scaled-1-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-61844\" class=\"wp-caption-text\">Teilnehmende gemeinsam mit Chantal Stannik im Rahmen eines gemeinsamen Workshops zur Region Oberland mit der Stiftung Kunst der Freiheit von Olga \u017bmijewska in Hirschberg\/Idzbark.<br \/>Quelle: Chantal Stannik<\/p><\/div>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Wie nimmst du die regionale Identit\u00e4t der deutschen Minderheit in Ermland und Masuren wahr?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Menschen identifizieren sich als Erml\u00e4nder oder Masuren, allerdings ist die ostpreu\u00dfische Sprache als regionale Mundart nicht mehr stark pr\u00e4sent. Ich habe einmal eine Person getroffen, die Ostpreu\u00dfisch spricht, doch \u00fcberwiegend wird Deutsch oder Polnisch gesprochen. Die regionale Identit\u00e4t ist also eher sprachlich deutsch gepr\u00e4gt, w\u00e4hrend die Zugeh\u00f6rigkeit zur Region stark empfunden wird.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Gibt es regionale Besonderheiten oder Herausforderungen, die deine Arbeit pr\u00e4gen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Besonderheit ist, dass ich als einzige Kulturmanagerin f\u00fcr die gesamte Woiwodschaft zust\u00e4ndig bin, die zudem eine der d\u00fcnn besiedelten Regionen Polens ist. Die D\u00f6rfer sind oft klein und abgelegen, mit teilweise schlechten Stra\u00dfen und kalten Wintern \u2013 im ersten Jahr gab es hier Temperaturen bis minus 17 Grad. Positiv ist die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Minderheiten, die hier offen und kooperativ miteinander umgehen. Die ukrainische Minderheit ist die gr\u00f6\u00dfte in der Region, und es gibt keine Probleme bei der interkulturellen Zusammenarbeit.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Wie l\u00e4uft die Zusammenarbeit mit lokalen Beh\u00f6rden und dem deutschen Konsulat?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zusammenarbeit ist sehr gut. Bei unserem ifa-Netzwerktreffen in Allenstein waren sowohl die Minderheitenbeauftragten des Marschalls und Woiwoden als auch die Generalkonsulin anwesend. Auch lokale NGOs sind offen und kooperativ. So habe ich zum Beispiel einen guten Kontakt zum Geh\u00f6rlosenverband in Allenstein, der das Kulturschiff-Projekt mit gro\u00dfem Interesse unterst\u00fctzt hat. Sie haben das erste Schiff komplett vollgemacht, wir hatten sogar 100 Anmeldungen f\u00fcr 50 Pl\u00e4tze.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Und wie sichtbar ist die deutsche Minderheit in der Region?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sichtbarkeit variiert je nach Stadt. In Osterode zum Beispiel ist Henryk Hoch, Vorsitzender des Verbands der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren, sehr bekannt, auch weil er als ehemaliger Fu\u00dfballtrainer und Stadtrat viele Kontakte pflegt.<\/p>\n<div id=\"attachment_61845\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61845\" class=\"size-full wp-image-61845\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-03.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1600\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-03.jpg 1200w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-03-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-03-768x1024.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-03-1152x1536.jpg 1152w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><p id=\"caption-attachment-61845\" class=\"wp-caption-text\">In Osterode berichteten gefl\u00fcchtete Ukrainerinnen im Workshop \u201eSei mein Gast\u201c an der \u00f6rtlichen Schule von ihren Erlebnissen in Polen.<br \/>Quelle: Chantal Stannik<\/p><\/div>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Beeinflusst die geografische N\u00e4he zur russischen Provinz Kaliningrad deine Arbeit?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zusammenarbeit mit der russischen Minderheit findet derzeit nicht mehr statt, ansonsten gibt es keine nennenswerten geopolitischen Auswirkungen. Die Atmosph\u00e4re ist offen, und es gibt keine Einschr\u00e4nkungen oder \u00c4ngste in der Region.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Wie gelingt der Generationendialog innerhalb der deutschen Minderheit?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist eine Herausforderung. Viele Vorsitzende der deutschen Gesellschaften sind \u00e4lter, teilweise \u00fcber 80 oder 90 Jahre. Nachwuchs zu finden ist schwierig, da viele junge Menschen wegziehen, etwa zum Studium nach Allenstein, Danzig oder Warschau, und dann meist nicht mehr aktiv sind. Zudem fehlen oft Deutschkenntnisse bei den J\u00fcngeren.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Wie ist die Situation der deutschen Sprache in der Region?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Deutschstunden wurden auch hier reduziert, was eine Herausforderung darstellt. Bereits zuvor gab es einen Mangel an Deutschlehrkr\u00e4ften und nicht ausreichende Deutschkenntnisse bei den Sch\u00fcler:innen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Was wird f\u00fcr die sprachliche und kulturelle F\u00f6rderung junger Menschen angeboten? Beispielsweise Medienangebote\u2026<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt mehrere Angebote, darunter die \u201eAllensteiner Nachrichten\u201c von der AGDM, das Mitteilungsblatt des Verbandes sowie die Radiosendung \u201eAllensteiner Welle\u201c. Zudem werden hier auch Projekte von LernRAUM.pl vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit umgesetzt. Deutschkurse und der Samstagskurs sind ebenfalls an verschiedenen Standorten aktiv.