2. Sonntag im Jahreskreis – A
Lesung: Jes 49,3.5–6
Lesung: 1 Kor 1,1–3
Evangelium: Joh 1,29–34
Die Lesungen des zweiten Sonntags im Jahreskreis stellen Jesus als den angekündigten Knecht Gottes dar, der zum Licht der Nationen wird – so die Prophezeiung im Buch Jesaja. Christus Jesus – wie wir im Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth lesen – heiligt die Menschen, beruft sie in die Gemeinschaft der Glaubenden und schenkt ihnen den Frieden. Schließlich zeigt im Evangelium Johannes der Täufer auf Jesus und nennt IHN das „Lamm Gottes“. Verweilen wir einen Augenblick bei diesem Begriff, der zusätzlich offenbart, wer Christus ist.
Abnehmer dringend gesucht
Einen Abnehmer zu finden, ist in der Wirtschaft etwas ganz Normales. Die Beziehungen zwischen Herstellern und Verbrauchern spielen dabei eine sehr wichtige Rolle. Etwas absetzen zu können, Märkte zu finden, um Produkte und Waren loszuwerden, gehört zu modernen Strategien, die sorgfältig geplant werden. Angebot und Nachfrage regulieren in gewissem Sinne auch den Arbeitsmarkt.
Die Sünde als Abkehr von Gott, als Ablehnung Gottes und als Missachtung seines Willens manifestiert sich auch als Respektlosigkeit gegenüber dem Menschen, seiner Freiheit, seiner Würde und seinem Leben.
Der Mensch ist auch ein „Müllproduzent“. Das ist für die Natur schädlich. Damit wir „unter dem Müll nicht ersticken“, sind wir froh, wenn dieser uns abgenommen wird. Noch besser ist es, wenn das, was wir als Verbraucher zurücklassen, wiederverwertet werden kann (z.B. Glas, Papier, Plastik, Metall, Biomüll). Das entlastet die Umwelt und schafft einen menschenfreundlichen Lebensraum.
Das Gute wird gerne angenommen
Der Verlobte bittet um die Hand seiner Verlobten. Er findet sie bezaubernd, ehrlich, einfühlsam und praktisch in ihren Lebensentscheidungen. Sie möchte ihn von Herzen als ihren Mann annehmen. Gutes verbindet sich mit Gutem. Sind Menschen untereinander zerstritten, sind sie froh, wenn sie einander die Hände zur Versöhnung reichen. Der oder die Kranke wird versorgt und nimmt Hilfe und Pflege dankbar an. Eltern sind beruhigt, wenn sie wissen, dass Oma oder Opa ihre Kinder aus der Schule abholt und nach Hause bringt. Das Gute wird gerne angenommen.
Was machen wir jedoch mit dem, was lästig ist, was stört, was trennt, was verletzt und wehtut? Was machen wir mit den zerstörerischen Momenten, die die Bibel Sünde nennt?
Wer nimmt uns die Sünden ab?
Im Abschnitt aus dem Evangelium nach Johannes zum zweiten Sonntag im Jahreskreis lesen wir: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“ Jesus nimmt die Sünden der Menschen auf sich und trägt sie weg. Er nimmt uns, den Bewohnern der Erde (der Welt, des Kosmos), die Last unserer Vergehen ab und beseitigt sie für immer. Christus tilgt (löscht) unsere Irrtümer und Verfehlungen durch das Opfer seines Lebens am Kreuz. Jesus stirbt freiwillig, um uns von unseren Sünden zu befreien und uns unsere Menschenwürde vollständig zurückzugeben.

Bischofsvikar Dr. Peter Tarlinski während der Andacht in der Lamsdorfer Pfarrkirche
Foto: Lucas Netter
Die Sünde als Abkehr von Gott, als Ablehnung Gottes und als Missachtung seines Willens manifestiert sich auch als Respektlosigkeit gegenüber dem Menschen, seiner Freiheit, seiner Würde und seinem Leben. Jesus, das Opferlamm, ist für die Menschheit unentbehrlich – denn wer außer IHM nimmt uns sonst die Sünden ab.