{"id":61177,"date":"2025-05-18T18:00:39","date_gmt":"2025-05-18T16:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/wochenblatt.pl\/?p=61177"},"modified":"2026-02-11T20:36:52","modified_gmt":"2026-02-11T19:36:52","slug":"vergessenes-erbe-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/vergessenes-erbe-6\/","title":{"rendered":"Vergessenes Erbe"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Das Verm\u00e4chtnis des Botanikers Theodor Schube<\/strong><\/h1>\n<p><strong>Vor 100 Jahren entdeckte ein schlesischer Naturforscher einen einzigartigen Urwald bei Sprottau \u2013 heute inspiriert sein Wirken den modernen Naturschutz.<\/strong><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Ein Urwald bei Sprottau \u2013 Entdeckung mit wissenschaftlicher Bedeutung<\/strong><\/h2>\n<p>Vor 100 Jahren entdeckte der schlesische Botaniker Theodor Schube in der N\u00e4he von Sprottau einen ungew\u00f6hnlichen Wald, der sich durch eine einzigartige biologische Vielfalt auszeichnete. Es war ein gemischter Wald mit erhaltenen Relikten eines Uhrwaldes. Doch Theodor Schube war mehr als nur ein Entdecker.<\/p>\n<div id=\"attachment_61179\" style=\"width: 832px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61179\" class=\" wp-image-61179\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/imponujace-drzewa-szprotawy_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"822\" height=\"370\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/imponujace-drzewa-szprotawy_Easy-Resize.com_.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/imponujace-drzewa-szprotawy_Easy-Resize.com_-300x135.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/imponujace-drzewa-szprotawy_Easy-Resize.com_-1024x461.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/imponujace-drzewa-szprotawy_Easy-Resize.com_-768x346.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 822px) 100vw, 822px\" \/><p id=\"caption-attachment-61179\" class=\"wp-caption-text\">Solche imposanten B\u00e4ume sind im Schube-Wald zu finden.<br \/>Quelle: Niederschlesische Waldgesellschaft<\/p><\/div>\n<h2><strong>Theodor Schube \u2013 Ein Pionier des Naturschutzes<\/strong><\/h2>\n<p>Der 1860 in Breslau geborene Theodor Schube war einer der Pioniere der vor hundert Jahren entstehenden Naturschutzbewegung. Seine Beobachtungen und Forschungen f\u00fchrte er an den Wochenenden durch, indem er zu Fu\u00df oder mit dem Fahrrad dutzende Kilometer auf Waldwegen zur\u00fccklegte.<\/p>\n<h3><strong>Werke, die Naturgeschichte schrieben<\/strong><\/h3>\n<p>Schube schrieb die monumentale Monographie \u201eFlora von Schlesien\u201c (erschienen in zwei B\u00e4nden in den Jahren 1903 und 1904). Im Jahr 1906 ver\u00f6ffentlichte er das \u201eWaldbuch von Schlesien\u201c, in dem er die eindrucksvollsten und fantasievoll geformten B\u00e4ume beschrieb, denen er w\u00e4hrend seiner Wanderungen begegnet war oder \u00fcber die er durch Frageb\u00f6gen Informationen erhalten hatte, die zuvor an F\u00f6rster, Lehrer und Gutsbesitzer versandt wurden.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>\u201eDie Sch\u00f6nheit der Natur ist ein Schatz, den wir bewahren m\u00fcssen.\u201c \u2013 Theodor Schube<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<h3><strong>Engagement f\u00fcr den Erhalt der Naturdenkm\u00e4ler<\/strong><\/h3>\n<p>In den folgenden Jahren ver\u00f6ffentlichte er weitere Arbeiten \u00fcber Naturdenkm\u00e4ler, unter anderem aus dem Regierungsbezirk Liegnitz. Schube war auch ein unerm\u00fcdlicher Verfechter des Naturschutzes. Seit 1902 hielt er in verschiedenen St\u00e4dten Schlesiens \u2013 unter anderem in Gr\u00fcnberg, Sagan und Neusalz an der Oder \u2013 insgesamt 115 Vortr\u00e4ge, in denen er auf die Sch\u00f6nheit der schlesischen Natur und die Notwendigkeit ihrer Bewahrung aufmerksam machte.<\/p>\n<h3><strong>Schubeiche und Napoleon-Eiche \u2013 B\u00e4ume mit Geschichte<\/strong><\/h3>\n<div id=\"attachment_61180\" style=\"width: 435px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61180\" class=\" wp-image-61180\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/schube_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"425\" height=\"319\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/schube_Easy-Resize.com_.