{"id":60799,"date":"2025-05-02T15:37:38","date_gmt":"2025-05-02T13:37:38","guid":{"rendered":"https:\/\/wochenblatt.pl\/?p=60799"},"modified":"2026-02-11T20:36:59","modified_gmt":"2026-02-11T19:36:59","slug":"strukturwandel-als-kommunale-herausforderung-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/strukturwandel-als-kommunale-herausforderung-in-europa\/","title":{"rendered":"Strukturwandel als kommunale Herausforderung in Europa"},"content":{"rendered":"<h1>Strukturwandel im deutsch-polnischen Dialog: Kommunale Erfahrungen aus Bayern und Oberschlesien<\/h1>\n<p><strong>Der Strukturwandel ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit \u2013 nicht nur auf nationaler oder europ\u00e4ischer Ebene, sondern ganz konkret vor Ort, in den St\u00e4dten und Gemeinden. Diesem Thema widmete die Hanns-Seidel-Stiftung vom 6.-8. April ein Dialogprogramm in Beuthen und Kattowitz. Vier Vertreter bayerischer Kommunen konnten so Einblicke in die Strategien und Ma\u00dfnahmen gewinnen, mit denen polnische St\u00e4dte den Wandel aktiv gestalten.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Industrieller Wandel in Beuthen: Kreative Nachnutzung historischer Geb\u00e4ude<\/h2>\n<p>Im Mittelpunkt standen der Austausch von Erfahrungen, der Aufbau von Netzwerken sowie der Blick auf erfolgreiche Projekte im Bereich Stadtentwicklung, Wirtschaftsf\u00f6rderung und sozialer Zusammenhalt. Die Reise bot nicht nur die M\u00f6glichkeit zum fachlichen Dialog, sondern auch zur Reflexion \u00fcber eigene Herausforderungen und Potenziale im Umgang mit dem Strukturwandel vor Ort in Bayern.<\/p>\n<div id=\"attachment_60800\" style=\"width: 820px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60800\" class=\" wp-image-60800\" src=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/runder-Tisch-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"810\" height=\"540\" \/><p id=\"caption-attachment-60800\" class=\"wp-caption-text\">W\u00e4hrend der Tagung des Runden Tisches<br \/>Fotos: A. Polanski<\/p><\/div>\n<p>Den Auftakt machte eine Besichtigung des Klettersportzentrums \u201eSkarpa\u201c sowie des Tanztheaters \u201eRozbark\u201c \u2013 beides Beispiele f\u00fcr die gelungene Umnutzung historischer Industriebauten. Das Gel\u00e4nde geh\u00f6rte fr\u00fcher zum Bergwerk Rozbark und wurde erfolgreich umstrukturiert. Markus Ehm, Leiter des Regionalprojekts Mitteleuropa der HSS, zeigte sich vom Objekt sichtlich beeindruckt:<\/p>\n<p>\u201eDie Kletterhalle ist eine der gr\u00f6\u00dften in Europa, wie wir erfahren haben. So etwas habe ich in meinem Leben noch nie gesehen \u2013 das ist ein Musterbeispiel daf\u00fcr, wie man ein ehemaliges Bergbaugel\u00e4nde auf moderne und sinnvolle Weise neu nutzen kann.\u201c<br \/>\nAuch die bayerischen G\u00e4ste teilten diese Begeisterung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Kommunale Energiewende: Gemeinsamkeiten zwischen Bayern und Oberschlesien<\/h2>\n<p>Am folgenden Tag stand u. a. ein Runder Tisch zum Thema \u201eEnergiewende auf kommunaler Ebene\u201c auf dem Programm. In Zusammenarbeit mit dem Jagiellonen-Klub brachte die Hanns-Seidel-Stiftung bayerische und polnische Kommunalpolitiker zusammen, um den Austausch von Erfahrungen und Strategien zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Obwohl Bayern und Oberschlesien in vielerlei Hinsicht unterschiedlich sind, wurde schnell deutlich, dass die Kommunalvertreter bei der Energietransformation vor \u00e4hnlichen Herausforderungen stehen. In beiden Regionen steht der Ausbau erneuerbarer Energien weit oben auf der Agenda \u2013 genauso wie der Umgang mit Fragen der Energiespeicherung und die aktive Einbindung der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<h2>Deutsch-polnischer Erfahrungsaustausch im Bereich Stadt- und Regionalentwicklung<\/h2>\n<p>Renate Sch\u00f6n, Erste B\u00fcrgermeisterin der Gemeinde Wildpoldsried \u2013 seit Jahren bayerischer Vorreiter in Sachen Klimaschutz, regenerativer Energiegewinnung und Energieeinsparung \u2013 nahm zum ersten Mal an einem Programm der HSS in Polen teil.