Die vergangenen zwölf Monate waren für die Minderheit reich an erfreulichen Ereignissen und echten Erfolgen. Drei davon möchten wir in dieser Zusammenfassung hervorheben.
Die Gala im Oktober zum 35-jährigen Jubiläum der SKGD war ein bedeutendes und freudiges Ereignis. In der bis auf den letzten Platz gefüllten Sporthalle in Gogolin gedachten die Anwesenden dankbar derer, die vor Jahren den Mut hatten, die Strukturen der Gesellschaft aufzubauen, und sinnierten über die Zukunft der deutschen Volksgruppe.

Mit einer Gala wurde am 12. Oktober 2025 in Gogolin das 35-jährige Bestehen der SKGD Oppeln gefeiert.
Foto: Mateusz Golomb
„Als die SKGD 1989 hier in Gogolin gegründet wurde, ahnte niemand, wohin uns dieser Weg führen würde. Die Gründer begannen mit großer Hoffnung, aber auch mit einem Gefühl der Verantwortung – für die Sprache, die Kultur und die Gemeinschaft, die jahrelang gezwungen war, über ihre Identität zu schweigen. Es war die Sehnsucht nach dem Deutschen, die unsere Aktivitäten antrieb und weiterhin antreibt“, betonte der Vorsitzende der SKGD, Rafał Bartek. „Heute, nach 35 Jahren, können wir mit Stolz sagen, dass die SKGD ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens im Oppelner Schlesien geworden ist. Darüber hinaus ist sie auch zu einem bedeutenden Element des regionalen politischen Lebens geworden, das im ganzen Land einzigartig ist“, fügte er hinzu. Die Bedeutung der deutschen Minderheit wurde durch die Anwesenheit von Vertretern der Bundesrepublik Deutschland unterstrichen, darunter Miguel Berger, der deutsche Botschafter in Warschau, und Dr. Bernd Fabritius, der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten.
Die Koalitionsregierung aus CDU, CSU und SPD betrachtet die deutschen Volksgruppen mit ihrer Kultur und Geschichte als Teil der Geschichte Deutschlands.
Polnische Ministerialvertreter fehlten leider. Umso bemerkenswerter ist die Teilnahme der regionalen und nationalen Behörden an dieser Feier. Die Bildung einer neuen Regierung in Berlin im ersten Halbjahr war ein positives Signal für die deutsche Minderheit in Polen – insbesondere, da die Belange deutscher Minderheiten in Europa im Koalitionsvertrag verankert wurden (was unter der SPD/FDP/Grünen-Koalition nicht der Fall war). Die Koalitionsregierung aus CDU, CSU und SPD betrachtet deutsche Volksgruppen mit ihrer Kultur und Geschichte als Teil der Geschichte Deutschlands. Dies bedeutet, sie nicht nur zu unterstützen, sondern auch den Dialog mit den Ländern, in denen diese Gruppen leben, zu pflegen. Der Koalitionsvertrag bildete eine solide Grundlage für die gemeinsame Lösung konkreter Probleme innerhalb der Mitgliedsorganisationen sowie für die gemeinsame Gestaltung der Minderheitenpolitik mit der Bundesregierung.
Als Erfolg können die nationalen Minderheiten in Polen, darunter die deutsche Minderheit, die Änderung des Gesetzes über nationale und ethnische Minderheiten verbuchen. Infolgedessen wurde Anfang November in der Kanzlei des polnischen Sejm – erstmals in der Dritten Polnischen Republik – ein Sekretariat der Minderheitenseite der Gemeinsamen Kommission der Regierung und der nationalen und ethnischen Minderheiten eingerichtet. Das Sekretariat wird die Aktivitäten der Minderheitenseite in dieser Kommission administrativ und organisatorisch unterstützen. Seine Betriebskosten werden von der Sejm-Kanzlei getragen.
„Dies ist für uns auf Landesebene das wichtigste Ereignis, abgesehen von der Verabschiedung des Minderheitengesetzes vor 20 Jahren“, sagt VdG-Chef Rafał Bartek. „Bislang beruhte die gesamte Arbeit im Zusammenhang mit der Meinungsäußerung und der Gestaltung der Minderheitenpolitik ausschließlich auf den Aktivitäten von engagierten Mitgliedern der Minderheiten. Die Aufgabe des Sekretariats wird nun darin bestehen, die Gesetzgebungsprozesse aus der Perspektive der Minderheiten zu begleiten. Ich hoffe, dass dadurch nicht nur die Politik, sondern auch die gesellschaftliche Debatte über Minderheiten vertieft wird.“
Wochenzeitung „O!Polska“