{"id":60393,"date":"2025-04-20T16:00:36","date_gmt":"2025-04-20T14:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/wochenblatt.pl\/?p=60393"},"modified":"2026-02-11T20:49:19","modified_gmt":"2026-02-11T19:49:19","slug":"vergessenes-erbe-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/vergessenes-erbe-4\/","title":{"rendered":"Vergessenes Erbe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wisente wurden 1865 auf Initiative des F\u00fcrsten Hans Heinrich XI Hochberg von Pless in die W\u00e4lder von Pless gebracht . In diesem Jahr j\u00e4hrt sich dieses Ereignis zum 160. Bereits am 25. April wird zu diesem Anlass im Schlossmuseum in Pless eine neue Ausstellung er\u00f6ffnet, die den Titel tr\u00e4gt: \u201eWisent in den f\u00fcrstlichen W\u00e4ldern von Pless\u201c.<\/strong><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Wisentzucht in Schlesien<\/strong><\/h2>\n<div id=\"attachment_60394\" style=\"width: 330px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60394\" class=\" wp-image-60394\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Bundesarchiv_Bild_183-2007-0327-503_Hans_Heinrich_XV._Fuerst_von_Pless_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"455\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Bundesarchiv_Bild_183-2007-0327-503_Hans_Heinrich_XV._Fuerst_von_Pless_Easy-Resize.com_.jpg 901w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Bundesarchiv_Bild_183-2007-0327-503_Hans_Heinrich_XV._Fuerst_von_Pless_Easy-Resize.com_-211x300.jpg 211w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Bundesarchiv_Bild_183-2007-0327-503_Hans_Heinrich_XV._Fuerst_von_Pless_Easy-Resize.com_-721x1024.jpg 721w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Bundesarchiv_Bild_183-2007-0327-503_Hans_Heinrich_XV._Fuerst_von_Pless_Easy-Resize.com_-768x1091.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><p id=\"caption-attachment-60394\" class=\"wp-caption-text\">F\u00fcrst Hans Heinrich XI. von Pless brachte die Wisente nach Pless.<br \/>Quelle: Wikipedia<\/p><\/div>\n<p>Die Ausstellung \u201eWisent in den f\u00fcrstlichen W\u00e4ldern von Pless\u201c ist eine Dokumentation \u00fcber die Wisentzucht in Schlesien &#8211; an einem Ort, an dem die Industrialisierung an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ihre Spuren auch in der Natur hinterlassen hat. Sie zeigt die T\u00e4tigkeit des F\u00fcrsten bei der Gestaltung der Waldbewirtschaftung und seine Leistungen in der Jagdkultur.<\/p>\n<h2><strong>Innovative Idee des F\u00fcrsten<\/strong><\/h2>\n<p>Georgij Karcov schrieb 1903 in der Publikation \u201eBialowiezer Heide\u201c: \u201eDer erste Impuls, den Wald mit Hirschen zu bev\u00f6lkern, ging von F\u00fcrst Pless aus, der in der Jagdwelt bekannt war. W\u00e4hrend eines Besuchs im Wald im Jahr 1860 kam dem F\u00fcrsten die Idee, in seinem Jagdrevier Wisente zu z\u00fcchten, und da dieser Wald ein ausgezeichnetes Gebiet f\u00fcr die Organisation der Hirschjagd war, bot der F\u00fcrst 1864 \u00fcber den F\u00f6rster Strahlborn 20 Hirsche im Austausch gegen 4 Wisente an. Die Erlaubnis f\u00fcr den Tausch wurde eingeholt (&#8230;) und 1865 wurden mit h\u00f6chster Genehmigung vier junge (dreij\u00e4hrige) Wisente, ein Bulle und drei weibliche Wisente gefangen und an das Gut des Herzogs von Pless, an die Emanuelssegen Forstwirtschaft in Schlesien, geschickt. Im Austausch f\u00fcr die Wisente schickte der Herzog 20 Hirsche in den Wald\u201d.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Die gro\u00dfen Leidenschaften von Hans Heinrich XI. waren die Jagd, Jagdwirtschaft und die Reiterei, f\u00fcr die er viel Geld ausgab.