<br \/>\n\u201eSolche Initiativen erm\u00f6glichen einen gezielten fachlichen Austausch, der f\u00fcr beide Seiten \u00e4u\u00dferst bereichernd ist,\u201d betonte Sch\u00f6n. \u201cDer direkte Dialog mit B\u00fcrgermeistern sowie Vertretern der Verwaltung er\u00f6ffnet wertvolle neue Perspektiven. Besonders beeindruckt hat mich die Entschlossenheit, mit der der Strukturwandel in der Region vorangetrieben wird \u2013 insbesondere der anspruchsvolle \u00dcbergang von der Kohle hin zu nachhaltigen Energietr\u00e4gern. Der pers\u00f6nliche Austausch bietet wichtige Impulse, die sich in die eigene kommunalpolitische Arbeit einbringen lassen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_60802\" style=\"width: 829px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60802\" class=\" wp-image-60802\" src=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Runder-Tisch3-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"819\" height=\"546\" \/><p id=\"caption-attachment-60802\" class=\"wp-caption-text\">W\u00e4hrend der Tagung des Runden Tisches<br \/>Fotos: A. Polanski<\/p><\/div>\n<p>Neben B\u00fcrgermeisterin aus Wildpoldsried nutzten auch weitere kommunale Vertreter aus Bayern die Gelegenheit zum intensiven Austausch mit ihren polnischen Kolleginnen und Kollegen. Tanja Flemmig, Leiterin des Stadtplanungsamtes Regensburg, Alexander Legler, Landrat des Landkreises Aschaffenburg, sowie Karlheinz Roth, Erster B\u00fcrgermeister der Gemeinde Spiegelau, brachten dabei ihre jeweiligen Erfahrungen aus Stadt- und Regionalentwicklung, Verwaltungsmodernisierung und kommunalem Klimaschutz ein. Die Gespr\u00e4che zeigten, wie wertvoll der grenz\u00fcberschreitende Dialog f\u00fcr die Entwicklung neuer Perspektiven und gemeinsamer L\u00f6sungsans\u00e4tze im Umgang mit dem Strukturwandel sein kann.<\/p>\n<h2>Politische Perspektiven zum Kohleausstieg in Polen<\/h2>\n<p>Im Anschluss vertieften die Kommunalpolitiker das Thema. Bei einer Diskussionsveranstaltung zum Thema \u201ePolitische und gesellschaftliche Herausforderungen des Kohleausstiegs im Kontext der polnischen Pr\u00e4sidentschaftswahlen 2025\u201c setzten Halina Bieda, Senatorin (KO) f\u00fcr den Wahlkreis Bytom-Zabrze und stv. Vorsitzenden der Deutsch-Polnischen Senatsgruppe, sowie Dr. Tomasz S\u0142upik, Dozent des Instituts f\u00fcr Gesellschaftswissenschaften der Schlesischen Universit\u00e4t in Kattowitz Impulse.<\/p>\n<h2>Demografische Entwicklungen und die Rolle der deutschen Minderheit<\/h2>\n<p>Am Dienstag stand f\u00fcr die bayerische Delegation nach einem Austausch mit Leszek Pietraszek, dem stellvertretenden Woiwodschaftsmarschall der Woiwodschaft Schlesien, und einer Besichtigung des Schlesischen Parlaments ein weiteres Treffen auf dem Programm: ein Gespr\u00e4ch mit Rafa\u0142 Bartek, dem Vorsitzenden des Regionalparlaments der Woiwodschaft Oppeln sowie Vorsitzenden des Verbandes deutscher sozial-kultureller Gesellschaften in Polen.<br \/>\nIm Mittelpunkt des Gespr\u00e4chs standen zentrale Herausforderungen der Region, insbesondere die demografische Entwicklung als Zukunftsaufgabe f\u00fcr die Woiwodschaft Oppeln. Diskutiert wurde die Notwendigkeit systematischer Unterst\u00fctzung angesichts sinkender Bev\u00f6lkerungszahlen sowie der zunehmenden Unterschiede zwischen st\u00e4dtischen Zentren und peripheren, l\u00e4ndlich gepr\u00e4gten Gebieten.