{"id":60050,"date":"2025-04-12T17:00:49","date_gmt":"2025-04-12T15:00:49","guid":{"rendered":"https:\/\/wochenblatt.pl\/?p=60050"},"modified":"2026-02-11T20:49:21","modified_gmt":"2026-02-11T19:49:21","slug":"grosse-und-kleine-maschinen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/grosse-und-kleine-maschinen\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfe und kleine Maschinen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wenn jemand \u201eOberschlesien\u201d sagt, denken viele Menschen direkt an den Bergbau. Dass die Branche so stark mit der Region in Verbindung gebracht wird, liegt auch an der Staatspropaganda in der Volksrepublik. Im K\u00f6nigsh\u00fctter Museum f\u00fcr H\u00fcttenwesen steht dagegen die Geschichte und Tradition der Eisen- und Stahlindustrie im Mittelpunkt.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Museum f\u00fcr H\u00fcttenwesen, das erste seiner Art in Polen, befindet sich im Geb\u00e4ude des ehemaligen Elektrizit\u00e4tswerkes aus dem Jahr 1895. Dieses diente der anliegenden Tadeusz Ko\u015bciuszko H\u00fctte, welche 1797 von Friedrich Wilhelm von Reden als K\u00f6nigsh\u00fctte gegr\u00fcndet wurde. Das heutige Museumsgeb\u00e4ude wurde 2010 von der Stadt K\u00f6nigsh\u00fctte gekauft und renoviert. Dank europ\u00e4ischer F\u00f6rdermittel konnte dort 2019 das H\u00fcttenmuseum in seinem heutigen Zustand er\u00f6ffnet werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_60051\" style=\"width: 315px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60051\" class=\" wp-image-60051\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-2-Schutzkleidung-und-Maschinenhammer-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"305\" height=\"407\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-2-Schutzkleidung-und-Maschinenhammer-scaled-1.jpg 1920w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-2-Schutzkleidung-und-Maschinenhammer-scaled-1-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-2-Schutzkleidung-und-Maschinenhammer-scaled-1-768x1024.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-2-Schutzkleidung-und-Maschinenhammer-scaled-1-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-2-Schutzkleidung-und-Maschinenhammer-scaled-1-1536x2048.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 305px) 100vw, 305px\" \/><p id=\"caption-attachment-60051\" class=\"wp-caption-text\">Schutzkleidung und Maschinenhammer. Foto: Martin Wycisk<\/p><\/div>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Ausstellung<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ausstellung ist in 11 Abschnitte unterteilt. Ein eigener Raum sowie ein 10-min\u00fctiger Film geben einen leichten Einstieg in das Thema der Eisen- und Stahlproduktion. Im Hauptsaal befinden sich einzelne Stationen, welche sich den Arbeitsschritten in der Stahlproduktion sowie dem Arbeiten und dem privaten Leben der H\u00fcttenarbeiter widmen. So erfahren wir mehr \u00fcber die Funktionsweise eines Walzwerkes, aber auch \u00fcber die Gefahren am Arbeitsplatz und die Bedeutung von Familie und Religion im Milieu der oberschlesischen H\u00fcttenarbeiter. Jede Station ist mit einem interaktiven Bildschirm ausgestattet, der es erm\u00f6glicht, einzelne Aspekte zu vertiefen und historische Fotografien zu bestaunen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Das Museum f\u00fcr H\u00fcttenwesen, das erste seiner Art in Polen, befindet sich im Geb\u00e4ude des ehemaligen Elektrizit\u00e4tswerkes aus dem Jahr 1895.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Highlight sind sicherlich die Videoaufnahmen mit den Erinnerungen ehemaliger H\u00fcttenarbeiter. Zu den Exponaten des Museums geh\u00f6ren imposante Maschinen wie der Maschinenhammer aus Witten (Baujahr 1897) und ein gro\u00dfes Element eines Walzwerkes mit Antrieb aus dem Jahre 1874. Gezeigt werden ebenfalls kleine Gegenst\u00e4nde wie Helme, Zangen oder St. Floriansfiguren, dazu Besonderheiten wie der Kopf des 1945 zerst\u00f6rten Denkmals des H\u00fcttengr\u00fcnders F. W. von Reden. Kaum Erw\u00e4hnung finden in der Ausstellung dagegen die Gewerkschaften. Dabei war die soziale Frage eines der gro\u00dfen Themen des wilhelminischen Deutschlands und der Zwischenkriegszeit. Auch in der Volksrepublik war das Thema Gewerkschaften dank der Solidarno\u015b\u0107 nicht unwichtig.<\/p>\n<div id=\"attachment_60055\" style=\"width: 511px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60055\" class=\" wp-image-60055\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-3-Walcownia-Walzwerk-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"501\" height=\"364\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-3-Walcownia-Walzwerk-scaled-1.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-3-Walcownia-Walzwerk-scaled-1-300x218.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-3-Walcownia-Walzwerk-scaled-1-1024x743.