Wie Rita zum Konklave flog…
Alle im Dorf kannten Rita, weil ihr Mann Richard Dorfschulze war. Doch sie lebte immer in seinem Schatten. Er war die dominante Hauptfigur, energisch, humorvoll, überall präsent. Rita bemerkte kaum einer, die stille, biedere Kirchenmaus.
Dann eines Tages starb Richard unerwartet an einem Herzinfarkt. „Die arme Rita, was wird bloß aus ihr“, dachten sich viele. Richard was das Herz und die Seele ihrer Ehe. Die meisten waren überzeugt, Rita kann ein Leben ohne Richard nicht meistern.

Rita in Rom
Quelle: erstellt durch KI
Doch zwei Monate nach dem Richard in die Erde gelegt wurde, kam Rita mit einer neuen Frisur zur Maiandacht. „Und sie war geschminkt!“, tuschelten die Frauen vor der Kirche schockiert. Später hat sie jemand im Theater gesehen und wie sie in der Stadt nach Kleidern shoppte. Die Gerüchteküche brodelte. Doch dann die nächste Sensation. Rita ist bei Facebook aufgetaucht. Eine Nachbarin hat das Konto zufällig entdeckt. Kaum jemand wusste, dass Rita ein Smartphone hat und jetzt auch noch soziale Medien? Das war für die ruhige Dorfgemeinde genauso ein Schock, als wäre ein UFO auf dem Kirchenplatz gelandet. Doch statt einem UFO war es die unscheinbare Rita, die online durchgestartet ist.
Doch zwei Monate nach dem Richard in die Erde gelegt wurde, kam Rita mit einer neuen Frisur zur Maiandacht. „Und sie war geschminkt!“, tuschelten die Frauen vor der Kirche schockiert.
Sie postete nun regelmäßig Updates von ihren Abenteuern, die inzwischen einen internationalen Charakter hatten. Es begann mit einer Wallfahrt nach Lourdes. (Woher hat sie überhaupt das Geld, will ich nur wissen). Dann ging es nach Ägypten. Rita auf einem Kamel, ist ein Bild dass keine der Frauen in der Rosenkranzgruppe so schnell vergessen wird. Rita in einem Badeanzug auf dem Strand von Mallorca machte sie einfach nur noch sprachlos. Doch der Todesstoß kam, als der neue Papst gewählt wurde. Denn wer stand da, in der ersten Reihe auf dem Petersplatz in Rom und grinste breit?! Es war die dreiste Rita, die extra zum Konklave nach Rom flog. Die Nachbarinnen waren erschüttert. Gott sei Dank, dass Richard das nicht mehr miterleben muss!