<\/p>\n<div id=\"attachment_60801\" style=\"width: 761px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60801\" class=\" wp-image-60801\" src=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/RUNDER-Tisch-2-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"751\" height=\"501\" \/><p id=\"caption-attachment-60801\" class=\"wp-caption-text\">W\u00e4hrend der Tagung des Runden Tisches<br \/>Fotos: A. Polanski<\/p><\/div>\n<p>Auch das Thema der deutschen Minderheit stie\u00df bei den G\u00e4sten aus Bayern auf gro\u00dfes Interesse. Rafa\u0142 Bartek erl\u00e4uterte, dass die deutsche Minderheit trotz r\u00fcckl\u00e4ufiger Mitgliederzahlen nach wie vor eine wichtige Rolle f\u00fcr die Region spielt. Dies sei nicht zuletzt auf die Pr\u00e4senz der deutschen Sprache, die kulturellen Verbindungen und das wirtschaftliche Engagement deutscher Unternehmen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Diese investierten gezielt in die Region, schaffen Arbeitspl\u00e4tze und tragen zur vergleichsweise niedrigen Arbeitslosigkeit in der Woiwodschaft bei.<\/p>\n<p>\u201eDie deutsch-polnische Partnerschaft lebt von der Begegnung. Deshalb freue ich mich besonders, dass Vertreter aus bayerischen Kommunen und der Regionalverwaltung hierhergekommen sind, um unsere Region kennenzulernen. Solche Programme im kleinen Rahmen erm\u00f6glichen direkte Eindr\u00fccke und echte Begegnungen \u2013 das ist unbezahlbar\u201c, betonte Rafa\u0142 Bartek.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\">Rafa\u0142 Bartek: \u201eDie deutsch-polnische Partnerschaft lebt von der Begegnung. Deshalb freue ich mich besonders, dass Vertreter aus bayerischen Kommunen und der Regionalverwaltung hierhergekommen sind, um unsere Region kennenzulernen.<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er unterstrich zudem die Bedeutung pers\u00f6nlicher Formate f\u00fcr einen nachhaltigen Austausch:<br \/>\n\u201eIch hoffe, dass unsere G\u00e4ste nun ein besseres Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr haben, wie die Dinge hier vor Ort funktionieren. Genau deshalb sind solche Programme so unglaublich wichtig. Ich bin der Hanns-Seidel-Stiftung sehr dankbar, dass sie diesen beidseitigen Austausch f\u00f6rdert \u2013 nicht mit gro\u00dfen Delegationen, sondern bewusst im kleinen Kreis. So wird echter Dialog m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<h2>Bedeutung direkter Begegnungen f\u00fcr den europ\u00e4ischen Strukturwandel<\/h2>\n<p>Zum Abschluss des Programms zog Markus Ehm, Organisator und Leiter des Regionalprojekts Mitteleuropa der Hanns-Seidel-Stiftung, ein positives Fazit. Er betonte den gegenseitigen Lernprozess zwischen Deutschland und Polen:<\/p>\n<p>\u201eIch habe den Eindruck, dass uns in Deutschland manchmal genau dieser Optimismus und der Wille, die Zukunft aktiv zu gestalten, ein St\u00fcck weit fehlt. Gleichzeitig darf dieser Optimismus nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass der Wandel Zeit braucht. Es braucht Ausdauer und Durchhalteverm\u00f6gen, um ambitionierte Pl\u00e4ne wirklich umzusetzen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Strukturwandel im deutsch-polnischen Dialog: Kommunale Erfahrungen aus Bayern und Oberschlesien Der Strukturwandel ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit \u2013 nicht nur auf nationaler oder europ\u00e4ischer Ebene, sondern ganz konkret vor Ort, in den St\u00e4dten und Gemeinden. Diesem Thema widmete die Hanns-Seidel-Stiftung vom 6.-8. April ein Dialogprogramm in Beuthen und Kattowitz. 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