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/schube_Easy-Resize.com_-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/schube_Easy-Resize.com_-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/schube_Easy-Resize.com_-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 425px) 100vw, 425px\" \/><p id=\"caption-attachment-61180\" class=\"wp-caption-text\">Die Schube-Eiche war mit dieser Plakette versehen.<br \/>Foto: encyklopedialesna.com\/Marek Maciantowicz<\/p><\/div>\n<p>Vor dem Krieg trug die heute nicht mehr existierende Napoleon-Eiche (bis zu ihrem Brand im Jahr 2010 die dickste Eiche Polens) ab dem Jahr 1920 den Namen Theodor Schube. Die Forstverwaltung von Sprottau beantragte aber 2024 bei der Gemeindeverwaltung die Errichtung eines Naturdenkmals mit dem Namen \u201eSchubeiche\u201c, die in dem Wald w\u00e4chst, der Gegenstand der Forschungen des renommierten Professors war.<\/p>\n<h3><strong>Ein ungew\u00f6hnlicher Findling \u2013 Geologische Besonderheit im Wald<\/strong><\/h3>\n<div id=\"attachment_61178\" style=\"width: 427px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61178\" class=\" wp-image-61178\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Glaz_narzutowy_Flins_pod_Szprotawa_pomnik_przyrody_by_Maciej_Boryna_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"417\" height=\"277\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Glaz_narzutowy_Flins_pod_Szprotawa_pomnik_przyrody_by_Maciej_Boryna_Easy-Resize.com_.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Glaz_narzutowy_Flins_pod_Szprotawa_pomnik_przyrody_by_Maciej_Boryna_Easy-Resize.com_-300x199.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Glaz_narzutowy_Flins_pod_Szprotawa_pomnik_przyrody_by_Maciej_Boryna_Easy-Resize.com_-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Glaz_narzutowy_Flins_pod_Szprotawa_pomnik_przyrody_by_Maciej_Boryna_Easy-Resize.com_-768x511.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 417px) 100vw, 417px\" \/><p id=\"caption-attachment-61178\" class=\"wp-caption-text\">Der von Theodor Schube entdecke Findling in der N\u00e4he von Sprottau<br \/>Foto: Wikipedia\/Maciej Boryna<\/p><\/div>\n<p>Vor 100 Jahren entdeckte Schube einen eigenartigen Findling von unbestimmter Gr\u00f6\u00dfe, da ein Teil von ihm im Boden versunken ist. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg wurde der Felsen unter gesetzlichen Schutz gestellt, und Schube stufte ihn als eines der wichtigsten Naturdenkm\u00e4ler in der ehemaligen Region Liegnitz ein.<\/p>\n<h3><strong>Gletscherr\u00fcckgrat statt Findling?<\/strong><\/h3>\n<p>Interessanterweise handelt es sich dabei nicht um einen gew\u00f6hnlichen Stein, wie sie in der Umgebung zahlreich vorkommen, sondern um ein abgebrochenes Fragment eines gr\u00f6\u00dferen Felsens. Vielleicht war genau das der Grund, warum es f\u00fcr Schube von Interesse war. Es ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass es sich hierbei nicht um einen typischen Findling handelt, sondern um ein wesentlich selteneres sogenanntes Gletscherr\u00fcckgrat \u2013 ein Felsst\u00fcck, das w\u00e4hrend der Bewegung des Inlandeises aus dem Untergrund herausgerissen und \u00fcber weite Strecken transportiert wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Verm\u00e4chtnis des Botanikers Theodor Schube Vor 100 Jahren entdeckte ein schlesischer Naturforscher einen einzigartigen Urwald bei Sprottau \u2013 heute inspiriert sein Wirken den modernen Naturschutz.<\/p>\n","protected":false},"author":261,"featured_media":61179,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4233],"tags":[2502,2806,2807,1960],"redaktor":[],"class_list":["post-61177","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-radio-de","tag-geschichte","tag-naturschutz","tag-theodor-schube","tag-vergessenes-erbe"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61177","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/261"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61177"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61177\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":71871,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61177\/revisions\/71871"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/61179"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61177"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61177"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=61177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}