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-3-Walcownia-Walzwerk-scaled-1-768x557.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-3-Walcownia-Walzwerk-scaled-1-1536x1115.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-3-Walcownia-Walzwerk-scaled-1-2048x1486.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 501px) 100vw, 501px\" \/><p id=\"caption-attachment-60055\" class=\"wp-caption-text\">Walcownia &#8211; Walzwerk. Foto: Martin Wycisk<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Vorteil des Museums ist seine Kinderfreundlichkeit. F\u00fcr j\u00fcngere Museumsbesucher gibt es multimediale Inhalte sowie Exponate zum Anfassen und Ausprobieren. Es werden auch spezielle F\u00fchrungen f\u00fcr Kinder, Schulklassen, Senioren und Personen mit Behinderungen angeboten. Neben der Hauptausstellung (Eintritt f\u00fcr 19 PLN f\u00fcr Erwachsene, erm\u00e4\u00dfigt f\u00fcr 13 PLN) bietet das Museum auch kulturelle Veranstaltungen und interaktive Workshops an. Bei Letzteren kann man die Arbeit eines B\u00each\u00e9-Gegenschlaghammer erleben oder gemeinsam mit einem Schmied Metallobjekte kreativ gestalten. Interessant ist auch, dass das Museum F\u00fchrungen auf Schlesisch anbietet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Besichtigung der Ausstellung sieht das Museum eine Stunde vor. Geschichts- und Technologiebegeisterte werden sicherlich l\u00e4nger brauchen, wenn sie alle angebotenen Informationen mitnehmen wollen. Wer mit Familie oder Freunden aus Deutschland das Museum besuchen will, sollte beachten, dass die Informationen im Museum nur auf Polnisch und Englisch zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<div id=\"attachment_60053\" style=\"width: 295px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60053\" class=\" wp-image-60053\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-4-Maschinenhammer-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"285\" height=\"380\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-4-Maschinenhammer-scaled-1.jpg 1920w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-4-Maschinenhammer-scaled-1-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-4-Maschinenhammer-scaled-1-768x1024.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-4-Maschinenhammer-scaled-1-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-4-Maschinenhammer-scaled-1-1536x2048.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 285px) 100vw, 285px\" \/><p id=\"caption-attachment-60053\" class=\"wp-caption-text\">Maschinenhammer. Foto: Martin Wycisk<\/p><\/div>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>H\u00fcter der Metallarbeitertraditionen<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl die Bedeutung der Stahlindustrie durch den Strukturwandel gesunken ist, bem\u00fcht sich die Stadt, dieses Erbe zu bewahren. Davon zeugt, dass 1994 St. Florian zum Schutzpatron der Stadt erkoren wurde und seine Reliquien aus Krakau \u00fcberf\u00fchrt wurden. 2002 wurde zudem das 1945 zerst\u00f6rte von Reden-Denkmal wiederhergestellt. Es ist daher nur folgerichtig, dass sich das H\u00fcttenmuseum auch um die Dokumentation und die Bewahrung der Traditionen der Stahlwerkarbeiter k\u00fcmmert. Ein wichtiger Erfolg konnte 2023 verzeichnet werden, als die Traditionen der Stahlarbeiter in die polnische Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurden.<\/p>\n<div id=\"attachment_60052\" style=\"width: 273px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60052\" class=\" wp-image-60052\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-5-Infotafel.jpg\" alt=\"\" width=\"263\" height=\"351\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-5-Infotafel.jpg 1200w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-5-Infotafel-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-5-Infotafel-768x1024.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Foto-5-Infotafel-1152x1536.jpg 1152w\" sizes=\"auto, (max-width: 263px) 100vw, 263px\" \/><p id=\"caption-attachment-60052\" class=\"wp-caption-text\">Infotafel. Foto: Martin Wycisk<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Museum f\u00fcr H\u00fcttenwesen ist in seiner Form in Polen einmalig und leistet einen wichtigen Beitrag f\u00fcr den Erhalt des Industrieerbes in Oberschlesien und dar\u00fcber hinaus. Doch wichtiger ist, dass es den ehemaligen Stahlwerkarbeitern einen Ort gibt, an dem sie ihren Kindern und Enkeln einen Eindruck von ihrer harten, gef\u00e4hrlichen und faszinierenden Arbeit vermitteln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><strong>Martin Wycisk<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn jemand \u201eOberschlesien\u201d sagt, denken viele Menschen direkt an den Bergbau. Dass die Branche so stark mit der Region in Verbindung gebracht wird, liegt auch an der Staatspropaganda in der Volksrepublik. 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