Das Denkmal in Sczedrzik hat seine Würde zurückerlangt.

3 Januar 2026 Kultur/Bildung

Eine Geschichte, die heute keine Emotionen mehr weckt

Es überstand Grenzverschiebungen, Ideologien und Sprachwechsel. Es sollte gesprengt werden, Jahrzehnte später löste es eine landesweite Kontroverse aus. Heute erzählt das Denkmal zum Gedenken an die in den Kriegen Gefallenen im Zentrum von Sczedrzik erneut seine Geschichte – nach der soeben abgeschlossenen Restaurierung, die ihm nicht nur seine ursprüngliche Form zurückgab, sondern auch die Erinnerung an seine bewegten Schicksale wieder wachrief.

Die Konservierungsarbeiten am Denkmal für die Einwohner von Sczedrzik, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallen oder vermisst sind, wurden abgeschlossen. Das Objekt, gelegen am Platz des 1. Mai, wurde gemäß den Empfehlungen des Denkmalpflegers der Woiwodschaft Oppeln restauriert. Ziel der Arbeiten war es, die Lesbarkeit und Ästhetik des Monuments wiederherzustellen sowie seine Funktion als Erinnerungsort zu unterstreichen.

An der Abnahme der Arbeiten nahmen teil: der Bürgermeister von Malapane Mirosław Wieszołek, der Stadtrat Adam Kuboń, die Ortsvorsteherin von Sczedrzik Iwona Feliks-Wójcik, die Leiterin des Referats für kommunales Vermögensmanagement der Stadt- und Gemeindeverwaltung Malapane Joanna Zielińska, die Hauptspezialistin für kommunale Infrastruktur Helena Podolska sowie eine Vertreterin des ausführenden Unternehmens.
Foto: Stadt- und Gemeindeverwaltung Malapane

Ein Denkmal aus dem Jahr 1934

Das Denkmal in Sczedrzik wurde im Jahr 1934 vom Veteranenverband zum Gedenken an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Einwohner gestiftet. In den Sockel wurden die Namen der Opfer eingraviert, gekrönt wird das Monument von der Figur des heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen, geschaffen vom Oppelner Bildhauer Kosidła. Die feierliche Enthüllung und Weihe des Denkmals fand am 16. September 1934 statt.

Auf der Rückseite des Sockels wurde damals eine Widmung in deutscher Sprache angebracht:
„In Liebe und Dankbarkeit gewidmet von der Gemeinde Hitlersee“. Hitlersee – so lautete der Ortsname während der Zeit des Nationalsozialismus.

Nachkriegszeit und Rettung des Denkmals

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im Zuge der schnellen Polonisierung Schlesiens Entscheidungen getroffen, deutschsprachige Inschriften und Symbole aus dem öffentlichen Raum zu entfernen. Dies betraf auch Friedhöfe und Denkmäler. Das Monument in Sczedrzik geriet aus naheliegenden Gründen ebenfalls auf die Liste der zur Beseitigung vorgesehenen Objekte – seine Sprengung war geplant.

Die Rettung des Denkmals war der entschlossenen Haltung der Einwohner zu verdanken, die auf seinen sakralen Charakter verwiesen. Anstelle der Zerstörung wurde die umstrittene Widmung einbetoniert. Über viele Jahre blieb ihre Existenz unbekannt oder geriet in Vergessenheit.

Heute ruft das Denkmal zum Gedenken an die Gefallenen in Sczedrzik keine Kontroversen mehr hervor.

Im Jahr 1991 wurde ein gesellschaftliches Komitee von Einwohnern und ehemaligen Einwohnern von Sczedrzik gegründet, das Marmortafeln mit den Namen der Opfer des Zweiten Weltkriegs stiftete. Diese wurden am Sockel des Denkmals angebracht und erweiterten dessen ursprüngliche Gedenkfunktion.

Im Jahr 2002 wurde bei Reinigungsarbeiten am Sockel die nach dem Krieg einbetonierte Widmung zufällig entdeckt. Ohne breite gesellschaftliche Konsultationen entschied man sich damals, die Inschrift in ihrer ursprünglichen Form sichtbar zu belassen. Diese Entscheidung rief Kontroversen hervor. Die Diskussionen betrafen vor allem den Namen „Hitlersee“, aber auch die Präsenz eines deutschsprachigen Textes im öffentlichen Raum. Wie die Initiatoren betonten, sei es nicht ihre Absicht gewesen zu provozieren, sondern ein authentisches historisches Element und die universelle Botschaft der Widmung zu bewahren. Zusätzliche Emotionen löste der Zusatz „und DFK Sczedrzyk“ aus, der in der ursprünglichen Inschrift nicht enthalten war. Letztlich wurde der Schriftzug entfernt, und die Angelegenheit verebbte.

Ein Ort des Gedenkens, kein Ort des Streits

Die in diesem Jahr abgeschlossene Restaurierung erfolgte unter Aufsicht des Denkmalpflegers und unter Wahrung des historischen Charakters des Objekts. Dank der durchgeführten Arbeiten hat das Denkmal seinen Glanz zurückerlangt und ist erneut zu einem klar lesbaren Erinnerungsort geworden – einem Zeugnis der komplexen Geschichte der Region und der Schicksale ihrer Bewohner.

 

 

 

 

 

Schlesien Aktuell Kompakt vom 02.01.2026
Poprzedni post

Schlesien Aktuell Kompakt vom 02.01.2026

Stolz von Tempelhof
Następny post

Stolz von Tempelhof

Reklama

Schlesien Journal