{"id":60741,"date":"2025-04-30T05:00:40","date_gmt":"2025-04-30T03:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/wochenblatt.pl\/?p=60741"},"modified":"2026-02-11T20:49:17","modified_gmt":"2026-02-11T19:49:17","slug":"tourismus-und-kulturerbe-in-niederschlesien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/tourismus-und-kulturerbe-in-niederschlesien\/","title":{"rendered":"Tourismus und Kulturerbe in Niederschlesien"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Saisonstart in Liegnitz: Deutsche Geschichte als touristisches Potenzial<\/strong><\/h2>\n<p>Kurz vor dem verl\u00e4ngerten Maiwochenende wurde in Liegnitz offiziell die neue Tourismussaison in Niederschlesien er\u00f6ffnet. Auf dem Programm standen Debatten, Filmpr\u00e4sentationen, Vortr\u00e4ge und historische Spazierg\u00e4nge durch Liegnitz statt. Mit dabei war auch der Vorsitzende der deutschen Minderheit in Liegnitz, Damian Stefaniak, der auf der deutsche Kulturerbe Niederschlesiens und besonders Liegnitz erinnerte.<\/p>\n<h2><strong>Debatte \u00fcber den Einfluss des Tourismus<\/strong><\/h2>\n<div id=\"attachment_60744\" style=\"width: 344px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60744\" class=\" wp-image-60744\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/stefaniak.jpg\" alt=\"\" width=\"334\" height=\"222\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/stefaniak.jpg 1600w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/stefaniak-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/stefaniak-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/stefaniak-768x511.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/stefaniak-1536x1021.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 334px) 100vw, 334px\" \/><p id=\"caption-attachment-60744\" class=\"wp-caption-text\">Damian Stefaniak (zweiter von rechts) betonte die Bedeutung des deutschen Kulturerbes der Stadt.<br \/>Quelle: privat<\/p><\/div>\n<p>\u201eIch hatte die Ehre, an der Debatte \u201eDer Puls des Tourismus \u2013 pr\u00e4gt das Reisen die lokalen Gemeinschaften?\u201c teilzunehmen, zusammen mit G\u00e4sten wie der stellvertretenden B\u00fcrgermeisterin Aleksandra Krzeszewska, Jakub Feiga \u2013 Direktor der Niederschlesischen Tourismusorganisation, und Magdalena Rygiel \u2013 Leiterin des Witelon-Zentrums in Liegnitz\u201c, berichtet Damian Stefaniak, der auch beruflich mit der Tourismusbranche verbunden ist. Er machte aber keinen Hehl daraus, dass er die deutsche Minderheit repr\u00e4sentiert. Schlie\u00dflich bilde die deutsche Gemeinschaft seit Jahrhunderten die Identit\u00e4t der Stadt.<\/p>\n<h2><strong>Heimatbegriff aus Sicht der deutschen Minderheit<\/strong><\/h2>\n<p>\u201eIn meinen Ausf\u00fchrungen habe ich versucht, Werte zu vermitteln, die der deutschen Minderheit besonders am Herzen liegen, wie z. B. Heimat \u2013 ein Begriff, der in der polnischen Sprache keine direkte Entsprechung hat. Ich bot meine Definition von Heimat an: Es ist alles, was wir vom h\u00f6chsten Kirchturm unserer Stadt aus sehen k\u00f6nnen \u2013 es ist unsere Welt, unser Platz auf der Erde\u201c, f\u00fchrt Damian Stefaniak weiter.<\/p>\n<h2><strong>Liegnitzer Gurken und die Tradition der Konservenherstellung<\/strong><\/h2>\n<p>Der Chef der Liegnitzer Deutschen erinnerte w\u00e4hrend der Debatte, dass Vorkriegsliegnitz unter anderem durch seine Liegnitzer Bombe und die ber\u00fchmten Liegnitzer Gurken bekannt war: Beides traditionelle Produkte, die ein Element des heutigen touristischen Angebotes der Stadt sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Liegnitz wurde \u00fcber Jahrhunderte als Gurkenstadt bezeichnet. Und das nicht ohne Grund. Der Gem\u00fcseanbau, insbesondere der Anbau von Gurken und Kohl, entwickelte sich hier dynamisch. Es entstanden mehrere Unternehmen, die sich mit der Verarbeitung dieser Produkte besch\u00e4ftigten. Eine der \u00e4ltesten wurde 1770 von J. Grolich gegr\u00fcndet. Er besch\u00e4ftigte sich nicht nur mit der Produktion von Gem\u00fcse, sondern auch mit dessen Gro\u00dfhandel. Grolich besa\u00df in der heutigen Stroma-Stra\u00dfe Fabriken f\u00fcr Essiggurken, Gurkenkonserven, Essiggurken, Gew\u00fcrzgurken und Sauerkraut.