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Helfen dir deine Polnischkenntnisse bei der Arbeit?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, besonders in der Zusammenarbeit mit anderen Minderheiten ist Polnisch die gemeinsame Sprache und erleichtert die Kommunikation erheblich.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>\u201eIch bin nicht nur f\u00fcr eine deutsche Minderheit zust\u00e4ndig, sondern f\u00fcr 17 Gesellschaften \u2013 ihre Vielfalt er\u00f6ffnet unglaublich viele M\u00f6glichkeiten.\u201c<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Wie ist das Interesse der polnischen Mehrheitsgesellschaft an deinen Projekten und an deutscher Kultur?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Wissen \u00fcber die deutsche Minderheit und die deutsche Geschichte in der Region ist teilweise gering. Viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler wissen nicht, dass die Region fr\u00fcher deutsch gepr\u00e4gt war oder dass es in den 17 kleinen und gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten auch deutsche Gesellschaften gibt. Einige Gesellschaften sind sehr aktiv und arbeiten mit Schulen zusammen, andere weniger.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Welches Projekt hat besonders gute Resonanz erfahren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Projekte, die die Zusammenarbeit verschiedener Minderheiten f\u00f6rdern, sind besonders erfolgreich. Die Allensteiner Gesellschaft organisiert, wie schon erw\u00e4hnt, den Tag der Minderheiten, der sogar mit einem Preis ausgezeichnet wurde. Auch das alle zwei Jahre stattfindende Fest \u201eUnter einem gemeinsamen Himmel\u201c bringt deutsche, ukrainische, Roma-Minderheiten und weitere zusammen. Meist findet es in einem Amphitheater statt \u2013 fr\u00fcher h\u00e4ufig in Allenstein, dieses Jahr in Osterode.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Wie sch\u00e4tzt du das Potenzial der deutsch-polnischen Zusammenarbeit im kulturellen Bereich ein?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt viele erfolgreiche Initiativen, zum Beispiel die Restaurierung des Schlosses Steinort, ein deutsch-polnisches Projekt, sowie das Festival dort, das \u00fcberwiegend auf Deutsch stattfindet. Auch die Stiftung Borussia hat angefangen als Stiftung f\u00fcr deutsch-polnische Zusammenarbeit und engagiert sich zunehmend in internationalen Projekten.<\/p>\n<div id=\"attachment_61846\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61846\" class=\"size-full wp-image-61846\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-04.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1600\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-04.jpg 1200w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-04-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-04-768x1024.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/vm-ifa-Interview-Chantal-04-1152x1536.jpg 1152w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><p id=\"caption-attachment-61846\" class=\"wp-caption-text\">Ein Ort zum Durchatmen: ein sonniger Ausblick auf den Lieblingssee von Chantal.<br \/>Quelle: Chantal Stannik<\/p><\/div>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Warum lohnt sich ein Besuch in Ermland und Masuren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Region besticht durch ihre beeindruckende Natur und die zahlreichen Seen. Zudem bieten die ehemaligen ostpreu\u00dfischen St\u00e4dte und die \u00fcberraschende kulturelle Vielfalt einen besonderen Reiz.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Warum sollte man sich f\u00fcr die Entsendestelle in Allenstein entscheiden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele sehen es als Nachteil, dass man hier allein ist. Aber ich denke, es ist auch ein Vorteil, da man sich dann in viele Richtungen entfalten kann. Ich bin ja nicht nur f\u00fcr eine deutsche Minderheit zust\u00e4ndig, sondern f\u00fcr 17 Gesellschaften. Ihre Vielfalt und unterschiedlichen Schwerpunkte bieten viele M\u00f6glichkeiten, sich in unterschiedlichen Bereichen auszuprobieren. Die Region ist zudem ein attraktiver Urlaubsort mit einem sch\u00f6nen Sommer und der N\u00e4he zu zwei der sch\u00f6nsten polnischen Gro\u00dfst\u00e4dte Danzig und Warschau.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: justify;\"><strong>Was ist dein Lieblingsort in der Region?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich mag besonders die Gegend um Alt Jablonken\/Stare Jab\u0142onki. Da gibt es einen gro\u00dfen See und zahlreiche kleine Seen in der N\u00e4he, darunter einen ruhigen Waldsee, in dem ich im Sommer sehr gerne schwimme.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die erw\u00e4hnte Interviewreihe \u201eAm Rande der EU oder mittendrin?\u201c anl\u00e4sslich des 20-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums der EU-Osterweiterung finden Sie unter: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=t9g-uWqjj0M&amp;list=PLL5PFXAGbx7ZfL9TF5Ml0I9ucaJqcUKQb&amp;ab_channel=JugendinAllensteinundRegion\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=t9g-uWqjj0M&amp;list=PLL5PFXAGbx7ZfL9TF5Ml0I9ucaJqcUKQb&amp;ab_channel=JugendinAllensteinundRegion<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Entsendeprogramm des Instituts f\u00fcr Auslandsbeziehungen (ifa) unterst\u00fctzt Organisationen der deutschen Minderheiten in Osteuropa und Zentralasien durch den Einsatz von Kulturmanager:innen und Redakteur:innen. 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