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<h2><strong>Grandiose Jagden mit Prominenz<\/strong><\/h2>\n<p>Die gro\u00dfen Leidenschaften von Hans Heinrich XI. waren die Jagd, Jagdwirtschaft und die Reiterei, f\u00fcr die er viel Geld ausgab. Der F\u00fcrst interessierte sich besonders f\u00fcr die Aufzucht von Rotwild in den Plesser W\u00e4ldern, und die Erfolge, die er auf diesem Gebiet erzielte, wurden weit \u00fcber die Grenzen des Deutschen Reiches hinaus bekannt. F\u00fcr im gro\u00dfen Stil veranstalteten grandiosen Jagden wurde der Adel, darunter auch gekr\u00f6nte H\u00e4upter, eingeladen. Besondere G\u00e4ste der Hochbergs, auch auf dem Jagdschloss Promnitz, waren die deutschen Kaiser Wilhelm I. und Wilhelm II., der \u00f6sterreichische Erzherzog Franz Ferdinand Habsburg oder der dritte Erbprinz von Landshut (\u0141a\u0144cut), Graf Roman Potocki mit seiner Frau El\u017cbieta (Betka).<\/p>\n<div id=\"attachment_60395\" style=\"width: 516px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60395\" class=\" wp-image-60395\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Kaiser-Wilhelm-II-Hohenzollern-in-der-Mitte-und-Heinrich-Hochberg-XV-von-Pless-rechts-nach-einer-Wisentjagd-Quelle-Studzionka.net_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"506\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Kaiser-Wilhelm-II-Hohenzollern-in-der-Mitte-und-Heinrich-Hochberg-XV-von-Pless-rechts-nach-einer-Wisentjagd-Quelle-Studzionka.net_Easy-Resize.com_.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Kaiser-Wilhelm-II-Hohenzollern-in-der-Mitte-und-Heinrich-Hochberg-XV-von-Pless-rechts-nach-einer-Wisentjagd-Quelle-Studzionka.net_Easy-Resize.com_-300x210.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Kaiser-Wilhelm-II-Hohenzollern-in-der-Mitte-und-Heinrich-Hochberg-XV-von-Pless-rechts-nach-einer-Wisentjagd-Quelle-Studzionka.net_Easy-Resize.com_-1024x717.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Kaiser-Wilhelm-II-Hohenzollern-in-der-Mitte-und-Heinrich-Hochberg-XV-von-Pless-rechts-nach-einer-Wisentjagd-Quelle-Studzionka.net_Easy-Resize.com_-768x538.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 506px) 100vw, 506px\" \/><p id=\"caption-attachment-60395\" class=\"wp-caption-text\">Nach der Jagd. In der Mitte Kaiser Wilhelm II Hohenzollern und an seiner rechten Seite F\u00fcrst Heinrich Hochberg XV von Pless.<br \/>Quelle: Schlossmuseum in Pless<\/p><\/div>\n<h2><strong>Daisy\u2019s beliebtestes Haus<\/strong><\/h2>\n<div id=\"attachment_60401\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60401\" class=\" wp-image-60401\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Daisy_von_Pless.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"297\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Daisy_von_Pless.jpg 528w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Daisy_von_Pless-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><p id=\"caption-attachment-60401\" class=\"wp-caption-text\">Daisy von Pless, um 1898<br \/>Quelle: Wikipedia<\/p><\/div>\n<p>So erinnert sich die Schwiegertochter von Hans Heinrich XI, F\u00fcrstin Daisy, an diese Zeit: \u201eUnd nun muss ich \u00fcber die Jagdgesellschaften in Promnitz &#8211; dem beliebtesten aller meiner H\u00e4user in Deutschland &#8211; berichten. Sie fanden nicht oft statt, weil das Schloss Promnitz im Vergleich zu F\u00fcrstenstein oder Pless klein war. R\u00fcckblickend scheint es aber, dass wir dort irgendwie eine ganze Reihe von Menschen unterbringen konnten. Die Jagd auf Hirsche war dort besonders sch\u00f6n.\u201c<\/p>\n<p>Aber ber\u00fchmt wurde der herzogliche Wildpark als Musterjagdgebiet wegen der Wisente. Er galt als das beste in Mitteleuropa und Einladungen zur Jagd waren eine gro\u00dfe Ehre.