<\/p>\n<p>In der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts waren neben Grolich auch die Liegnitzer Unternehmen O. Pucher, E. Peikert, E. Kukulies und ab Anfang des 20. Jahrhunderts G. Sobansky Potentaten der Gurkenverarbeitung. Vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs war Liegnitz der wichtigste Produzent von Gurken nicht nur in Schlesien, sondern auch in ganz Ostdeutschland. Aus diesem Grund wurden viele Postkarten humorvoll mit dem Motto: Gurkenstadt Liegnitz verziert.<\/p>\n<h2><strong>Die Liegnitzer Bombe: Wiederentdeckung einer Spezialit\u00e4t<\/strong><\/h2>\n<div id=\"attachment_60742\" style=\"width: 542px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60742\" class=\" wp-image-60742\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Echte_Liegnitzer_Bombe.jpg\" alt=\"\" width=\"532\" height=\"399\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Echte_Liegnitzer_Bombe.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Echte_Liegnitzer_Bombe-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Echte_Liegnitzer_Bombe-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 532px) 100vw, 532px\" \/><p id=\"caption-attachment-60742\" class=\"wp-caption-text\">So sieht die echte Liegnitzer Bombe aus.<br \/>Foto: Schl\u00e4singer\/Wikipedia<\/p><\/div>\n<p>Die Liegnitzer Bombe, eine Pfefferkuchen-Spezialit\u00e4t aus Liegnitz, ein kleiner runder Kuchen aus braunem Lebkuchenteig mit einer Frucht-Marzipan-F\u00fcllung, wurde zuerst von den Gebr\u00fcder M\u00fcller 1853 gebacken. Mit der Zeit haben drei Liegnitzer Unternehmen die Liegnitzer Bombe gebacken und vertrieben. Nach 1945 wurde das Rezept und der Kuchen selber vergessen. Erst der Liegnitzer J\u00fcrgen Gretschel belebte diese kulinarische Tradition weiter. Trotzdem ist aber in dieser Hinsicht noch viel zu machen. Da ist Damian Stefaniak \u00fcberzeugt. \u201eHeute sind diese Produkte paradoxerweise in G\u00f6rlitz leichter zu finden als hier\u201c.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Die Liegnitzer Bombe und die Liegnitzer Gurken sind beides traditionelle Produkte, die ein Element des heutigen touristischen Angebotes der Stadt sein k\u00f6nnten, ist sich Damian Stefaniak sicher.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<h2><strong>Gemeinsame Geschichte als Chance f\u00fcr die Zukunft<\/strong><\/h2>\n<div id=\"attachment_60743\" style=\"width: 469px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60743\" class=\" wp-image-60743\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/stefaniak-1.jpg\" alt=\"\" width=\"459\" height=\"305\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/stefaniak-1.jpg 1600w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/stefaniak-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/stefaniak-1-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/stefaniak-1-768x511.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/stefaniak-1-1536x1021.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 459px) 100vw, 459px\" \/><p id=\"caption-attachment-60743\" class=\"wp-caption-text\">Etwa 200-300 Personen h\u00f6rten sich die Debatte auf dem Marktplatz von Liegnitz an.<br \/>Quelle: privat<\/p><\/div>\n<p>Doch nicht nur von den kulinarischen Traditionen der deutschen Liegnitzer kann die Stadt heute profitieren. Liegnitz hat viele ber\u00fchmten S\u00f6hne und T\u00f6chter, tolle Denkm\u00e4ler und eine einmalige Geschichte, an die es sich lohnt zu erinnern, meint der Vorsitzende der Liegnitzer Deutschen.<\/p>\n<p>\u201eEtwa 200\u2013300 Personen h\u00f6rten sich die Debatte auf dem Marktplatz von Liegnitz an. Ich wurde \u00e4u\u00dferst freundlich empfangen \u2013 anstelle von Pfiffen oder Buhrufen h\u00f6rte ich donnernden Beifall. Das ist der beste Beweis daf\u00fcr, dass es sich lohnt, miteinander zu reden und eine gemeinsame Zukunft aufzubauen, die aus dem Reichtum unserer Geschichte sch\u00f6pft\u201c, so Damian Stefaniak.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><strong>Quellen: www.liegnitz.pl, www.portal.legnica.eu<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Saisonstart in Liegnitz: Deutsche Geschichte als touristisches Potenzial Kurz vor dem verl\u00e4ngerten Maiwochenende wurde in Liegnitz offiziell die neue Tourismussaison in Niederschlesien er\u00f6ffnet. Auf dem Programm standen Debatten, Filmpr\u00e4sentationen, Vortr\u00e4ge und historische Spazierg\u00e4nge durch Liegnitz statt. 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