Unser Format „Vaterland“ fasst alle wichtigen Neuigkeiten aus der Bundesrepublik Deutschland für Sie zusammen. Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur in der Bundesrepublik auf einen Blick.
Sparkassenraub erschüttert Deutschland
Der unlängst verübte Sparkassenraub, der die Firma Millionen Euro kostete, ist und bleibt einer der beliebtesten Gesprächsstoffe Deutschlands. Nun beschäftigte der spektakuläre Einbruch auch den NRW-Landtag. Innenminister Herbert Reul (CDU) informierte den Innenausschuss über den außergewöhnlichen Umfang der Ermittlungen rund um den größten bekannten Bankraub des Bundeslandes. Die Täter hatten sich Ende Dezember unbemerkt über ein Parkhaus Zugang zur Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen-Buer verschafft. Mit schwerem Gerät bohrten sie sich durch eine Wand bis in den Tresorbereich. Dort wurden nahezu alle der rund 3250 Schließfächer gewaltsam geöffnet. Der entstandene Schaden wird auf bis zu 300 Millionen Euro geschätzt. Für die eingesetzte Sonderkommission bedeutet das eine Mammutaufgabe. Nach Angaben des Ministers liegen im Tresorraum und im Archiv unzählige Gegenstände verstreut – mutmaßlich mehr als eine halbe Million. Jeder einzelne könnte Spuren enthalten, die nun akribisch gesichert und ausgewertet werden müssen. Parallel dazu sichten die Ermittler riesige Mengen an Videomaterial aus der Umgebung. Insgesamt kommen mehrere Tausend Stunden Aufnahmen zusammen. Reul machte deutlich, dass schnelle Erfolge kaum zu erwarten seien.
Quelle: bild.de.

Ein Sparkassen Bürogebäude.
Foto: Christian A. Schröder/Wikimedia Commons
Höhere Renten für Handwerker?
Die Bundesregierung will offenbar auf den Handwerkermangel mit neuen Sozialleistungen reagieren. Eine Idee der CDU soll diesem Gewerbe nun höhere Renten verschaffen. Hintergrund sind die Tatsachen, dass in der Wirtschaft viele Betriebe mit Auftragsrückgängen kämpfen und es gleichzeitig an jungen Fachkräften fehlt. Um den Beruf wieder attraktiver zu machen, bringt die CDU einen ungewöhnlichen Vorschlag ins Spiel. Im Fokus steht eine bessere Altersabsicherung für Handwerker, die den Einstieg in das Gewerbe wieder lohnender machen soll. CDU-Haushaltspolitiker Andreas Mattfeldt plädiert dafür, Handwerkern künftig zusätzliche Rentenpunkte gutzuschreiben. Wer jahrzehntelang körperlich anspruchsvolle Arbeit leistet, müsse am Ende auch spürbar davon profitieren. Gleichzeitig kritisiert er die bisherige Bildungspolitik, die seiner Ansicht nach zu stark auf akademische Laufbahnen gesetzt habe. Eine stärkere Lenkung hin zu Ausbildungsberufen könne den Arbeitsmarkt wieder ausgleichen. Unterstützung kommt auch aus der Arbeitnehmervertretung der CDU. Dort wird vorgeschlagen, Studienabbrüche besser mit handwerklichen Ausbildungen zu verzahnen und bereits erbrachte Leistungen anzurechnen.
Quelle: hasepost.de.
Sachsen mit Finanzproblemen
Sachsens lokale Wirtschaft steht vor Herausforderungen. Signale wegen finanzieller Probleme der Gemeinden und Städte machen Politikern zu schaffen. Ein aktueller Kommunalfinanzbericht für die Jahre 2024 und 2025 zeichnet ein äußerst angespanntes Bild der Lage im Freistaat. Vorgestellt wurde die Analyse vom Sächsischen Städte- und Gemeindetag, erarbeitet von Experten der Universität Leipzig. Demnach steuern Städte und Gemeinden auf ein Finanzloch von nahezu einer Milliarde Euro zu. Für viele Verwaltungen bedeutet das: kaum noch Handlungsspielraum. Nach den Berechnungen schreiben inzwischen rund die Hälfte aller Kommunen rote Zahlen – deutlich mehr als in wirtschaftlich stabileren Zeiten. Besonders alarmierend ist, dass etwa ein Drittel weder laufende Kredite bedienen noch dringend notwendige Investitionen stemmen kann. Gleichzeitig vergibt Sachsen im ostdeutschen Vergleich die geringsten Landeszuweisungen an seine Kommunen, obwohl die Steuereinnahmen überdurchschnittlich hoch ausfallen. Da Kommunen rund die Hälfte aller staatlichen Aufgaben übernehmen, wird der Sparkurs vor allem bei Infrastrukturprojekten sichtbar. Sanierungen von Straßen, Schulen oder Brücken werden verschoben. Als größter Kostentreiber gelten die stetig steigenden Sozialausgaben, die 2025 erstmals die Marke von einer Milliarde Euro überschreiten dürften.
