Deutsche Konjunktur auf Erholungskurs

23 Januar 2026 Wirtschaft

Erstes Wachstum seit zwei Jahren

Nach zwei Jahren der Schrumpfung zeigt die deutsche Wirtschaft erstmals wieder ein leichtes Wachstum. Vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamtes nähren die Hoffnung auf eine allmähliche Belebung, getragen vor allem von Konsum und staatlichen Ausgaben. Gleichzeitig bleiben Exporte und Investitionen unter Druck.

Zu Beginn des laufenden Jahres kamen vom Rhein gute Nachrichten über die deutsche Wirtschaft. Die Bundesrepublik Deutschland konnte ein drittes Jahr in Folge ohne Wirtschaftswachstum vermeiden. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der größten Volkswirtschaft Europas im Jahr 2025 um 0,2 Prozent.

Dabei handelt es sich zunächst um vorläufige Daten, die jedoch Hoffnung auf eine deutlichere wirtschaftliche Belebung geben, die – wie wir bereits mehrfach berichtet haben – durch milliardenschwere staatliche Investitionen unterstützt wird. Im Jahr 2023 schrumpfte die deutsche Wirtschaft um 0,9 Prozent, 2024 um 0,5 Prozent. Erst gegen Ende des Jahres 2025 kam es zu einer deutlichen Beschleunigung, wie aus den Statistiken hervorgeht. Schätzungen zufolge wuchs das deutsche BIP im vierten Quartal des vergangenen Jahres um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal, nach Berücksichtigung von Preisveränderungen sowie saisonalen und kalendarischen Effekten.

Exporte rückläufig

Die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand, betonte bei der Präsentation der Daten in Berlin, dass dieses Wachstum vor allem auf steigende Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen sei. Zugleich wies sie darauf hin, dass die Exporte erneut zurückgingen. Dies sei eine Folge höherer Zölle, die vom US-Präsidenten Donald Trump eingeführt wurden, der Aufwertung des Euro sowie des stärkeren Wettbewerbs aus China. Konkret gingen die Exporte im Jahr 2025 laut statistischen Angaben bereits zum dritten Mal in Folge um 0,3 Prozent zurück. Darüber hinaus hält die schwache Investitionskonjunktur an. Sowohl in Ausrüstungen als auch im Bauwesen wurde weniger investiert.

Im Jahr 2026 verbinden sich die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Belebung mit den geplanten und bereits umgesetzten staatlichen Investitionen in die Infrastruktur – etwa in Straßen und Eisenbahnlinien – sowie in die Verteidigung.

Bedarf an richtigen Reformen

Im Jahr 2026 verbinden sich die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Belebung mit den geplanten und bereits umgesetzten staatlichen Investitionen in die Infrastruktur – etwa in Straßen und Eisenbahnlinien – sowie in die Verteidigung. Laut Analysen wird sich auch positiv auf die Konjunktur auswirken, dass es im laufenden Jahr mehr Arbeitstage geben wird, da mehr Feiertage auf Wochenenden fallen. Viele Ökonomen erwarten jedoch eine spürbare wirtschaftliche Erholung erst ab dem Jahr 2027, wenn die Auswirkungen der enormen staatlichen Ausgaben voll zum Tragen kommen. Gleichzeitig warnen Experten, dass geeignete Reformen notwendig seien, damit die höheren Ausgaben, die durch die Lockerung der Haushaltsbremse ermöglicht werden, nicht lediglich einen kurzfristigen Effekt haben.

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