Neues Curriculum für Deutsch als Minderheitensprache im Kindergarten
Die Deutsche Bildungsgesellschaft (DBG) setzt neue Maßstäbe in der frühkindlichen Sprachbildung. Mit dem neu erschienenen Lehrprogramm „Ich und meine Heimat“ erhalten Erzieherinnen und Erzieher in ganz Polen – und besonders in Schlesien – erstmals ein fundiertes Werkzeug für den Deutschunterricht in Kindergärten.
Sprache ist der Schlüssel zur Identität, und der Grundstein dafür wird bereits im Kindergarten gelegt. Um die Qualität des Unterrichts von Deutsch als Minderheitensprache nachhaltig zu sichern, hat die Deutsche Bildungsgesellschaft ein umfassendes Paket geschnürt: ein zweiteiliges Curriculum inklusive praktischer Unterrichtsszenarien und digitaler Materialien.
Von der Praxis für die Praxis
Der Impuls für das Projekt kam direkt von der Basis. Professorin Alina Dittmann von der Hochschule in Neisse, Rezensentin des Programms, betont die Notwendigkeit dieser Initiative:
„Wir brauchen eine Handreichung auf der niedrigsten Altersstufe. Die Lehrerinnen und Lehrer, die täglich in den Kindergärten Deutsch als Minderheitensprache vermitteln, traten mit dem Wunsch nach einem strukturierten Curriculum an uns heran. Es ist unser Ziel, ihnen eine verlässliche Stütze zu bieten, die genau dort ansetzt, wo die sprachliche Reise beginnt.“

Alina Dittmann
Foto: privat
Kompetenz im Team: Theorie trifft Praxis
Für die Ausarbeitung konnte die DBG ein hochkarätiges Expertenteam gewinnen. Dr. Aleksandra Łyp-Bielecka (Schlesische Universität) brachte ihre methodisch-didaktische Expertise ein, während Mag. Emilia Wójcik als erfahrene Deutschlehrerin die praktische Perspektive der Kindergartenarbeit beisteuerte.
„Die Lehrerinnen und Lehrer, die täglich in den Kindergärten Deutsch als Minderheitensprache vermitteln, traten mit dem Wunsch nach einem strukturierten Curriculum an uns heran. Es ist unser Ziel, ihnen eine verlässliche Stütze zu bieten, die genau dort ansetzt, wo die sprachliche Reise beginnt.“
Prof. Alina Ditmann
Prof. Dittmann zeigt sich begeistert von dieser Zusammenarbeit: „Wir haben uns bewusst für dieses Team entschieden, um die perfekte Balance zwischen fachdidaktischer Theorie und praxiserprobter Kompetenz zu finden. Das Ergebnis hat sich bereits in der Pilotphase bewährt.“
Ein Blick ins Paket: „Ich und meine Heimat“
Das Programm ist zweigeteilt, um sowohl pädagogisches Hintergrundwissen als auch konkrete Werkzeuge für den Alltag zu liefern:
Teil 1: Das theoretische Fundament. Hier finden Lehrkräfte alle Aspekte der Arbeit mit Drei- bis Sechsjährigen in einer Zweit- bzw. Minderheitensprache. Es zeigt Wege auf, wie die Sprache spielerisch gestärkt und ergänzt werden kann.
Teil 2: Die Praxis. Dieser Teil bietet konkrete Szenarien, die sich am Kalender orientieren. Von Jahreszeiten bis hin zu Traditionen der deutschen Minderheit – wie dem Heiligen Martin – sind viele Themen abgedeckt.
Zusätzlich stehen auf der Website der DBG umfangreiche digitale Ordner bereit. Diese enthalten Arbeitskarten, Brettspiele, Illustrationen sowie Lieder und Gedichte.

„Es ist kein trockenes Lehrbuch, sondern lebendige Materialien – fertige Spielvorschläge und Bilder, die sofort in den Kindergartengruppen eingesetzt werden können. Es geht darum, Deutsch für die Kinder erlebbar zu machen“, unterstreicht Rezensentin Alina Dittmann.
Pilotphase und Mitgestaltung
Die DBG sieht das Programm als dynamisches Projekt. Aktuell befindet sich das Curriculum in einer Pilotphase. Pädagoginnen und Pädagogen sind herzlich eingeladen, die Materialien unter
https://www.bildung.pl/oswiata/materialy-do-pobrania/ herunterzuladen und im Unterricht zu testen. Ein zentraler Bestandteil ist dabei das Feedback der Nutzer. Prof. Dittmann appelliert an die Lehrkräfte: „Wir laden alle ein, die Umfrage auf der Website auszufüllen. Die Erfahrungen aus dem Deutschunterricht im Kindergarten sind für uns essenziell, um das Programm stetig zu verbessern und an die Bedürfnisse der Kinder anzupassen.“
Die Deutsche Bildungsgesellschaft wird allen Interessierten ab Februar Informationstreffen und Workshops zu diesem Material anbieten. Einzelheiten folgen in Kürze auf dem Facebook-Profil der Deutschen Bildungsgesellschaft:
https://www.facebook.com/deutschebildungsgesellschaft
Das Projekt wurde durch Mittel des polnischen Ministeriums für Inneres und Verwaltung sowie durch das Marschallamt der Woiwodschaft Oppeln und die Stiftung für Entwicklung Schlesiens ermöglicht.