<\/p>\n<h2><strong>Wiederbelebung<\/strong><\/h2>\n<p>Im April 1921, kurz vor dem Ausbruch des Dritten Schlesischen Aufstandes, lebten nur noch f\u00fcnf Wisente in den Plesser-W\u00e4ldern. Zwei von ihnen wurden w\u00e4hrend des Aufstandes erschossen, drei \u00fcberlebten. Darunter waren zwei Stiere: Der 5 Jahre alte Plebejer und der 2 Jahre alte Platon, sowie die 18 Jahre alte Kuh Planta. Diese Tiere wurden w\u00e4hrend der schlesischen Aufst\u00e4nde verst\u00fcmmelt: Plebejer wurde der Schwanz abgeschossen, Platon war ein zuchtuntauglicher Kr\u00fcppel und Planta wurde in den Oberschenkel geschossen. Dank der Nachkommen von Planta und Plebejer kam es aber zu einer Wiederbelebung der Zucht in Pless, und nur von dem Paar stammt die heutige Plesser Linie, deren Namen mit PL beginnt.<\/p>\n<h2><strong>Archivfotos der Wisentherde<\/strong><\/h2>\n<div id=\"attachment_60396\" style=\"width: 499px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60396\" class=\" wp-image-60396\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/wisent_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"489\" height=\"326\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/wisent_Easy-Resize.com_.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/wisent_Easy-Resize.com_-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/wisent_Easy-Resize.com_-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/wisent_Easy-Resize.com_-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 489px) 100vw, 489px\" \/><p id=\"caption-attachment-60396\" class=\"wp-caption-text\">Die Wisentzucht begann mit vier Tieren.<br \/>Quelle: Wikipedia<\/p><\/div>\n<p>In der Ausstellung, die am 25. April er\u00f6ffnet wird, werden unter anderem ein pleistoz\u00e4nes Fossil eines Pr\u00e4riebisonsch\u00e4dels aus dem Nationalmuseum in Kielce oder ein h\u00f6lzerner Nashornvogel aus der Sammlung des Schlossmuseums in Pless zu sehen sein, der nur selten der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert wird. Ein wichtiger Teil der Ausstellung ist eine Galerie mit Archivfotos, die die Wisentherde von Pless bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zeigen. Die Fotografien wurden u.a. von den damaligen Mitarbeitern der herzoglichen Verwaltung und der Zoologin Dr. Erna Mohr, Mitglied der Internationalen Gesellschaft zum Schutz des Europ\u00e4ischen Wisents, aufgenommen.<\/p>\n<h2><strong>Originalexponate<\/strong><\/h2>\n<p>Die Ausstellung umfasst Originalexponate aus dem Museum im Schloss Pless, sowie Materialien aus dem Staatsarchiv in Kattowitz, dem Bia\u0142owie\u017ca-Nationalpark, dem Institut f\u00fcr S\u00e4ugetierbiologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Bia\u0142owie\u017ca, dem Historischen Museum in Bielitz-Biala, dem Nationalmuseum in Kielce, dem Porzellanmuseum in Waldenburg, der Warschauer Landwirtschaftsuniversit\u00e4t und privaten Sammlungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong><em>Anna Durecka\/zamek-pszczyna.pl<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00d6ffnungszeiten der Ausstellung:<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>Mittwoch &#8211; Freitag<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>9.00 &#8211; 16.00 Uhr | Eintritt bis 15.00 Uhr<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>Samstag &#8211; Sonntag<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>10.00 &#8211; 17.00 Uhr | Eintritt bis 16.00 Uhr<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong>Begleitveranstaltungen:<\/strong><\/p>\n<p>Im Rahmen der Ausstellung finden Workshops und kuratorische F\u00fchrungen statt. Informationen zu den Terminen werden regelm\u00e4\u00dfig in den Nachrichten und sozialen Medien ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wisente wurden 1865 auf Initiative des F\u00fcrsten Hans Heinrich XI Hochberg von Pless in die W\u00e4lder von Pless gebracht . In diesem Jahr j\u00e4hrt sich dieses Ereignis zum 160. Bereits am 25. 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