Quelle: pressreader.com.
Minister mitten in Meinungsfreiheitdebatte
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther wurde zur Hauptfigur einer deutschen Debatte rund um Meinungsfreiheit. Nach einem umstrittenen Auftritt in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ entzündete sich bundesweit eine heftige Diskussion über den Umgang mit Medien und die Grenzen staatlicher Eingriffe. Günther hatte dort betont, dass aus seiner Sicht bestimmte Medien gezielt falsche Informationen verbreiten und damit demokratische Strukturen beschädigen könnten. Auf die Nachfrage des Moderators, ob dies stärkere Eingriffe bis hin zu Verboten rechtfertige, antwortete der CDU-Politiker zustimmend – ein Satz, der für massive Empörung sorgte. Juristen, Journalisten und Politiker reagierten alarmiert. Der Deutsche Journalistenverband erinnerte an das Grundgesetz, das Zensur ausdrücklich ausschließe, und warnte davor, staatliche Stellen als Schiedsrichter über journalistische Inhalte einzusetzen. Auch Medien wie „Cicero“ und die „Berliner Zeitung“ stellten kritische Fragen zur demokratischen Haltung des Ministerpräsidenten. Angesichts der wachsenden Kritik versuchte Günther später, die Wogen zu glätten. Über soziale Netzwerke erklärte er, Presse- und Meinungsfreiheit seien für ihn unantastbar. Seine Aussagen hätten sich nicht auf Medienverbote bezogen, sondern auf ein mögliches Social-Media-Verbot für Minderjährige.
Quelle: bild.de.

Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein.
Foto: Staatskanzlei Schleswig-Holstein / Wikimedia Commons
Werden Lebensmittel billiger?
Die Lebensmittelpreise in Deutschland sind zu einem wichtigen Gesprächsthema für die SPD geworden. Angesichts der anhaltend hohen Kosten beim täglichen Einkauf will die Partei mit einem neuen Konzept gegensteuern. Kern der Überlegungen ist ein sogenannter „Deutschland-Korb“, der in Supermärkten angeboten werden soll und preisgünstige Grundnahrungsmittel umfasst. Nach Vorstellungen der Sozialdemokraten sollen Handelsunternehmen freiwillig an dem Modell teilnehmen. Als Orientierung dient ein Blick ins Ausland: In Griechenland existiert seit einigen Jahren ein staatlich angeregter Warenkorb, der Verbrauchern stabile Preise bei wichtigen Lebensmitteln sichern soll. Ein ähnlicher Ansatz wird nun auch hierzulande diskutiert. Vorgesehen ist eine Auswahl zentraler Produkte aus verschiedenen Warengruppen, möglichst aus heimischer Produktion, die für eine gewisse Zeit zu verlässlichen Preisen erhältlich sind. Ziel ist es, Haushalte kurzfristig zu entlasten und eine bezahlbare Grundversorgung sicherzustellen. SPD-Fraktionsvize Esra Limbacher verweist darauf, dass die Preise für Lebensmittel seit 2020 deutlich gestiegen seien. Besonders Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen spürten diese Entwicklung täglich. Viele müssten genau rechnen, ob der Einkauf noch bis zum Monatsende reiche. Darüber hinaus fordert die SPD strengere Regeln gegen sogenannte Mogelpackungen sowie die Einrichtung einer staatlichen Preisbeobachtungsstelle.
Quelle: deutschlandfunk.de.
Hier lebt es sich am besten
Wer gut leben will, kann nach Potsdam kommen. Dies ist jedenfalls eine der Schlussfolgerungen aus einer Zusammenstellung der Lebensqualität in deutschen Städten. Die brandenburgische Landeshauptstadt sorgt aktuell für Aufmerksamkeit, weil sie in einem bundesweiten Städteranking besonders stark abschneidet. In der Auswertung, die Daten von 71 Großstädten berücksichtigt, nimmt Potsdam eine Spitzenposition ein – vor allem beim Thema Infrastruktur. Untersucht wurden unter anderem Verkehrswege, digitale Netze, Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimafolgen. In genau diesen Bereichen überzeugt Potsdam laut Analyse mit überdurchschnittlichen Werten. Eine hohe Dichte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen, gut ausgebaute Glasfaseranschlüsse sowie leistungsfähige Verkehrsverbindungen sorgen dafür, dass die Stadt deutschlandweit auf Platz eins dieser Kategorie landet. Auch bei der Lebensqualität erzielt Potsdam ein starkes Ergebnis. Im entsprechenden Teilranking erreicht die Stadt einen Platz auf dem Podium. Sinkende Mieten, eine vergleichsweise niedrige Kriminalitätsrate, weniger Arbeitslosigkeit und ein wachsender Anteil wissensintensiver Dienstleistungen tragen zu diesem positiven Bild bei.
Quelle: potsdam.de.